Geld und Glauben (Teil 5)

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Ein gemeinschaftlicher Beitrag von Magnus und dem Nachtwächter

Vorwort

Die Beitragsreihe “Geld und Glauben“ zeigt in komprimierter Form die “zeitgenössische Geschichtsschreibung“ auf und bietet dem geneigten Leser mit weiterführenden Fragen erhebliche zusätzliche Erkenntnisgewinne. Die Ereignisdichte erhöht sich beim Gang durch die Geschichte zwangsläufig, je mehr wir uns der Jetztzeit nähern.

Zum möglichst umfassenden Verständnis der vielen Zusammenhänge, ist die Lektüre der vorherigen Beiträge sowie der Fragen und Antworten dringend zu empfehlen:

Geld und Glauben (Teil 1)
Fragen und Antworten GuG Teil 1
Geld und Glauben (Teil 2)
Fragen und Antworten GuG Teil 2
Geld und Glauben (Teil 3)
Fragen und Antworten GuG Teil 3
Geld und Glauben (Teil 4)
Fragen und Antworten GuG (Teil 4)

Dieser fünfte Teil beschäftigt sich mit den Geschehnissen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts.

Bereits mit der Gründung des Königreichs Preußen im Jahre 1701 hatte die alte Ordnung, welche über Jahrhunderte in Mitteleuropa Bestand hatte, einen Zustand erschaffen, welcher bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt war. Die klassischen Hierarchien hatten nicht länger Bestand und der preußisch-österreichische Gegensatz teilte das Reich.

Die Stände und Fürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation sahen sich Veränderungen im Machtgefüge gegenüber, welche letztlich zum Ende des Reiches führen sollten.

In den Jahren vom Beginn der französischen Revolution bis zur Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II. wurden endgültig die Weichen für die heutige welt- und nationalpolitische Situation gestellt. Der alles überragende Name dieser Epoche lautet Napoléon Bonaparte …

Unabhängigkeitskrieg der 13 Kolonien

Nachdem der unter den europäischen Großmächten geführte Siebenjährige Krieg der Jahre 1756 bis 1763, welcher durchaus als Weltkrieg bezeichnet werden darf, die britische Staatskasse massiv belastet und die Staatsschulden innerhalb nur weniger Jahre annähernd verdoppelt hatte, erlegte das britische Parlament seinen 13 Kolonien in Nordamerika mit verschiedenen Gesetzen neue Steuern auf, um den Staatshaushalt zu entlasten. Dies führte zu erheblichem Widerstand in Übersee, insbesondere, da sich die Kolonisten im Parlament in London nicht vertreten sahen.

Die Situation eskalierte im Dezember des Jahres 1773 mit einer vordergründig unwichtig erscheinenden Aktion im Hafen von Boston, Massachussetts, als drei britische Schiffe von aufgebrachten Kolonisten gestürmt und deren Ladung von rund 45 Tonnen Tee über Bord geworfen wurde. Das Ereignis ging als “Boston Tea Party“ in die Geschichte ein und besiegelte die Trennungsbestrebungen der Kolonien, welche im Unabhängigkeitskrieg 1775 bis 1783 und in der Unabhängigkeitserklärung des Kontinentalkongresses der 13 Kolonien vom 4. Juli 1776 mündeten.

Mit dem Frieden von Paris im Jahre 1783 endete offiziell der Krieg um die Kolonien und Großbritannien erkannte die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an. Weiter wurden die Territorien Nordamerikas, zumindest vorläufig, konsolidiert und unter den beteiligten Fraktionen aufgeteilt.

153. Wie war der Überseehandel und dessen Verwaltung organisiert?
154. Welche Folgen hatte der Siebenjährige Krieg für die Ostindien-Kompanie?
155. Welche Rolle spielte der Handel mit Tee in Nordamerika?
156. Wer war auf welcher Seite am Krieg in Übersee beteiligt?
157. Welche Rolle spielte das russische Kaiserreich im Unabhängigkeitskrieg?
158. Was bedeutete der Unabhängigkeitskrieg für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?
159. Auf wessen Seite standen “die Deutschen“ im Unabhängigkeitskrieg?
160. Welche Rolle übernahm Friedrich Wilhelm von Steuben?
161. Weshalb übernahm von Steuben diese Rolle?
162. Wie wurde der “Frieden von Paris“ auch genannt?
163. Welche rechtliche Wirkung hatte der “Frieden von Paris“?
164. Wie wurden die Söldnertruppen für den Unabhängigkeitskrieg finanziert?
165. Was bedeutete die Unabhängigkeit für den amerikanischen Geldmarkt?

