Poesiealbum

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auf Anregung im Kommentarbereich findet sich seit dem 16. Januar 2018 an dieser Stelle ein Forum für das Einstellen von “Poesie“ im Allgemeinen. Darunter fallen verschiedene Musikstücke oder auch Gedichte, vornehmlich deutschsprachigen Ursprungs. Sogenannte “Memes“ sind unerwünscht.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite dient ausschließlich der Einstellung von “Poesie“, begleitet von einer Überschrift und einer sauberen Angabe der Quelle. Sonstige Begleittexte des Einstellers und Kommentare zu den Wortmeldungen werden unkommentiert entfernt.

Das Einstellen eigener Werke ist ausdrücklich gestattet, wird im Einzelfall begutachtet und bei Gefallen freigegeben.

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Ootis
Ootis
16. Jan. 2018 20:58

Conrad Ferdinand Meyer
Der römische Brunnen
Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

swissmanblog
16. Jan. 2018 21:03

Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge kräftig anderen zu…., verdrehe gerne, was du meinst, auch wenn es anderen kaum korrekt erscheint.
Wer andern eine Grube gräbt, hat sich das reiflich überlegt.
Wer eine ‚weiche Birne‘ hat, kauft harte Äpfel aus Halberstadt (Donald Duck ca. 1965).
🙂 🙂 🙂

Kruxdie
16. Jan. 2018 21:09

„Zur Feier der Jahrtausendwende“
Friedrich Schiller
 
Das ist nicht des Deutschen Größe
Obzusiegen mit dem Schwert,
in das Geisterreich zu dringen
männlich mit dem Wahn zu ringen
das ist seines Eifers wert.
 
Schwere Ketten drückten alle
Völker auf dem Erdenballe
als der Deutsche sie zerbrach,
Fehde bot dem Vatikane
Krieg ankündigte dem Wahne
der die ganze Welt bestach.
 
Höheren Sieg hat der errungen,
der der Wahrheit Blitz geschwungen,
der die Geister selbst befreit.
Freiheit der Vernunft erfechten
heißt für alle Völker rechten,
gilt für alle ewge Zeit.

jpr65
16. Jan. 2018 21:12

Ein Märchen der neuen Zeit
Das Erwachen oder die Freude der Enttäuschung“ kam zu mir und ich hatte die Freude, es für euch aufzuschreiben.

Torsten
Torsten
18. Mai. 2018 19:45
Antwort an  jpr65

@ jpr65, (Kommentar Nr.4)
hab vielen Dank für Deinen Beitrag. Wer sehen kann, wird sehen.
Heil und Segen mit Dir!

skadenz
16. Jan. 2018 21:24

Suizid der Freiheit !

Seit ewiger Zeit wurde darum gekämpft,
dass ganze Sein besteht daraus:
Frei zu sein,
obwohl nur subjektiv besteht jeder darauf,
Frei zu sein!
Meine objektive Subjektivität der Freiheit,
ist die Freiheit der Meinung
und die schreckliche Erkenntnis,
dass die Masse dieser Gesellschaft
keine eigene Meinung hat und noch schlimmer,
dass man ihnen eine Meinung impliziert,
von der Sie überzeugt sind, dass es ihre Eigene ist,
wie im dritten Reich, im Sozialismus,
im Kapitalismus, im Stalinismus,
im Christentum in jeder Form von „Gesellschaft“,
denn seine eigene Meinung zu haben bedeutet,
Anders zu sein
zu kämpfen, zu beschützen, zu erklären,
deutlich zu machen, zu verteidigen,
gegen den Strom zu schwimmen, anders zu sein
und das ist das größte Verbrechen,
dass in der Gleichheit des Sozialismus vorstellbar war
zu haben und noch schwerer
wenn nicht unmöglich zu Leben.
Wir leben in der sogenannten “freien” Welt
außer denen, die Anders sind,
die Welt der Medien, die Welt der Presse,
der “freien“ Presse und wieder
schreit das Volk Heil, Heil dir Presse,
du, die du so Frei und Tugendhaft
die das Volk aufklärt und benachrichtigt,
von und über das, dass es wissen kann,
soll, und darf,
Heil,
und das surreale Heil ist Global.
Heil dir oh Du Medien,
die du mir global meine Meinung implizierst
und mich wissen lässt,
es ist meine eigene, meine eigens erworbene
und nicht von dir in mich hinein vergewaltigte Meinung
über das geschehen des Sein.
Aber der so offensichtliche brutale Mord
der eigenen Meinung, die brutale Vergewaltigung
der eigenen Meinungsbildung, der freien Gedanken
dass Einzige
das dem Menschen vom Tier unterscheidet – die Meinung
Entstanden aus der eigenen Ethik der Existenz
dieses wertvollste
das was einen Menschen ausmacht
und ausmachen muss
denn nur das bedeutet Mensch sein,
alles andere sind Kreaturen,
eine Anhäufung von Zellen in denen chemische
und elektrische Reaktionen ablaufen,
Heil,
da lassen die Massen weil es viel einfacher ist
sich treiben zu lassen mit sich geschehen lassen
und nach zu äffen
und Der, der diese Erkenntnis hat, ist der, der anders ist.
Diese dir, du mächtige Presse,
eigens erworbene Brutalität,
Vergewaltigung der Meinung,
ist so außergewöhnlich gut gemacht,
diese Beeinflussung der Massen,
die sich selbst zum Schafott führt
und sich eigenhändig den Kopf abschlägt,
das geht nur mit Massen, denn nur Massen rufen Heil
und darum spreche ich zu jedem Einzelnen,
besinne Dich auf Deine Dir eigene Ethik,
auf das, was Dein Sein ausmacht, auf das,
das Du siehst wenn Du in Deinen Spiegel schaust und
halte Dir immer, immer vor Augen,
das Ideal ist,
anders zu Sein!
.
(skadenz für S.-K. – Dez. 2002)

Christopher Boie
Christopher Boie
16. Jan. 2018 22:01

Die Grosse Verschiebung
Der Nebel hängt tief und undurchdringlich.
Das Tageslicht ist kaum mehr anwesend.
Die Dunkelheit umfasst meine Seele.
Ich schaue in die Welt und mich ergreift grosse Trauer.
Ich bin verzweifelt.
Es herrscht Kaos da draussen wie auch in meinem Inneren.
Plötzlich nehme ich mein eigenes Licht wahr.
Tatsächlich, es brennt immer noch!
Es trägt die Vision einer neuen Welt.
Ich konzentriere mich.
Ich will sie aufrecht erhalten.
Ich fokussiere meine Gedanken,
Ich beginne zu fühlen:
Wir sind so nah dran,
Der Schmetterlig will sich entfalten!
Die Hoffnung ist am wachsen.
Und der unerschütterliche Glaube an den Sieg der Liebe.
Dennoch, für einen kurzen Augenblick
Spüre ich den Schmerz in der Welt.
Ich stürze zu Boden.
Die Tränen fliessen.
Die Verzweiflung kommt wieder.
Aber schau, da kommen die Kinder!
Sie lachen und springen mir fröhlich entgegen.
Sie fallen mir um den Hals und umarmen mich.
Dann ziehen sie mich hoch.
Wir beginnen zu laufen, zu springen.
Vor uns liegt der Berg in einem wunderbarem Licht.
Wir rennen begeistert los.
Wir steigen auf durch den farbig bunten Wald.
Oben steht der grosse Turm.
Wir klettern auch da hinauf.
Jetzt wird alles so deutlich,
Die Welt hat sich verändert.
Die Farben sind so viel intensiver.
Der Himmel schillert in einem neuen Regenbogenlicht.
Jetzt wissen wir es wirklich:
Wir haben es geschafft.
Wir sind hindurch,
Es ist vollbracht.
Wir sind auf der Neuen Erde!
Lasst uns tanzen und singen!
Lasst uns die unendliche Liebe spüren!
Wir sind eine riesengrosse Familie
Auf diesem wunderbaren Planeten.
Das Licht hat gesiegt.
Die Liebe besteht.
Es herrscht globaler Frieden.
Christopher Boie

Tim1964
16. Jan. 2018 22:11

Einigkeit und Recht und Freiheit
(Deutsche Nationalhymne, gesungen von Heino)

AnamPrema
AnamPrema
17. Jan. 2018 15:04
Antwort an  Tim1964

Neuer Text zur Musik empfangen am 24.12.2017:
WAHRHEIT, WAHRHEIT über Alles
tiefer Frieden für die Welt,
danach lasst uns alle streben
es braucht Herz, nicht Gier und Geld
WAHRHEIT, WAHRHEIT
und ein Lächeln
das berührt uns stets im Sein
reinen Herzens lasst uns leben
Mutter Erde Heimat sein,
reinen Herzens lasst uns leben
Mutter Erde Heimat sein.

Tim1964
16. Jan. 2018 22:12

MONDNACHT von Joseph von Eichendorff (1788-1857)
Es war, als hätt‘ der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Clara Schumann
Clara Schumann
16. Jan. 2018 22:25

Finale.
Bald prangt, den Morgen zu verkünden,
Die Sonn‘ auf goldner Bahn,
Bald soll der finstre Irrwahn schwinden;
Bald siegt der weise Mann.
O holde Ruhe, steig hernieder;
Kehr in der Menschen Herzen wieder;
Dann ist die Erd‘ ein Himmelreich,
Und Sterbliche den Göttern gleich
Aus: Die Zauberflöte. Große deutsche Oper. Musik: Wolfgang Amadeus Mozart. Text: Emmanuel Schikaneder, 1791, Text, Musik

Pitty Platsch
16. Jan. 2018 22:33

Der höhere Frieden
Wenn sich auf des Krieges Donnerwagen
Menschen waffnen auf der Zwietracht Ruf,
Menschen, die im Busen Herzen tragen,
Herzen, die der Gott der Liebe schuf:
Denk‘ ich, können sie mir doch nichts rauben,
Nicht den Frieden, der sich selbst bewährt,
Nicht die Unschuld, nicht an Gott den Glauben,
Der dem Hasse wie dem Schrecken wehrt.
Nicht des Ahorns dunklem Schatten wehren,
Daß er mich im Weizenfeld erquickt,
Und das Lied der Nachtigall nicht stören,
Die den stillen Busen mir entzückt.
Heinrich von Kleist (1777 – 1811)

Zeroplan
Zeroplan
16. Jan. 2018 22:44

Es gibt nur eine Sünde, die gegen die ganze Menschheit mit all ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte.
Christian Friedrich Hebbel
1813-1863

René
René
16. Jan. 2018 22:47

16.4.2017. Vergeben!
Laß sie doch mit Galle reden. Doch ihre Worte erreichen dein Ohr.
Laß sie doch speien, in ihrer Tat. Aber die Handlung beschwert dein Herz.
Wie Gift durchdringt es dich, bis tief in deine Seele.
Laß selbst alles Schlechte versinken, in deinem tiefen Brunnen,
um dann daraus mit klarem Wasser den Durst der Welt zu löschen.
RM [von René]

Bernd G
Bernd G
16. Jan. 2018 23:12

Heinz Erhardt
Die alten Zähne wurden schlecht
und man begann sie auszureissen
die neuen kamen gerade recht
um mit ihnen in’s Gras zu beissen

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
16. Jan. 2018 23:14

DIE SCHRITTE
Klein ist mein Kind dein erster Schritt , klein wird dein letzter sein .
Den ersten geh’n Vater und Mutter mit , den letzten gehst du allein .
Sei’s um ein Jahr , dann gehst du Kind , viel Schritte unbewacht .
Wer weiss , was das dann für Schritte sind ,
im Licht und in der Nacht .
Geh kühnen Schritt , tu‘ tapf’ren Tritt , gross ist die Welt und dein .
Wir werden mein Kind , nach dem letzten Schritt wieder beisammen sein .
Albrecht Goes

Heike
16. Jan. 2018 23:17

Hermann Hesse
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Und hier von Hermann Hesse selbst vorgetragen.

Schneeflocke
Schneeflocke
17. Jan. 2018 8:58
Antwort an  Heike

Wlhelm Busch – Kritik des Herzens
Ein dicker Sack – den Bauer Bolte,
der ihn zur Mühle tragen wollte,
um auszuruhn, mal hingestellt –
dicht an ein reifes Ährenfeld,
legt sich in würdevolle Falten
und fängt ne Rede an zu halten:
Ich, sprach er, bin der volle Sack.
Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.
Ich bins, der euch auf dieser Welt
in Einigkeit zusammen hält.
Ich bins, der hoch vonnöten ist,
daß euch das Federvieh nicht frißt.
Ich, dessen Fassungskraft
euch schließlich in die Mühle schafft.
Verneigt euch tief, denn ich bin der!
Was wäret ihr, wenn ich nicht wär?
Sanft rauschen die Ähren:
Du wärst ein leerer Schlauch,
wenn wir nicht wären.

bandilla
bandilla
17. Jan. 2018 0:11

Lohengrin
In fernem Land, unnahbar euren Schritten (Video)
Gralserzählung des Lohengrin III, 3
In fernem Land, unnahbar euren Schritten,
Liegt eine Burg, die Montsalvat genannt;
Ein lichter Tempel steht dort inmitten,
So kostbar, als auf Erden nichts bekannt;
Drin ein Gefäß von wundertätigem Segen
Wird dort als höchstes Heiligtum bewacht:
Es ward, das sein der Menschen reinste pflegen,
Herab von einer Engelschar gebracht;
Alljährlich naht vom Himmel eine Taube,
Um neu zu stärken seine Wunderkraft:
Es heißt der Gral, und selig reinster Glaube
Erteilt durch ihn sich seiner Ritterschaft.
Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren,
Den rüstet er mit überirdischer Macht;
An dem ist jedes Bösen Trug verloren,
Wenn ihn er sieht, weicht dem des Todes Nacht.
Selbst wer von ihm in ferne Land entsendet,
Zum Streiter für der Tugend Recht ernannt,
Dem wird nicht seine heilge Kraft entwendet,
Bleibt als sein Ritter dort er unerkannt.
So hehrer Art doch ist des Grales Segen,
Enthüllt – muß er des Laien Auge fliehn;
Des Ritters drum sollt Zweifel ihr nicht hegen,
Erkennt ihr ihn – dann muß er von euch ziehn. –
Nun hört, wie ich zu euch daher gesandt:
Mein Vater Parzival trägt seine Krone,
Sein Ritter ich – bin Lohengrin genannt.

Neo
Neo
17. Jan. 2018 0:13

Anton Wilhelm von Zuccalmaglio 1840
Kein schöner Land
Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit.
Da haben wir so manche Stund‘
gesessen wohl in froher Rund‘
und taten singen;
die Lieder klingen
im Eichengrund.
Daß wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad‘.
Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.
Ihr Brüder wißt, was uns vereint,
eine andre Sonne hell uns scheint;
in ihr wir leben,
zu ihr wir streben
als die Gemeind‘.
(Unsere heimliche Nationalhymne.)

sherina
sherina
17. Jan. 2018 0:16

Ich liess meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…
22.2.1898, Berlin-Wilmersdorf, Rainer Maria Rilke

sherina
sherina
17. Jan. 2018 0:18
Mettler
Mettler
17. Jan. 2018 0:21

Kein schöner Land
Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit, Abendzeit.
Da haben wir so manche Stund‘
gesessen wohl in froher Rund‘
und taten singen;
die Lieder klingen
im Eichengrund.
Daß wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad‘.
Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.
Ihr Brüder wißt, was uns vereint,
eine andre Sonne hell uns scheint;
in ihr wir leben,
zu ihr wir streben
als die Gemeind‘.
*Wunderschöne Volksweise. Eines meiner liebsten Lieder, die ich kenne.*

Heike
17. Jan. 2018 0:22

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, sollt ihr befragen,
Was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein!
Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht!
(Walter Flex, 1887-1917)

Albert Leo Schlageter
Albert Leo Schlageter
17. Jan. 2018 0:26

Kraftschlag – Mein Name ist Deutschland
Mein Name ist Deutschland wißt ihr noch wer ich bin
Hat meine Existenz für euch überhaupt noch einen Sinn
Ihr wart doch einst so stolz auf mich habt alles für mich getan
Doch heute verleugnet ihr meinen Namen fühlt nur noch Schuld und Scham
Ich liege im Sterben keine Rettung weit und breit
Das Herz Europas hört auf zu schlagen nach so langer, langer Zeit
Wenn ihr nicht endlich aufwacht und handelt gibt es keine Hoffnung für mich
Doch wenn ich sterbe, sterbt ihr genau so wie ich — genau so wie ich
Wißt ihr nicht mehr als ich früher war, voller Größe, Mut und Kraft
Habt ihr vergessen wie schön ich war das habt alles nur ihr geschafft
Heute bin ich geteilt überfremdet und für viele nur noch lächerlich
Verhöhnt verspottet ausgenutzt und die Welt lacht über mich
Ich liege im Sterben keine Rettung weit und breit
Das Herz Europas hört auf zu schlagen nach so langer, langer Zeit
Wenn ihr nicht endlich aufwacht und handelt gibt es keine Hoffnung für mich
Doch wenn ich sterbe, sterbt ihr genau so wie ich — genau so wie ich
Ich hab der Welt so vieles gegeben an Kunst, Musik und Kultur
Ihr meinen Stempel aufgedrückt, doch bald verliert sich diese Spur
Wenn du erst aufwachst nach meinem Tode ist es zu spät für dich
Dann erinnere dich an meine Worte und dann weine über mich
Ich liege im Sterben keine Rettung weit und breit
Das Herz Europas hört auf zu schlagen nach so langer, langer Zeit
Wenn ihr nicht endlich aufwacht und handelt gibt es keine Hoffnung für mich
Doch wenn ich sterbe, sterbt ihr genau so wie ich — genau so wie ich
genau wie ich
genau wie ich

Claudia Komm
17. Jan. 2018 0:39

Wilde Winterfreude
Klirrende Kälte im Januar,
meine Hände sind rot gefroren.
Die Luft ist eisigfrisch und klar
und ziept an meinen Ohren.
Der Atem erscheint in weißem Dampf,
baut glitzerndes Eis auf dem Schal.
Das Stapfen im Schnee erscheint manchmal wie Kampf,
dem Winter jedoch ist das alles egal.
Eisblumenfenster verzieren den Blick
in feinkristalliger Kunst.
Sie halten von ferner Schau uns zurück.
Gewähren die bei-uns-Sein-Gunst.
Und dennoch steckt wilde Freude darin
in diesen Naturgewalten!
Umbau und Veränderung ist ihr Sinn,
ein stetes Neugestalten.
Es gibt keine Trägheit in diesen Mächten,
ihr Wirken hält niemand auf.
Sie sind die wirklichen Macher, die Echten,
sie gestalten der Zeiten Lauf.
Wie hingegossen die Landschaft liegt
in reinem weissen Schnee
und manchmal ein Bussard darüber fliegt
einsam, in eiskalter Höh.
Ein Künstler erdachte sich dieses Bild,
erschuf es aus Kälte und Eis
und pastellierte das Himmelsschild
in milchigem hellblau, rosa und weiß.
Die gleißende Sonne ist der Juwelier
und zaubert verschwendrisches Funkeln.
Doch auch der Mond steht nicht nach ihr –
schenkt Sterndiamanten im Dunkeln.
Die Hunde lieben diese Zeit
und toben im sauberen Schnee.
UNd manchmal bin auch ich soweit,
und schau vorher nur, ob keiner mich seh‘.
So tobt im Innern wilde Freude
wenn außen auch die Kälte beißt.
Wir nutzen diese Tage heute
bevor der Herr Winter wieder verreist.
© Claudia Komm

sriaurobindo7
sriaurobindo7
17. Jan. 2018 0:52

Lied der Toten (Auszug) – – Novalis (1772-1801)
Uns ward erst die Liebe, Leben;
Innig wie die Elemente
Mischen wir des Daseins Fluten,
Brausend Herz mit Herz.
Lüstern scheiden sich die Fluten,
Denn der Kampf der Elemente
Ist der Liebe höchstes Leben
Und des Herzens eignes Herz.
Alles, was wir nur berühren,
Wird zu heißen Balsamfrüchten,
Wird zu weichen zarten Brüsten,
Opfer kühner Lust.
Leiser Wünsche süßes Plaudern
Hören wir allein und schauen
Immerdar in sel`ge Augen,
Schmecken nichts als Mund und Kuß.
Immer wächst und blüht Verlangen
Am Geliebten festzuhangen,
Ihn im Innern zu empfangen,
Eins mit ihm zu sein,
Seinem Durste nicht zu wehren,
Sich im Wechsel zu verzehren,
Voneinander sich zu nähren,
Voneinander nur allein.
So, in Lieb’ und hoher Wollust
Sind wir immerdar versunken,
Seit der wilde trübe Funken
Jener Welt erlosch;
Seit der Hügel sich geschlossen
Und der Scheiterhaufen sprühte,
Und dem schauernden Gemüte
Nun das Erdgesicht zerfloß.
Zauber der Erinnerungen,
Heil‘ger Wehmut süße Schauer
Haben innig uns durchklungen,
Kühlen uns‘re Glut.
Wunden gibt’s, die ewig schmerzen,
Eine göttlich tiefe Trauer
Wohnt in unser aller Herzen,
Löst uns auf in e i n e Flut.
Und in dieser Flut ergießen
Wir uns auf geheime Weise
In den Ozean des Lebens,
Tief in Gott hinein;
Und aus seinem Herzen fließen
Wir zurück zu unserm Kreise,
Und der Geist des höchsten Strebens
Taucht in unsre Wirbel ein.

Till
Till
17. Jan. 2018 0:58

Verbietet nur!
Verbietet nur, verbietet ruhig weiter,
wo immer sich ein Hauch von Freiheit regt!
Ist eure Willkür doch die Stufenleiter,
auf der wir aufwärts steigen unentwegt.
Sind doch Verbote nur ein Schwächezeichen
der Tyrannei, die Widerstand erzeugt.
Wir Jungen werden der Gewalt nicht weichen.
Wir bleiben glaubenstark und ungebeugt!
Verbietet nur, verbietet Recht und Ehre,
verbietet Freiheit, Volk und Vaterland!
Wir lachen über eure Geistesleere
und weinen über euren Unverstand.
Was leben will, das läßt sich nicht verbieten
mit Paragraphen, Tinte und Papier.
Ihr könnt euch Sklaven halten, Söldner mieten-
doch Deutschlands Leben, merkt euch, das sind wir!
Dr. Fritz Stüber (1902-1978)

Carisma
Carisma
17. Jan. 2018 0:59

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land;
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd ich es immer wiederfinden.

