Fieberkurven der Finanzmärkte signalisieren den nächsten Schlaganfall

-

Ein Beitrag vom Nachtwächter am 19.08.2014


Markus Gärtner

Rohstoffmärkte und Anleihen geben uns ein unübersehbares und Furcht einflößendes Signal: Die Weltwirtschaft fährt gegen eine Wand. Was sich zusammenbraut, ist immens: Japans Wirtschaft brach im zweiten Quartal um fast sieben Prozent ein.

China dürfte sein Wachstumsziel für 2014 verpassen, weil die Führung in Peking – um einen Crash im Finanzsystem zu vermeiden – auf die Kreditbremse treten lässt. Die Euro-Zone wächst nicht mehr. Und Deutschlands Wirtschaft schrumpft. Das ist aber längst nicht alles: Die Notenbanken haben ihre Munition weitgehend verschossen. Und die Finanzminister haben wegen immenser Schuldenberge kaum noch Pfeile im Köcher, um die dümpelnden Konjunkturen in Europa und den USA massiv anzuschieben.

Der Ozeandampfer treibt ohne Bremsen auf den Eisberg zu. Wer es rechtzeitig kann, bringt sich und sein Geld in Sicherheit. Das Anlagevermögen flieht vor allem aus Rohstoffen, die bei einer weltweiten Rezession besonders leiden werden. Das führende S&P Rohstoff-Barometer hat allein im laufenden Monat drei Prozent verloren.

Schlimmer noch: Viel verunsichertes Kapital rettet sich in Staatsanleihen. Deren Kurse werden durch die Kaufpanik derart in die Höhe getrieben, dass die Rendite auf die zehnjährige Bundesanleihe ein Allzeittief unter ein Prozent markiert hat.

Man muss bis ins späte 19. Jahrhundert zurückgehen, um solche Mini-Renditen zu sehen. Bei weniger als ein Prozent schlägt die Angstkurve allerdings fast an der Decke an. Die Message aus diesen Kursbewegungen ist eindeutig und leicht zu verstehen: Die Weltwirtschaft treibt ohne effektive Stimulanz dem Kliff entgegen.

Zu den verheerenden wirtschaftlichen Verwerfungen, die die Finanzkrise vor sechs Jahren anrichtete – und die seither nicht gelöst worden sind – gesellen sich derzeit immer mehr politische und geostrategische Brandherde. Von der Ukraine über den Nahen Osten bis nach Nordafrika reichen die Erschütterungen und Spannungen. Selbst in der Supermacht USA fängt es an zu rumoren.

Die Unruhen und Proteste, die ausbrachen, nachdem in der Vorstadt Ferguson ein 18-jähriger schwarzer Jugendlicher von einem weißen Polizisten mit sechs Schüssen niedergestreckt wurde, sind nach kurzer Ruhe wieder aufgeflammt. Und sie beginnen, sich auf den Rest der USA auszudehnen, vom Times Square in New York bis nach Los Angeles.

Aber woher sollen Vertrauen und Zuversicht kommen, wenn die Supermacht dieser Welt zunehmend wankt, wenn der Fels in der europäischen Brandung – die deutsche Wirtschaft – selbst in schwieriges Fahrwasser gerät, und wenn der neue globale Wirtschafts-Muskelprotz China fieberhaft einen ökonomischen Schlaganfall abzuwenden sucht? Niemand weiß es. Die Kurve in unserer GRAFIK ist der schlagende Beweis.

>>> Original und Kommentare bei Kopp Online


Alle Rechte der auf N8Waechter.net verwendeten Quellen liegen grundsätzlich bei den Verfassern der Original-Artikel. Der Nachtwächter.


FINCABAYANO500x100da

Aufrichtigen Dank an alle Unterstützer und Förderer dieser Netzseite!

Unterstütze den Nachtwächter

Werde ein Förderer des Nachtwächters

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen