Was haben wir im Irak erreicht?

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Ein Beitrag vom Nachtwächter am 18.08.2014

Ron Paul in seiner wöchentlichen Kolumne über die verfehlte US-Politik im Irak, den seit 24 Jahren andauernden Krieg und die offensichtliche Propaganda, mit denen die der US-Regierung hörigen westlichen Medien die neuerlichen Angriffe rechtfertigen.


Ron Paul Weekly ColumnWir befinden uns seit 24 Jahren im Krieg mit dem Irak, angefangen mit den Operationen ‘Desert Shield‘ und ‘Desert Storm‘ im Jahr 1990. Kurz nach der irakischen Invasion in Kuwait in jenem Jahr begann die Propaganda-Maschinerie auf einen US-Angriff auf den Irak zu drängen. Wir erinnern uns alle an den Auftritt einer jungen kuwaitischen Frau vor dem Kongress, wo sie behauptet hatte die Irakis würden kuwaitische Babys aus Inkubatoren werfen. Wie sich herausstellte, war jene Frau die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA und die Geschichte war eine Lüge, aber es reichte um die Opposition gegen den Krieg in den USA zu brechen.

Diesen Monat begann nun ein weiterer US-Präsident – der vierte in Folge – den Irak zu bombardieren. Er bringt auch Bodentruppen zum Einsatz, obwohl er versprochen hatte, das nicht zu tun.

Der zweite Irakkrieg im Jahr 2003 kostete die USA runde 2 Billionen US-Dollar. Es wird geschätzt, dass dieser Krieg mehr als 1 Million Tote gefordert hat. Seit 1991 sind fast ununterbrochen millionen Tonnen US-Bomben im Irak gefallen.

Was haben wir erreicht? Wo stehen wir nun, 24 Jahre später? Wir stehen wieder am Anfang, beim Krieg im Irak!

Die USA hat im zweiten Irakkrieg Saddam Hussein gestürzt und durch die Marionette Nouri Al-Maliki ersetzt. Aber nach 8 Jahren haben die USA nun einen Coup in Szene gesetzt, um Maliki durch eine neue Marionette zu ersetzen. Die USA beschuldigen Maliki der Missherrschaft und Spaltung, was die US-Regierung aber wirklich verärgert hat war seine Weigerung im Jahr 2011, den tausenden US-Truppen die Obama im Land behalten wollte Immunität zu gewähren.

Anfang dieses Jahres begann eine radikale Islamisten-Gruppe, ISIS, Gebiete im Irak zu übernehmen, angefangen mit Falludja. Die Organisation operierte mit Unterstützung der USA in Syrien zum Sturz der syrischen Regierung. ISIS hat ein umfangreiches Arsenal von hochentwickelten US-Waffen in Syrien erbeutet, oft von anderen durch die USA begünstigten Oppositionsgruppen. Es wird behauptet, dass nachlässige Prüfungskriterien einigen ISIS-Kämpfern sogar erlaubte, in geheimen Ausbildungslagern der CIA in Jordanien und der Türkei trainiert zu werden.

Diesen Monat wurde ISIS nun zum Ziel einer neuen Bombardierungskampagne der USA im Irak. Als Vorwand für die jüngsten US-Angriffe diente die Notlage einer religiösen Minderheit in der gegenwärtig von ISIS angegriffenen kurdischen Region. Die US-Regierung und die Medien warnten davor, dass bis zu 100.000 Menschen, davon 40.000 auf einem Berg festsitzend, abgeschlachtet werden könnten, wenn die USA nicht umgehend eingreift. Die Amerikaner fielen unglücklicherweise wieder einmal auf diese Propaganda herein und US-Bomben begannen zu fallen. Letzte Woche wurde jedoch festgestellt, dass sich nur rund 2.000 auf dem Berg befinden und viele davon bereits seit Jahren dort leben! Sie wollten nicht gerettet werden!

Ich will damit nicht sagen, dass die Not vieler dieser Menschen nicht tragisch ist, aber warum hat die US-Regierung kein Wort von sich gegeben, als während der 10-jährigen US-Besetzung drei von vier Christen gezwungen wurden, den Irak zu verlassen? Warum haben die USA nichts über die Abschlachtung von Christen durch seine Alliierten in Syrien verlauten lassen? Was ist mit all den in Gaza getöteten Palästinensern, oder den getöteten ethnischen Russen in der Ostukraine?

Die humanitäre Situation wurde auf zynische Art und Weise durch die Obama-Administration manipuliert und von den US-Medien nachgeplappert, um dem Präsidenten einen Grund für den neuerlichen Angriff auf den Irak zu geben. Diesmal ging es wieder einmal um einen Regime-Wechsel, bei dem Kurdistan vom Irak abgetrennt wird um die dortigen reichhaltigen Ölreserven zu sichern und um die Akzeptanz einer neuen US-Militärpräsenz im Land.

Präsident Obama hat einen weiteren Krieg im Irak angefangen und der Kongress ist absolut still. Keine Deklaration, keine Autorisierung, nicht mal eine Debatte. Nach 24 Jahren stehen wir wieder am Anfang. Ist es nicht an der Zeit diese gescheiterte interventionistische Politik zu überdenken? Ist es nicht an der Zeit damit aufzuhören, der Regierung und ihrer Kriegspropaganda zu vertrauen? Ist es nicht an der Zeit den Irak in Ruhe zu lassen?

>>> zum englischsprachigen Original-Artikel


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