AnamPrema
AnamPrema
17. Jan. 2018 15:15
Antwort an  Carisma

ein Lied empfangen im Hamburger Wald
Du Deutscher Wald mit all den Bäumen
Du Waldeslust und Waldesruh
Oh Wandersfrau mit Allem Eins
im Deutschen Wald bist Du
Oh Wandersfrau mit Allem Eins
im Deutschen Wald bist Du

Ekkard
Ekkard
17. Jan. 2018 4:05

Sichtweisen
von Ekkard – 17.Jan.2018
***
Verwirklichte Ab-sichten
lassen uns erfahren
und führen durchaus
zu tiefen, not-wendenden Ein-sichten.
Ein-sichten wiederum
können unseren Herzen
die, so wichtige, Nach-sicht-igkeit
schenken.
So erwächst vor-sicht-iger
Umgang im Miteinander,
um größerer Rück-sichts-nahme
Platz zu machen !
***

Wini
Wini
17. Jan. 2018 5:03

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
(Dietrich Bonhoeffer)

ZwiebelCharlie
17. Jan. 2018 7:47

Deutsche Verzweiflung
Nicht Mord, noch Brand, noch Kerker, noch Standrecht obendrein,
Es muss noch kommen stärker, wenn’s soll von Wirkung sein.
Zu Bettlern sollt ihr werden, Verhungern allesamt.
Zu Mühen und Beschwerden verflucht sein und verdammt.
Euch soll das bisschen Leben so gründlich sein verhasst,
Dass ihr es weg wollt geben wie eine schwere Last.
Dann, dann vielleicht erwacht doch In euch ein neuer Geist,
ein Geist, der über Nacht noch Euch hin zur Freiheit reißt!
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874)

aktiver Mitleser
aktiver Mitleser
17. Jan. 2018 8:02

National sein heißt nur die Ausübung der angeborenen und anererbten guten Eigenschaften seiner Nation in allem und jedem. – Peter Rosegger (Volksschriftsteller – Steiermark) aus: All Deutsches Jahrbuch 2018, S. 28, Jahrweiser Verlag für Brauchtum und Kalender-Kultur (http://www.jahrweiser.at)
Man kann die Zeit festhalten, wenn man sie in die Tat umsetzt. In der Gestalt eines geschaffenen Werkes umgibt die Zeit des Großvaters noch den Enkel. – Peter Rosegger (ebenda S. 29)

Der Alte Fritz
Der Alte Fritz
17. Jan. 2018 9:51

Nordwind
Gequält unser Geist und gequält unsre Herzen,
verursacht durch geistig und seelische Schmerzen.
Die Lüge verteidigt, dass Übel beschützt,
gewählte Regierung die doch uns nicht nützt.
Unsre Toten verspottet, die Ahnen verteufelt,
der Glaube geschaffen durch ständig Geheuchel.
Mit gesenktem Haupte und langer Geduld,
ertragen die Rede der ewigen Schuld.
Deutsch sein ist Schande und weiß sein ist schlecht,
doch schwarz und gemischt sein, ist edel und recht.
Alle sind gleich, es gibt keine Rassen,
der Deutsche muss weg, weil wir in hassen.
Regierung und Nachrichten verkünden dies Wort,
es sind nur die weißen, die müssen fort.
Aus Süd und Südosten her laden sie ein,
die Menschen zu kommen, unsre Heiler zu sein.
Das Heil ward versprochen, doch Schrecken gebracht,
am Tag ist’s gefährlich und tödlich bei Nacht.
Die Beschützer des Volkes und Hüter des Rechts,
gezwungen zum nichts tun, auch im Gefecht.
Die Frauen geschändet und oft auch ein Mord,
doch meist trifft’s nur Deutsche und die müssen fort.
Geraubt unsre Ehre, geraubt unser Stolz,
die Zukunft sie brennt schon, wie ein Stück Holz.
Ein starkes Volk, einst von Krieger und Weisen,
doch heute verweichlicht, gehören wir zu den Leisen.
Sag nicht was du denkst, sag nicht was du bist,
sonst bist du ein Hasser und übler Rassist.
Wie lange erträgst du demütig die Schmach,
du solltest dich fragen, was kommt denn danach?
Wie schlimm soll es werden, bevor du erwachst,
bis alle vertilgt sind und keiner mehr lacht?
Dies sprech ich als Deutscher, mein Volk ruf ich an,
dir gilt meine Liebe und auch unsrem Land.
Das Land unsrer Väter verteidigt mit Blut,
das müssen wir schützen, mit eisernem Mut.
Der nordische Geist, er ist noch nicht verloren,
steht nur und wartet, vor verschlossenen Toren.
Gewährn wir ihm Einlass, erwecken ihn neu,
gemäß unsrer Art, beständig und treu.
Es lodern die Feuer, im Herzen entfacht,
ertönen die Rufe, Deutschland erwacht.
Und mit ihm der Norden zum Kampfe bereit,
wir geben nicht Ruhe bis Europa befreit.
Gerechtigkeit wird wieder walten im Staat,
gerichtet die Henker für Betrug und Verrat.
Zins wird gebrochen und Geld wieder frei.
Das bringt uns das Glück und den Wohlstand herbei.
Rein unsre Herzen, rein unser Volk,
schafft Frieden und Freiheit, viel mehr wert als Gold.
Einsam ist wenig, gemeinsam ist viel,
die treue Gemeinschaft, das ist unser Ziel.
(Mein Werk in Form einer Dichtung zu meinen Gedanken zur derzeitigen Lage von Deutschland, dem Deutschen Volk und Europa. Ich hoffe es gefällt euch und gibt euch Mut.
Grüße, der Alte Fritz)

Heike
17. Jan. 2018 9:59

Anschmiegen
Sich anschmiegen,
leicht und zart,
den anderen spüren,
Haut auf Haut,
Seele auf Seele.
Wege kreuzen sich,
schmiegen sich an
für eine kleine Weile,
erfüllend und öffnend.
Voll Anerkennung
und Respekt,
wohl wissend,
dass Wachstum nie
gleichmäßig ist,
nie in dieselbe Richtung geht.
Nur für eine Weile
hat es den Schein der Vollkommenheit.
Sich anschmiegen
in dem Wissen,
gemeinsam getrennt zu sein,
der eine mal kleiner mal größer,
der andere mal größer mal kleiner,
niemals gleich.
Den Moment der Berührung genießen,
und wenn die Zeit gekommen ist,
wo Wege sich wieder trennen,
unweigerlich auseinander führen,
den anderen in Liebe
einfach loslassen,
so kann Wachstum geschehen.
(Heike 2005)

eli
eli
17. Jan. 2018 10:15

Volksmund
Ich bin klein,
mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen
als Christus allein!

Hamsem
Hamsem
17. Jan. 2018 10:17

Über die Heide
Über die Heide hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde wandert es mit.
Herbst ist gekommen, Frühling ist weit –
Gab es denn einmal selige Zeit?
Brauende Nebel geisten umher;
Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.
Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
Leben und Liebe – wie flog es vorbei!
Theodor Storm

baumfrau
baumfrau
17. Jan. 2018 11:26

Unsere Heimat
Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
und die Tiere der Erde
und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
und wir schützen sie,
weil sie dem Volke gehört,
weil sie unserem Volke gehört.
Lied der jungen Pioniere „Ernst Thälmann“.
Text: Herbert Keller
Komposition: Hans Naumilkat
(Hier gesungen)

baumfrau
baumfrau
17. Jan. 2018 11:31
Antwort an  baumfrau

Schleswig-Holstein Lied (erste drei Strophen)
Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
deutscher Sitte, hohe Wacht,
wahre treu, was schwer errungen,
bis ein schönrer Morgen tagt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland
Ob auch wild die Brandung tose,
Flut auf Flut, von Bai zu Bai:
O, laß blühn in deinem Schoße
deutsche Tugend, deutsche Treu.
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Doch wenn inn´re Stürme wüten,
drohend sich der Nord erhebt,
schütze Gott die holden Blüten,
die ein mildrer Süd belebt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
(Hier gesungen)

Albert Leo Schlageter
Albert Leo Schlageter
17. Jan. 2018 12:25

Stahlgewitter – Sie wollen uns / Intro
Nationalismus ist mithin keine Ideologie, die man entweder ablehnen oder annehmen kann, Nationalismus ist eine notwendige, in der menschlichen Natur angelegte Verhaltensweise. Nationalismus ist der Wille zur Selbstbehauptung der Eigenart eines Volkes, er ist dessen natürliche Wirbelsäule.
Unser Nationalismus ist das Bekenntnis zu unserer Freiheit und zur Freiheit der Völker in einer Welt von morgen. Es ist also nicht so, daß ein leidlich moderner Mensch auch Nationalist sein kann, sondern ein zeitgemäßer Mensch kann gar nichts anderes als Nationalist sein, denn Nationalismus ist kein Relikt von gestern, sondern Bestandteil einer friedlichen Ordnung der Völker dieser Erde, ein Hoffnung für die Zukunft!

Erdbeerschorsch
Erdbeerschorsch
17. Jan. 2018 14:05

Ein Gedicht (Lied) aus DDR-Zeiten. Hab ich als Kind sehr gemocht und gern gesungen:
Unsre Heimat
Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
und die Tiere der Erde
und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
und wir schützen sie,
weil sie dem Volke gehört,
weil sie unserem Volke gehört.
Herbert Keller

Eisenmeister
Eisenmeister
3. Apr. 2020 12:40
Antwort an  Erdbeerschorsch

Hier der Netzverweis zur Musik:

Unsere Heimat [YT]

Stiller Mitleser meldet
Stiller Mitleser meldet
17. Jan. 2018 15:39

Die Gedanken sind frei
(Volkslied, 18. Jahrhundert)
Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei,
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.
Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.
Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
die Gedanken sind frei.
Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.
Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
die Gedanken sind frei.
(Film)

Martin Theodor Schrage
Martin Theodor Schrage
17. Jan. 2018 15:40

Aufruf an das deutsche Volk (1522)
Ulrich von Hutten
Einst schrieb ich alles in Latein;
nicht jedem konnt´s verständlich sein.
Nun ruf´ich dich, mein Vaterland,
in deutscher Sprache wohlbekannt:
Laß mich doch nicht alleine sprechen!
Jetzt ist es Zeit, um loszubrechen,
gemeinsam für die Freiheit streben!
Was war das bisher für ein Leben,
kein Mensch durft´mehr die Wahrheit sagen!
Steh auf, mein Volk! Nicht lange zagen,
die Lügenherrschaft zu vertreibe!
Nur Wahrheit soll fortan noch bleiben.
Gott schenk´dem Heil, der zu mir steht,
damit sein Eifer nicht vergeht!
Manch Edler – hoff´ich – hat den Mut,
manch Graf, manch Bauersmann, so gut
manch Bürger, der in seiner Stadt
der Lebenslage übersatt –
auf daß ich nicht alleine streite.
Wohlan, Gott ist auf unserer Seite!
Kein Deutscher bleibe still daheim!
„Ich hab´s gewagt!“ – das sei sein Reim.

Alfreda
Alfreda
17. Jan. 2018 16:15

Und hier live gesungen:
Narrenschiff

Alfreda
Alfreda
17. Jan. 2018 16:23

Dieses Lied von Reinhard darf nicht fehlen.
Sei wachsam
Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen
Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen
Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen
Die dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen
Und ich denk‘ mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück
Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt zurück
Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen
Sie nennen es das Volk aber sie meinen Untertanen
All das Leimen, all das Schleimen ist nicht länger zu ertragen
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
„Halt‘ du sie dumm, ich halt‘ sie arm!“
Sei wachsam
Präg‘ dir die Worte ein!
Sei wachsam
Und fall nicht auf sie rein!
Paß auf, dass du deine Freiheit nutzt
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam
Merk dir die Gesichter gut!
Sei wachsam
Bewahr dir deinen Mut
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach guten, alten Werten
Ihre guten, alten Werte sind fast immer die verkehrten
Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln
Sind es, die auf allen Werten mit Füßen rumtrampeln
Der Medienmogul und der Zeitungszar
Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!
Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und nach guten Sitten
Doch ihre Botschaften sind nichts als Arsch und Titten
Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote
Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote
Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht
So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht!
Sei wachsam
Präg‘ dir die Worte ein!
Sei wachsam
Und fall nicht auf sie rein!
Paß auf, dass du deine Freiheit nutzt
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam
Merk dir die Gesichter gut!
Sei wachsam
Bewahr dir deinen Mut
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Es ist ’ne riesen Konjungtur für Rattenfänger
Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger
‚Ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher
Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher
Und sie sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt
Und nach den Schlimmsten werden Plätze und Flugplätze benannt
Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber lässt man laufen
Kein Pfeifchen Gras, aber ’ne ganze Giftgasfabrik kann du kaufen
Verseuch‘ die Luft, vertstrahl das Land, mach ungestraft den größten Schaden
Nur lass Dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!
Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau’n
Und die Polizei muss immer auf die Falschen draufhau’n
Sei wachsam
Präg‘ dir die Worte ein!
Sei wachsam
Und fall nicht auf sie rein!
Paß auf, dass du deine Freiheit nutzt
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam
Merk dir die Gesichter gut!
Sei wachsam
Bewahr dir deinen Mut
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Wir hab’n ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat gerantier’n
Was hift’s, wenn sie nach Lust und Laune dran manipulieren
Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln
Und unterm Tisch schon emsig mit dem Säbel rasseln?
Der alte Glanz in ihren Augen beim großen Zapfenstreich
Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und Heim ins Reich!
„Nie wieder soll von diesem Land ein Krieg ausgehen!“
„Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!“
„Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen!“
„Kampfeinsaätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen“
Sie ziehen uns immer tiefer rein, Stück für Stück
Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück
Sei wachsam
Präg‘ dir die Worte ein!
Sei wachsam
Und fall nicht auf sie rein!
Paß auf, dass du deine Freiheit nutzt
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam
Merk dir die Gesichter gut!
Sei wachsam
Bewahr dir deinen Mut
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!
Ich hab Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen
Die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke voll lügen
Und verschon‘ mich mit den falschen Ehrlichen
Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen!
Ich hab‘ Sehnsucht nach einem Stück Wahrhaftigkeit
Nach ’nem bisschen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit
Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr zu Lachen
Sie wer’n dich ruinier’n, exekutier’n und mundtot machen
Erpressen, bestechen, versuchen dich zu kaufen
Wenn du die Wahrheit sagst, lass draußen den Motor laufen
Dann sag‘ sie laut und schnell, denn das Sprichwort lehrt:
Wer die Wahrheit sagt braucht ein verdammt schnelles Pferd!
Sei wachsam
Präg‘ dir die Worte ein!
Sei wachsam
Und fall nicht auf sie rein!
Paß auf, dass du deine Freiheit nutzt
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam
Merk dir die Gesichter gut!
Sei wachsam
Bewahr dir deinen Mut
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!

Alfreda
Alfreda
17. Jan. 2018 16:30

Reinhard Mey, Hannes Wader, Konstantin Wecker:
Es ist an der Zeit

Alfreda
Alfreda
17. Jan. 2018 16:39
Alfreda
Alfreda
17. Jan. 2018 16:46

„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten.
Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk. Dann gnade Euch Gott!“
Theodor Körner

Kruxdie
17. Jan. 2018 16:57

Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an Deines Volkes Auferstehn,
laß diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, allem, was geschehn.
Und handeln sollst Du so, als hinge
von Dir und Deinem Tun allein
das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär‘ Dein.
Johann Gottlieb Fichte

Khatti
Khatti
17. Jan. 2018 17:29

Gott gebe uns die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die wir nicht ändern können,
den Mut Dinge zu ändern,
die wir ändern können
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.
Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782)

reichsritter
17. Jan. 2018 17:38

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt in’s freie Leben,
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die ewgen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.
Novalis (Friedrich von Hardenberg)

ANGEL
17. Jan. 2018 17:53

Deutschland ist noch nicht verloren,
Es werden jeden Tag Deutsche mit ner reinen Weste geboren,
Verschuldet über beide Ohren,
Aber immer noch besser als die Hoffnung verloren
Der Morgen ist noch nicht verschlafen,
8 uhr 41 fährt das Schiff aus dem hafen,
Trenn dich von den anderen Schafen,
Sie ham ein Schlachtschiff bestiegen doch das wird ihnen keiner sage
Deutschland ist noch nicht verloren,
Es werden jeden Tag Deutsche mit ner reinen Weste geboren,
Verschuldet über beide Ohren,
Aber immernoch besser als die Hoffnung verloren
Ich mach die Augen auf und seh,
Das hier etwas verloren geht,
Und das darf nicht passiern,
Wir müssen nicht täglich aufs neue unser Gesicht verliern
Und ich bin nicht schlecht gelaunt,
Nein ich bin eher gut gelaunt,
Denn die ganzen PAUSENCLOWNS
Sie werden weggehaun
Deutschland ist noch nicht verloren,
Es werden jeden Tag Deutsche mit ner reinen Weste geboren,
Verschuldet über beide Ohren,
Aber immernoch besser als die Hoffnung verloren
He, es macht mich glücklich sie zu sehn,
Diese süßen kleinen Babys noch können sie kaum stehn,
Kriegen kein Wort raus,
Verstehen kein Wort um ein Paar Tage später dir auf gleicher Höhe in die Augen zu sehn
Ich weiss genau wofür ich kämpfe,
Eure Gifte eure Waffen verursachen nur Magenkrämpfe,
Ihr kämpft auch von eurem Posten,
Eure Brücken eure Panzer eure Herzen sie rosten,
Schaut zur Sonne im Osten,
Wollt ihr nicht von ihrem süßen Honig kosten?
Deutschland ist noch nicht verloren,
Es werden jeden Tag Deutsche mit ner reinen Weste geboren,
Verschuldet über beide Ohren,
Aber immer noch besser als die Hoffnung verloren
Xavier Naidoo

Schneeflocke
Schneeflocke
17. Jan. 2018 20:17

Wahre Freundschaft soll nicht wanken
Volkslied/Volksweise (ca.1750)
Wahre Freundschaft soll nicht wanken,
wenn man gleich entfernet ist,
lebet fort noch in Gedanken
und der Treue nicht vergißt.
Keine Ader soll mir schlagen
wo ich nicht an dich gedacht;
für dich werd ich Liebe tragen
bis in tiefe Todesnacht.
Wenn der Mühlstein traget Reben,
und daraus fließt süßer Wein,
wenn der Tod mir nimmt das Leben,
hör ich auf dein Freund zu sein.
Jetzo schlägt die Trennungsstunde,
reißt gewaltsam mich von dir;
es schlägt zu früh die Scheidestunde,
ach, ich fand mein Glück in dir!
So nimm denn hin vom blassen Munde
den Abschiedskuß, der weinend spricht,
und denk an diese Trennungsstunde,
oh einz’ger Freund, vergiß mein nicht!
Im Stillen werd ich Tränen weinen
und träumend dir zur Seite stehn,
und seh ich Gottes Sonne scheinen
werd ich für dich um Segen flehn.
(Dies auch zur liebevollen Erinnerung an meine erste Freundin 1944/45, eine Waise, die mich dieses Lied in den Schulpausen lehrte.)

Kräftiger Apfel
Kräftiger Apfel
17. Jan. 2018 21:24

Das Merkelgedicht
Sie sah sich schon in Paraguay
auf ihren Lorbeer´n ruh´n,
doch leider gab der Vati ihr
nun doch noch mehr zu tun.
Zu gut hat sie´s verstanden,
den Fragen auszuweichen
und all die deutschen Träumer
auf eig´ne Schuld zu eichen.
Sie soll wohl Zeit noch schinden,
bevor die Leut rausfinden,
daß unsre liebe Mutti
uns legt in Asch´ und Schutt – Ihhh!
So langsam geht der Stift da oben,
das Volk, es wird sehr bald schon toben,
wenn klar wird, daß Verbrecherpack
uns packen will in seinen Sack,
entsorgen auf dem Sondermüll,
damit sich Schaddeins´ Plan erfüll´.
Wir sollen uns die Schädel keulen
und stürzen unsre eignen Säulen,
vergießen unser teuer Blut,
ersaufen in der schwarzen Flut.
Doch ihnen läuft die Zeit davon,
man sieht´s in den Gesichtern schon,
sie stammeln, schwächeln, taumeln.
Am Galgen würd´n sie baumeln,
wenn wir nicht aufrecht wären
und sie zu unsern Ehren
ganz legitim abführen
hinter verschloss´ne Türen.
So ihr und alledem Geschmeiß
wird werden das Gesäß ganz heiß,
wenn Licht fällt in die schwarzen Schächte,
wo bitterböse, finstre Mächte
sich in ihren dunklen Kammern
an das Blut von Kindern klammern.
Nicht einer von den Teufeln dort
wird bleiben mehr an seinem Ort.
Mit starker Hand wird dort gekehrt,
wo bisher jeder Blick verwehrt.
Dann könn´ sie auf der Insel
mit jüdischem Gewinsel
und ihresgleichen rackern,
um Boden zu beackern.
Zum ersten Mal wird es gescheh´n,
daß ehrlich´Arbeit zum Besteh´n
wird endlich unausweichlich sein,
für alle Kinder des Schaddein.
(Der Kräftige Apfel, 12/2016)

Kräftiger Apfel
Kräftiger Apfel
17. Jan. 2018 21:28

Meine sehr verehrten Juwelen-Seelen,
Ihr treuen Gefährten des Neuen.
Ihr Augen-Öffner, Ihr Wahrheit-Sager,
Ihr Menschen-in-die-Einheit-Trager,
Ihr „Neuer Welten Klang-Erdenker“.
Ihr Schicksals-Lenker.
Ihr, die Ihr Euch ein Herz gefasst,
in das der ganze Kosmos passt,
Ihr, die Ihr Euch nichts gefallen lasst…
Ihr Reinen, Ihr Lieben,
Ihr seid alle Zeiten treu geblieben
und nun sei Euch dieses Werk geschrieben:
„Freundschaft“ will ich sie entschieden nennen,
diese Kraft, die gleich entstand –
als hätten wir uns nie nicht gekannt.
Euch jetzt zu kennen, ist mein Frieden –
Brüder sind wir, blutsverwandt!
Und ganze Welten erwarten mit Freude wie selten
unsere göttlichen Helden-Taten!
Denn lange genug beherrschten uns menschenverachtende,
Menschen entmachtende, ja, Menschen schlachtende
Gewalten und zwielichtige Lichtgestalten.
Lange genug regierten Lug und Trug!
Und Nun?
Frohen Mutes Gutes tun!
Der Kosmos schaut uns zu, traut uns zu,
dass der Quantensprung gelingt.
Also springt!
Es ist Dein Bewusstsein, das die neue Welt kreiert,
das ganze Himmelszelt hält
und das schönste Feld der Galaxie programmiert.
Und dabei wird jede Energie transformiert.
In jeden Winkel des Garten-Eden, den wir bewohnen,
fließen unsere freudig tanzenden Emotionen
ein, gießen die Pflanzen und lassen sie sprießen.
Auf dieser gemeinsamen Reise nach Hause,
in die goldene Zeit, reiten wir alle Wellen
und gleiten im totalen Einklang mit dem Fluss Kairos
seine Stromschnellen der Schöpfung entlang.
Erhoben in unseren rechtmäßigen Rang
bereiten wir im Kreise der Weisen Artas Kind die Wiege
und besiegen den Schreck, der in allen üblen Kräften steckt.
Dunklen Geschäften ziehen wir den Boden unter den Füßen weg.
Wir schließen in Sekunden alle Wunden.
All unser Sein dient jenem einen Zweck:
Der Rückkehr des Menschen in sein Privileg.
Und dabei ist es mir eine Ehre, gemeinsam mit Euch
die Schwere, die Leere, die Illusion getrennt zu sein,
die in der Dichte gern das innere Licht zu vernichten scheint,
zu überwinden.
Ich werde, vereint mit Euch, die Feuer bei der Geburt Neuer Erde entzünden.
Auf ewig verbunden, mit Euch, meine Lieben.
Für heuer hab´ ich genug geschrieben.
(Matthias L., Bruder vom Kräftigen Apfel, 12/2017)

NmdF
NmdF
17. Jan. 2018 21:48

Karl Kindt
Haben es die Regierenden begriffen,
dass es eilt?
Dass Europa scheitert an den Riffen
deutscher Not,
wenn erst in grellen Pfiffen
Sturmwind heult?