Machtkampf um die Kolonien und Widerstand gegen den Absolutismus in Frankreich

Der Frieden währte jedoch nur kurz, da die Konfliktherde in praktisch allen Kolonialgebieten auf einen neuen Höhepunkt zusteuerten, welcher mit den britisch-französischen Kolonialkonflikten über zwei Jahrzehnte das weltweite Geschehen, vor allem auch auf dem europäischen Festland, mitbestimmte und zu einer Neuverteilung der kolonialen Besitztümer führte.

In Europa hatten sowohl der Siebenjährige Krieg als auch der amerikanische Unabhängigkeitskrieg nachhaltige Folgen für das französische Königreich unter Ludwig XVI. Sein absolutistisches Königtum hatte den Briten zwar im Kampf um die Vormachtstellung erheblichen Schaden zugefügt, doch war zugleich, wie in Großbritannien, auch der Staatshaushalt in Frankreich praktisch ruiniert worden. Die daraus resultierende, von den niederen französischen Ständen als ungerecht empfundene Steuerbelastung, schürte enormen Unmut und hinzu kamen maßgebliche Teuerungen der Grundversorgungsmittel.

Da von den Nahrungsmittelengpässen der überaus größte Teil der Landbevölkerung und auch die durchaus noch besser gestellten Handwerker massiv betroffen waren, wurden Forderungen nach verstärkter Anteilnahme des Dritten Standes an der Nationalversammlung laut, welche König Ludwig XVI. auf die lange Bank zu schieben versuchte. Der Sturm auf die Bastille in Paris am 14. Juli 1789 und das darauf folgende Ende der Ständegesellschaft in Frankreich führte zum Niedergang der französischen absolutistischen Monarchie und nur wenig später zu jeder Menge rollenden Köpfen.

166. Welche Abstammung hatte Ludwig XVI.?
167. Mit wem war Ludwig XVI. verheiratet?
168. Was löste die Abschaffung des französischen Absolutismus‘ aus?
169. Wie verhielten sich die anderen europäischen Großmächte?
170. Wie wurden die revolutionistischen Bestrebungen finanziert?
171. Durch wen wurde die Gründung der “Nationalversammlung“ angestoßen?
172. Welcher Zweck wurde mit der Gründung der “Nationalversammlung“ verfolgt?

Die Französische Revolution

Mit der gewaltsamen Durchsetzung der “bürgerlichen Herrschaft“ in Frankreich gingen maßgebliche Änderungen einher. Die französische Nationalversammlung hob die Leibeigenschaft und Frondienste auf, wie auch die Steuerbefreiung privilegierter Stände, und verabschiedete 1789 die “Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“. Auch die Kirche musste auf ihre Güter verzichten, welche in Nationalgüter umgewandelt wurden und als Deckung der neueingeführten Assignaten-Währung dienten. Weiter wurden Bischöfe und Priester nun von staatlichen Stellen ernannt, bzw. gewählt und mussten einen Eid auf die französische Verfassung ablegen.

Im Laufe der Französischen Revolution der Jahre 1789 bis 1799 gingen dem Land fast alle seine Kolonien verloren, doch Frankreich baute seine Macht Ausgangs des 18. Jahrhunderts zunehmend auf dem europäischen Festland aus.

Der maßgeblich durch bereits in jungen Jahren auf herausragende militärische Fähigkeiten begründete Aufstieg von Napoléon Bonaparte darf als das Schlüsselereignis der Zeit von der Französischen Revolution 1789, bis zu Napoléons endgültiger Abdankung im Jahre 1815 und darauffolgende Verbannung auf die Insel St. Helena im Südatlantik angesehen werden.

173. Auf wen geht die Idee “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zurück?
174. Woher kam das Geld für die Errichtung der Französischen Republik?
175. Welche Ausdehnung hatte Großbritannien Ende des 18. Jahrhunderts?
176. Was war der “Louisiana Purchase“?
177. Was war der Beweggrund des “Louisiana Purchase“ und welche Folgen hatte dieser?
178. Welcher Teil der französischen Gesellschaft profitierte am Nachhaltigsten von den Veränderungen?
179. Von wem wurde die “Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ formuliert?

