Liegen die Mainstream-Medien im Sterben?

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Von Michael Snyder

Die Quoten von CNN, MSNBC und Fox News sind in den letzten Jahren durchweg gefallen und Anzeigenumsätze bei Zeitungen bewegen sich bei etwa einem Drittel verglichen mit dem Jahr 2000.

Liegen die Mainstream-Medien demnach im Sterben?

Entgegen allem was man vielleicht gehört haben mag, sind die Mainstream-Medien sicherlich noch nicht tot. Der durchschnittliche Amerikaner sieht im Monat etwa 153 Stunden fern und wie ich in einem vorhergehenden Artikel bereits ausgeführt hatte, werden 90 % der mittels TV endlos in unsere Köpfe gepumpten „Information“ von nur 6 gigantischen Medienunternehmen kontrolliert.

Wie auch immer, es gibt jede Menge Anzeichen, dass die Dinge sich anfangen zu ändern – besonders, wenn es um Nachrichten geht. Mehr Amerikaner als jemals zuvor verlieren das Vertrauen in die vom Establishment kontrollierten Medien und halten nach alternativen Quellen zur Informationsbeschaffung Ausschau.

Ist dies ein Trend, den die großen Medien-Unternehmen irgendwann umkehren können?

Jahrelang wurde das „Nachrichten-Geschäft“ von CNN, Fox News und MSNBC dominiert. Aber alle 3 Kanäle verlieren zunehmend Zuschauer. Einer unlängst veröffentlichten Studie von Pew Research nach, ist die Anzahl der Zuschauer während der Hauptsendezeit der drei Sender zusammengenommen im vergangenen Jahr um 11 % gefallen

Im Jahr 2013 haben sich die Zuschauerzahlen der Nachrichtensender im Kabelfernsehen in fast jeder Hinsicht verringert. Nimmt man die drei größten Nachrichtensender – CNN, Fox News und MSNBC – zusammen, so ist die Anzahl der Zuschauer um 11 % auf rund 3 Millionen, dem niedrigsten Wert seit 2007, gesunken. Die Daten von Nielsen Media Research zeigen, dass MSNBC mit dem Verlust von fast einem Viertel (24 %) der Primetime-Zuschauer den größten Rückgang zu verzeichnen hat. CNN landete unter einer neuen Geschäftsführung, mit 13 % Rückgang zur Hauptsendezeit, zum viertel Mal auf Rang 3. Trotz eines Rückgangs von 6 % hat Fox mit 1,75 Millionen immer noch mehr Zuschauer, als seine beiden Konkurrenten zusammengenommen (619.500 bei MSNBC, 543.000 bei CNN).

Und der Rückgang stellt sich erheblich dramatischer dar, wenn man sich die Gruppe der 25 bis 54-jährigen anschaut. Von November 2012 bis November 2013 sind die Quoten für diese Altersgruppe bei CNN um schwindelerregende 59 % und bei MSNBC um ebenso unglaubliche 52 % gefallen.

Zeigt dies, dass die Amerikaner die endlosen Ergüsse der Sprachrohre des Establishments nun endlich leid sind?

Eine kürzliche Umfrage eines liberalen Meinungsforschungsinstituts scheint dies in der Tat zu bestätigen. Die Umfrage ergab, dass nur 6 % der Amerikaner MSNBC als ihre vertrauenswürdigste Nachrichtenquelle betrachten.

NBC News und ihre Schwestergesellschaft MSNBC nehmen den letzten Platz unter jenen Medienunternehmen ein, denen die Amerikaner bezüglich Nachrichten am meisten vertrauen. Einer neuen Umfrage der demokratischen Firma Public Policy Polling zufolge, führt Fox News die Liste an.

In der bereits fünften Umfrage dieser Art sagten 35 % der Befragten, sie vertrauen Fox News mehr als jedem anderen Sender, gefolgt von PBS mit 14 %, ABC mit 11 %, CNN mit 10 %, CBS mit 9 %, MSNBC und Comedy Central mit 6 % und NBC mit lediglich 3 %.

