Hintergrundrauschen

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Nachfolgender Beitrag im Ton-Format, vorgetragen vom Nachtwächter:


Und, hast Du mich vermisst? Tja, wahrscheinlich schon, sonst wärst Du ja jetzt nicht hier und würdest dies lesen oder anhören. Und Dich der Erwartung hingeben, mal wieder eine kleine Weile beschäftigt zu werden. Von mir. Was ja auch in Ordnung ist, denn schließlich ist das Hintergrundrauschen im Moment regelrecht erschlagend … oder auch nicht.

Immerhin bleiben die Darsteller auf der Bühne, wie auch diejenigen, welche ihnen ihre Texte schreiben und ihr öffentliches Verhalten diktieren, der altbekannten Linie treu. Wer noch nie darüber nachgedacht hat, der mag es vielleicht noch nicht erkannt haben, doch … es ist immer wieder dasselbe, nur mit Unterschieden in den Kleinigkeiten, den Einzelheiten.

Vor Jahren hatte ich – wie so viele andere – die dahinterstehenden Muster noch nicht erkannt und ließ mich treiben, hetzen, in eine von in der Regel zwei Positionen, ent oder weder, weiß oder schwarz, Licht oder Dunkelheit, Wahrheit oder Lüge, richtig oder falsch … von einem gerade beleuchteten Teil der Bühne zum anderen. Wie bei Ilja Richter: “Licht aus, Spot an!“ … damals. Sprich: Schau hierhin, nicht dorthin. Gelenkte Aufmerksamkeit und zielgerichtetes in Form-bringen des andernfalls ja vollkommen unterforderten und gelangweilten Publikums.

Dabei ist es vollkommen gleichgültig, wohin der Lichtkegel gerade fällt. Der menschliche Verstand und sein anhängiges Augenlicht zieht den beleuchteten Teil der Dunkelheit vor. In einem dunklen Raum werden die Augen stets dorthin blicken, wo sie etwas sehen können. Und der Verstand beginnt umgehend damit das Gesehene zu interpretieren, einzuordnen in den oftmals reichhaltigen Schatz an Erfahrungen und Erkenntnissen, welcher sich über die jeweilige Lebensspanne zum ureigenen Weltbild geformt hat. Das ist Teil der Natur des Menschen und niemand kann sich seiner Natur entziehen.

Diejenigen, welche mit unserer Aufmerksamkeit spielen, wissen selbstverständlich sehr genau um die menschliche Natur. So wird gezielter Einfluss ausgeübt auf die Wahrnehmung. Medial … mittels Medien. Medium, der Mittelpunkt. Der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Nun hat bekanntlich jeder stets die Wahl, so auch in der Frage, wohin er die eigene Aufmerksamkeit lenkt. Doch gerne wird dabei vernachlässigt, dass mit der Wahl Verantwortung einhergeht. Den Allerwenigsten ist das wahrlich bewusst und jede Wahl – sowohl die kleinen wie auch die größeren – zieht Folgen nach sich und jeder selbst ist für diese verantwortlich. Übrigens, der Begriff “Verantwortung“ unterliegt im heutigen Sprachgebrauch einer inflationären Fehldeutung. Oder sagen wir es so: Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was “Verantwortung“ eigentlich ist. Sich “verantworten“ bedeutet Rechenschaft abzulegen, Rede und Antwort zu stehen. So weit können die meisten noch folgen, doch gibt es da noch eine logische Folgefrage … mit doppeltem Boden:

Wer gibt wem überhaupt das Recht eine Antwort von mir einzufordern?

Das lasse ich einfach mal so stehen.

Also, jedes Medium mit dem wir es heute zu tun haben hat sich intrinsisch zum Ziel gesetzt, unsere größten Schwächen anzusprechen, denn nur so wird es als von irgendeinem Belang seiend wahrgenommen, anstatt bedeutungslos zu sein. Wir werden überwiegend von denjenigen medial verführt, welche sich “im Mittelpunkt“ irgendeines Geschehens wähnen. Und diese Verführung ist eine Kunst, welche von manchen in einer Form beherrscht wird, vor der es nur schwerlich ein Entkommen gibt. Die Verführung, die Versuchung – auch ein interessanter Begriff … – ist überall um uns herum und große Teile der Wahrnehmung unseres Daseins werden durch sie mitbestimmt oder mindestens beeinflusst.

Wie sagte Herr Schröder einst? “Zum Regieren brauche ich BILD, BamS und Glotze.“ Nun, daran hat sich grundsätzlich bis heute nichts Wesentliches geändert, wenngleich bei der Aussage gerne negiert wird, dass es in diesem Land keinen Führer gibt, welcher seine Vorstellungen vollständig oder auch nur ansatzweise umsetzen könnte. Es ist eine Rolle, mit – im wahrsten Sinne des Wortes – vorgeschriebenen Inhalten. Doch vorgeschrieben von wem?