Kolonialkonflikte zwischen Großbritannien und Frankreich

Großbritannien war, gemäß der 1701 im Königreich England im “Act of Settlement“ neu geregelten Thronfolge, in Personalunion bereits 1714 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (auch Kurhannover) der Welfen übergegangen. Die Konflikte in Übersee hatten zu erheblichen Spannungen zwischen Großbritannien und Frankreich geführt, welche nicht zuletzt aufgrund der vorübergehend unklaren Machtverhältnisse während der Revolution in Frankreich im Verlust französischer Kolonien mündete.

So vermochten sich die Briten, als kolonialer Hauptgegner Frankreichs, auf den Weltmeeren nachhaltig durchzusetzen und begründeten ihre kontinuierlich wachsende Macht vornehmlich auf der Kontrolle der Handelswege mittels ihrer stark ausgebauten Marine und auf die Übernahme wichtiger Handelsregionen in Fernost. Nur wenige Kolonien konnten zeitweise noch von den Franzosen gehalten oder auch zurückerobert werden, doch musste sich die französische Flotte der britischen Seemacht letztlich geschlagen geben.

Erster Koalitionskrieg

Derweil wuchs, seiner militärischen Laufbahn im revolutionären Frankreich folgend, auch der politische Einfluss Napoléons während der unruhigen Zeiten im Land. Als Oberbefehlshaber führte er im Rahmen des Ersten Koalitionskrieges gegen Preußen und Österreich den Italienfeldzug für Frankreich, trotz deutlich geringerer Truppenstärke als seine in Italien österreichischen Gegner, zum Erfolg und ermöglichte so den maßgeblichen Ausbau französischer Macht mittels der Errichtung der Cisalpinischen Republik und der späteren Annektion des Kirchenstaates.

Im Ersten Koalitionskrieg hatte Frankreich seine Machtbasis erheblich erweitert. Neben großen Teilen Italiens waren auch die linksrheinischen Gebiete, die Niederlande und die Schweiz an Frankreichs Truppen gefallen und neue Republiken waren ausgerufen worden.

Während die Spannungen mit Großbritannien und den Kontinentalmächten Russland, Preußen, Österreich und Spanien weiterhin die europäische Politik bestimmten, wurde Napoléon, ob der offensichtlichen Undurchführbarkeit einer Invasion der britischen Inseln, mit der Eroberung des zum Osmanischen Reich gehörenden Ägypten beauftragt, was ihm gegen hochgradig unterlegene osmanisch-ägyptische Mamluken mühelos gelang.

Die vor Abukir ankernde französische Mittelmeerflotte, welche Napoléons Expeditionsheer nach Ägypten gebracht hatte, wurde nach längerer Suche 1798 von der unter dem Befehl von Admiral Horatio Nelson stehenden britischen Flotte vernichtend geschlagen. Napoléon machte sich, nach mehreren erfolgreichen Feldzügen bis nach Palästina und einem vernichtenden Sieg gegen die Osmanen bei Abukir, im August 1799 auf eigene Initiative und ohne seine Truppen auf den Rückweg nach Frankreich.

180. Was war der Auslöser des Ersten Koalitionskriegs?
181. Warum wurde so lange mit einem Eingreifen in Frankreich gewartet?
182. Welche Folgen hatte die Annektion des Kirchenstaates?
183. Welchen Zweck verfolgte die französische Expedition nach Ägypten?
184. Woher stammten die Mittel für eine derartige Unternehmung?

Wechselnde Koalitionen gegen Frankreich

Preußen war durch den Ersten Koalitionskrieg finanziell erschöpft und fand sich, zusammen mit den Spaniern, bereits 1795 in Basel ein, wo sich die beiden Länder aus dem Krieg gegen Frankreich zurückzogen. Preußen schloss zudem eine Geheimvereinbarung mit Frankreich bezüglich der rechtsrheinischen Gebiete, welche sich später als überaus nützlich für das Königreich erweisen sollte.

Der Zweite Koalitionskrieg des Jahres 1799, zwischen dem nach wie vor revolutionären Frankreich und einem Bündnis bestehend aus Großbritannien, Russland und Österreich, stellte zunächst die alte Ordnung vornehmlich in Italien wieder her.

Napoléon war zu dieser Zeit als General noch in Ägypten gebunden und isoliert, doch mit seiner Rückkehr und Übernahme der Herrschaft in Frankreich und der damit einhergehenden offiziellen Beendigung der Revolution, griff er in Italien ein und sicherte den Machtanspruch der noch jungen Französischen Republik durch seinen neuerlich siegreichen Italienfeldzug gegen eine zu dem Zeitpunkt bereits zerstrittene Koalition.