Und natürlich sind nicht nur die großen Mainstream-Nachrichtensender im Niedergang. Eine kürzlich veröffentlichte Pew Research-Studie stellte fest, dass sich der Niedergang amerikanischer Zeitungen in 2013 ebenfalls fortsetzte…

Die Newspaper Association of America (NAA) hat damit aufgehört, quartalsweise Bericht über Anzeigen-Umsätze zu erstellen. Gemäß der noch im April 2014 veröffentlichten Jahresvergleichs-Zahlen lag der Gesamtumsatz für Printausgaben im Jahr 2013 bei $37,6 Mrd., ein Rückgang von 2,6 % im Vergleich zu 2012. In dieser Gesamtzahl, gingen die Werbeumsätze bei Print- und Digitalausgaben zusammen genommen um 7 % auf $20,7 Mrd. zurück.

Sieben Prozent mag sich nicht nach so viel anhören, aber man muss sich vor Augen führen, dass derartige Rückgänge Jahr für Jahr geschehen. Wenn man sich das Ganze über einen längeren Zeitraum ansieht, bekommt man erst den vollumfänglichen Blick für die massiven zu verzeichnenden Rückgänge der Werbeumsätze…

Die Printausgaben der Zeitungen brauchten ein halbes Jahrhundert um ihre jährlichen Werbeeinnahmen von (inflationsbereinigt) $20 Mrd. im Jahr 1950 auf $65,8 Mrd. im Jahr 2000 zu steigern. Es dauerte dagegen nur 12 Jahre, bis die Werbeeinnahmen im Jahr 2012 wieder auf unter $20 Mrd. fielen, im letzten Jahr sogar noch weiter auf $17,3 Mrd.

Selbst wenn man die Einnahmen aus Online-Werbung und anderen Kategorien, die von der NAA als „Nischenpublikationen, Direktmarketing und Werbung für nicht-tägliche Publikationen“ bezeichnet werden, zum Werbeumsatz der Printausgaben (rote Linie im folgenden Chart) hinzuaddiert, so ergeben sich insgesamt für Werbung in Printausgaben, Online-Werbung und sonstige Werbung im letzten Jahr immer noch nur $23,56 Mrd.. Das war der niedrigste Wert für jährliche Werbeeinnahmen seit 1954, als noch $23,3 Mrd. alleine für Werbung in den Printausgaben ausgegeben wurden.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Wie Sie in dem Chart sehen können, bewegen sich die Werbeumsätze der Printausgaben jetzt bei ungefähr einem Drittel dessen, wo sie im Jahr 2000 lagen.

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Das ist keine „Veränderung“, das ist ein Monster-Tsunami. Dass die großen Zeitungsverlage deswegen ziemlich verzweifelt sind, bedarf wohl kaum der Erwähnung.

Im Grunde genommen befindet sich „Die Graue Dame“ („The Grey Lady“ = New York Times) selbst gegenwärtig im Zustand ausgiebiger Panik. Erst vor kurzem wurde BuzzFeed ein 96-seitiger interner New York Times-Bericht zugespielt, der die derzeitige Unternehmensstrategie in Sachen Internet grundsätzlich auseinander nimmt…

Ein BuzzFeed zugespielter, 96-seitiger interner Bericht der New York Times, der letzten Monat von einem durch den Sohn des Herausgebers geführten Ausschuss verschickt wurde, zeichnet ein düsteres Bild der Nachrichtenredaktion, die erheblich stärker mit der Anpassung an die digitale Welt zu kämpfen hat, als es den Anschein erweckt – eine Nachrichtenredaktion die vordergründig von ihren eigenen geschichtlichen Hintergründen behindert wird.

Aber sie verstehen die wahre Ursache ihres Verfalls immer noch nicht. Das hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass sich nicht besonders gut an das Internet angepasst haben und primär deswegen verfallen. Es ist wohl eher die Tatsache, dass das amerikanische Volk das Vertrauen in die New York Times und andere vergleichbare Sprachrohre des Establishments verlieren.