Alfreda
Alfreda
18. Jan. 2018 0:03
Alfreda
Alfreda
18. Jan. 2018 0:04
Kuno
Kuno
18. Jan. 2018 0:13

(Danke euch Allen)
Herren der Winde

Klaus Borgolte ZA7975
Klaus Borgolte ZA7975
18. Jan. 2018 0:21

Herbstlicher Tiergarten
Tiergartenwege, herbstlaubüberhäuft –
ich träumte gern von dem, was glücklich macht;
der Mensch, der wie gehetzt vorüberläuft,
hat fröstelnd an ein Obdach nur gedacht.
Die Spatzen hüpfen hungrig um die Gruft.
In seiner Tasche ist kein Bissen Brot.
Und plötzlich geht ein Klingen durch die Luft,
als läute eine Glocke Sterbensnot.
Es wirft der Wind Wildenten in das Grau,
das winterlich schon aus der Weite winkt.
Mich rührt das Witwenantlitz einer Frau,
das noch zu jung in Einsamkeit versinkt.
Der Teich ruht wie vereist, stumm und berußt,
feindlich verschlossen halten sich die Boote
und leugnen alle sommerliche Lust,
zur Überfahrt bereit nur für das Tote.
Max Herrmann Neisse (1886-1941)

Ekkard
Ekkard
18. Jan. 2018 2:10

Einsicht
Von Afsane Bahar
Verbunden mit der einmaligen Erde
ganzheitlich Geschehnisse beobachtend
beharrlich Selbstbetrug meidend
begriff ich berührt bewegt
dass buchstäblich Banditen
im Lande herrschten
Nach dieser ergreifenden Erkenntnis
kam sorgloses Wegschauen
schmerzhaft der Selbstaufgabe gleich
Fortan pflanzte ich federleicht
des Lichtes Blumen
*

Susanne
Susanne
18. Jan. 2018 2:28

Ein fröhlich Lied,
erschallt aus meinem Herzen und
Segen für uns Alle!
So kann ich es am besten ausdrücken was ich fühle
und bin ,*poesialbumskonform*.
(Das ist meine Wortschöpfung und hier gilt ausschließlich meine Rechtschreibung.)
Quelle: Susanne 2018
Deutschlands Denker und Dichter sind tot?
Ja leider. Das ist Geschichte.
Aber:
Wo sind die Nachfahren der Denker und Dichter?
Was machen die?
Nur Poesie?
Also, ich lebe hier und jetzt im 21. Jahrhundert
und es gibt auch in dieser Epoche deutsche Genies.
Einfach Mal hinschauen.
Alles neu
Segen für uns Alle!

gstauderwaugerl
gstauderwaugerl
18. Jan. 2018 5:57

(Ich finde, die Ode an die Freude (Text) sollte auch unbedingt hier verlinkt sein.
Vielleicht auch das. Nicht unbedingt Poesie auf den ersten Blick, trotzdem guter Text, finde ich . 🙂 )
Frei.Wild – Rückgrat und Moral
Dreh den Finger um, zeig ihn auf dich.
Opportunistisch, Taten lügen nicht.
Wie ein Fähnchen im Wind, mal so und mal anders.
Kategorisch mit dem Strom.
Sagst Visionäre haben schon immer verloren.
Weißt, dass die Wahrheit zwar weh tut.
Doch der Gegenwind noch mehr brennt,
Und deshalb lieber mit der Masse schwimmst
Und dich zu wehren so gar nicht kennst.
Man kann es doch eh nicht ändern.
So war und so bleibt es.
Da steh ich lieber auf der starken Seite,
Als bei euch dem ganzen Rest.
Verbiegst dich jeden Tag
Und deine Würde ist dir mehr als scheiß egal.
Hast kein Rückgrat keine Moral.
Was immer du auch sagst.
Ruderst ziellos zwischen 180 Grad.
Was für ein Ende wird das nehmen?
Geknechtetes Leben.
Nimm den Fuß vom Gas, brems dich mal ein.
Denn deine Phrasen stammen wie so oft nicht von dir allein.
Monotones Gelaber, synchronisierter ja-Sager.
Aber der Erste in der Reihe der ewigen Klager.
Wie kannst du nur so leben? Verstehst du nicht im Bestreben?
Hinterfragst nichts und nimmst alles in Kauf,
Hauptsache du fällst nicht auf.
Wie kannst du dich nur im Spiegel ansehen?
Würd ihn zerschlagen würde ich mich so sehen.
Charakterloses Gesicht,
Schämst dich nicht, schämst dich wirklich nicht?
Ref.
Was du sagen willst, dass weiß ich schon, ich kenn den ganzen Mist.
Erzähl mir nichts von dem wie’s laufen soll.
Ich weiß von welchem Schlag du bist.
Ich kenne dich, ich kenn den ganzen Rest.
Ich schenk euch kein Respekt.
Egal was ist, was war ,was kommen mag.
ich hass euch wie die Pest.
Ref.
Was du sagen willst, dass weiß ich schon, ich kenn den ganzen Mist.
Erzähl mir nichts von dem wie’s laufen soll.
Ich weiß von welchem Schlag du bist.
Ich kenne dich, ich kenn den ganzen Rest.
Ich schenk euch kein Respekt.
Egal was ist, was war ,was kommen mag.
ich hass euch wie die Pest.

Clara Schumann
Clara Schumann
24. Jan. 2018 22:36
Antwort an  gstauderwaugerl

Text der Ode „An die Freude“ (Friedrich Schiller, 1. Fassung 1785, Quelle)
Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was der Mode Schwert geteilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Chor
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.
Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wers nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!
Chor
Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.
Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
30Einen Freund, geprüft im Tod.
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub2 steht vor Gott.
Chor
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt,
Über Sternen muß er wohnen.
Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament3,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.
Chor
Froh, wie seine Sonnen fliegen,
Durch des Himmels prächtgen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig wie ein Held zum Siegen.
Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.
Chor
Duldet mutig, Millionen!
Duldet für die beßre Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.
Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ists, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.
Chor
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.
Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut – –
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.
Chor
Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs4 Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!
Festen Mut in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut, –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!
Chor
Schließt den heilgen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem goldnen Wein:
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter!
Rettung von Tyrannenketten,
Großmut auch dem Bösewicht,
Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die Toten sollen leben!
Brüder trinkt und stimmet ein,
Allen Sündern soll vergeben,
Und die Hölle nicht mehr sein.
Chor
Eine heitre Abschiedsstunde!
Süßen Schlaf im Leichentuch!
Brüder – einen sanften Spruch
Aus des Totenrichters Munde!

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
18. Jan. 2018 7:58

Ännchen von Tharau
Ännchen von Tharau ist’s die mir gefällt.
Sie ist mein Reichtum, mein Gut und mein Geld.
Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
auf mich gerichtet in Lieb und in Schmerz.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.
Käm alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,
wir sind gesinnt, beieinander zu stahn.
Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein
soll unser Liebe Verknotigung sein.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.
Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,
je mehr ihn Regen und Hagel anficht,
so wird die Lieb in uns mächtig und groß.
Durch Kreuz durch Leiden, durch mancherlei Not.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.
Würdest du gleich einmal von mir getrennt,
lebtest da, wo man die Sonne nicht kennt,
ich will dir folgen durch Wälder, durch Meer,
Eisen und Kerker und feindliche Heer.
Ännchen von Tharau, mein Licht,meine Sonn,
mein Leben schließ ich um deines herum.
Ursprünglich Simon Dach (1605-1659) „Ancke van Tharaw “
(samländisch, Ostpreußen)
Übersetzt von Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
18. Jan. 2018 11:48

Für eli
Kindergebet
Erstes:
Lieber Gott, ich liege
im Bett. Ich weiß ich wiege
seit gestern fünfunddreißig Pfund.
Halte Ma und Pa gesund.
Ich bin ein armes Zwiebelchen,
nimm mir das nicht übelchen.
Zweites:
Lieber Gott, recht gute Nacht.
Ich hab noch schnell Pipi gemacht,
damit ich von dir Träume.
Ich stelle mir den Himmel vor,
wie hinterm Brandenburger Tor
die Lindenbäume.
Nimm meine Worte freundlich hin,
weil ich schon sehr erwachsen bin.
Drittes:
Lieber Gott mit Christussohn,
ach schenk mir doch ein Grammophon.
Ich bin ein ungezognes Kind,
weil meine Eltern Säufer sind.
Verzeih mir, dass ich gähne.
Beschütze mich in der Not.
Mach meine Eltern noch nicht tot.
Und schenk der Oma Zähne .
Joachim Ringelnatz
(1883-1934)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
18. Jan. 2018 13:44

Satt zu essen
Satt zu essen
und’n Ausweis in der Tasche der was gilt.
Satt zu essen
und ’ne Heimat die dich nie für Fernweh schilt.
Satt zu essen
und ’ne Arbeit die dir gut und gern gelingt.
Satt zu essen
und Vertrauen das man dir entgenbringt.
Satt zu essen
und ’ne Antwort, ganz egal wie oft du fragst.
Satt zu essen
und ’ne Wohnung die du auch bei Lichte magst.
Satt zu essen
und ’ne Freundin, die es dir aus Lust besorgt.
Satt zu essen
und’n Nachbarn der dir seine Platten borgt.
Satt zu essen wüsch ich dir,
aber nicht nur Brot und Butter,
aber nicht nur Fleisch und Bier.
Satt zu essen an den Dingen,
die nicht durch den Magen geh’n.
Satt zu essen für die Sinne,
den Verstand und das Versteh’n.
Satt zu essen in den Ämtern,
wenn sie deine Sorgen teil’n.
Satt zu essen bei den Kumpels,
wo die Wunden schneller heil’n.
Satt zu essen an dem Wissen
das dein Mut auch andern nützt.
Satt zu essen an der Hoffnung
die dich vor’m Verlor’n sein schützt.
Satt zu essen wüsch ich dir
aber nicht nur Brot und Butter,
aber nicht nur Fleisch und Bier …
Pension Volkmann

Alfreda
Alfreda
18. Jan. 2018 14:09
Alfreda
Alfreda
18. Jan. 2018 14:14
kirschenkraft
kirschenkraft
18. Jan. 2018 14:17

Unbekannter Verfasser:
Gott denkt, der Mensch lenkt
der Mensch dachte und Gott lachte

Alfreda
Alfreda
18. Jan. 2018 14:47

Der morgige Tag ist mein (leider auf englisch)

Alfreda
Alfreda
18. Jan. 2018 14:50
Der Bär
Der Bär
18. Jan. 2018 14:55

Sagt an, Herr Opferstock, hat Euch der Papst hergesandt,
damit Ihr ihn reich macht und uns Deutsche arm macht und auszehrt?
Jedes mal wenn ihm die volle Länge in den Lateran kommt,
pflegt er ein arges Kunststück zu vollführen:
er sagt uns dann, daß die Ordnung im Reich darniederliegt,
solange bis ihn alle Pfarren aufs neue füllen.
Ich glaube, von dem Silber kommt wenig zur Hilfe ins Heilige Land,
denn Kleriker pflegen keine großen Schätze herzuschenken.
Herr Stock, Ihr seid hergeschickt, um Schaden zu bringen
und unter den Deutschen Törinnen und Narren zu suchen.
Aus „Unmutston“ von Walther von der Vogelweide

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
18. Jan. 2018 15:25

Da hilft kein Zorn.
Da hilft kein Spott.
Da hilft kein Weinen, hilft kein Beten.
Die Nachricht stimmt!
Der liebe Gott ist aus der Kirche ausgetreten.
Niemals dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken.
Beide Erich Kästner (1899-1974)

Susanne
Susanne
18. Jan. 2018 16:02

Gesegnet sind jetzt unsere Ahnen!
So ehrlich.
So unschuldig.
So einfach.
So mutig.
So rein.
So frei.
[Ist zwar nicht wirklich Poesie, aber da ich Benny immer schon gemocht habe … 😉 ]

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
18. Jan. 2018 16:04

Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar;
der Wald steht schwarz und Schweiger
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.
Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold,
als eine stille Kammer
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.
Seht ihr den Mond dort stehen
er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost verlachen,
weil unsre Augen sie nicht seh’n.
Wir stolze Menschenkinder
sind eitle arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinnste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.
Gott Maß sein Heil uns schauen
auf nichts Vergänglichs trauen
nicht Eitelkeit uns freun;
laß uns einfältig werden
und vor dir hier ahiuf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.
Wollst endlich sonder Grämen
aus dieser Welt uns nehmen
durch einen sanften Tod!
Und wenn du uns genommen
laß uns in‘ Himmel kommen,
da unser Herr und unser Gott.
So legt euch denn ihr Brüder
in Gottes Namen nieder,
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns Gott mit Strafen
und laß uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.
Matthias Claudius
(1740-1815)

Alfreda
Alfreda
18. Jan. 2018 19:11

(Dieses Video darf hier nicht fehlen, denn es ist Poesie für die Augen.)
Die Externsteine – Ancient Voices

Der Alte
Der Alte
18. Jan. 2018 19:21

Mir ist die Brust
Mir ist die Brust so enge heut,
wie ihr euch selber überwacht,
wie ihr euch eurer Dummheit freut,
beim Ritt in die Nacht.
Mir steckt der Schrei so lange fest,
doch ist sonst keiner, der ihn gellt,
denn wenn man mich nicht schreien läßt,
obsiegt eure Welt.
Es ist die eine Hand so kalt:
Genosse, komm in unsre Reih‘n.
Nur der deutsche Zusammenhalt
kann das Volk befrei‘n.
Tannwald i.B. MMXVII

NassauPapers
NassauPapers
18. Jan. 2018 20:15

„Wenn du merkst, dass ein Handel nicht durch Zustimmung sondern durch Zwang zustande kommt
Wenn du erkennen musst, dass du, um zu produzieren, eine Erlaubnis von Menschen bekommen musst, die nichts produzieren
Wenn Du siehst, dass Geld zu denen fließt, die nicht mit Waren handeln, sondern diese nur für sich ausnutzen
Wenn du feststellst, dass manche Menschen durch Gaunereienund bezogene Vergünstigungen viel reicher werden als durch ehrliche Arbeit
und deine Gesetze dich nicht vor ihren Machenschaften schützen, die Gesetze sie aber vor dir schützen
Wenn du siehst, dass Korruption belohnt wird und Ehrlichkeit nur zu Selbstaufopferung führt,
dann merkst du vielleicht, dass deine Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist.“
Ayn Rand, 1950

Andrea
Andrea
18. Jan. 2018 20:27

(Dieses Gebet habe ich von meiner Oma gelernt:)
Führe mich oh Herr und leite
meinen Gang nach Deinem Wort.
Sei und bleibe Du auch heute
mein Beschützer und mein Hort.
Nirgends als bei Dir allein,
kann ich recht bewahret sei.

Torsten
Torsten
18. Jan. 2018 20:57

(Ich habe lange Überlegt – ob ich mein Inneres, mein Herz öffnen sollte und nach Außen weitergebe, ich Fühle, Spüre und Denke – JA!!!)
Von mir! Vor langer Zeit geschrieben.
Ein neuer Mensch!
Ich war glücklich, als Kind in diese Welt geboren.
Doch jetzt, als ich Dich lernte kennen bin ich verloren.
Du raubtest meinen Stolz. Ich fühle mich so hohl und leer
und nun find ich zu mir selbst nicht mehr.
Ich renne raus auf leere Straßen, ich hasse alles,
ich hasse den Menschen zu dem Du mich gemacht.
Welt?… Nein es ist keine Welt in der ich mich jetzt befinde,
in dir ist es dunkel und finster, wie in einer schrecklichen Nacht.
In dieser schrecklichen Welt bin ich verloren,
doch ich fühle irgendwann beginnt ein neuer Tag
und dann werde ich NEU geboren.
Ein neues Leben wird kommen und es wird schöner sein
und es wird sagen: „Du Mein“!
Jetzt, ja jetzt bin ich glücklich in dieser schrecklichen Nacht,
denn sie gibt mir Hoffnung… !
Hoffnung – die mich jetzt glücklicher macht!

Sirius
Sirius
18. Jan. 2018 21:33

Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und dem Kind, das den Menschen die verlorene Zeit zurückbrachte.
Michael Ende (Momo 1973)

Thomas Zieringer
18. Jan. 2018 23:50

Aufrecht sein
Im Lärm und Kampf
bestehen und siegen
soll die Weisheit darin liegen
sich im Innern zu verbiegen?
*
Aus der Stille, aus dem Innern,
reicher als des Goldes Schimmern,
reiner Worte sich erinnern
dass sie richten Seelen auf
(Thomas Zieringer)

Ekkard
Ekkard
19. Jan. 2018 2:42

Meer der Morgenröte
Von Afsane Bahar
*
Offenherzig tauche ich ein
in das Meer der Morgenröte
und nehme Stimmen wahr
die der Berge, der Wälder
der Wüsten, der Weizenfelder
der Insekten, der Fische
der Straßenkinder
der Entrechteten
der Verdammten
der Schwach-Gehaltenen
der Entwurzelten
Alle stellen dieselbe Frage
nicht belehrend
nicht vorwurfsvoll
nur klärend
Angesichts deiner Möglichkeiten
wirst du unsere Stimme sein
im verschweigenden Getöse
oder wirst du uns verbannen
in das Land der Vergessenheit
aufgrund deiner Ängste
geführt von deiner Eitelkeit
fliehend in Scheinheiligkeit
Aufrecht tauche ich auf
aus dem Meer der Morgenröte
*

Göttin der Liebe
Göttin der Liebe
19. Jan. 2018 2:55

„Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.
Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens.
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt für mich selbst zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.
Das alles ist gemeint, wenn wir sagen, ich bin ein freier Mensch.“
Albert Schweitzer

Göttin der Liebe
Göttin der Liebe
19. Jan. 2018 2:59

Gemeinschaft aus Angst
Er (Demian) sprach vom Geist Europas und von der Signatur dieser Zeit.
Überall … herrsche Zusammenschluß und Herdenbildung, aber nirgends Freiheit und Liebe. Alle diese Gemeinsamkeit, von der Studentenverbindung und dem Gesangverein bis zu den Staaten, sei eine Zwangsbildung, sei eine Gemeinschaft aus Angst, aus Furcht, aus Verlegenheit, und sie sei im Innern faul und alt und dem Zusammenbruch nahe.
»Gemeinsamkeit«, sagte Demian, »ist eine schöne Sache. Aber was wir da überall blühen sehen, ist gar keine. Sie wird neu entstehen, aus dem Voneinanderwissen der einzelnen, und sie wird für eine Weile die Welt umformen. Was jetzt an Gemeinsamkeit da ist, ist nur Herdenbildung. Die Menschen fliehen zueinander, weil sie voreinander Angst haben, die Herren für sich, die Arbeiter für sich, die Gelehrten für sich!
Und warum haben sie Angst? Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist. Sie haben Angst, weil sie sich nie zu sich selber bekannt haben. Eine Gemeinschaft von lauter Menschen, die vor dem Unbekannten in sich selber Angst haben! Sie fühlen alle, daß ihre Lebensgesetze nicht mehr stimmen, daß sie nach alten Tafeln leben, weder ihre Religionen noch ihre Sittlichkeit, nichts von allem ist dem angemessen, was wir brauchen.
Hundert und mehr Jahre lang hat Europa bloß noch studiert und Fabriken gebaut! Sie wissen genau, wie viel Gramm Pulver man braucht, um einen Menschen zu töten, aber sie wissen nicht, wie man zu Gott betet, sie wissen nicht einmal, wie man eine Stunde lang vergnügt sein kann. Sieh dir einmal so eine Studentenkneipe an! Oder gar einen Vergnügungsort, wo die reichen Leute hinkommen! Hoffnungslos! – Aus alledem kann nichts Heiteres kommen.
Diese Menschen, die sich so ängstlich zusammentun, sind voll von Angst und voll von Bosheit, keiner traut dem andern. Sie hängen an Idealen, die keine mehr sind, und steinigen jeden, der ein neues aufstellt. Ich spüre, daß es Auseinandersetzungen gibt. Sie werden kommen, glaube mir, sie werden bald kommen! Natürlich werden sie die Welt nicht „verbessern“. Ob die Arbeiter ihre Fabrikanten totschlagen, oder ob Russland und Deutschland aufeinander schießen, es werden nur Besitzer getauscht.
Aber umsonst wird es doch nicht sein. Es wird die Wertlosigkeit der heutigen Ideale dartun, es wird ein Aufräumen mit steinzeitlichen Göttern geben. Diese Welt, wie sie jetzt ist, will sterben, sie will zugrundegehen, und sie wird es.«
»Und was wird dabei aus uns?« fragte ich.
»Aus uns? Oh, vielleicht gehen wir mit zugrunde. Totschlagen kann man ja auch unsereinen. Nur daß wir damit nicht erledigt sind. Um das, was von uns bleibt, oder um die von uns, die es überleben, wird der Wille der Zukunft sich sammeln. Der Wille der Menschheit wird sich zeigen, den unser Europa eine Zeitlang mit seinem Jahrmarkt von Technik und Wissenschaft überschrien hat.
Und dann wird sich zeigen, daß der Wille der Menschheit nie und nirgends gleich ist mit dem der heutigen Gemeinschaften, der Staaten und Völker, der Vereine und Kirchen. Sondern das, was die Natur mit dem Menschen will, steht in den einzelnen geschrieben, in dir und mir. Es stand in Jesus, es stand in Nietzsche. Für diese allein wichtigen Strömungen – die natürlich jeden Tag anders aussehen können, wird Raum sein, wenn die heutigen Gemeinschaften zusammenbrechen.«
Quelle: Hermann Hesse in „Demian“ (1919)

Helga
Helga
19. Jan. 2018 10:31

Ich schaue in die Welt,
In der die Sonne leuchtet,
In der die Sterne funkeln;
In der die Steine lagern,
Die Pflanzen lebend wachsen,
Die Tiere fühlend leben,
In der der Mensch beseelt
Dem Geiste Wohnung gibt;
Ich schaue in die Seele,
Die mir im Innern lebt.
Der Gottesgeist, er webt
Im Sonn‘- und Seelenlicht,
Im Weltenraum, da draußen,
In Seelentiefen, drinnen.
Zu Dir, o Gottesgeist,
Will ich bittend mich wenden,
Dass Kraft und Segen mir
Zum Lernen und zur Arbeit
In meinem Innern wachse.
Rudolf Steiner

NassauPapers
NassauPapers
19. Jan. 2018 10:32

Durch ihre Unglaubhaftigkeit entzieht sich die Wahrheit dem Erkanntwerden‼️
Heraklit von Ephesos um 500 v. Chr.