Die Feindseligkeiten mit dem habsburgerischen Österreich hielten dennoch an und Napoléon erzwang einen Waffenstillstand durch die Festsetzung bayrischer und österreichischer Truppen bei Hohenlinden, welcher den Frieden von Lunéville zur Folge hatte, mit welchem der Zweite Koalitionskrieg endete.

185. Warum wurde diese Entwicklung zugelassen?
186. Wie gestaltete sich das finanzielle Kräfteverhältnis in Europa im ausgehenden 18. Jahrhundert?
187. Woher kamen die Ressourcen, mit denen Frankreich sein Handeln finanzierte?

Der korsische “Kaiser“

Während der unruhigen Zeiten im revolutionären Frankreich ließ sich Napoléon Bonaparte, nach mehreren Staatsstreichen, im Jahre 1799 zum Ersten Konsul der Französischen Republik wählen, dies nicht zuletzt aufgrund der durch seinen Italienfeldzug ermöglichten französischen Herrschaft über große Teile Italiens, der nachfolgenden Gründung der Römischen Republik sowie der damit einhergehenden Absetzung und späteren Verschleppung von Papst Pius VI..

Im Jahr 1801 vereinbarten die Französische Republik und der erst im Jahr zuvor unter habsburgerischem Schutz in einem Konklave in Venedig zum neuen Papst gewählte Pius VII., dass der Katholizismus von “der großen Mehrheit der französischen Bürger“ ausgeübt werde, jedoch wurde er nicht zur Staatsreligion erhoben. Mit dem entsprechenden Konkordat unterstellte sich die praktisch entmachtete Rom-Kirche faktisch dem französischen Herrscher und Napoléon krönte sich 1804, in Anwesenheit von Pius VII., selbst zum “Kaiser der Franzosen“.

22. Was ist ein Kaiser?
188. Welche Bedeutung hatte der Titel “Kaiser der Franzosen“?
189. Wie haben die Vertreter der europäischen Großmächte auf Napoléons Selbsterhebung zum Kaiser reagiert?
190. Welche Folgen hatte die Säkularisierung Frankreichs während der Revolution?

Britisches Kurhannover

Nach der auseinandergebrochenen Allianz des Ersten Koalitionskriegs und der Niederlage der neuen Allianz im Zweiten Koalitionskrieg sah sich Großbritannien als einziges noch gegen Frankreich vorgehendes Land militärisch isoliert. So wurde zunächst das Hauptaugenmerk auf die Durchsetzung des Act of Union des Jahres 1800 gelegt, welcher Irland angliederte und das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland begründete.

Das Kurfürstentum Hannover wurde nach wie vor in Personalunion vom britischen König Georg III. regiert. Dieser hatte über Kurhannover, als Kurfürst des Kaiserreiches, auf dem europäischen Festland erheblichen Einfluss und entsprechende Interessen, doch war Kurhannover in der misslichen geographischen Lage, Pufferstaat zwischen Frankreich und Preußen zu sein.

Insbesondere die Verbindung Kurhannovers zum (dann bereits) Vereinigten Königreich, mit dem sich Frankreich immer wieder im Kriegszustand befand, führte dazu, dass der preußische König Friedrich Wilhelm III. Kurhannover auf Drängen Napoléons und zur Sicherung seiner eigenen Landesgrenze 1801 besetzte und erst im März 1802, nach dem Frieden von Amiens, mit welchem der Zweite Koalitionskrieg sein Ende fand, wieder räumte.

Im Zuge der 1803 neu aufgeflammten Kriegshandlungen zwischen Frankreich und Großbritannien wurde Kurhannover zum Ziel der kontinentalen Kontrollinteressen Frankreichs. Ein anrückendes französisches Heer vor Augen, wurde Hannover 1803 kampflos an Frankreich übergeben und fortan besetzt, was den Gegensatz zu Großbritannien nur weiter verstärkte und zudem Preußen unter Druck setzte.

191. Welche politische Position vertrat Großbritannien/das Vereinigte Königreich in der europäischen Machtstruktur Eingangs des 19. Jahrhunderts?
192. Wie stellten sich die verwandtschaftlichen Beziehungen zu dieser Zeit zwischen den europäischen Großmächten dar?