Nachrichten-Magazine erlebten einen gleichermaßen dramatischen Verfall über die Jahre. Werbeumsätze sind über die ganze Branche massiv gefallen und jede Publikation, die die jährlichen Verluste im einstelligen Bereich halten kann, wird bejubelt

Im dritten Jahr in Folge erleben Nachrichten-Magazine ein schwieriges Umfeld für Printwerbung. Die Anzahl der Werbeseiten (welche als besserer Maßstab erachtet werden, als der Umsatz) der fünf in diesem Bericht begutachteten Magazine fielen im Jahr 2013 zusammen genommen um 13 %, nach einem Rückgang von 12,5 % in 2012. Nach Angaben des Publishers Information Bureau entspricht das dem dreifachen des Rückgangs im Jahr 2011. Zum wiederholten Male musste ‘The Week‘ mit einem 20 %-igen Rückgang der Werbeseiten am stärksten leiden. ‘The Atlantic‘ fiel um 17 %, ‘The Economist‘ um 16 % und ‘Time‘ um etwa 11 %, während ‘The New Yorker‘ seine Verluste mit 7 % im einstelligen Prozentbereich halten konnte.

Die Vorstandsetagen der Mainstream-Medien scheinen optimistisch zu sein, diese Rückgänge irgendwann wieder umzudrehen, aber sie sind sich einfach nicht im Klaren darüber, dass es in Sachen Nachrichten-Medien in den USA zu einem fundamentalen Paradigmenwechsel gekommen ist.

Die Mainstream-Medien haben bei der allgemeinen Bevölkerung eine unglaubliche Menge an Vertrauen verloren. Man wird sich zunehmend darüber bewusst, dass die Medien nachhaltig vom Establishment kontrolliert werden.

Mittlerweile tritt diese Farce derart offen zutage, dass selbst Reporter darüber reden. So zum Beispiel die ehemalige CBS-Reporterin Sharyl Attkisson, wenn sie den von politischen und unternehmerischen Interessen ausgeübten „Einfluss auf die Medien“ als „beispiellos“ bezeichnet…

„Es wird beispiellos – ich würde sagen – Einfluss auf die Medien genommen. Nicht nur bei den Nachrichten, sondern sogar bei den Bildern, die man überall zu sehen bekommt. Dahinter stehen bestens untereinander abgestimmte und finanzierte Aktionen spezieller Interessen, politischer Interessen und Unternehmen. Ich meine, die spielen alle mit.“

Bedenken Sie, dass sagt jetzt nicht irgendein Außenseiter. Attkisson hat über 30 Jahre in der Branche gearbeitet.

Und das amerikanische Volk weiß, dass es dieser Zeit nur sehr wenige Wahrheiten von den Establishment-Medien geliefert bekommt. Eine Gallup-Umfrage ergab kürzlich, dass nur 23 % der Amerikaner den Mainstream-Medien vollumfänglich vertrauen. In zunehmendem Maße greifen die Amerikaner inzwischen auf anderweitige Quellen für Nachrichten und Information zurück.

Das entfacht einen nie dagewesenen Boom für alternative Nachrichtenportale und es greifen heute mehr Amerikaner als jemals zuvor auf das Internet als Haupt-Nachrichtenquelle zurück. Falls sie daran zweifeln, dann schauen Sie sich diesen Chart an:

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Vor 30 Jahren hätten Sie einen Artikel wie diesen niemals zu lesen bekommen. Er wäre niemals an den Wächtern vorbei gekommen, die die annähernd alles kontrollierten, was Amerikaner zu lesen, sehen und hören bekamen.

Nun haben sich die Dinge aber geändert, denn das Internet erlaubt es ganz normalen Amerikanern, in einem vorher nie möglich gewesenen Umfang miteinander zu kommunizieren. Da wir Informationen miteinander teilen wird uns zunehmend bewusst, dass wir die Mainstream-Medien letztlich nicht für die Definition unserer Realität benötigen.

Wenn die Mainstream-Medien ihr Sterben tatsächlich verhindern wollen, sollten sie uns zumindest die Wahrheit berichten. Das wird unglücklicherweise aber schlicht nicht passieren, denn die politischen und unternehmerischen Interessengruppen, die die großen Medienunternehmen kontrollieren, haben einfach viel zu viel zu verlieren.

Also werden wir weiterhin lernen müssen, für uns selbst zu denken und Neuigkeiten und Informationen miteinander über das Internet auszutauschen. Letztlich wird es für uns alle ohnehin besser sein, den Stecker aus der „Matrix“ zu ziehen.


Quelle: The Economic Collapse, 18.05.2014
Is The Mainstream Media Dying?
Übersetzung: LQ-Services
Die inhaltlichen Rechte liegen vollständig beim Verfasser des Originalartikels.

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