Helga
Helga
19. Jan. 2018 11:11

Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.
Werner Heisenberg
Atomphysiker
– – –
Was wir hier in all diesen Diskussionen und Gesprächen versuchen, ist zu sehen ob wir nicht grundlegend eine Umwandlung des Geistes herbeiführen können. Die Dinge nicht so hinzunehmen wie sie sind, sie anstatt dessen zu verstehen, nachzuhaken, sie zu untersuchen, sein Herz, Verstand und alles was man hat, zu geben, um dahinter zu kommen. Eine Art anders zu leben. Aber das hängt von Dir ab und niemandem sonst. Denn in dieser Sache gibt es keinen Lehrer, keinen Schüler, es gibt keinen Anführer, es gibt keinen Guru, es gibt keinen Meister, keinen Erlöser. Du selbst bist der Lehrer und der Schüler, du bist der Meister, der Guru, der Anführer, du bist alles!
Jiddu Krishnamurti – ZEITGEIST ADDENDUM –
– – –
Ich bin der Wahrheit verpflichtet,
wie ich sie jeden Tag erkenne,
und nicht der Beständigkeit.
Mahatma Gandhi
– – –
Der einzige Tyrann,
den ich in dieser Welt anerkenne,
ist die leise innere Stimme.
Mahatma Gandhi
– – –
“Schau auf diesen Tag, denn er ist das eigentliche Leben im Leben. In seiner kurzen Dauer liegen alle Wahrheiten und Wirklichkeiten Deines Daseins. Denn das Gestern ist nur ein Traum und das Morgen nur eine Vision. Aber das Heute gut zu leben macht das Gestern zu einem Traum von Glück und jeden Morgen zu einer Vision von Hoffnung. Darum schau gut auf diesen Tag. Er ist das Leben im Leben.”
Aus dem Sanskrit

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
19. Jan. 2018 12:08

Sommernacht
Es wallt das Korn weit in die Runde
und wie ein Meer dehnt es sich aus.
Doch liegt auf seinem stillen Grunde
nicht Seegewürm noch andrer Graus.
Da träumen Blumen nur von Kränzen
und trinken der Gestirne Schein.
O goldnes Meer, dein friedlich Glänzen
saugt meine Seele gierig ein.
In meiner Heimat grünen Talen
da herrscht ein schöner alter Brauch.
Wann hell die Sonnensterne strahlen,
der Glühwurm schimmert durch den Strauch.
Dann geht ein Flüstern und ein Winken,
das sich dem Ährenfelde naht.
Da geht ein nächtlich Silberblinken
von Sicheln durch die goldne Saat.
Das sind die Burschen, jung und wacker,
die sammeln sich im Feld zu Hauf.
Und suchen den gereiften Acker
der Witwen oder Waisen auf,
die keines Vaters, keiner Brüder
und keines Knechtes Hilfe weiß-
ihr schneiden sie den Segen nieder
die reinste Lust zu ihrem Fleiß.
Schon sind die Garben fest gebunden
und schön in einen Kranz gebracht.
Wie lieblich floh’n die stillen Stunden,
es war ein Spiel in kühler Nacht!
Nun wird geschwärmt und hell gesungen
im Garbenkreis. Bis Morgenduft
die nimmermüden braunen Jungen
zur eig’nen schweren Arbeit ruft.
Gottfried Keller (1819-1890)
(es war das Lieblingsgedicht meiner Mutti)

Till
Till
19. Jan. 2018 12:56

Allvaters Anrufung
(Den Deutsch-Österreichischen Studenten zum 8. November 1884)
Der Du einst im Waldesrauschen
Deinem Volke Dich genaht,
Dass sein Herz in brunst’gem Lauschen
Sich entzündete zur Tat,
Der Du standest an Deutschlands Seite
Immerdar und allerorts,
Kraftverleiher warst im Streite,
Spender tiefen Weisheitsworts,
Wir, von Deinem Blut geboren,
Gott der Deutschen, nahen Dir,
Wir, in fremdem Volk verloren,
Dich, Allvater, rufen wir.
Hast es manches Mal gesehen,
Jenes Schauspiel voller Gram:
Sahst aus Deutschland Deutsche gehen,
Deren keiner wiederkam,
Die in Angst vor fremden Spöttern
Sich des Vaterlands geschämt,
Opfer brachten fremden Göttern,
Sich mit fremdem Putz verbrämt;
Hör’ uns rufen, hör’ uns schwören:
Wir sind treu, und wir sind Dein,
Unser Land soll uns gehören,
Uns’res Landes woll’n wir sein!
Sieh’, der Fremdling will’s verhindern,
Altes Recht, er schreibt es neu —
Vater, bleibe Deinen Kindern,
Gott der Deutschen, bleib’ uns treu!
Schüttle Deine heil’gen Locken,
Necke die allmächt’ge Hand,
Dass der Eindringling erschrocken
Weiche aus dem deutschen Land;
Dass er zagen lerne, zittern
Vor urew’ger Majestät,
Wenn in heil’gen Ungewittern
Deutsche Gottheit aufersteht;
Dass das Herz uns mutig werde,
Stark in neuer Zuversicht:
Vatergott und Vatererde
Raubt uns Macht der Menschen nicht!
Ernst von Wildenbruch, 1884

Till
Till
19. Jan. 2018 13:09

Der Gott der Eisen wachsen ließ
Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut,
den Zorn der freien Rede,
dass er bestände bis aufs Blut,
bis in den Tod die Fehde.
So wollen wir, was Gott gewollt,
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht,
den hauen wir zu Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben.
O Deutschland, heil’ges Vaterland!
O deutsche Lieb’ und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land!
Dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der fütt’re Krähn und Raben.
So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht
und wollen Rache haben.
Lasst brausen, was nur brausen kann,
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann
fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann:
Die Knechtschaft hat ein Ende!
Lasst klingen, was nur klingen kann,
Trompeten, Trommeln, Flöten!
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten,
mit Henker- und mit Knechteblut,
o süßer Tag der Rache!
Das klinget allen Deutschen gut,
das ist die große Sache.
Lasst wehen nur, was wehen kann,
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen:
Auf, fliege, stolzes Siegspanier,
voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süßen Tod der Freien.
Ernst Moritz Arndt 1812
während der Befreiungskriege 1808 -1815

Till
Till
19. Jan. 2018 13:52

Muttersprache
„Ob ihr es mögt, ob ungern hört,
ob es euch wohltut oder stört;
ich rede deutsch, wie mir´s gelehrt
die Eltern, die ich hoch verehrt.
Weh denen, die die Sprache morden
in der einst Deutsche stark geworden.
Weh Ihnen, die ihr Volk vergessen,
wenn Sie aus fremden Schüsseln essen,
die glauben sich nur dann gelitten,
wenn sie geschmückt mit fremden Sitten!
Weil andre auf uns Deutsche schelten,
soll deutsch bei ihnen nicht mehr gelten?
O – wüßtet ihr, wie arm ihr seid
in eurer Fremdenseligkeit.
Es ist solang es Völker gibt,
verachtet, der sein Volk nicht liebt.
Der Muttersprache heiliger Laut
ist es, der uns die Heimat baut.“
Friedrich Franz von Unruh

Wilhelm Scheidl
Wilhelm Scheidl
19. Jan. 2018 15:21

Recht & Staat
„Durch Recht und Staat blühen all die verschiedenen Tätigkeiten, und die nützliche Ungleichheit des Besitzes, die aus ihnen und natürlich und notwendigerweise aus den unterschiedlichen Graden von Fähigkeit, Fleiß und Sorgfalt resultiert, ist hinreichend bekannt.
Durch Recht & Staat kommt man in den Genuss des inneren Friedens und des Schutzes vor fremdem Eindringling. Weisheit und Tugend leiten ihren Glanz und ihre Schönheit bezüglich der Nützlichkeit ebenfalls von der Befriedung dieser Bedürfnisse ab.“
Adam Smith, Vorlesungen über Rechts- und Staatswissenschaften, St. Augustin 1996

Wilhelm Scheidl
Wilhelm Scheidl
19. Jan. 2018 15:57

Wahrheit (Albert Schweitzer)
Die Wahrheit hat keine Stunde. Ihre Zeit ist immer und gerade dann, wenn sie am unzeitgemäßesten erscheint. Auf die Dauer vermag auch die frechste und bestorganisierte Propaganda nichts gegen die Wahrheit. Nicht auf das, was geistreich, sondern auf das, was wahr ist, kommt es an. Tiefe Wahrheit tritt nicht anspruchsvoll auf. Jede Wahrheit bedeutet zuletzt einen Gewinn. Unter allen Umständen ist die Wahrheit wertvoller als die Nichtwahrheit.

Göttin der Liebe
Göttin der Liebe
19. Jan. 2018 17:28

SCHREI NACH FREIHEIT
Wasser des Lebens
trage mich
führ mich aus dem Dunkel
aus dem Dunkel ins Licht
nimm mich mit auf die Reise
in andere Welten
in das Land der Freiheit
in die Heimat der Helden
manchmal höre ich den Wind
manchmal hör ich, wie er singt
das Lied von Freiheit
von einem neuen Morgen
Er singt:
Lebe durch mich, atme durch mich
rede mit mir, sieh mir ins Gesicht
ich hör den Schrei nach Freiheit aus Deinem Mund
den Schrei nach Freiheit, der nie verstummt
Zwei Körper – eine Seele
die Sonne ist Zeuge
Du siehst die Bilder
die Bilder aus meinen Träumen
Du kannst mit meinen Augen sehn
ich sag Dir nichts
doch Du kannst mich verstehn
und was Du suchst, habe ich verloren
Ich sage Dir:
Refrain
Böhse Onkelz

Göttin der Liebe
Göttin der Liebe
19. Jan. 2018 17:34

ANGST IST NUR EIN GEFÜHL
Auf der Flucht vor Deinen Ängsten
Auf der Flucht vor Deinem Ich
Auf der Flucht vor Deinem Abgrund
Vor dem tiefen Fall in’s Nichts
Auf der Flucht vor Emotionen
Vor dem Schatten im Verstand
Vor vergifteten Gedanken
Hast Du noch nicht erkannt
Es ist die Angst
Die Angst, die mit Dir spielt
Die Angst, die Dich beherrscht
Und Dir befiehlt
Ich sag‘ Dir
Angst ist nur ein Gefühl
Die Angst erfindet und belügt
Verwirrt Dich und betrügt
Es ist die Angst
Die Angst, die mit Dir spielt
Doch Angst ist nur ein Gefühl
Hast Du Angst vor Deinem Leben
Hast Du Angst vor Dunkelheit
Fürchtest Du den Morgen
Hast Du Angst vor einem Streit
Hast Du Angst vor ihrer Liebe
Hast Du Angst vor Deinem Herz
Dann töte was Du liebst
Erlöse Deinen Schmerz
Es ist die Angst
Die Angst, die mit Dir spielt
Die Angst, die Dich beherrscht
Und Dir befiehlt
Schmerz ist nur ein Gefühl
Der erfindet und belügt
Verwirrt Dich und betrügt
Es ist der Schmerz, der Schmerz
Der Schmerz, der mit Dir spielt
Doch Schmerz ist nur ein Gefühl
Böhse onkelz

ANGEL
19. Jan. 2018 18:36

WIR sind WIR
Tag um Tag, Jahr um Jahr,
Wenn ich durch diese Straßen geh‘,
Seh ich wie die Ruinen dieser Stadt
Wieder zu Häusern auferstehen.
Doch bleiben viele Fenster leer,
Für viele gab es keine Wiederkehr.
Und über das, was grad noch war,
Spricht man heute lieber gar nicht mehr.
Doch ich frag, ich frag mich wer wir sind.
Wir sind wir! Wir stehen hier!
Aufgeteilt, besiegt und doch,
Schließlich leben wir ja noch.
Wir sind wir! Wir stehen hier!
Das kanns noch nicht gewesen sein.
Keine Zeit zum Traurigsein.
Wir sind wir! Wir stehn‘ hier!
Wir sind wir!
Auferstanden aus Ruinen dachten wir,
Wir hätten einen Traum vollbracht.
40 Jahre zogen wir an einem Strang.
Aus Asche haben wir Gold gemacht.
Jetzt ist mal wieder alles anders
Und was vorher war, ist heute nichts mehr wert.
Jetzt können wir haben was wir wollen,
Aber wollten wir nicht eigentlich viel mehr?
Und ich frag, ich frag mich wo wir stehen.
Wir sind wir! Wir stehen hier!
Wieder Eins in einem Land,
Superreich und abgebrannt.
Wir sind wir! Wir stehen hier!
So schnell kriegt man uns nicht klein,
Keine Zeit zum bitter sein.
Wir sind wir! Wir stehn‘ hier!
Wir sind wir!
Wir sind Wir!
Aufgeteilt, besiegt und doch,
Schließlich gibt es uns ja immer noch.
Wir sind wir!
Und wir werden’s überstehen,
Denn das Leben muss ja weitergehen.
Wir sind wir!
Das ist doch nur ein schlechter Lauf.
So schnell geben wir doch jetzt nicht auf.
Paul van Dyk & Peter Heppner

Ekkard
Ekkard
20. Jan. 2018 4:37

Schmetterling
Von Afsane Bahar
*
Wenn sich ein Element
in einem System ändert,
dann folgen Anpassungen
im ganzen Gebilde.
So sei der Schmetterling,
dessen feiner Flügelschlag
den fernen Berg
zum Beben bringt!
*

baumfrau
baumfrau
20. Jan. 2018 8:05

Min Jehann (Klaus Groth) mit Übersetzung in Hochdeutsch
Min Jehann
Ik wull, wi weern noch kleen, Jehann
Do weer de Welt so groot
Wi seten op den Steen, Jehann
Weest noch, bi Nawers Soot
An’n Heben seil de stille Maan
Wi segen, wo he leep
Un snacken, wo de Himmel hoch
Un wo de Soot wull deep
Un wo de Soot wull deep
Weest noch, wo still dat weer, Jehann?
Dor röhr keen Blatt an’n Boom
So is dat nu nich mehr, Jehann
As höchstens noch in’n Droom
Och nee, wenn dor de Scheper sung
Alleen in’t wiede Feld:
Ni wahr, Jehann? dat weer en Ton!
De eenzige op de Welt
De eenzige op de Welt
Mitünner inne Schummertied
Denn ward mi so to Moot
Denn löppt mi’t langs den Rügg so hitt
As dormols bi den Soot
Denn dreih ik mi so hastig üm
As weer ik nich alleen
Doch allens, wat ik finn, Jehann
Dat is – ik stahn un ween

Und auf Hochdeutsch:
Mein Johann
Ich wollt‘, wir wär’n noch klein, Johann
Da war die Welt so groß
Wir saßen auf dem Stein, Johann
Weißt‘ noch, bei Nachbars Brunnen
Am Himmel fuhr der stille Mond
Wir sahen seinen Lauf
Und fragten, wie der Himmel hoch
Und wie wohl der Brunnen tief
Und wie wohl der Brunnen tief
Weißt du noch, wie still das war, Johann?
Da rührte sich kein Blatt am Baum
So ist es jetzt nicht mehr, Johann
Wohl höchstens noch im Traum
Ach, und wenn dann der Schäfer sang
Allein im weiten Feld:
Nicht wahr, Johann? Das war ein Klang
Der einzige auf der Welt
Der einzige auf der Welt
Mitunter, in der Dämmerung
Dann wird mir so zu Mut
Dann läuft’s mir lang am Rücken so heiß
Wie damals bei dem Brunnen
Dann dreh‘ ich mich so hastig um
Als wär‘ ich nicht allein
Doch alles was ich find‘, Johann
Ist, dass ich steh‘ und wein‘

Till
Till
20. Jan. 2018 11:59

»Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit.«
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Alfreda
Alfreda
21. Jan. 2018 0:34
Ekkard
Ekkard
21. Jan. 2018 2:00

Zusammenhänge im großen Gefüge
Von Afsane Bahar
*
Habe keine Angst, Liebste
Lass dich nicht verwirren
Die Verächter des Lebens
haben ein Heer
von Wissenschaftlern, Forschern
Psychologen, Ärzten
Künstlern, Schriftstellern
und Geistlichen aller Schattierungen
Lass dich nicht einschüchtern
von ihrem allmächtigen Getue
von ihrem allwissenden Gehabe
Stelle einfache
und entscheidende Fragen
Gelten die angegebenen Maßstäbe
für Freunde und Feinde
Gelten die ersehnten Vorstellungen
für alle Wesen dieser Erde
oder nur
für einen auserwählten Menschenkreis
Lass dich nicht in die Irre führen
mit dem törichten Geschwätz
vom bösen Kern des Menschen
Erforsche den umfassenden Rahmen
und die Zusammenhänge
im großen Gefüge
in dem der Mensch zu dem wird
was die Gegenwart zeigt
Habe Zuversicht, Liebste
Betrachte das Laufende
aus einem wesentlich weiteren
zeitlichen Blickwinkel
und denke dabei auch
an das Wunder der Raupe
*

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
21. Jan. 2018 8:22

Osterspaziergang
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend,
nur ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes:
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt’s im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heut so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn.
Denn sie sind selber auferstanden,
aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! Wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt.
Wie der Fuß in Breite und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt.
Und, bis zum brechen überladen
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorf’s Getümmel,
hier ist des Volkes wahrer Himmel.
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch,
hier darf ich’s sein!
Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)

Nexialist
Nexialist
21. Jan. 2018 8:41

ABENDLAND
Späte Zeit, Dämmerung, Stunde, die Hoffnung, Trauer und Asche trägt. Atemholen, einsam sein. Herbst der Gedanken und letzte Zuflucht für mich. Abendland, Abendland. ich achte und verachte dich, Abendland Abendland, nicht meine Müdigkeit, sondern die Sehnsucht nach Träumen lässt mich Schlaf suchen, die bestürzende Möglichkeit der Verwandlungen meiner Figur in andere Figuren und Schauplätze: in den von der Vogelweide, Cervantess, Appollinaire und James Joyce; Kinderkreuzzüge, Scheiterhaufen, Guillotinen, Kolonien der Ehrlosigkeit, in Hurenböcke auf Heiligem Stuhl, Expeditionen an den Saum des Bewußtseins, Bankrott der guten Vorsätze, Kongresse der zynischen Lachmeister, Marc Aurels „Astronomie der Besinnung“, die Sturmtaufen Vasco da Gamas, Leonardos Spiegelschrift, Gaudis Anarchie der Gebäude, in Pablo Ruiz Picasso, der die Wünsche beim Schwanz packte; den Aufstand im Warschauer Ghetto, die großen Progrome Armeniens und Spaniens, Parsival, Hamlet, Woyzeck, Raskolnikow, die Blumen des Bösen, de Sade, Hanswurst und den Mann ohne Eigenschaften, Abendland, Abendland, wir sind aus dir geboren, wir fahren auf deinem Narrenschiff dem Abschied entgegen. Die Frau, bei der ich Kind war, lehrte mich beten. Worte, die älter waren als die Haut an ihrem Hals. Worte der Demut und Anmaßung. Jetzt, mit meiner Angst, die schon von jeher so zum Lachen war, will ich diese Worte sprechen, wie damals vor vielen, vielen Jahren, als ich das erste Mal begriff, dass wir nicht an der Fähigkeit zu sterben, sondern an der Unfähigkeit zu Leben zugrunde gehen: Herr gib, dass ich Liebe gebe, wo Hass ist, dass ich verzeihe, wo Schuld ist, vereine, wo Zwietracht herrscht, nicht um getröstet zu werden, sondern um zu trösten, nicht um verstanden zu werden, sondern um zu verstehen, nicht um geliebt zu werden, sondern um zu lieben. Nur dies ist wichtig. denn, da wir geben, empfangen wir, da wir uns selbst vergessen, finden wir, da wir verzeihen, erhalten wir Vergebung, da wir sterben, gehen wir in das neue Leben. Späte Zeit, Dämmerung, Stunde, die Hoffnung, Trauer und Asche trägt. Atemholen, einsam sein. Herbst der Gedanken und letzte Zuflucht für mich. Abendland, Abendland, ich achte und verachte dich, Abendland. Chor: Abendland, we’ve got no dream, that bears your name.
André Heller
Aus seiner gleichnamigen LP von 1976.
Als Lied natürlich 100 mal besser wie der Liedtext. Dennoch passt es hier rein.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
21. Jan. 2018 8:45

Lütt Matten, de Has‘
Lütt Matten, de Has‘
de maak sick een Spaß
he weer bi’t Studeern
dat Danzen to lehren
un danz ganz alleen
op de achtersten Been.
Keem Reinke de Voss
und dach: dat’s een Kost!
Un seggt: „Lüttje Matten“,
so flink op de Padden?
Un danzt hier alleen
op dien achtersten Been? “
Kumm laat uns tosam!
Ik kann as de Daam!
De Kreih, de speelt Fidel,
denn geiht dat kandidel,
denn geiht dat man scheun
op de achtersten Been.
Lütt Matten gev Poot,
de Voss beet em dood.
Un sett sick in’n Schatten,
verspies de lütt Matten.
De Kreih, de kreeg een
vun de achtersten Been.
Klaus Groth

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
21. Jan. 2018 9:06

Mutter’ns Hände
Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rüba jeschohm
un jewischt un jenäht
un jemacht un jedreht …
allet mit deine Hände.
Hast de Milch zugedeckt,
uns Bobongs zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen
hast de Hemden jezählt
un Kartoffeln jeschält …
alles mit deine Hände.
Hast uns manches Mal
bei jroßem Schkandal
auch’n Katzenkopp jejeben
hast uns hochjebracht.
Wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben.
Alles mit deine Hände.
Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da stehn wa nu hier,
und denn komm wir bei dir
und streicheln deine Hände.
Kurt Tucholsky
(1890-1935)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
21. Jan. 2018 17:39

Du glaubst an keine Wunder mehr,
du bist ja so erwachsen.
Zum fliegen ist der Mensch zu schwer,
Nein in der Muschel rauscht kein Meer,
das sind nur Kinderfaxen.
Nun sagst du nicht mehr Oh und Ah
wenn Wunderkerzen funkeln.
Kein Märchen geht dir heut mehr nah,
kein Engel ist mehr für dich da.
Du gehst allein im Dunkeln.
Du bleibst vor keinem Zirkus stehn,
den Clown kannst du entbehren.
Der Fakir mag durch’s Feuer gehn,
der Zaubrer mag durch Wände seh’n
’s ist alles zu erklären.
Kein Mozart und kein Mondenschein
verleitet dich zum schwärmen.
Die Sterne sind aus kaltem Stein,
der Mensch besteht aus Fleisch und Bein
und Luft in den Gedärmen.
Die Wundertüte ist nun leer,
so einsam ist dein Leben.
Und in der Muschel rauscht das Meer,
ein Stern gibt Zeichen von weit her,
ein Engel regelt den Verkehr,
der Clown tanzt mit dem Zottelbär,
Verliebte schweben hin und her,
und Wunder mehr und Wunder mehr.
Und du stehst blind daneben.
Gerhard Schöne
Liedermacher

Kuno
Kuno
21. Jan. 2018 22:56

Ist das nur Poesie
Ein altes Lied
Odins Runenlied
Heil &Segen

Ekkard
Ekkard
22. Jan. 2018 3:13

Du selbst bist Gott
*
Du mußt den Gott in Dir bejahen,
denn jeder Zweifel nimmt Dir Kraft,
und jede Stufe Deines Gotterkennens
bringt Dich um eine Stufe in der Reife höher!
Den Funken, den Dir Gott geliehen,
kannst Du entfachen zu der reinen Flamme,
die Welten stürzen läßt und auferstehen.
Gott ist in Dir! – Du selbst bist Gott!
So kannst du Götter in Dir thronen lassen,
Altare aufbau’n, Opferflammen zünden,
denn jede Traum- und Sinngestalt wird in Dir Kraft
und jede Wunschkraft wird Gestalt und Form.
So bist Du Bildner transzendenter Welten,
imaginärer Schöpfer Deines eignen Reiches,
bist Priester, Magus, königlicher Herr
und Fürst in Deiner Seele Weiten.
Zypressenhaine stehn um Deine Denkpaläste
und blaue Wogen schlagen an die Marmorstufen,
und Schiffe fahren auf den Meeren
für Dich, der Du den Purpur trägst.
Die Erde ist Dir Leid, das die Erkenntnis schuf
und bittre Früchte ihres Golgatha.
Und doch dringt einst zu Dir der Ruf:
”Siehe! Ich bin da!”
Eugen Grosche, Gregor A. Gregorius (1888-1964)
*

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
22. Jan. 2018 11:10

Wenn du deine Augen nicht brauchst um zu sehen, wirst du sie brauchen um zu weinen.
Jean Paul

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
22. Jan. 2018 11:28

Der Witz ist das Erdgeschoß des Humors,
die Satire der erste Stock,
die Ironie der zweite,
der Sarkasmus das Mansardenstübchen.
Karl Kraus
(1874-1936)