Reichsdeputationshauptschluss

Die bereits seit 1794 besetzten linksrheinischen Gebiete waren dauerhaft an Frankreich gefallen, womit der Rhein zur natürlichen Grenze zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und Frankreich geworden war. Nach dem neuerlichen Sieg Napoléons über den römisch-deutschen Kaiser Franz II. aus dem Hause Habsburg im Zweiten Koalitionskrieg sahen sich die Reichsfürsten zum Handeln gezwungen.

So trat im Jahre 1802 die Reichsdeputation zusammen, mit deren Hauptschluss des Jahres 1803 die betroffenen Fürsten für an Frankreich verlorengegangene Gebiete entschädigt wurden und das Kaiserreich einer grundlegenden Umgestaltung unterworfen wurde. Die Entschädigungen wurden hauptsächlich durch die Einziehung von Kirchengütern erreicht, welche den Fürsten zum Ausgleich gegeben wurden. Diese Säkularisation beendete den kirchlichen Einfluss über erzbischöfliche Kurfürsten und deren Macht im Reich.

Für Napoléon erwies sich die Umgestaltung und Gebietskonsolidierung des Kaiserreiches als Schlüssel zum weiteren Ausbau seiner Macht in Kontinentaleuropa, denn der Reichsdeputationshauptschluss hatte maßgebliche Veränderungen der Loyalitäten insbesondere der rheinischen deutschen Fürstentümer zur Folge. So hatten sich vornehmlich in Süddeutschland mit Baden, Bayern und Württemberg praktisch bereits eigenständig agierende Staaten herauskristallisiert, obwohl das Heilige Römische Reich Deutscher Nation offiziell nach wie vor Bestand hatte.

Eine für das Reich und den Kaiser dramatische Folge des Hauptschlusses waren militärische Bündnisse vorgenannter Fürstentümer mit dem Erzfeind Frankreich und zugleich der Vorgeschmack auf die weitere politische Entwicklung.

193. Auf wessen Veranlassung wurde der Immerwährende Reichstag mit der Reichsdeputation beauftragt?
194. Wer waren die berufenen Mitglieder der Reichsdeputation und wer war nicht vertreten?
195. Wer lieferte den Entwurf des Hauptschlusses?
196. Warum wurde dem Entwurf praktisch unverändert zugestimmt?
197. Welche rechtliche Nachhaltigkeit hatte der Reichsdeputationshauptschluss?
198. Welche Veränderung ergab sich in Bezug auf die Kur-Titel?
199. Warum knickten so viele Fürsten vor Frankreich ein?
200. Was war der Hauptgrund für Baden, Bayern und Württemberg sich mit Frankreich zu verbünden?
201. Wer blieb von der Säkularisation im Reich ausgenommen?
202. Wer waren die Hauptprofiteure des Hauptschlusses?

Dritter Koalitionskrieg

Den enormen Machtausbau auf dem europäischen Festland innerhalb nur weniger Jahre verdankte Frankreich einerseits dem militärisch-strategischen Geschick Napoléons und seinem politischen Sachverstand sowie auch maßgeblich seiner erfolgreichen Einflussnahme auf die Fürsten des bereits im Zerfall begriffenen Kaiserreiches.

Die neuen Bündnisse mit Baden, Bayern und Württemberg versetzten Napoléon in die Lage, sich einer Koalition aus Großbritannien, Russland, Österreich, Schweden und Neapel entgegenzustellen. Es kam zum Dritten Koalitionskrieg, mittels dessen sich Frankreich endgültig als vorherrschende Macht auf dem europäischen Kontinent festsetzte.

Napoléon hatte nach wie vor zudem die Absicht, den Kriegsgegner Großbritannien in seinen Herrschaftsbereich zu zwingen. Der Neuaufbau der französischen Flotte nach der vernichtenden Niederlage 1798 vor Abukir sollte eine Invasion der britischen Inseln ermöglichen, doch musste auf die Unterstützung des unter französischer Herrschaft befindlichen Spanien zurückgegriffen werden.

Die französisch-spanische Armada wurde im Hafen von Cádiz von britischen Schiffen blockiert, hatte jedoch den ausdrücklichen Befehl 12.000 Soldaten nach Neapel zu bringen. So lief die Flotte trotz widriger Winde aus, wurde von einer britischen Flotte unter Vizeadmiral Nelson vor Kap Trafalgar gestellt und fast vollständig aufgerieben. Diese Seeschlacht zwang Frankreich zur Aufgabe seiner Invasionspläne und machte Großbritannien zur uneingeschränkten Seemacht auf den Weltmeeren.