Darüber darf der Inhalt der winterlichen Keksdose genüsslich krümelnd vertilgt werden – soll heißen: es wird Spekulatius gefressen bis zum Dorthinaus. So hat der Pöbel wenigstens etwas zu tun. Doch eins ist und sollte jedem klar sein: Die absurde Groteske, welche uns – nicht nur – hierzulande als “vom Volk gewählt“e Führung präsentiert wird, erfüllt nur eine einzige Aufgabe … und die auch noch mit höchster Bravour: Sie hält die Menschen in Beschäftigung, saugt ihre Aufmerksamkeit in einem Ausmaß ab, dass der Ausgesaugte tatsächlich der irrigen Annahme erliegt, das alles wäre für ihn von Bedeutung.

Seit Jahren stelle ich in schöner Regelmäßigkeit meine Herangehensformel für die mediale Beeinflussung in den Raum:

1. Betrifft mich das? Falls ja, dann
2. Gibt es etwas für mich zu tun und was ist das?

Wer ehrlich zu sich selbst ist, dem bleibt nach der ersten Frage tatsächlich kaum noch etwas übrig. Blöd daran ist nur, dass allein für die Stellung der ersten Frage schon ein mindestens rudimentäres Beobachtungsvermögen erforderlich ist. Folglich kommen wir gar nicht umhin, einen Teil unserer Aufmerksamkeit jenen zur Verfügung zu stellen, welche selbstverständlich nur unser Bestes im Sinn haben. Wir werden genötigt auf die Bühne zu schauen, denn gelegentlich ist leider sehr wohl etwas dabei, das uns betrifft. Und wir können nur in irgendein Handeln kommen, wenn wir das Betreffende aus dem ganzen Wust von Unsinn und völlig unbedeutendem Schwachsinn herausfiltern.

In der Regel handelt es sich bei den betreffenden Dingen dann um irgendwelche Forderungen. Irgendjemand will also etwas von uns. Inwiefern und durch was diese Forderungen gerechtfertigt sein mögen, sei einmal dahingestellt. Und doch werden wir alle von außen zu Dingen genötigt, welche wir in wahrer Freiheit niemals auch nur ansatzweise in Betracht ziehen würden und diese Unfreiheit hat uns alle in irgendeiner Form im Griff.

Daraus lässt sich leicht folgern: Wir sind nicht frei. Niemand hier ist das. Jeder ist abhängig, wie schon oftmals erläutert. Wem gehört der Grund und Boden? Wem der Strom? Wem das Leitungswasser? Wem die Wärme? Wem die Nahrung? … tja.

Und blicken wir auf die Bühne, dann sehen wir eine Vorführung, welche jeder klare Verstand als das ausmachen kann, was es ist. Und es wird mittlerweile allen vollkommen unverblümt gezeigt, wie “es“ eben nicht geht. Oder gehen sollte. Wir werden hemmungslos verhöhnt. Was einst unmittelbarer politischer Selbstmord war, ist heute übliche Praxis. Und niemand wird zur Verantwortung gezogen, hat gegenüber denjenigen, welche er vorgibt zu vertreten, Rede und Antwort zu stehen. Die sogenannte politische Führung der vergangenen Jahre gab und gibt sich nicht einmal mehr die Mühe so zu tun als sei sie verantwortlich, als hätte sie Verstand. War Demenz-Olaf mit seiner Truppe schon eine hohe Belastung für das vom ernüchterten Sarkasmus erprobte Zwerchfell, so wird dies von den Irren des Merz doch tatsächlich noch übertroffen.

Aber halt! Gemach. Die wollen ja nur spielen … und dies gilt es stets zu bedenken. Richtig. Sie spielen. Ihre Rolle. Weil es von ihnen erwartet wird. Nicht von uns, vom Volk. Nein, sie trällern das Lied dessen, wessen Brotkrumen sie fressen. Weil es Hebel und Druckmittel gibt. Denn keine von diesen Gestalten ist an die jeweilige Position gekommen, ohne sich in irgendeiner Form zu verhuren. Dies gilt auch für die ganz großen Namen, doch hält sich der Steckendreck dort in irgendeiner Form die Waage, herrscht zwischen einzelnen Handelnden eine Art kalter Burgfrieden. Hältst Du die Klappe, dann halte ich sie auch.

Wie auch immer, niemand mit klarem Verstand würde sich ohne dreckigen Stecken im Hintern so einen Stuss zusammenregieren und derart gegen den eigenen Überlebensinstinkt handeln. Ob es nun die etablierte politische Klasse hierzulande, in Übersee, in Albionien oder in der Kokaine ist, alle für uns sichtbaren Figuren auf der Bühne handeln in den Interessen anderer. Ausnahmslos. Dabei tanzen die meisten ihr schlichtes “eins, zwei, Tapp“, einige wenige drehen elegante Pirouetten auf spiegelglattem Eis und der Rest tüddelt in irgendwelchen Tanzkursen dazwischen herum. Und von schlichter Hurerei bis zum gewissenlosen Kinderfressen ist alles dabei, ganz abhängig von der Einflussebene.