Der Bär
Der Bär
22. Jan. 2018 14:12

Unseren Toten
Wind!
Kommst Du nach Osten in Steppe und Sumpf
und weiter zum Wolgastrand;
So grüß unsre Toten dort,
die Helden im fernen Land.
Sag‘:In der Heimat da blüht jetzt der erste Mohn,
und die Stare im Apfelbaum brüten schon;
Kräftig und hoch steht im Felde der junge Klee
Und die Lerchen steigen und singen wie eh’ und je
Wind, sag es den Toten, sag’ es behutsam und leis;
Wind, vergiß es nicht –
sie liebten Deutschland so heiß!
Sterne!
Seht Ihr im Norden das eisige Land
und spürt ihr sein tiefes Weh,
so grüßt unsre Toten dort,
die Helden in Nordlands Schnee.
Sagt: In der Heimat da spielt jetzt so manches Kind
Und in goldene Haare greift leiser Wind
Korn wogt im Felde und duftet im ersten blüh’n
Und die Erde steht leuchtend im Maiengrün.
Sterne, sagt es den Toten, sie ruhen in Nordlands Eis;
Sterne, vergeßt es nicht –
sie liebten Deutschland so heiß!
Sonne!
Kommst Du nach Westen zum Dünenrand
und weiter zum grauen Meer,
so grüß’ unsre Toten dort,
die Helden vom deutschen Heer.
Sag‘: In der Heimat beginnt jetzt die schönste Zeit,
wo in schattigen Wäldern der Kuckuck schreit,
Trollblumen leuchten und Löwenzahnflocken weh´n
Und in hellen Farben die Wiesen in Blüte steh´n.
Sonne, sag’ es den Toten, sie ruhen in Düne und Meer;
Sie liebten Deutschland so sehr!
Mond!
Kommst Du nach Libyen und siehst Du den Nil
und Afrikas heißes Land,
so grüß’ unsre Toten dort,
die Helden im Wüstensand.
Sag‘: daß zu Hause noch immer der Brunnen klingt,
der von uralten traulichen Dingen singt;
Pfingstrosen stehen am sonnigen Gartenzaun
Und dahinter – Frauen, die still in die Ferne schau´n.
Mond, sag’ es den Toten, die Wüste ist stumm und leer;
Mond, vergiß es nicht – sie liebten Deutschland so sehr!
Eines nur, Mond und liebes Sonnenlicht,
eines nur sagt unseren Toten nicht,
verschweigt es tief, Sterne und leiser Wind,
sagt ihnen nicht —daß wir verraten sind
Ursel Peter

Andrea
Andrea
22. Jan. 2018 15:14

Die drei Fragen
Es dachte einmal ein König, nichts könne ihm missglücken, wenn er nur immer die Zeit wüsste, in der er ein Werk zu beginnen habe, und wenn er immer wüsste, mit welchen Menschen er sich einlassen solle und mit welchen nicht, und wenn er immer wüsste, welches von allen Werken das wichtigste sei.
Es kamen gelehrte Männer zum König und gaben ihm mancherlei Antworten auf seine Fragen.
Aufs eine erste Frage antworteten die einen, um für jedes Werk die rechte Zeit zu wissen, müsse man vorher eine Einteilung für den Tag, den Monat und das Jahr aufstellen und sich streng an das halten, was für den einzelnen Tag festgesetzt ist. Andere sagten wieder anderes.
Ebenso verschieden lautete die Antwort auf die zweite Frage. Die einen sagten, die dem König unentbehrlichsten Männer seien die Staatsmänner, andere, die Priester und Seher. Die dritten erklärten, es seien die Ärzte, und die vierten behaupteten, es seien die Krieger.
Auf die dritte Frage, welches das wichtigste Werk sei, antworteten die einen, das sei die Wissenschaft, die anderen sprachen, die Kriegskunst, wieder andere nannte die Gottesverehrung. Alle Antworten waren verschieden.
Daher passte dem König keine einzige von ihnen, und er belohnte niemand. Um aber ganz genaue Antworten auf seine Fragen zu erhalten, entschloss er sich, einen Einsiedler zu befragen, dessen Weisheit in großem Rufe stand. Der Einsiedler lebte im Wald, verließ seine Wohnstätte nie und empfing nur einfache Leute. Darum zog der König ein schlichtes Gewand an, stieg vom Pferd weit vor der Klause des Einsiedlers, ließ sein Gefolge zurück und ging allein durch den Wald.
Als der König sich dem Einsiedler näherte, grub dieser vor seiner Hütte die Beete um. Er erblickte den König, begrüßte ihn und grub ruhig weiter. Er war mager und schwach und keuchte schwer, indem er den Spaten in die Erde stieß und die kleinen Schollen umwandte.
Der König trat an ihn heran und sprach: »Ich bin gekommen, weiser Einsiedler, um die zu bitten, mir drei Fragen zu beantworten: Welches ist die Zeit, die man einhalten muss und nicht versäumen darf, um hinterher nichts bereuen zu müssen? Welche Leute sind die unentbehrlichsten? Mit welchen Leuten muss man sich als mehr, mit welchen weniger befassen? … Welche Werke sind die wichtigsten, und welches von allen Werken muss daher zuerst getan werden?«
Der Einsiedler hörte dem König zu, antwortete aber nicht. Er spuckte in die Hände und begann wieder zu arbeiten. »Du bist erschöpft«, sagte der König, »gib mir den Spaten, und setze dich auf die Erde.«
»Danke«, erwiderte der Einsiedler, reichte dem König den Spaten und setzte sich auf die Erde nieder. Als der König zwei Beete umgegraben hatte, hielt er inne und wiederholte seine Fragen. Der Einsiedler antwortete nicht, stand auf und streckte die Hände nach dem Spaten aus. »Jetzt ruhe du, ich will nun …« sagte er. Der König aber gab den Spaten nicht her und fuhr fort zu graben. Es verging eine Stunde, eine zweite, die Sonne begann hinter den Bäumen zu verschwinden, da steckte der König den Spaten in die Erde und sagte: »Ich bin zu dir gekommen, weiser Mann, um auf meine Fragen eine Antwort zu erhalten. Wenn du nicht antworten kannst, so sag es doch, dann will ich nach Hause gehen.«
»Sieh einmal, da kommt jemand gelaufen«, sprach der Einsiedler, »lass sehen, wer das ist.« Der König sah, dass in der Tat aus dem Walde ein bärtiger Mann gelaufen kam. Der hielt sich die Hände vor den Leib, und zwischen den Fingern sickerte Blut hervor. Als er bis zum König gelangt war, fiel er zu Boden, lag unbeweglich da und ächzte leise. Der König und der Einsiedler öffneten die Kleider des Mannes. In seinem Leib war eine tiefe Wunde. Der König wusch sie, so gut er konnte, und verband sie mit seinem Taschentuch und mit einem Handtuch des Einsiedlers. Aber das Blut hörte nicht auf zu strömen, und der König nahm zu wiederholten Malen den mit warmen Blut durchtränkten Verband ab, wusch die Wunde von neuem und verband sie wieder. Als das Blut endlich gestillt war, bat der Verwundete um Wasser. Der König trug frisches Wasser herbei und gab ihm zu trinken.
Inzwischen war die Sonne untergegangen, und es war kühl geworden. Mit Hilfe des Einsiedlers trug der König den Verwundeten in die Klause und legte ihn aufs Bett. Der Verwundete schloss die Augen und wurde still. Der König aber war so ermüdet, dass er, auf der Schwelle zusammengekauert, ebenfalls einschlief, und zwar so fest, dass er die ganze kurze Sommernacht verschlief.
Als er am Morgen erwachte, konnte er lange nicht begreifen, wo er war und wer dieser sonderbare bärtige Mann war, der auf dem Lager ausgestreckt lag und ihn unausgesetzt mit leuchtenden Augen ansah. »Verzeih mir«, sprach der bärtige Mann mit schwacher Stimme, als er bemerkte, dass der König erwacht war und ihn anblickte. »Ich kenne dich nicht und habe dir nichts zu verzeihen«, erwiderte der König. »Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich. Ich bin dein Feind, jener Feind, der geschworen hat, an dir Rache zu nehmen, weil du meinen Bruder hingerichtet und meine Güter genommen hast. Ich habe dich töten wollen, und du hast mir das Leben gerettet. Von nun an, wenn ich am Leben bleibe, und wenn es dir recht ist, will ich dir als dein treuester Gefolgsmann dienen, und auch meinen Söhnen will ich das zu tun befehlen. Verzeihe mir!«
Der König war sehr froh darüber, dass es ihm so leicht gelungen war, sich mit seinem Feinde auszusöhnen, und er verzieh ihm nicht nur, sondern versprach auch, ihm seine Güter zurückzugeben und ihm außerdem seine Diener und seinen Arzt zu schicken.
Als er sich von dem Verwundeten verabschiedet hatte, trat der König hinaus auf die Vortreppe und suchte mit seinen Augen den Einsiedler. Er war draußen bei den Beeten, die er gestern umgegraben hatte, kniete am Boden und säte Gemüsesamen.
Der König trat an ihn heran und sprach: »Zum letzten Mal, du weiser Mann, bitte ich dich, meine Fragen zu beantworten!« »Aber du hast ja deine Antwort schon bekommen!« erwiderte der Einsiedler. Er richtete sich auf und sah den König an. »Ich sollte Antwort bekommen haben?« fragte der König. »Natürlich«, erwiderte der Einsiedler.
»Hättest du gestern nicht Mitleid mit meiner Schwachheit gehabt und diese Beete umgegraben, sondern wärst du allein zurückgegangen, so hätte dieser Mann dich überfallen, und du hättest bereut, dass du nicht bei mir geblieben bist. Somit war die richtige Zeit jene, als du die Beete umgrubst, und ich war der wichtigste Mann, und das wichtigste Werk war, mir Gutes zu tun. Dann, als jener Mann angelaufen kam, war die wichtigste Zeit, seiner zu pflegen, denn sonst wäre er verblutet, ohne dass er sich mit dir versöhnt hätte.
Er war für dich der wichtigste Mensch, und das, was du ihm getan hast, war das wichtigste Werk.«
Merke dir – die wichtigste Zeit ist nur eine: der AUGENBLICK. Nur über ihn haben wir Gewalt. Der unentbehrlichste Mensch ist der, mit dem uns der Augenblick zusammenführt; denn niemand kann wissen, ob er noch je mit einem anderen zu tun haben wird. Das wichtigste Werk ist, ihm Gutes zu erweisen – denn nur dazu ward der Mensch ins Leben gesandt.
Leo N. Tolstoi

Alfreda
Alfreda
22. Jan. 2018 18:39

André Heller – Für immer jung
Di soll’s gebn solangs die Welt gibt
und die Welt solls immer gebn
ohne Angst und ohne Dummheit
ohne Hochmut sollst du leb’n.
Zu de Wunder und zur Seligkeit
is dann nur a Katzensprung
und wann du wülst
bleibst immer jung.
Für immer jung
Für immer jung
wann Du wülst
bleibst immer jung.
Du sollst wochsn bis in Himmel
wo Du bist soll Himmel sein
Du sollst Wahrheit redn und Wahrheit tun
Du sollst verzeihn.
Wannst Vertraun hast in die sölba
dann brauchst ka Versicherung
und du bleibst für immer jung
Für immer jung
Für immer jung
wann Du wülst
bleibst imme rjung.
Du sollst nie aufhörn zum lernen
arbeit mit der Phantasie
wanns d dei Glück gerecht behandelst
dann valaßts di nie
du sollst vor Liebe brennen
und vor Begeisterung!
Weu dann bleibst für immer jung.
Für immer jung
Für immer jung
wann Du wülst
bleibst immer jung
[Hier als Film]

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Jan. 2018 8:53

Der Blinde an der Mauer
Ohne Hoffnung, ohne Trauer
hält er seinen Kopf gesenkt.
Müde hockt er auf der Mauer.
Müde sitzt er da und denkt :
Wunder werden nicht geschehen.
Alles bleibt so wie es war.
Wer nichts sieht, wird nicht gesehen.
Wer nichts sieht, ist unsichtbar.
Schritte kommen, Schritte gehen.
Was das wohl für Menschen sind?
Warum bleibt denn niemand stehen?
Ich bin blind, und ihr seid blind.
Euer Herz schickt keine Grüße
aus der Seele ins Gesicht.
Hörte ich nicht eure Füße,
dächte ich, es gibt euch nicht.
Tretet näher! Lasst euch nieder,
bis ihr ahnt, was Blindheit ist.
Senkt den Kopf und senkt die Lider,
bis ihr, was euch fremd war, wißt.
Und nun geht! Ihr habt ja Eile!
Tut, als wäre nichts gescheh’n.
Aber merkt euch diese Zeile:
“ Wer nichts sieht, wird nicht geseh’n.“
Erich Kästner
(1899-1934)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Jan. 2018 10:04

Wo man am meisten fühlt,
weiß man am wenigsten zu sagen.
Anette von Droste – Hülshoff
(1797-1848)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Jan. 2018 10:53

Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mitten sein der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu.
Und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht.
So warm wie der Hans hat es niemand nicht.
Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, dann sitzen sie noch.
Christian Morgenstern
(1871-1914)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Jan. 2018 11:19

Oh trübe diese Tage nicht
Oh trübe diese Tage nicht,
sie sind der letzte Sonnenschein.
Wie lange und es lischt das Licht,
uns unser Winter bricht herein.
Dies ist die Zeit wo jeder Tag
viel Tage gilt in seinem Wert.
Weil man’s nicht mehr erhoffen mag,
daß so die Stunde wiederkehrt.
Die Flut des Lebens ist dahin.
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz.
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn,
ein banger, nie gekannter Geiz.
Ein süßer Geiz, der Stunden zählt.
Und jede prüft auf ihren Glanz.
Oh sorge das uns keine fehlt.
Und gönn‘ uns jede Stunde ganz.
Theodor Fontane
(1819-1898)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Jan. 2018 11:36

So ist auch der Tod ein Bad nur,
und am andern Ufer liegt uns bereit ein neu
Gewand.
Emanuel Geibel
(1815 – 1884)

Matthias L.
23. Jan. 2018 11:39

Führen & Leiten
In früheren Zeiten
war Führen bei weitem
keine so feine Sache…
Zunächst verstand man darunter,
stets munter
seine alltäglichen Tätigkeiten
zu bestreiten
und erst, wenn ein Drache erwachte,
erst wenn es wirklich nötig war,
wenn die Gefahr
real bestand und spätestens, wenn es krachte,
legte ein Führer sein Tag´werk hernieder und rannte schnelle
an Ort und Stelle.
Es war ein sehr undankbarer Job, dem Mob „Stopp“ zu sagen.
Man musste die Verantwortung für das Überleben der ganzen Gruppe tragen
und doch ab und an am Hungertuch nagen.
Der Chef war damals ein einfacher Mann,
der nebenbei was recht und gut ist, ersann.
Der stets auf der Hut
war und seinen Mut
im echten Kampfe gewann.
Und schaut man sich an,
was so ein angeblicher Führer heute kann, dann…
… dann wundert mich nichts.
In heutigen Zeiten,
da manchen Leuten das Streiten
weit wichtiger scheint,
als den Konsenz zu suchen, der sie vereint,
als den Sinn des Gedichts,
zu ergründen und angesichts
des lebendigen Lichts zu gesunden – in heutigen Zeiten
bereiten
uns unsere Führer
fleißig darauf vor, Verlierer
zu bleiben,
und uns selbst abzuschreiben.
Gut bezahlte, fette Jahre lallte
man die alte
Leier:
„Bitte verwalte mich und meine kleine Welt.
Lüfte bloß nicht den Schleier.
Tu mit mir, was dir gefällt.
Lass mir nur Nikolaus und Ostereier,
dann gebe ich dir mein Leben, dann gebe ich dir mein Geld.“
Der Zauber heißt „Selbstermächtigung“.
Denn selbst wenn die scheinbar Mächtigen Dung
über uns vergießen,
sprießen
aus diesen Worten Speerspitzen und spießen
die Horden der Ordensträger standesgemäß
ins Gesäß.
Sein eigener Führer sein – sein eigener Kapitän
und ein klein wenig Ehre,
das wäre
sehr schön.
Daher laden wir dich nun ein,
deinen Kopf von dem ganzen unnötigen Krempel
zu befrei´n.
Bau mit uns wahre Tempel
und gib deine ganze göttliche Macht hinein.
Matthias L.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Jan. 2018 15:34

Manche leben mit einer so erstaunlichen
Routine, daß es schwerfällt zu glauben,
Sie lebten zum ersten Mal.
Stanislaw Jerzy Lec
(1909 – 1966)
( kein deutscher Autor, aber schöne und wahre Worte )

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Jan. 2018 20:43

Ich hatt einen Kameraden
Ich hatt einen Kameraden,
einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
er ging an meiner Seite
im gleichen Schritt und Tritt.
Eine Kugel kam geflogen;
gilt sie mir, gilt sie dir?
Ihn hat es weggerissen,
er liegt vor meinen Füßen,
als wärs ein Stück von mir.
Will mir die Hand noch reichen,
derweil ich eben lad:
kann dir die Hand nicht geben,
bleib du im ew’gen Leben
mein guter Kamerad.
Ludwig Uhland
(1787 – 1862)
( ich kenne das Lied durch meinen Vater, dessen bester Freund und Arbeitskollege in den siebziger Jahren noch sehr jung verstarb. Dieses Lied wurde auf seiner Beisetzung gespielt und meine Mutti erzählte mir,daß mein Vater an diesem Tag zum ersten und zum letzten Mal in seinem Leben geweint hat. )

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
24. Jan. 2018 5:52

Als ich fortging
Als ich fortging war die Straße steil,
kehr wieder um.
Nimm an ihrem Kummer teil,
mach sie heil.
Als ich fortging war der Asphalt heiß,
kehr wieder um.
Red ihr aus um jeden Preis,
was sie weiß.
Nichts ist unendlich,
so sieh das doch ein.
Ich weiß du willst unendlich sein,
schwach und klein.
Feuer brennt nieder,
wenn’s keiner mehr nährt,
kenn ja selber, was dir heut widerfährt.
Als ich fortging war’s die Arme leer,
kehr wieder um.
Mach’s ihr leichter einmal mehr,
nicht so schwer.
Als ich fortging kam ein Wind so schwach,
warf mich nicht um.
Unter ihrem Tränendach war ich schwach.
Nichts ist unendlich,
so sieh das doch ein.
Ich weiß du willst unendlich sein,
schwach und klein.
Nichts ist von Dauer,
was keiner recht will,
auch die Trauer wird da sein,
schwach und klein.
Karussell / Dirk Michaelis

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
24. Jan. 2018 6:24

Das ich eine Schneeflocken wär‘
Das ich eine Schneeflocken wär‘,
irgendwo da rings um dich her.
Tanzte ich so wunderschön,
bis du bliebst stehn.
Und dein Weib will dich weiterzieh’n
‚ lass sie tanzen, lass sie verblüh’n! ‚
Aber die fällt etwas ein
‚ geh Weib, lass sein! ‚
Will sie fangen mit der Stirn.
Sie erinnert mich an irgendwas.
Will nicht mehr als Herz und Hirn
soll’n mir sagen, wie, wann, wo war das.
Aber er erinnert sich nicht mehr,
Kinderzeit ist lange her.
Und das Schneehaus,
daß wir uns gebaut,
seit zehn Jahren fortgetaut.
Das ich eine Schneeflocke wär,
käm ich auf die Stirn dir so schwer.
Das die Wärme deiner Haut,
mich aufgetaut.
Und ich fließ durch dein Gesicht,
tränengleich und wie ein Spiegel klar.
Weißt du denn noch immer nicht,
immer noch nicht, was ich dir mal war?
Aber er erinnert sich nicht mehr,
Kinderzeit ist lange her.
Und das Schneehaus,
daß wir uns gebaut,
seit zehn Jahren fortgetaut.
Veronika Fischer

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
24. Jan. 2018 9:26

Und sie sägten an den Ästen,
auf denen sie saßen und schrien sich ihre Erfolge zu, wie man besser sägen könne.
Und fuhren mit Krachen in die Tiefe.
Und die ihnen zusahen beim Sägen schüttelten die Köpfe und sägten kräftig weiter. ?
Bertolt Brecht
(1898 – 1956)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
24. Jan. 2018 10:52

Ein Gelehrter sagte zu einem Kind:
Ich will dir diese Orange geben,
wenn du mir sagst wo Gott ist.
Und ich Herr, werde ihnen einen ganzen
Korb voll Orangen geben,
wenn sie mir sagen
wo Gott nicht ist.
Julius Langbehn
(1851 – 1907)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
24. Jan. 2018 10:59

Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte: “ Wo kämen wir hin “ ?
und niemand ginge,
um mal zu schauen,
wohin man käme,
wenn man ginge.
Johann Heinrich Pestalozzi
(1746 – 1827)

Der Bär
Der Bär
24. Jan. 2018 14:20

Die Wahrheit ist von neuem g’born,
Der Trug hat seinen Schein verlorn,
Des sag‘ Gott jeder Lob und Ehr‘
Und acht nit fürder Lügen mehr.
Ja, sag‘ ich, Wahrheit war erdrückt,
Ist wieder nun hervorgerückt.
Des sollt man billig geben Lohn,
Die dazu haben Arbeit g’ton.
Denn vielen es zu Nutz ersprießt,
Wiewohl es manchen auch verdrießt.
Die faulen Pfaffen loben’s nit.
Darum ich jeden Frommen bitt‘,
Daß er gemeinen Nutz bedenk
Und kehr‘ sich nit an lose Schwänk.
Es ist doch je ein Papst: nit Gott,
Denn auch ihm ist g’wiß der Tod.
Ach, fromme Deutsche, haltet Rat,
Was nun so weit gegangen hat,
Daß ‘s nit geh wieder hinter sich.
Mit Treuen hab’s gefördert ich,
Und b’gehr des anders kein Genuß,
Denn, wo mir g’schäh deshalb Verdruß,
Daß man mit Hilf‘ mich nit verlaß.
So will ich auch geloben, daß
Von Wahrheit ich will nimmer lan,
Das soll mir bitten ab kein Mann.
Auch schafft es stillen mich kein Wehr,
Kein Bann, kein Acht, wie fest und sehr
Man mich damit zu schrecken meint.
Wiehwohl mein‘ fromme Mitter weint,
Daß ich die Sach‘ hätt‘ g’fangen an,
Gott woll‘ sie trösten; es muß gan,
Und sollt es brechen auch vorm End‘.
Will’s Gott, so mag’s nit werden g’wendt,
Drum will ich auch brauchen Füß und Händ.
Ich hab’s gewagt!
Ulrich von Hutten

Ekkard
Ekkard
24. Jan. 2018 15:34

„Bomben“
Von Markus Kienzle
Seht, die Bomben fallen wieder
Nicht auf uns’re Städte nieder
Das wär ja schrecklich
unerträglich
Ganz wo anders fall’n sie täglich
Meist mit unser’n Stempeln drauf
Er läuft prächtig der Verkauf
Am Boden nimmt die Szene ihren Lauf
Zerreißt Familien
Mütter
Kinder
Väter gar, wer hätte das gedacht?
Jeder könnt‘ es
Doch selten wird’s gemacht
Denn bei uns nennt man es Terrorismus
Neuerdings wohl Humanismus
Humanitär, um’s ganz genau zu sagen
Bloß nicht weiter hinterfragen
Realität könnte den Frieden stören
Der bei uns seit über 70 Jahren blüht
Und selbst den dummen August noch empören
Mit seinem sonnigen Gemüt
Exportiert wird derweil fleißig weiter
Das Endprodukt erzeugt meist Hass und Wut
Doch eins muss man uns dabei lassen
Technisch sind wir wirklich gut
Wir versteh’n uns auf die Kunst des Krieges
Wir wissen, wie man Leid erzeugt
Versagt bleibt meist die Gunst des Sieges
So lang das Volk sich artig beugt
Nachdem es Tausende verloren
Lebend oder ungeboren
Im fernen Land in dem die Bomben strahlen
Gibt es bald die ersten Wahlen
Nun haben sie, worum sie nicht gebeten
Da kann man einen Krieg schon mal vertreten
Ich lass mich derweil weiterhin berieseln
Und schlucke alles was mir vorgekaut
Solang die Bomben nur woanders fall’n
Fühl‘ ich mich wohl in meiner Haut