Im Zuge der Schlacht bei Ulm im Herbst des Jahres 1805, bei der erneut ein österreichisches Heer von den Franzosen geschlagen wurde, durchquerte Napoléons “Grande Armée“ die zu dem bisher neutralen Preußen gehörige Markgrafschaft Ansbach, was im Königreich große Empörung hervorrief und Preußen dazu veranlasste, russischen Truppen den Durchmarsch durch das ebenfalls preußische Schlesien zu gestatten.

Die Franzosen zogen derweil weiter in Richtung Wien und nahmen die Stadt widerstandslos ein. Im Dezember 1805 folgte die Schlacht von Austerlitz gegen österreichische und russische Heere, welche ebenfalls erfolgreich für Napoléon endete. Der habsburgerische Kaiser Franz von Österreich und nach wie vor Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, war einmal mehr geschlagen. Der Krieg wurde mit dem Frieden von Pressburg zwischen Österreich und Frankreich beendet, Russland hatte sich ohne Friedensschluss zurückgezogen.

203. Warum hat sich Preußen auf die Annektion Hannovers eingelassen?
204. Auf wen geht das Haus Hannover zurück?
205. Welche Rolle spielte Russland in diesem Zusammenhang?
206. Wie ist der Rückzug Russlands “ohne Friedensschluss“ zu verstehen?
207. Welches Herrschergeschlecht übernahm die russische Kaiserwürde im 18. Jahrhundert?
22. Was ist ein Kaiser?
208. Warum vermochte Kaiser Franz II. keine große Koalition gegen Frankreich aufzubauen?

Das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Für Kaiser Franz II. ging die neuerliche Niederlage gegen Napoléon mit einem hohen Preis einher. Österreich musste Gebiete an Bayern und Baden abtreten und verlor seine letzten Besitzungen in Italien. Bayern und Württemberg wurden zu Königreichen erklärt und blieben so unter französischem Einfluss.

Mit der von Napoléon initiierten Schaffung des Rheinbundes im Juli 1806 lösten sich am 1. August des Jahres vorerst 16 deutsche Fürsten und Könige aus dem Reich und formierten zudem eine militärische Konföderation mit Frankreich, womit die französische Macht weiter ausgebaut wurde. Die unmittelbare Folge war das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Kaiser Franz hatte vorsorglich bereits 1804, nach Napoléons Selbstkrönung zum “Kaiser der Franzosen“, den Titel “Kaiser von Österreich“ angenommen. Der Bildung des Rheinbundes konnte er nur noch tatenlos zuschauen und die Krone des Heiligen Römischen Reiches war nicht mehr zu halten. Nachdem Frankreich zusätzlich ein militärisches Ultimatum bis zum 10. August 1806 gestellt hatte, dankte der Kaiser am 6. August 1806 ab, legte die Kaiserkrone nieder und entband die Reichsstände von ihren Pflichten.

209. Welche rechtliche Grundlage hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg durch Napoléon?
210. Welche Folgen hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg?
211. Welche Funktion hatte der Rheinbund?
212. Welchen Nutzen hatte der Rheinbund für die beteiligten Länder?
213. Wie stand es während der napoléonischen Zeit um den Kirchenstaat und das Papsttum?
214. Wie gingen die Reichsstände mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II. um?
215. Was bedeutete die Niederlegung der Kaiserkrone für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?
216. Wie sah die Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zur Niederlegung der Kaiserkrone aus?
217. Welche Rolle spielte das Königreich Preußen in der Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation?

Durch das Ende des Reiches hatte Napoléon sein Hauptziel erreicht, doch nicht alle wollten sich langfristig der französischen Herrschaft beugen, was den korsischen “Kaiser“ zu neuerlichem Handeln nötigte …

Anmerkungen der Autoren

Dieser fünfte Teil der Beitragsserie “Geld und Glauben“ baut auf die in den ersten vier Teilen dargelegten Grundlagen auf, dies nicht nur bei der Betrachtung der weiterführenden Geschichte, sondern auch in Bezug auf die Hintergründe der Geschehnisse.

Wir begrüßen auch zu diesem Beitrag ausdrücklich die Unterstützung der Leser bei der Beantwortung der Fragen und danken ausdrücklich für die Mitarbeit bei der Herausarbeitung und Verknüpfung der verwirrenden Zusammenhänge. Antworten aus dem Forum auf die Fragen dieses fünften Teils werden hier begleitend eingepflegt:

Fragen und Antworten (Teil 5)

Die Serie wird mit dem sechsten Teil fortgesetzt.

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