Was jedoch zumindest alle sichtbaren Figuren gemein haben, ist die erforderliche mediale In-Szene-Setzung. Denn ohne Medien bleiben sie ungesehen. Und es ist schwierig Abermillionen von Menschen etwas inhaltlich nahezubringen, wenn es niemand sieht oder hört. In dieser Hinsicht leben wir in beispiellosen Zeiten, denn noch nie in der angeblich bekannten Geschichte gab es so viele verschiedene mediale Kanäle und so komplex oder gar kompliziert sich das in der heutigen Zeit auch darstellen mag: Noch nie war es so einfach praktisch jeden zu erreichen und Einfluss auf sein Denken auszuüben.

“BILD, BamS und Glotze“ ist nach wie vor das Grundgerüst, vornehmlich für die einigermaßen ausgewachsene Schicht. Was danach kommt, wird schon seit Jahren auf anderen medialen Spielplätzen beschäftigt – TikTok, Snapchat, Telegram, X & Co. lassen grüßen.

“Aber ich lasse mich von dem ganzen Stuss nicht einlullen.“ Echt? Dann schaust Du lieber bei Telegram? Oder gleich bei RT … oder beim Herrn Röper … oder bei Mark Mobil? Oder bei sonst irgendeinem vom Westewerten schwarzgebalkten Medium. “Wenn (((die))) nicht wollen, dass ich das sehe, dann muss ich doch erst recht dort hinschauen, richtig?“ Oder doch gleich bei der BILD? Immerhin weißt Du dann ja, was “das Volk“ denken soll, stimmt’s?

Große Klasse! Und großes Kino. Mit Tiefgang. Und Du bist reingefallen. Auf die Nummer mit dem “für jeden ist etwas dabei“. Und bei der Gelegenheit hast Du Dich auch fein artig positioniert. Planmäßig. “Hauptsache nicht Mainstream, die lügen sowieso nur.“ Genau. Und die anderen machen das alle aus reiner Selbstlosigkeit, erzählen ausschließlich die “Wahrheit“.

Tja. So läuft sie, die Beschäftigung. Und das Glaubenmachen. So lief das auch schon vor Zeiten der “Sozialen Medien“ und der “künstlichen Zwischenwahl“ (soll heißen: KI, im wörtlichen Sinne, für alle, die das verpasst haben sollten), nur seinerzeit eben mit “BILD, BamS und Glotze“ allein. Glauben konnten wir schon damals nichts davon und nur in Ausnahmefällen waren irgendwelche Erzählungen irgendwie für uns überprüfbar – wenn denn überhaupt der Drang danach vorhanden war, mal der Frage nachzugehen, ob dies oder jenes denn überhaupt stimmt.

Und vorher war es die Tageszeitung, die Wochenschau oder eben der Pfaffe auf der Kanzel …, auch ein “Kanzler“. Kleine Randanekdote: “Kanzler“ stammt wohl von “cancellarius“ und bedeutet wörtlich “Mann an den Gittern“. So mancher wünscht sich ja heute den Kanzler hinter Gittern und vielleicht hilft es ja zu wissen, dass er rein begrifflich schon immer ganz nah dran war. 😉

Gut. Damit wäre das also auch mal wieder alles rausposaunt. Und da Du immer noch hier bist … danke. Freut mich, dass Du Dich in dieser Form von mir beschäftigen lassen hast. Mein Gewissen ist rein, denn es war ja Deine Wahl. Deine Wertschätzung kannst Du wahlweise auch zum Ausdruck bringen. Wie das geht, steht unter diesem Beitrag. Auch dafür aufrichtigen Dank.

Eine Empfehlung noch zum Schluss, quasi als Auftrag zur Umsetzung des auch in 2025 mal wieder Gelernten:

Lass den Hintergrund einfach rauschen. Das tut er eh und es ist sehr gesund für den Geisteszustand, den ganzen Unsinn einfach vorbeirauschen zu lassen. Und sollte mal was klebenbleiben, na, Du hast doch bestimmt einen nassen Waschlappen, oder? Anstatt den mit Schwung durch irgendeine Fratze zu ziehen, kannst Du damit auch den Schmutz von Dir selbst entfernen … so da denn welcher wäre … natürlich.

Das neue Jahr hat ja schon begonnen, als die Tage wieder länger wurden. Ein gutes neues Jahr also noch, für Dich und alle anderen beseelten Wesen mit einigermaßen reinem Gewissen dort draußen. Und einen guten Jahreszahlwechsel für alle, die es vorziehen einen römischen Bischof des Altertums mit viel Lärm um Nichts zu ehren. Vielleicht magst Du ja etwas Rücksicht auf die echten Dinge nehmen, die zahlreichen Geschöpfe, welche Dich umgeben. Danke.

Sei aufrecht und bleib standhaft.

Alles läuft nach Plan. Immer.

Heil und Segen Dir!

Der Nachtwächter

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