Alfreda
Alfreda
24. Jan. 2018 15:51

Wer unbedacht ein Fremdwort wählt
und deutsches Wort für ihn nicht zählt,
wer happy sagt und glücklich meint
und sunshine, wenn die Sonne scheint,
wer hot gebraucht, anstelle heiß,
know how benutzt, wenn er was weiß,
wer sich mit sorry kühl verneigt
und Shows abzieht, wenn er was zeigt,
wer shopping geht statt einzukaufen
und jogging sagt zum Dauerlaufen,
der bleibt zwar fit, doch merkt zu spät,
daß er kein Wort mehr deutsch versteht.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
24. Jan. 2018 16:32

Heal the World / Heile die Welt
Michael Jackson Übersetzung von
Songtexte. com
aus gegebenem Anlass
Denke über die Generationen nach und darüber, zu sagen,
daß wir für unsere Kinder und
Kindeskinder die Welt verbessern wollen.
So das die wissen , daß sie in einer besseren
Welt leben;
und darüber nachdenken,
ob sie sie verbessern können.
Da ist ein Platz in deinem Herzen
und ich weiß, daß es Liebe ist.
Und dieser Platz viel heller sein als morgen.
Und wenn du es wirklich versuchst,
dann wirst du herausfinden,
daß du nicht weinen musst.
An diesem Ort fühlst du keinen Schmerz
und keine Traurigkeit.
Es führen viele Wege dorthin.
Wenn du etwas für das Leben übrig hast,
dann mach einen kleinen Raum daraus,
einen besseren Ort.
Heile die Welt
mach daraus einen besseren Ort.
Für dich und für mich
und die ganze menschliche Rasse.
Es sterben Leute.
Wenn du etwas für das Leben übrig hast,
mach einen besseren Ort daraus
für dich und für mich.
Wenn du wissen willst
warum es eine Liebe gibt,
die nicht lügen kann.
Liebe ist stark.
Sie ist nur dort, wo mit Freuden gegeben wird.
Wenn wir es versuchen,
dann werden wir sehen,
in dieser Ehre können wir keine Angst
und keine Bedrohung fühlen.
Wir hören auf zu existieren
und fangen an zu leben.
Dann scheint es,
daß immer genug Liebe da ist,
um uns daran wachsen zu lassen.
Mach eine bessere Welt daraus,
eine bessere Welt.
Heile die Welt
mach einen besseren Ort daraus,
für dich und für mich
und die ganze menschliche Rasse.
Es sterben Leute.
Wenn du etwas für das Leben übrig hast,
dann mach einen besseren Ort
für dich und mich daraus.
Und der Traum,
in dem wir anfangen zu begreifen
wird an einem Ort voller Freude
om Erfüllung gehen.
Und die Welt, an die wir einst geglaubt haben
wird wieder in Anmut erstrahlen.
Warum hängen wir überhaupt
so an diesem Leben, das uns erstickt?
Wir könnten so hoch fliegen.
Lass unseren Geist nie sterben.
In meinem Herzen fühl ich,
daß ihr alle meine Brüder seid.
Erschafft eine Welt ohne Angst.
Wo wir zusammen
Freudentränen weinen.
Zu sehen, wie die Nationen
ihre Schwerter zu Pflugscharen machen.
Wir könnten es wirklich schaffen.
Wenn du etwas für das Leben übrig hast,
mach es zu einem kleinen Raum,
um eine bessere Welt zu schaffen.
Heile die Welt …?
aus gegebenem Anlass

Ekkard
Ekkard
25. Jan. 2018 4:35

Von Yehudi Menuhin (*1916)
in seinen Lebenserinnerungen.
*
An Dich, den ich nicht kenne noch jetzt erkennen kann –
der in mir ist und jenseits von mir -,
an den mich Liebe, Ehrfurcht und Glaube binden –
an den Einen und Mannigfaltigen
richte ich dieses Gebet:
*
„Führe mich zu meinem besseren Ich,
hilf mir, ein Mensch zu werden,
dem alles Lebende Vertrauen schenkt,
Tiere und Pflanzen, auch die Luft,
das Wasser, die Erde und das Licht,
die diese alle am Leben erhalten,
bewahre mich als einen,
der Geheimnis und Eigenart des vielfältigen Lebens
in seinen einmaligen Erscheinungsformen
und in seiner Gesamtheit achtet.
Ist doch alles Leben Urgrund des eigenen Überlebens…
Hilf mir, nie die Leben spendende Kraft zu verlieren,
alles zu schützen, was atmet und hungert und dürstet,
alles, was leidet…
Gewähre mir die Erleuchtung,
zu der Du die Menschen befähigt hast,
und leite mich an,
jene beispielhaften Menschen zu verehren
und ihnen nachzueifern,
die Deinen Geist in sich tragen,
der in uns allen und jenseits unser aller ist -,
die Erleuchtung CHRISTI, BUDDHAS, LAOTSES
und der Propheten, Weisen, Philosophen,
Dichter, Schriftsteller, Maler, Bildhauer,
aller Schaffenden und Künstler und aller Selbstlosen,
der Heiligen und der Mütter,
der Bekannten und der Unbekannten,
der Hohen und der Niedrigen,
Männer – Frauen – Kinder,
zu allen Zeiten und an allen Orten,
deren Geist und Vorbild
für immer bei uns und in uns bleiben mögen“.
***

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
25. Jan. 2018 9:58

Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die Wahrheit, die glaubt niemand.
Max Frisch
(1911 – 1991)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
25. Jan. 2018 13:16

Wenn du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt du dann von mir und von den Schmerzen die in mir sind und was weiß ich von deinen. Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest du mehr von mir, als von der Hölle, von der man dir erzählt, sie sei heiß und fürchterlich. Schon deshalb sollten wir Menschen so achtsam, so respektvoll voreinander stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle.
Franz Kafka
(1883 – 1924)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
25. Jan. 2018 13:29

Ich verwandle mich zu schnell.
Mein Heute widerlegt das Gestern.
Ich überspringe oft die Stufen,
wenn ich steige.
Das verzeiht mir keine Stufe.
Friedrich Nietzsche
(1844 – 1900)
aus: Also sprach Zarathustra

Bjørn Lystaal
Bjørn Lystaal
25. Jan. 2018 14:51

Alles cool – Bjørn Lystaal
Erzürne nicht! Heg‘ keinen Groll
Um deinen Platz auf Erden.
Was durch dich wirklich werden soll
Wird’s auch von dort aus werden.
Niemand ist je falsch abgezweigt,
Noch kam wer ab vom Pfad.
Jeder hat seine Spur gezeugt,
krumm oder – seltener – grad.
Was du erhebst, wird dich erheben,
Was du erkennst, erkennt dich an.
Der Traum, dem du verhilfst zu leben
Ist’s, der dir Leben geben kann.
Was du erschaffst, wird dich erschaffen,
Was auf du baust, errichtet dich.
Was du dir raffst, das wird dich raffen,
Was du nicht lebst, vernichtet dich.
Erschrick nicht! Hege keinen Graus
Vor deinem Platz auf Erden.
Hier harrt dein Traum geduldig aus:
Lass euch lebendig werden!

Bjørn Lystaal
Bjørn Lystaal
25. Jan. 2018 16:03

Michel – Bjørn Lystaal
Michel schläft.
Der baumlange Riese
Ruht friedlich schnurchend im Kissen.
Ja, Michel schläft.
Und wenn man ihn ließe,
Er würde den Tag nicht vermissen.
Der Michel will schlafen.
Wer will‘s ihm verdenken?
Wachsein bereitet ihm Schmerz.
Ja, Michel will schlafen!
Doch die Mächte, die lenken,
berühren jetzt sanft sein Herz.
Und Michel erwacht.
Ein Lid ist schon offen:
Rechts beginnt er zu sehen.
Ja, Michel erwacht.
Und die Mächte, sie hoffen,
Dass er merkt: jetzt ist Zeit,
AUFZUSTEHEN.

Ekkard
Ekkard
26. Jan. 2018 3:20

Welkes Blatt
*
Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
*
Hermann Hesse

Der Alte
Der Alte
26. Jan. 2018 21:59

Das Kreuz des Nordens
Wir sind die Streiter des Deutschen Ordens.
Wir stehen an Maas und Memel auf Wacht,
auf Etsch und Belt Ufer geben wir acht,
wehren mit eherner Faust aller Nacht.
Uns eint ein Banner: Das Kreuz des Nordens.
Droht auch das Schicksal, hier sind die Meinen,
im Volke, dem all meine Liebe gilt.
Hier ist mein Ursprung, mein Heim und mein Schild
und bleibt mir im Herzen flammendes Bild,
denn einst wird die Sonne wieder scheinen.
Nur wer auf der Flucht ist, wird erschossen;
wir wahren als treue Wächter das Licht
und machen dem Sturm ein trotzig Gesicht.
Wir beugen uns nicht und wir brechen nicht.
So reicht uns die Hände, Volksgenossen.
Laßt Enden uns die Zeiten des Mordens
und hebt das Banner, das jedermann seh:
Aus ebenholzschwarz und weiß wie der Schnee
und rot wie des Blutes forderndes Weh
formt sich ein Zeichen: Das Kreuz des Nordens.
MMXVI

Alfreda
Alfreda
27. Jan. 2018 17:18
Antwort an  N8waechter
Alfreda
Alfreda
27. Jan. 2018 17:19
Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
27. Jan. 2018 22:36

Wusstest du schon …
Wusstest du schon,
dass die Nähe eines Menschen
gesund machen
krank machen
tot oder lebendig machen kann.
Wusstest du schon,
dass das Anhören eines Menschen
Wunder wirkt,
dass das Wohlwollen Zinsen trägt,
dass ein Vorschuss an Vertrauen
hundertfach auf uns zurückkommt.
Wusstest du schon,
dass die Nähe eines Menschen
gut machen
böse machen
traurig und froh machen kann.
Wusstest du schon,
dass das Wegbleiben eines Menschen
sterben lassen kann
das Kommen eines Menschen
wieder leben lässt.
Wusstest du schon,
dass die Stimme eines Menschen
einen anderen Menschen
wieder aufhorchen lässt
der für alles taub war.
Wusstest du schon,
dass das Wort oder das Tun eines Menschen
wieder sehend machen kann
einen der für alles blind war
der nichts mehr sah
der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt
und in seinem Leben.
Wusstest du schon,
das Zeithaben für einen Menschen
mehr ist als alles Geld
mehr als Medikamente
unter Umständen mehr als eine
geniale Operation.
Wusstest du auch schon,
dass der Weg vom Wissen
über das Reden zum Tun
unendlich sein kann.
Wusstest du schon,
das Tun mehr ist als Reden.
Wusstest du das alles schon.
Wilhelm Willms

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
28. Jan. 2018 10:49

Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal.
Konfuzius

Ekkard
Ekkard
29. Jan. 2018 1:37

Letzte Ansicht
Erich Kästner 1930
Das letzte Kapitel
Am zwölften Juli des Jahres zweitausenddrei
lief folgender Funkspruch rund um die Erde:
dass ein Bombengeschwader der Luftpolizei
die gesamte Menschheit ausrotten werde.
Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest,
dass der Plan, endgültig Frieden zu stiften,
sich gar nicht anders verwirklichen lässt,
als alle Beteiligten zu vergiften.
Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck,
nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben.
Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck,
man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben.
Am dreizehnten Juli flogen von Boston eintausend
mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort
und vollbrachten, rund um den Globus sausend,
den von der Weltregierung befohlenen Mord.
Die Menschen krochen winselnd unter die Betten.
Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald.
Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten.
Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt.
Jeder dachte, er könne dem Tod entgehn,
keiner entging dem Tod und die Welt wurde leer.
Das Gift war überall, es schlich wie auf Zehn.
Es lief die Wüsten entlang, und es schwamm übers Meer.
Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben.
Andere hingen wie Puppen zum Fenster heraus.
Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor sie starben.
Und langsam löschten die großen Hochöfen aus.
Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten.
Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt.
Die Flugzeuge irrten mit tausend toten Piloten,
unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld.
Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte.
Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human.
Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte
völlig beruhigt ihre bekannte elliptische Bahn.

Ekkard
Ekkard
29. Jan. 2018 3:24

Der Russe kommt – Der Russe wars
Die Russen warns
Von Hartmut Barth-Engelbart
Der Russe wars
ob Putin
oder Stalin
grad egal
beim letzten Mal
in Groß-Berlin
Uhren weg?
Judenschnäppchen
Ach du Schreck
Und dann prompt
Ins Versteck
Der Russe kommt
Der Russe wars
Die Russen warns
Pole schmelzen
Wüsten wälzen
Sahelzonen
Wo die Tuareg noch wohnen
Bläst der Russe Lager frei
Bauxit, Uran ist auch dabei
Erdgas, Gold gibt’s auch in Schwarz
Kupfer, Zinn und für Platin
Schlachtet Putin Schwarze hin
Doch dann kommt die Force de Frapp
Und schon macht der Russe schlapp
Und was macht die Bundeswehr
Von der leihen ist nicht schwer
Die von Trotha-Friedenstruppen
Sichern dort den freien Handel
BuWe hin, Resourcen her
Seltne Erden, Öl und Quarz
Rote Zahlen werden schwarz
Westlich werte freie Wahlen
Regime-Wandel
Schwarze zahlen
Serengeti
Nicht zu retten
Gnu- und Elefantenhandel
Nashorn steigert die Potenz
Konsequenz
Grzimeks zoolog’scher Garten
Den wir schon seit Jahren warten
Gegen schwarze Russengier
Schützen Pflanzen und Getier
Das sich jetzt zu Tode leidet
Weil der Massai überweidet
Klima wandel
Ja schon bald
Massai weg der Regenwald
Wo der böse Russe bolzt
Ricke racke abgeholzt
Täglich tausend Fußballfelder
Dort wo früher Regenwälder
Ja der Russe in der Tat
Baut ein Megakombinat
eine Giga-LPG
und das tut der Umwelt weh
Wo der Neger nix von hat
Nur damit die Oligarchen
Ruhig auf ihren Rubeln schnarchen
Was? Der Russe geht nach Hause?
macht jatzt auf der Krim die Sause
Das ist völlig unerklärlich
Sicher macht der nur ne Pause
Der Russe ist gemeingefährlich
KGPutin-hinterlistig
Was? Der Russ ist‘s nicht gewesen?
Rubel rollt nicht? Nicht mal Spesen?
Na dann warns halt die Chinesen!

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
29. Jan. 2018 16:38

Man beginnt immer deutlicher zu erkennen : das Leben ist nur eine Zeit der Aussaat,
und die Ernte ist nicht hier.
Vincent van Gogh
(1853 – 1890)

Ekkard
Ekkard
30. Jan. 2018 2:37

Hab Sonne im Herzen
*
ob’s stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit …
hab Sonne im Herzen,
dann komme was mag:
das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!
Hab ein Lied auf den Lippen
mit fröhlichem Klang,
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang …
hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme was mag:
das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!
Hab ein Wort auch für andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut lässt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und alles wird gut!
*
Cäsar Flaischlen

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
30. Jan. 2018 9:55

Ich möchte heim, mich zieht’s dem Vaterhaus, dem Vaterherzen zu. Fort aus der Welt verworrenem Gebrause, zur stillen tiefen Ruh. Mit tausend Wünschen bin ich ausgegangen, heim kehr‘ ich mit bescheidenem Verlangen. Noch hegt mein Herz nur einer Hoffnung Keim; ich möchte heim.
Friedrich Karl von Gerok
(1815 – 1890)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
30. Jan. 2018 12:53

Ich möchte indem ich mich selbst verstehe, andere verstehen.
Katherine Mansfield
neuseeländische Schriftstellerin
(1888 – 1923)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
31. Jan. 2018 10:20

From a Distance
Bette Midler
deutsche Übersetzung
Aus der Ferne
Aus der Ferne betrachtet
sieht die Welt blau und grün aus.
Und die Berge haben Mützen aus Schnee.
Aus der Ferne betrachtet
treffen die Ozeane die Flüsse
und die Adler fliegen.
Aus der Ferne betrachtet
ist hier Harmonie
und diese ist wie ein Echo durch das Land.
Es ist die Stimme der Hoffnung,
es ist die Stimme des Friedens,
es ist die Stimme jedes einzelnen Menschen.
Aus der Ferne betrachtet
haben wir alle genug
und niemand ist in Not.
Und da sind keine Waffen, keine Bomben
und keine Krankheit,
keine hungrigen Mäuler zu füttern.
Aus der Ferne betrachtet
marschieren wir alle in einer Linie,
spielen Lieder der Hoffnung,
spielen Lieder des Friedens.
Das sind die Lieder von jedem einzelnen Menschen.
Gott beobachtet uns.
Gott beobachtet uns.
Gott beobachtet uns
aus der Ferne.
Aus der Ferne betrachtet
siehst du aus wie mein Freund,
gerade noch so gedacht,
haben wir Krieg.
Aus der Ferne betrachtet
kann ich es einfach nicht verstehen,
für was all das kämpfen gut sein soll.
Aus der Ferne betrachtet
ist hier Harmonie
und dieses Echo geht durch das ganze Land.
Und es ist die Hoffnung der Hoffnungen,
es ist die Liebe der Liebe,
es ist das Herz von jedem einzelnen Menschen.
Herzlichen Dank an Sang Und Klang
für die Erinnerung an dieses gefühlvolle Lied.
Nomen est Omen
im schönsten Sinne ?

Till
Till
31. Jan. 2018 10:49

Kein Volk versinkt,
das an sich selber glaubt;
auch ich sah Sterne hell aus Nächten steigen.
Einst kommt der Tag,
da steht der Baum belaubt,
und freies Volk wohnt unter seinen Zweigen.
Friedrich der Große

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
31. Jan. 2018 11:11

Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, daß er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Die kleine Wahrheit hat klare Worte; die große Wahrheit hat großes Schweigen.
Jedes Kind bringt die Botschaft mit auf die Welt, daß Gott sich von den Menschen noch nicht hat entmutigen lassen.
Rabindranath Thakur
bengalischer Dichter
(1861 – 1941)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
31. Jan. 2018 11:22

Eine Nation aber ist die Summe des Geistes sämtlicher ausgezeichneter Männer und Weiber. Wer will sich nun vermessen, diesen Geist polizeilich – pädagogisch zu bevormunden? Und wer in aller Welt soll denn die ungeschminkte Wahrheit erfahren, wenn nicht er? Soll eine ganze Nation mit einem Scheuleder von der Wiege zum Grabe pilgern, wie ein Mädchenpensionat hinter einer Gouvernante?
Carl Friedrich Georg Spitteler
schweizerischer Dichter
(1845 – 1924)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
31. Jan. 2018 16:51

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint Exupery

Ekkard
Ekkard
2. Feb. 2018 3:04

Glaube an die Welt
*
Laß ab von diesem Zweifeln, Klauben,
vor dem das Beste selbst zerfällt,
und wahre dir den vollen Glauben
an diese Welt trotz dieser Welt.
Schau hin auf eines Weibes Züge,
das lächelnd auf den Säugling blickt,
und fühl’s: es ist nicht alles Lüge,
was uns das Leben bringt und schickt.
Und, Herze, willst du ganz genesen,
sei selber wahr, sei selber rein!
Was wir in Welt und Menschen lesen,
ist nur der eigene Widerschein.
*
Theodor Fontane
.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Feb. 2018 5:32

Einsame Nacht
Die ihr meine Brüder seid,
arme Menschen nah und ferne,
die ihr im Bezirk der Sterne
Tröstung träumet eurem Leid,
die ihr wortelos gefaltet
in die blaß gestirnte Nacht
schmale Dulderhände haltet,
die ihr leidet, die ihr wacht,
arme, irrende Gemeinde,
Schiffer ohne Stern und Glück –
Fremde, dennoch mir Vereinte,
gebt mir meinen Gruß zurück.
Hermann Hesse
(1877 – 1962)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Feb. 2018 5:46

Kennst du das auch?
Kennst du das auch, daß manchesmal
inmitten einer lauten Lust,
bei einem Fest, in einem frohen Saal,
du plötzlich schweigen und
hinweggehn mußt?
Dann legst du dich auf’s Lager ohne Schlaf
wie einer, den ein plötzlich Herzweh traf;
Lust und Gelächter
ist verstiebt wie Rauch,
du weinst, weinst ohne Halt –
Kennst du das auch?
Hermann Hesse
(1877 – 1962)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Feb. 2018 7:21

Und derjenige, der etwas zerbricht, um herauszufinden, was es ist, hat den Pfad der Weisheit verlassen.
John Ronald Reuel Tolkien
(1893 – 1973)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Feb. 2018 7:49

Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege dirchwanderst, so tiefen Grund hat sie.
Es macht müde, stets dem gleichen Herrn zu dienen und zu gehorchen.
Das Volk muss für sein Gesetz kämpfen, wie für seine Stadtmauer.
Lehren bedeutet nicht, ein Fass füllen, sondern eine Flamme entzünden.
Heraklit von Ephesos
(520 v. Chr. – 460 v. Chr.)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Feb. 2018 12:19

Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, die dich finden, binden dich
an Bild und Gebärde.
Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift,
mit meinem Reifen reift dein Reich.
Rainer Maria Rilke
(1875 – 1926)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Feb. 2018 13:32

Es lohnt sich doch
Es lohnt sich doch,
ein wenig lieb zu sein
und alles auf das Einfachste zu schrauben.
Und es ist garnicht Großmut zu verzeihen,
daß andere ganz anders als wir glauben.
Und stimmte es daß Leidenschaft
Natur bedeutete im Guten und im Bösen,
ist doch ein Knoten in dem Schuhband
nur mit Ruhe und mit Liebe aufzulösen.
Joachim Ringelnatz

Alfreda
Alfreda
2. Feb. 2018 20:39
Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
3. Feb. 2018 10:06

Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft, gut angepasst zu sein.
Jiddu Krishnamurti
indischer Philosoph
(1895 – 1986)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
3. Feb. 2018 12:08

Am Abend mancher Tage
Am Abend mancher Tage,
da stimmt die Welt nicht mehr.
Irgendetwas ist zerbrochen,
wiegt so schwer.
Und man kann das nicht begreifen,
will nichts mehr sehn.
Und doch muß man weitergehn.
Am Abend mancher Tage,
da wirft man alles hin.
Nun scheint alles, was gewesen ohne Sinn.
Und man lässt sich einfach treiben,
starrt an die Wand.
Nirgendwo ist festes Land.
Gib nicht auf,
denn das kriegst du wieder hin.
Eine Tür schlägt zu,
doch schon morgen wirst du weitersehn. Manchmal ist eine Liebe erfror’n über Nacht.
Manchmal will man hin zur Sonne
und stürzt ab.
Manchmal steht man ganz allein da,
ringsum ist Eis,
alles dreht sich nur im Kreis.
Am Abend mancher Tage,
da stimmt die Welt nicht mehr.
Irgendetwas ist zerbrochen,
wiegt so schwer.
Und man kann das nicht begreifen,
will nichts mehr sehn.
Und doch muß man weitergehn.
Und man lässt sich einfach treiben,
will nichts mehr sehn.
Und doch wird man weitergehn.
Lift

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
3. Feb. 2018 13:40

Die politische Selbstständigkeit eines freiheitlich organisierten Volkes, ist jedem anderen Gut für immer vorzuziehen.
Alles muß zum Wachsen Zeit haben. Was zu schnell geht, muß zwei- und dreimal wiederholt werden und dauert damit schließlich am längsten. Gott tut alles fein zu seiner Zeit. Nur der Mensch ist immer pressiert.
Das allerbeste Zeichen des inneren Fortschritts ist es, wenn es einem in möglichst guter und hochgesinnter Gesellschaft wohl ist, und in gewöhnlicher immer weniger.
Beginne jeden Morgen mit einem guten Gedanken.
Carl Hilty
(1833 – 1909)

Ekkard
Ekkard
4. Feb. 2018 3:55

HOFFNUNG
Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer auf Verbesserung.
Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.
Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.
Friedrich von Schiller

Ekkard
Ekkard
4. Feb. 2018 3:59

Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 11. März 1850
*
Nicht Mord, nicht Bann, noch Kerker
nicht Standrecht obendrein
es muß noch stärker kommen
soll es von Wirkung sein.
Ihr müßt zu Bettlern werden
müßt hungern allesamt
Zu Mühen und Beschwerden
verflucht sein und Verdammt
Euch muß das bißchen Leben
so gründlich sein verhaßt
daß Ihr es fort wollt geben
wie eine Qual und Last
Erst dann vielleicht erwacht noch
in Euch ein besserer Geist
Der Geist, der über Nacht noch,
Euch hin zur Freiheit heißt
*
11. März 1850

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
4. Feb. 2018 10:43

Wer nicht in die Welt passt, der ist immer nahe dran, sich selbst zu finden.
Hermann Hesse
aus Demian

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
4. Feb. 2018 10:47

Humor ist der Knopf, der verhindert, daß einem der Kragen platzt.
Joachim Ringelnatz

Rita Solvana Wachs
Rita Solvana Wachs
4. Feb. 2018 11:10

Flügelschlag der Liebe
Selten sehe ich weiße Tauben
Über Dächer in der Stadt
Graue Wilde zieren Plätze
Fressen sich von Essensresten satt
Zeig dich kleine weiße Taube
Nimm all deine Freunde mit
Startet hoch mit starkem Flügelschlag
Über Erdenwillenskraft
Wind und Sonne werden euch tragen
Wenn ermüdet euer Flügelschlag
Der sich schwebend zum Licht
Durch die Dunkelheit wagt
Menschen stehen und schauen
Zu der weißen Erhabenheit
Sie öffnen fröhlich ihre Herzen
Zum weltenreichen Friedenstor
Mit eurem Flug löscht ihr das Feuer
Der Zerstörung Macht und Gier
Tausende Friedenstauben
Musizieren mit dem Engelchor
Hoch da droben über Wolken
Senden sie Liebe zum Himmelszelt
Ihr Flügelschlag wird tönend
Die Erde erbeben lassen
Kleine weiße Friedenstaube
Starte mutig klein und weise
Nimm deine Freunde mit auf die Reise
Im Bündnis mit der Liebe
Mondrose

Lena
Lena
4. Feb. 2018 12:34

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
5. Feb. 2018 9:41

Die Spuren im Sand
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigenen und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen
vorüber gezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
“ Herr, als ich anfing dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte? “
Da antwortete er:
“ Mein liebes Kind, ich liebe dich
und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und
Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.
Margaret Fishback Powers
kanadische Kinder- und Jugendbuchautorin
* 1944

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
6. Feb. 2018 5:06

Ich weiß nicht ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg
(1742 – 1799)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
6. Feb. 2018 11:06

Das letzte Wort
Sag morgens mir ein gutes Wort,
bevor du gehst zu Hause fort.
Es kann soviel am Tag gescheh’n,
wer weiß, ob wir uns wiederseh’n.
Sag lieb ein Wort zur guten Nacht,
wer weiß ob man noch früh erwacht.
Das Leben ist so schnell vorbei,
und darum ist’s nicht einerlei,
was du zuletzt zu mir gesagt
und was du mich zuletzt gefragt.
Drum‘ lass ein gutes Wort das letzte sein,
bedenk‘ das letzte könnt’s für immer sein.
Autor unbekannt
( es ist das Lieblingsgedicht meines Sohnes, als er das erste Mal in eine WG des Betreuten Wohnens zog, musste ich es ihm abschreiben und einrahmen, das er es immer dabei hat )

Ekkard
Ekkard
7. Feb. 2018 4:47

Sei demütig
*
Rühme dich auf dieser Welt,
Mensch nicht deines eignen Lichts!
Sonnen sind ob dich gestellt,
Gegen die dein Schein ein Nichts.
Kannst hier hoffen, glauben nur,
Bitten, doch erzwingen nicht,
Nicht verändert’s die Natur,
Wenn ein Menschenherz zerbricht.
Hoffe: Dass durch Todesnacht
Gott dich führt in Sonnen ein –
Was er immer mit dir macht,
Du bist dein nicht, du bist sein.
Sei demütig wie das Blatt,
Das im Herbst vom Baume geht,
Niemals das geklaget hat,
Dass es jetzt der Sturm verweht.
*
Justinus Andreas Christian Kerner (1786 -1862)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
7. Feb. 2018 9:00

Humor ist nicht erlernbar. Neben Geist und Witz setzt er vor allem ein großes Maß an Herzensgüte voraus, an Geduld, Nachsicht und Menschenliebe.
Curt Goetz
Es ist ein Brauch von Alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör. Doch wer zufrieden und vergnügt, sieht zu, daß er auch welchen kriegt.
Wilhelm Busch
So ist das im Leben: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik liegt darin, daß wir nach der geschlossenen Tür blicken, nicht nach der offenen.
Andre Gide
Es gibt zwei Arten von Weltgeschichte: die eine ist die offizielle, verlogene, für den Schulunterricht bestimmte; die andere ist die geheime Geschichte, welche die wahren Ursachen der Ereignisse birgt.
Honore de Balzac

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
8. Feb. 2018 7:13

Jeden Abend sollst du deinen Tag
prüfen, ob er Gott gefallen mag,
ob er freudig war in Tat und Treue,
ob er mutlos lag in Angst und Reue;
sollst die Namen deiner Liebsten nennen,
Haß und Unrecht still vor dir bekennen,
sollst dich alles Schlechten innig schämen,
keinen Schatten mit ins Bette nehmen,
alle Sorgen von der Seele tun,
daß sie fern und kindlich möge ruh’n.
Dann getrost in dem geklärten Innern
sollst du deines Liebsten dich erinnern,
deiner Mutter, deiner Kinderzeit;
sieh, dann bist du rein und bist bereit,
aus dem kühlen Schlafborn tief zu trinken,
wo die gold’nen Träume tröstend winken,
um den neuen Tag mit klaren Sinnen,
als ein Held und Sieger zu beginnen.
Hermann Hesse

aktiver Mitleser
aktiver Mitleser
8. Feb. 2018 7:55

Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten,
nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen,
rufet die Arme der Götter herbei!
Johann Wolfgang Goethe 1749 – 1832
aus Alldeutscher Jahrgothweiser
(Kalender für das Jahr 2018)

SangUndKlang
SangUndKlang
8. Feb. 2018 15:14

Die Botschaft der Hopi-Ältesten
Ihr habt den Leuten gesagt, dass jetzt die elfte Stunde ist.
Geht nun zu ihnen zurück und sagt ihnen, dass jetzt die Stunde ist;
es gibt Dinge, über die nachgedacht werden muss…
Wo lebst du?
Was tust du?
Mit wem bist du verwandt?
Stehst du in der richtigen Beziehung?
Wo ist dein Wasser?
Kenne deinen Garten.
Es wird Zeit, deine Wahrheit auszusprechen.
Erschaffe deine Gemeinschaft.
Behandelt euch gegenseitig gut.
Und sucht keine Führer im Außen.
Der Fluss strömt jetzt sehr rasch.
Er ist so mächtig und schnell, dass einige Angst bekommen werden.
Sie werden versuchen sich am Ufer festzuhalten.
Sie werden sich zerrissen fühlen und schrecklich darunter leiden.
Wisse, der Fluss folgt immer seiner Bestimmung.
Die Ältesten raten uns, das Ufer los zu lassen,
uns abzustoßen, mitten in den Fluss hinein,
mit offenen Augen und den Köpfen über dem Wasser.
Und ich sage Dir: Schau, wer mit dir ist und feiere!
In diesem Augenblick der Geschichte
dürfen wir nichts persönlich nehmen,
am allerwenigsten uns selbst.
Sobald wir das tun, wird unser spirituelles Wachstum
und die Reise unterbrochen.
Die Zeit der einsamen Wölfe ist vorüber. Versammelt euch!
Verbannt das Wort „Kampf“ aus eurem Verhalten
und aus eurem Wortschatz.
Alles was wir jetzt tun, muss in heiliger Weise geschehen,
in Freude und Leichtigkeit.
Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.
(Die Ältesten der Hopi Nation, Oraibi, Arizona, 02. Dezember 2001)

SangUndKlang
SangUndKlang
8. Feb. 2018 15:17

Wenn keiner mehr an Wunder glaubt,
dann wird’s auch keins mehr geben.
Denn wer der Hoffnung sich beraubt,
dem fehlt das Licht zum Leben.
Wenn keiner mehr darauf vertraut,
dass Wunder noch geschehen –
wie soll der Mensch in seiner Haut
sein Leiden überstehen?
Wenn keiner mehr an Wunder glaubt,
musst Du’s allein riskieren:
Im Baum des Lebens, grün belaubt,
sind täglich Wunder aufzuspüren.
(Elli Michler, dt. Lyrikerin)

SangUndKlang
SangUndKlang
8. Feb. 2018 15:21

Beiträge zum Stichwort „Heimat:
Unsere Heimat: https://youtu.be/sWPl94rpKrI
Abschied vom Walde: https://youtu.be/tiB3uUlTCeQ
Abschied vom Walde
O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt’ger Aufenthalt!
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft’ge Welt,
Schlag noch einmal die Bogen
Um mich, du grünes Zelt!
Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Dass dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!
Da steht im Wald geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Von rechtem Tun und Lieben,
Und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte, schlicht und wahr,
Und durch mein ganzes Wesen
Wards unaussprechlich klar.
Bald wird‘ ich dich verlassen,
Fremd in der Fremde gehn,
Auf buntbewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben,
So wird mein Herz nicht alt.
(Joseph Frhr. von Eichendorff)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
9. Feb. 2018 9:53

Es gibt keine ewige Verdammnis, es gibt nur eine ewige Erlösung.
Albert Schweitzer
Wer möchte diesen Erdenball noch fernerhin betreten, wenn wir Bewohner überall die Wahrheit sagen täten.
Wilhelm Busch

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
9. Feb. 2018 10:06

Wenn du JA sagst, dann sei dir sicher, daß du nicht NEIN zu dir selbst sagst.
Ich lebe hier und jetzt. Ich bin das Ergebnis von allem, was geschehen ist oder geschehen wird, aber ich lebe hier und jetzt.
Teile deinem Herzen mit, daß die Angst zu leiden schlimmer ist als das Leiden selbst. Und kein Herz hat jemals gelitten, wenn es auf der Suche nach seinem Traum war.
Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, daß du es erreichen kannst.
Paul Coelho

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
10. Feb. 2018 9:39

Wenn du die Wahrheit sagst, gibt es nichts was du im Kopf behalten müsstest.
Mark Twain
Das Leben ist eine Komödie für jene, die denken, eine Tragödie für jene, die fühlen.
Oscar Wilde

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
10. Feb. 2018 9:51

Menschen mit Mut und Charakter sind anderen Leuten immer sehr unheimlich.
Hermann Hesse

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
11. Feb. 2018 8:59

Traum vom Frieden
Ich sah heut‘ Nacht im Traum vor mir
ein endlos weites Feld.
Millionen Menschen sah ich dort,
aus allen Ländern der Welt.
Ich sah im Traum die ganze Menschheit
einig und befreit von Folter, Hass und Völkermord, für jetzt und alle Zeit.
Ich sah im Traum dies Menschenheer
bewaffnet wie zur Schlacht,
in dichten Reihen aufgestellt
um einen tiefen Schacht.
Und auf ein Zeichen warfen sie
all ihre Waffen ab, Granaten, Bomben
stürzten tausend Meter tief hinab.
Bald war der Schacht gefüllt
mit Kriegsmaschinen bis zum Rand
und Menschen aller Rassen
standen lachend Hand in Hand.
Wohl jeder träumt den Traum vom Frieden,
und es kommt die Zeit,
da wird, wie jeder Menschheitstraum
der Frieden Wirklichkeit.
Hannes Wader

mikö56
mikö56
18. Feb. 2018 10:43

Der Traum ist aus
Ich hab geträumt, der Winter wär vorbei
Du warst hier und wir waren frei.
Und die Morgensonne schien.
Es gab keine Angst und nichts zu verlier’n,
Es war Friede bei den Menschen und unter den Tier’n.
Das war das Paradies.
Ref.: Der Traum ist aus.
Der Traum ist aus.
Aber ich werde alles geben, daß er Wirklichkeit wird.
Ich hab geträumt, der Krieg wär vorbei.
Du warst hier, und wir waren frei.
Und die Morgensonnen schien.
Alle Türen waren offen, die Gefängnisse war’n leer.
Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr.
Das war das Paradies.
Gibt es ein Land auf der Erde,
Wo dieser Traum Wirklichkeit ist?
Ich weiß es wirklich nicht.
Ich weiß nur eins und da bin ich mir sicher:
Dieses Land ist es nicht.
Dieses Land ist es nicht.
Der Traum ist ein Traum zu dieser Zeit.
Doch nicht mehr lange, mach dich bereit.
Für den Kampf um’s Paradies.
Wir hab’n nichts zu verlier’n außer unser Angst
Es ist uns’re Zukunft, unser Land.
Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.
Rio Reiser

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
12. Feb. 2018 9:03

Die drei Siebe
Zum weisen Sokrates kam Einer gelaufen und sagte: “ Höre Sokrates, das muss ich dir erzählen! “
“ Halte ein! “ , unterbrach ihn der Weise. “ Hast du denn das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt? “
“ Drei Siebe? „, fragte der andere voll Verwunderung.
“ Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurch geht. Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst geprüft ob es wahr ist? “
“ Nein, ich hörte es erzählen und … “
“ So so! „. Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, gut? “
Zögernd sagte der andere: “ Nein, im Gegenteil. “
“ Hm “ , unterbrach ihn der Weise. “ So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, daß du mir das erzählst? “
“ Notwendig nun gerade nicht. “
“ Also“ , sagte lächelnd der Weise, “ wenn es weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit. „

aktiver Mitleser
aktiver Mitleser
13. Feb. 2018 10:02

Wir schaffen im Heute,
die Vergangenheit,
an die wir morgen
hoffentlich gerne denken.
Selbstverfasst von aktiver Mitleser.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
13. Feb. 2018 14:29

Es ist fast unmöglich die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.
Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
14. Feb. 2018 9:13

Ein Mensch, ein klares Aug‘, ein leuchtender Verstand, ein warmes Herz und eine milde Hand, wahr gegen sich, den andern gerecht, ein Mensch! Ein Mensch! Licht, mutig, schön und – echt!
Emil Gött (1864 – 1908)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
15. Feb. 2018 5:07

Wo du wandelst, geh‘ mit Segen und des Glückes Sonnenlicht. Und lass auch auf deinen Wegen für mich blüh’n Vergissmeinnicht.
Spruch aus einem Poesiealbum in 1848

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
16. Feb. 2018 9:34

Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen das man hat, und wenn es krumm und knorrig wäre.
Verstand und Gemüt: beides verlange ich von meinen Freunden, denn der Verstand allein versteht selten, was das Herz spricht.
Und wimmert auch einmal das Herz, stoß an und lass es klingen. Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz ist gar nicht umzubringen.
Nur wer ein gültiges Herz hat, darf sich Kritik erlauben.
Kein Mann gedeihet ohne Vaterland.
Over de stille Straten geit klar de Klokkenslag: God Nacht! Din Hart will slapen und morgen is ok en Dag.
Theodor Storm (1817 – 1888)

Sirius
Sirius
16. Feb. 2018 23:22
mikö56
mikö56
18. Feb. 2018 10:55
Antwort an  Sirius

Bertold Brecht
Anmut sparet nicht noch Mühe (Kinderhymne)
Anmut sparet nicht noch Mühe,
Leidenschaft nicht noch Verstand,
daß ein gutes Deutschland blühe,
wie ein andres gutes Land.
Daß die Völker nicht erbleichen
wie vor einer Räuberin,
sondern ihre Hände reichen
uns wie andern Völkern hin.
Und nicht über und nicht unter
andern Völkern wolln wir sein,
von der See bis zu den Alpen,
von der Oder bis zum Rhein.
Und weil wir dies Land verbessern,
lieben und beschirmen wir’s.
Und das liebste mag’s uns scheinen
so wie andern Völkern ihrs.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
17. Feb. 2018 9:14

Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.
Buddha

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
18. Feb. 2018 8:23

Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde, als das Risiko zu blühen.
Anais Nin

mikö56
mikö56
18. Feb. 2018 11:13

Zwei Gedichte aus meiner Heimat, die mir gut gefielen:
Mein Dörfchen
von Peter Hacks
Mein Dörfchen, das heißt DDR,
Hier kennt jeder jeden.
Wenn Sie in Rostock flüstern, Herr,
Hört Leipzig, was Sie reden.
Das Mädchen, das zu lieben lohnt,
Kennt auch Ihr Freund genauer.
Es gibt nichts Neues unterm Mond,
Nicht dieserseits der Mauer.
….
Bertold Brecht
Die Lösung (1953)
Nach dem Aufstand des 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, daß das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch verdoppelte Arbeit
zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
19. Feb. 2018 6:43

Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist die Geduld.
Ralph Waldo Emerson

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
20. Feb. 2018 7:01

Das Glück ist schon da. Es ist in uns! Wir haben es nur vergessen und müssen uns wieder daran erinnern.
Sokrates
Suche das Licht nicht im Außen, finde das Licht in dir und lass es aus deinem Herzen strahlen.
Rumi
Mut ist nicht immer brüllend laut. Manchmal ist es auch eine leise Stimme am Ende des Tages, die spricht: “ Morgen versuche ich es wieder. “
Mary Anne Radmacher
Es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint, das uns verbraucht, sondern als etwas, das uns vollendet.
Antoine de Saint Exupery

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
21. Feb. 2018 4:39

Ich versuchte ihn zu finden am Kreuz der Christen, aber er war nicht dort. Ich ging zu den Tempeln der Hindus und zu den alten Pagoden, aber ich konnte nirgendwo eine Spur von ihm finden. Ich suchte ihn in den Bergen und Tälern, aber weder in der Höhe noch in der Tiefe sah ich mich imstande, ihn zu finden. Ich ging zur Kaaba in Mekka, aber dort war er auch nicht. Ich befragte die Gelehrten und Philosophen, aber er war jenseits ihres Verstehens. Ich prüfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah. Er ist nirgends sonst zu finden.
Rumi

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
21. Feb. 2018 12:56

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, noch nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit.
Und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt eure Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein; denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er den Bogen, der fest ist.
Khalil Gibran 1883 – 1931

Bjørn Lystaal
Bjørn Lystaal
22. Feb. 2018 11:55

Namen und Worte
Verdrehen.
Tränen und Orte
Vergehen.
Lüge und Kriege
Verwehen.
Taten und Liebe
Bestehen.
Aus: „Fenreya – Die Monde aber sprachen“ (Band 1 der CLANNADSAGA)
von Nicolai und Bjørn Lystaal

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
22. Feb. 2018 11:56

Wollen wir uns durch den Geist befähigen lassen, neue Zustände zu schaffen und wieder zur Kultur zurückkehren, oder wollen wir weiterhin den bestehenden Geist empfangen und an ihm zugrunde gehen? Das ist die Schicksalsfrage, vor die wir gestellt sind.
Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, daß du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.
Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer 1875 – 1965
Das Gute spricht in schlichten klaren Worten, das Böse hüllt sich gern in Rätsel ein.
Wer sein Recht nicht wahret, gibt es auf.
Solange man das Schwert noch kennt und ehrt, wird Gottes Reich auf Erden nimmer blüh’n.
Ernst Raupach 1784 – 1852

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
23. Feb. 2018 6:38

Dein wahrer Freund ist nicht, wer dir den Spiegel hält der Schmeichelei, worin dein Bild dir selbst gefällt. Dein wahrer Freund ist, wer dich seh’n lässt deine Flecken und sie dir tilgen hilft, eh‘ Feinde sie entdecken.
Friedrich Rückert 1788 – 1866

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
24. Feb. 2018 9:52

Wenn ein Mann die Hälfte eines Tages in den Wäldern aus Liebe zu ihnen umhergeht, so ist er in Gefahr, als Bummler angesehen zu werden; aber wenn er seinen ganzen Tag als Spekulant ausnützt, jene Wälder abschert und die Erde vor der Zeit kahl macht, so wird er als fleißiger und unternehmender Bürger geschätzt. Als wenn eine Gemeinde kein anderes Interesse an ihren Wäldern hätte, als sie abzuhauen.
Henry David Thoreau

Anna
Anna
24. Feb. 2018 23:59

Ade zur guten Nacht
1.
Ade nur zur guten Nacht!
Jetzt wird der Schluß gemacht,
Daß ich muß scheiden;.
Im Sommer da wächst der Klee,
Im Winter, da schneit´s den Schnee,
Da komm ich wieder.
2.
Es trauern Berg und Tal,
Wo ich viel tausendmal
Bin drüber gangen;
Das hat deine Schönheit gemacht,
die hat mich zum Lieben gebracht
mit großem Verlangen.
3.
Das Brünnlein rinnt und rauscht
Wohl dort am Holderstrauch,
Wo wir gesessen,
Wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herzen lag,
das hast du vergessen.
4.
Die Mädchen in der Welt
Sind falscher als das Geld
Mit ihrem Lieben.
Ade nun zur guten Nacht,
jetzt wird der Schluß gemacht,
daß ich muß scheiden
[Mündliche Überlieferung aus dem frühen 19. Jh.]
Ade Nun Zur Guten Nacht [YT]

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
25. Feb. 2018 9:35

Das Höchste sind große Gedanken und ein reines Herz.
Beobacht‘ und denke nach, um die Wahrheit zu erkennen. Glaube nichts was der Vernunft widerspricht. Täusche weder dich noch andere.
Unsere Sache ist es, den Funken des Lichts festzuhalten, der aus dem Leben überall da hervorbricht, wo die Ewigkeit die Zeit berührt.
Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.
Die Übereinstimmung Wahrheit suchen wir beide; du außen im Leben, ich innen im Herzen. Und so findet sie jeder gewiss. Ist das Auge gesund, so begegnet es außen dem Schöpfer. Ist es das Herz, dann gewiss spiegelt es innen die Welt.
Wage du zu irren und zu träumen! Hoher Sinn liegt oft in kind’schem Spiel.
Einfachheit ist das Resultat der Reife.
Friedrich Schiller 1759 – 1805

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
26. Feb. 2018 10:39

Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.
Konfuzius

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
26. Feb. 2018 11:05

Ich wünsche mir für die Heilung der Mutter Erde von allen beseelten Menschen, Denken und Handeln JA, ein jeder wie er mag und kann. Aber streiten über Denken und Handeln NEIN, das reißt die Wunde nur größer.
Annegret Briesemeister
Ich weiß nicht, ob dies Poesie ist, es kam gerade in meine Gedanken ?

Torsten
Torsten
26. Feb. 2018 21:38

Das Glück und die Weisheit
Gedicht von Friedrich Schiller
Entzweit mit einem Favoriten,
Flog einst Fortun‘ der Weisheit zu.
»Ich will dir meine Schätze bieten,
Sei meine Freundin du!
Mein Füllhorn goß ich dem Verschwender
In seinen Schoß, so mütterlich!
Und sieh! Er fodert drum nicht minder
Und nennt noch geizig mich.
Komm, Schwester, laß uns Freundschaft schließen,
Du keuchst so schwer an deinem Pflug.
In deinen Schoß will ich sie gießen,
Auf, folge mir! – Du hast genug.«
Die Weisheit läßt die Schaufel sinken
Und wischt den Schweiß vom Angesicht.
»Dort eilt dein Freund – sich zu erhenken,
Versöhnet euch – ich brauch dich nicht.«
Friedrich Schiller
Aus der Sammlung Gedichte (1776-1788)
Das Glück und die Weisheit
Gedicht von Friedrich Schiller
Entzweit mit einem Favoriten,
Flog einst Fortun‘ der Weisheit zu.
»Ich will dir meine Schätze bieten,
Sei meine Freundin du!
Mein Füllhorn goß ich dem Verschwender
In seinen Schoß, so mütterlich!
Und sieh! Er fodert drum nicht minder
Und nennt noch geizig mich.
Komm, Schwester, laß uns Freundschaft schließen,
Du keuchst so schwer an deinem Pflug.
In deinen Schoß will ich sie gießen,
Auf, folge mir! – Du hast genug.«
Die Weisheit läßt die Schaufel sinken
Und wischt den Schweiß vom Angesicht.
»Dort eilt dein Freund – sich zu erhenken,
Versöhnet euch – ich brauch dich nicht.«
Friedrich Schiller
Aus der Sammlung Gedichte (1776-1788)

Torsten
Torsten
26. Feb. 2018 22:53

Ich ging im Walde
So vor mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümlein stehn,
Wie Sterne blinkend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt‘ es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Mit allen Wurzeln
Hob ich es aus,
Und trugs zum Garten
Am hübschen Haus.
Ich pflanzt es wieder
Am kühlen Ort;
Nun zweigt und blüht es
Mir immer fort.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
27. Feb. 2018 8:38

Die Worte sind für die Gedanken, was das Gold für die Diamanten ist: nötig um sie zu fassen. Aber sie bedürfen ihrer wenig.
“ Alles ist gut “ will weiter nichts besagen als, daß alles durch unwandelbare Gesetze regiert wird.
Alles was du sagst sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen.
Ich fürchte mich zu kennen, und kann mich doch nicht ignorieren.
Es braucht nur zwei bis drei mutige Menschen, um den Geist einer Nation zu ändern.
Ich befürchte, die Stellvertreter Gottes werden die Willfährigkeit der Menschen so lange missbrauchen, bis diese zuletzt doch noch klug werden. ? !!!
Die nützlichsten Bücher sind diejenigen, welche den Leser zu ihrer Ergänzung auffordern.
Voltaire 1694 – 1778

Andrea
Andrea
27. Feb. 2018 17:16

Pflichtbewußtsein ohne Liebe macht verdrießlich. 
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos. 
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart. 
Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig. 
Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch. 
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch. 
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich. 
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch. 
Macht ohne Liebe macht grausam. 
Ehre ohne Liebe macht hochmütig. 
Besitz ohne Liebe macht geizig. 
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Laotse

Torsten
Torsten
27. Feb. 2018 18:43

Die Deutsche Seele könnte so wunderbar sein, wäre sie für das Deutsche Gemeinwohl da und nicht für sich allein.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
28. Feb. 2018 8:13

Es geht darum, eine stille Ehrfurcht und Gottesfurcht vor allen unbegreiflichen und höheren Erscheinungen zu haben und daher das Aufblühen eines Kindes in demütiger Selbstverleugnung zu betrachten. Ein Geist ist hier beschäftigt, der frisch aus der unendlichen Quelle kommt. Und dieses Gefühl einer Überlegenheit in den allerhöchsten Dingen, der unwiderstehliche Gedanke einer näheren Führung dieses unschuldigen Wesens, das jetzt im Begriff steht, eine so bedenkliche Laufbahn anzutreten.
Novalis 1772 – 1801

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
1. Mrz. 2018 6:40

Ich gebe euch den guten Rat, welche über missliche Verhältnisse Rat halten, geziemt es, von Hass, Freundschaft, Zorn und Mitleid frei zu sein. Nicht leicht entdeckt der Geist das Wahre, wo jene im Wege stehen. Und überall hat kein Mensch seiner Leidenschaft und seinem Vorteil zugleich Gehör gegeben.
Halte deinen Geist wach, denn der geistige Schlaf ist ein Bruder des Todes.
Die ältesten und kürzesten Wörter, nämlich JA und NEIN, erfordern das meiste Nachdenken.
Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen.
Pythagoras

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
1. Mrz. 2018 14:29

Was die Erde mir geliehen,
fordert sie schon jetzt zurück.
Naht sich, mir vom Leib zu ziehen,
sanft entwindend Stück für Stück.
Um so mehr, als ich gelitten,
um so schöner ward die Welt.
Seltsam, dass, was ich erstritten,
sachte aus der Hand mir fällt.
Um so leichter als ich werde,
um so schwerer trag ich mich.
Kannst du mich, du feuchte Erde,
nicht entbehren, frag ich dich.
“ Nein ich kann dich nicht entbehren,
muss aus dir ein Ander’n bauen.
Muss aus dir ein Ander’n nähren,
soll sich auch die Welt anschauen.
Doch getröste dich in Ruh‘ ,
auch der And’re, das bist du.
Peter Rosegger

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Mrz. 2018 12:38

Leidenschaft und Mut
Ich Bin
deine Leidenschaft
und Ich Bin
der dir Leiden schafft,
wenn dein Mut zum Übermut wird
und deine Demut zum Hochmut.
Wenn aber dein Wagemut wächst, aufzudecken,
wer dir solche Un- Annehmlichkeiten macht,
dann Bin Ich Wohl- Gemut über deine Entdeckung,
daß es nichts Unangenehmes gibt,
sondern nur Menschen, Tiere und Dinge,
die du nicht annehmen willst,
weil du die Mühe scheust,
dich ihnen ähnlich zu machen,
um sie besser zu verstehen.
Bis du deinen Ver- stand
zum schweigen bringst
und dir bewusst wird,
daß alles gleichermaßen kostbar ist.
Denn Ich Bin in Allem
und Ich Bin diese Kostbarkeit,
bar aller Kosten
und bereit, sich von dir kosten zu lassen.
Und so Bin Ich
also auch deine Neu-Gier,
dich von Mir ergreifen zu lassen,
damit du be- greifst,
was Ergriffenheit heißt.
Aus dem dem Buch “ Göttliche Homöopathie vom notwendigen Erwachen im 3. Jahrtausend “
Autor des Buches ist Peter Raba

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
2. Mrz. 2018 23:20

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge zieh’n.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott,
um den uralten Turm.
Und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht,
bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
3. Mrz. 2018 15:15

Der Heiland
Immer wieder wird er Mensch geboren,
spricht zu frommen, spricht zu tauben Ohren,
kommt uns nah und geht uns neu verloren.
Immer wieder muss er einsam ragen,
aller Brüder Not und Sehnsucht tragen.
Immer wird er neu ans Kreuz geschlagen.
Immer wieder will sich Gott verkünden,
will das Himmlische ins Tal der Sünden,
will ins Fleisch der Geist, der ewige, münden.
Immer wieder, auch in diesen Tagen,
ist der Heiland unterwegs, zu segnen,
unsern Ängsten, Tränen, Fragen, Klagen
mit dem stillen Blicke zu begegnen,
den wir doch nicht zu erwidern wagen,
weil nur Kinderaugen ihn ertragen.
Hermann Hesse

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
4. Mrz. 2018 8:40

Was hilft’s, nach dem Applaus der Welt mit vorgebundener Maske schielen? Da der allein nie aus der Rolle fällt, der immer wagt, sich selbst zu spielen.
Paul Heyse
Nimm mich, wie Gott mich gemacht hat und leih‘ mir keine fremden Züge.
Annette von Droste Hülshoff
Aufstehen, Straßenbahn, Büro, Essen, Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, immer der selbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das Warum da. Und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an.
Albert Camus
Lass von brutalen Gewalten nie deine Seele knechten; kannst du nicht Recht behalten, halte doch fest am Rechten.
Paul Heyse
Berherztheit, lässt Geistesgegenwart dich im Stich. Vor Herzensabwesenheit hüte dich!
Paul Heyse

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
4. Mrz. 2018 9:20

Das Leben, daß ich selbst gewählt
Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, daß mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, indem ich grollte.
Da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.
Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind.
Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt.
Wo sich der Mensch, der Menschenpein entwunden,
als Auserwählter hoher Geister denkt.
Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört ein Wesen ich die Frage tun,
ob ich dies zu leben mich getraute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.
Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme.
“ Dies ist das Leben, daß ich leben will! “
– gab ich zur Antwort mit entschloss’ner Stimme.
So war’s, als ich ins neue Leben trat
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward geboren ich in diese Welt.
Ich klage nicht, wenn’s oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab ich es bejaht.
Verfasser unbekannt, aber man schrieb es lange Hermann Hesse zu

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
5. Mrz. 2018 9:36

Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst; entweder du kommst schon heute weiter hinauf, oder du übst deine Kräfte, um morgen höher zu steigen.
Friedrich Nietzsche
Es braucht Mut, die Wahrheit zu suchen, ohne zu wissen, ob man sie ertragen kann.
Ernst Reinhardt
Wenn man die Wahrheit verschließt und in den Boden vergräbt, dann wird sie nur wachsen und so viel explosive Kraft ansammeln, daß sie an dem Tag, an dem sie durchbricht, alles, was ihr im Wege steht, fortfegt.
Emile Zola
Man kann die Wahrheit nicht ins Feuer werfen, sie ist das Feuer.
Friedrich Dürrenmatt
Der Mensch kann mit dem Mund soviel lügen wie er will, mit dem Gesicht, daß er macht, sagt er stets die Wahrheit.
Friedrich Nietzsche

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
6. Mrz. 2018 9:12

Der erhobene Finger
Meister Djudschi war, wie man uns berichtet, von stiller, sanfter Art und so bescheiden, daß er auf Wort und Lehre ganz verzichtet. Denn Wort ist Schein. Und jeden Schein zu meiden, war er gewissenhaft bedacht.
Wo manche Schüler, Mönche und Novizen vom Sinn der Welt, vom höchsten Gut in edler Rede und in Geistesblitzen gern sich ergingen, hielt er schweigend Wacht.
Vor jedem Überschwange auf der Hut.
Und wenn sie ihm mit ihren Fragen kamen,
den eitlen wie den ernsten, nach dem Sinn der alten Schriften, nach dem Buddha – Namen, nach der Erleuchtung, nach der Welt Beginn und Untergang, verblieb er schweigend, nur leise mit dem Finger aufwärts zeigend.
Und dieses Fingers stumm beredtes Zeigen ward immer inniger und mahnender: es sprach, es lehrte, lobte, strafte, wies so eigen ins Herz der Welt und Wahrheit, daß hernach so mancher Jünger dieses Fingers sachte Hebung verstand, erbebte und erwachte.
Hermann Hesse

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
6. Mrz. 2018 9:43

Auch Schulbildung war nur eine Falle. Das bißchen Bildung, das zu mir durchgedrungen war, hatte mich nur noch mißtrauischer gemacht. Was waren denn Ärzte, Anwälte, Wissenschaftler?
Doch auch nur Menschen, die sich die Freiheit nehmen ließen, selbstständig zu denken und zu handeln.
Charles Bukowski

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
7. Mrz. 2018 10:42

Insofern wir scharfsinnig sind, liegen wir uns in den Haaren, Tiefsinn aber macht verträglich.
Ohne Seelenruhe wird nichts Großes. Wo kleine Leidenschaften an dem Menschen zerren, kann er nur abgebrochen kleine Dinge tun.
Das ist der Geist des Menschen, daß er Gott erkennt, daß er ihn wahrnimmt, den Verborgenen ahnt in der Natur, in seiner Brust ihn vernimmt, ihn anbetet in seinem Herzen.
Friedrich Heinrich Jacobi 1743 – 1819

Alfreda
Alfreda
7. Mrz. 2018 14:19

Der Volkslehrer singt:
Der Volkslehrer singt [YT]

Alfreda
Alfreda
7. Mrz. 2018 14:26

Eugen Roth (1895 – 1976)
Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) Die Gesundheit, b) der Tod.
Darum hält der Arzt, auf das er lebe,
uns zwischen beiden in der Schwebe.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
8. Mrz. 2018 9:01

Mutter Erde, trage mich,
Vater Himmel, beschützte mich,
Schwester Sonne, wärme mich,
Bruder Wind, durchpuste mich,
Lebensodem, durchströme mich.
Ich bin ein Kind der Schöpfung
und darf aus ihr schöpfen,
wenn ich erschöpft bin,
um neu schöpferisch zu sein.
Mutter Erde, trage mich.
Indianisches Gebet

Reiner Sinn
Reiner Sinn
8. Mrz. 2018 17:25

Strebe immer voran zu sein,
wo der Weg Dir bekannt –
aber holen Dich andere ein,
dann reich ihnen freudig die Hand.
(unbek. Verf.)

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
9. Mrz. 2018 8:04

Späte Prüfung
Nochmals aus des Lebens Weiten
reißt mich Schicksal hart ins Enge,
will in Dunkel und Gedränge
Prüfung mir und Not bereiten.
Alles scheinbar längst Erreichte,
Ruhe, Weisheit, Altersfrieden,
reuelose Lebensbeichte,
war es wirklich mir beschieden?
Ach, es ward von jenem Glücke
aus den Händen mir geschlagen
Gut um Gut und Stück um Stücke,
aus ist’s mit den heitern Tagen.
Scherbenberg und Trümmerstätte
ward die Welt und ward mein Leben.
Weinend möcht‘ ich mich ergeben,
wenn ich diesen Trotz nicht hätte.
Diesen Trotz im Grund der Seele,
mich zu stemmen, mich zu wehren,
diesen Glauben: was mich quäle,
müsse sich ins Helle kehren.
Diesen unvernünftig zähen
Kinderglauben mancher Dichter
an unlöschbar ewige Lieder,
die hoch über allen Höllen stehen.
Hermann Hesse

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
9. Mrz. 2018 12:18

Wenn du wachsen möchtest, kann niemand dich aufhalten.
Wenn du nicht wachsen möchtest, kann niemand dir helfen.
Sri Amma Bhagavan

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
9. Mrz. 2018 17:23

Der Kreis
Du hast bestimmt bemerkt, daß ein Indianer alles rund macht, weil die Weltenkraft immer in Kreisen wirkt und alles rund sein will. Der Wind wirbelt kreisförmig bei seiner größten Kraftentfaltung. Vögel bauen runde Nester, die Sonne geht im Bogen auf und auch wieder unter. Der Mond macht dasselbe und beide sind rund. Das Leben eines Menschen ist ein Kreislauf von Kindheit zu Kindheit, und so ist es überall, wo Energie fließt.
Hehaka Sapa ( Black Elk )
Ältester der Oglala ( Teton ) Dakota,
Indianer

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
10. Mrz. 2018 6:56

Ich suche nicht, ich finde.
Suchen,
das ist Ausgehen von alten Beständen
und ein Findenwollen
von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden,
das ist das völlig Neue
auch in der Bewegung.
Alle Wege sind offen
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die im Ungeborgenen sich geborgen wissen,
die in die Ungewissheit,
in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln
einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht –
menschlich beschränkt und eingeengt –
das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis,
für jedes neue Erleben im Außen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen,
der in aller Angst des Loslassens
doch die Gnade des Gehaltenseins
im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.
Pablo Picasso

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
10. Mrz. 2018 10:51

Liebe: an jemanden zu denken, ohne nachzudenken.
Karlheinz Deschner

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
11. Mrz. 2018 8:22

Er ist’s
Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!
Eduard Mörike 1804 – 1875

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
11. Mrz. 2018 9:02

Und sind nicht solchermaßen fest alle Dinge verknotet, daß dieser Augenblick alle kommenden Dinge nach sich zieht?
Also- sich selber noch?
Du bist zu schnell gerannt für das Glück.
Jetzt, wo du müde bist, holt das Glück dich ein.
Friedrich Nietzsche

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
12. Mrz. 2018 7:37

Frühling
Wieder schreitet er den braunen Pfad
von den stürmeklaren Bergen nieder.
Wieder quellen, wo der Schöne naht,
liebe Blumen auf und Vogellieder.
Wieder auch verführt er meinen Sinn,
daß in dieser zart erblühten Reine
mir die Erde, deren Gast ich bin,
Eigentum und holde Heimat scheine.
Hermann Hesse

Torsten
Torsten
12. Mrz. 2018 22:07

Frühling.
Theodor Fontane
Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
»Er kam, er kam ja immer noch«,
Die Bäume nicken sich’s zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.«
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh‘:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
13. Mrz. 2018 6:48

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
ein Birnbaum in seinem Garten stand.
Und kam die goldene Herbsteszeit
und die Birnen leuchteten weit und breit,
da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
so rief er: „Junge, wiste ’ne Beer? “
Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,
kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.“
So ging es viel Jahre, bis lobesam
der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. ‚S war Herbsteszeit,
wieder lachten die Birnen weit und breit.
Da sagte von Ribbeck: “ ich scheide nun ab.
Legt eine Birne mit ins Grab.“
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
trugen von Ribbeck sie hinaus.
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
sangen “ Jesus meine Zuversicht. “
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
“ He is dod nu. We giwt uns nu ’ne Beer? “
So klagten die Kinder. Das war nicht recht-
ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht.
Der neue freilich, der knausert und spart,
hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
und voller Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,
der wußte genau, was er damals tat,
als um eine Birn‘ ins Grab er bat.
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.
Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab.
Und in der goldenen Herbsteszeit
leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
so flüstert’s im Baume: “ Wiste ’ne Beer? “
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s : “ Lütt Dirn,
kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.“
So spendet Segen noch immer die Hand
des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.
Theodor Fontane

Markward
Markward
13. Mrz. 2018 9:14

Der Werwolf
Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind, und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!
Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:
»Der Werwolf«, – sprach der gute Mann,
»des Weswolfs« – Genitiv sodann,
»dem Wemwolf« – Dativ, wie man’s nennt,
»den Wenwolf« – damit hat’s ein End‘.
Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!
Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb’s in großer Schar,
doch „Wer“ gäb’s nur im Singular.
Der Wolf erhob sich tränenblind –
er hatte ja doch Weib und Kind!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.
Christian Morgenstern

Markward
Markward
13. Mrz. 2018 10:08

Desiderata
Geh deinen Weg ohne Eile und Hast,
und suche den Frieden in Dir selbst zu finden
und wenn es Dir möglich ist, versuche den Anderen zu verstehn,
sag ihm die Wahrheit ruhig und besonnen,
und höre ihm zu.
Auch wenn er gleichgültig und unwissend ist,
denn auch er hat seine Sorgen,
egal ob er noch jung und aggressiv oder ob er schon alt und müde ist.
Wenn Du dich mit all den anderen vergleichst,
wirst du feststellen, Du lebst unter Menschen, die
entweder größer oder kleiner,
besser oder schlechter sind als Du selbst!
Sei stolz auf deinen Erfolg und denke auch an deine Karriere
Aber bleibe bescheiden,
Denn das Schicksal kann sich jederzeit wenden.
Sei vorsichtig in deinen Geschäften
denn die Welt ist voller List und Tücke.
Aber lass dich trotz allem nicht von deinem Weg ablenken.
Viele Leute reden von hohen Idealen
und überall wird Heldenmut angepriesen.
Bleibe Du Selber und heuchle nicht mit Gefühl;
Steh der Liebe nicht zynisch gegenüber,
denn sie ist das einzige was wahr und unvergänglich ist.
Sei dankbar über jedes Jahr, das Du erleben darfst
Auch wenn mit jedem Tag ein Stück Deiner Jugend entschwindet,
bereite dich auf den Augenblick vor,
in dem etwas unvorhergesehenes in dein Leben tritt.
Aber zerstöre dich selbst nicht aus Angst vor der Einsamkeit.
Sei immer so, dass Du vor Dir selbst bestehen kannst.
Du hast ein Recht auf der Welt zu sein,
genau wie die Blume, die blüht
und wie ein Stern in der Nacht.
Doch auf dieser Welt lebst Du nicht allein.
Hast du schon irgendwann mal darüber nachgedacht?
Darum schließe Frieden mit Gott,
wo immer er Dir auch begegnet.
Ganz gleich, was das Leben dir auch an Schwierigkeiten auferlegt.
Lass nicht durch Lug und Trug deine Ideale zerbrechen.
Die Welt ist immer noch schön,
Versuche auf ihr zu Leben und glücklich zu werden!
Max Ehrmann, amerikanischer Rechtsanwalt 1927
(in der deutschen Version von Günter Loose)
Hier – unbedingt hörenswert – die Sprechgesangversion von Friedrich Schütter, (Für die Älteren unter uns: Synchronsprecher von Lorne Greene, Bonanza …):
https://www.youtube.com/watch?v=V_La-uDBbO4

Markward
Markward
13. Mrz. 2018 10:44

Ein Frühlingswind
Mit diesem Wind kommt Schicksal; laß, o laß
es kommen, all das Drängende und Blinde,
vor dem wir glühen werden –: alles das.
(Sei still und rühr dich nicht, daß es uns finde.)
O unser Schicksal kommt mit diesem Winde.
Von irgendwo bringt dieser neue Wind,
schwankend vom Tragen namenloser Dinge,
über das Meer her was wir sind.
…. Wären wirs doch. So wären wir zuhaus.
(Die Himmel stiegen in uns auf und nieder.)
Aber mit diesem Wind geht immer wieder
das Schicksal riesig über uns hinaus.
Rainer Maria Rilke

Mottje
Mottje
13. Mrz. 2018 11:02

Hinfallen,
aufstehen,
Krone richten,
weitergehen.
(unbekannt)

Markward
Markward
13. Mrz. 2018 13:33

Ick sitze da un esse Klops.
Uff eemal kloppt’s.
Ick kieke, staune, wundre mir,
Uff eemal jeht se uff, de Tür.
Nanu denk ick, ick denk nanu,
Jetzt isse uff, erst war se zu?
Un ick jeh raus und kieke
Un wer steht draußen? – Icke!
Jean de Bourgeois
(wohl Pseudonym für Carl Einstein, erstmals veröffentlicht 1925 im „Europa-Almanach“)

Torsten
Torsten
13. Mrz. 2018 20:44

Wilhelm Müller (1794-1827)
Der Lindenbaum
Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt‘ in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud‘ und Leide
Zu ihm mich immer fort.
Ich musst‘ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab‘ ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst du deine Ruh‘!
Die kalten Winde bliesen
Mir grad‘ ins Angesicht,
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör‘ ich’s rauschen:
Du fändest Ruhe dort!

Ekkard
Ekkard
14. Mrz. 2018 2:59

Der Zauberlehrling
Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort’ und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.
Walle! wall