Schweizer Gold-Initiative: Die vollständige Änderung der globalen Finanz-Architektur

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Ein Beitrag vom Nachtwächter am 12.10.2014


Egon von Greyerz von Matterhorn Asset Management im Interview mit Eric King von King World News, veröffentlicht am 11.10.2014


Wird die Schweiz JA zu Gold und NEIN zum Einfluss der EZB sagen?

Egon von GreyerzAm 4. Oktober 2014 besuchte Nigel Farage, Führer der UK Independence Party, die Schweiz, um bei einer von der AUNS (Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz) ausgerichteten Konferenz teilzunehmen. Nigel hielt eine herausragende Rede über die Probleme der EU und erklärte, dass alle Länder die EU verlassen sollten. Er sagte, dass 90 % aller neuen Gesetze für die EU-Mitgliedsländer in Brüssel verabschiedet und alle internationalen Handelsvereinbarungen von Brüssel verhandelt werden, ohne dass die einzelnen EU-Länder ein Mitspracherecht haben.

Farage hat derzeit erheblichen Erfolg mit der UKIP, gewann diese Woche eine Nachwahl und bedroht viele Sitze der Konservativen und der Labour-Partei bei der Parlamentswahl am 7. Mai 2015.

Farage SwitzerlandNigels Rede wurde von dem Schweizer Publikum sehr gut aufgenommen. Die Schweizer sind sehr unabhängig und haben bereits die Mitgliedschaft in der EU abgelehnt. Bei dem Treffen wurde auch die Schweizer Gold Initiative diskutiert. Farage war vor seiner Politik-Laufbahn ein Rohstoff-Makler in der City of London. Er war nicht in die Schweiz gekommen, um die Gold-Initiative zu besprechen, aber wir wissen von seinen Auftritten bei KWN, dass er gesundes Geld und Gold befürwortet. Und dieses Gold-Referendum ist auch eine indirekte Entscheidung darüber, der EZB nicht zu gestatten die schweizer Geldpolitik über die Anbindung des Schweizer Franken an den Euro zu beeinflussen.

Am 30. November 2014 wird also das Schweizer Volk die Gelegenheit bekommen, nicht nur über das Schicksal ihres eigenen Finanzsystems zu entscheiden, sondern auch der Katalysator für die Rückkehr zum gesunden Geld in der westlichen Welt zu sein.

Gold-Initiative

Es wird ein Referendum über die “Gold-Initiative” abgehalten, welche drei Forderungen enthält:

  1. Die Rückführung des im Ausland (Kanada und UK) gehaltenen Goldes in die Schweiz
  2. Die Schweizer Nationalbank muss 20 % seines Vermögens in physischem Gold halten
  3. Keine weiteren Gold-Verkäufe.

Warum ist dieses Referendum also so wichtig? Weil die Schweiz für Jahrhunderte eine Bastion gesunder Geldpolitik und niedriger Inflation war, sich dies aber sukzessiv in den letzten 100 Jahren seit Schaffung der FED in den USA geändert hat.

Der Schweizer Franken, ehemals eine starke Währung, befindet sich nun im Prozess der Zerstörung durch die jüngste Politik der Schweizer Nationalbank (SNB). Seit 2008 hat sich die Bilanz der SNB von CHF 100 Milliarden auf CHF 500 Milliarden verfünffacht. CHF 400 Milliarden entsprechen etwa 2/3 des BIP und gleichzeitig mehr Geld, als irgendein größeres Land in der Welt in der jüngsten Zeit gedruckt hat.

SNB Monetary base in billion francs

Warum macht man aus einer starken eine schwache Währung?

Warum diese Änderung der Politik? Für sehr lange Zeit wertete der Schweizer Franken gegenüber den meisten Währungen auf und die Schweiz gedieh mit einer starken Wirtschaft, einer starken Währung und niedrigerer Inflation besser, als die meisten großen Länder. Es ist natürlich ein Trugschluss zu glauben, dass eine schwache Währung einem Land gut tut, wenn die Schweiz nachgewiesen hat, dass das Gegenteil der Fall ist. Zwischen 1970 und 2008 wertete der Schweizer Franken um 330% zum Dollar und um 57 % zur DM/dem Euro auf. Also ging eine sehr starke schweizer Währung über fast 40 Jahre Hand in Hand mit einer starken Wirtschaft. Trotz dieses nachweislichen Erfolgs haben sich die neuen Hüter in der SNB entschlossen, die erfolgreiche Politik aufzugeben und wie die meisten anderen Länder Geld zu drucken.

Den Schweizer Franken an eine schwache Währung wie den Euro und eine sehr schwache Wirtschaftszone wie Europa zu binden ist ein katastrophales Rezept. Sein eigenes Land einem gescheiterten politischen und wirtschaftlichen Experiment anzugleichen, kann nur zum Scheitern führen.

Es ist aber nicht nur die SNB die nun ungesunden Strategien folgt, sondern auch die großen schweizer Banken mit einer 30- bis 50-fachen Verschuldung. Diese Zahl beinhaltet Derivate.

Bei einem derartigen Verschuldungsgrad sind sowohl die SNB, als auch die schweizer Banken, im Verhältnis zum Umfang der schweizer Volkswirtschaft bereits “Too big to save”. Eine weitere Krise wie in 2007-2009 würde zu unbegrenztem Gelddrucken führen, was den Wert des Schweizer Franken zerstören und zu hoher Inflation oder gar Hyperinflation führen würde. Da sowohl die SNB als auch die schweizer Banken einen gefährlichen Weg eingeschlagen haben, hat die Schweiz jetzt die einzigartige Gelegenheit zu einem gesunden Finanzsystem zurückzukehren, was über Jahrhunderte ihr Markenzeichen gewesen ist.

Ein Sieg der Befürworter der Gold-Initiative würde die Schweiz zu ihrer gesunden ökonomischen Basis zurück und zu Wohlstand führen, während ein „NEIN“ zu dem von Shakespeare so eloquent benannten „Unheil“ führen würde:

Der Strom der menschlichen Geschäfte wechselt;
Nimmt man die Flut wahr, führet sie zum Glück;
Versäumt man sie, so muß die ganze Reise
Des Lebens sich durch Not und Klippen winden.
Wir sind nun flott auf solcher hohen See
Und müssen, wenn der Strom uns hebt, ihn nutzen;
Wo nicht, geht unser schwimmend Gut verloren.
(Shakespeare, Julius Caesar)

Ein goldgedeckter Schweizer Franken

Um dieses Schicksal zu verhindern hat die Schweiz nun die Gelegenheit, das erste Land der Welt mit einer Teildeckung seiner Währung mit Gold zu werden. Eine von Gold gedeckte Währung bedeutet, dass die Regierung und die Zentralbank die Währung nicht willkürlich manipulieren und wertloses Papier drucken können, welches sie dann Geld nennen.

amount of oz gold for 100 chf

Die schweizer Regierung und die Schweizer Nationalbank sind gegen die Gold-Initiative, da sie ihre Manipulation der Märkte und das Drucken von noch mehr Geld verhindern würde.

Die Schweizer stecken historisch einige ihrer Ersparnisse in Gold und haben eine größere Affinität zum Gold, als die meisten westlichen Nationen. Die schweizer Goldindustrie ist ebenfalls sehr bedeutungsvoll, da die schweizer Raffinerien 70 % der weltweiten Goldbarren produzieren.

Die Schweiz hat 50 % ihres Goldes zu Tiefstpreisen verkauft

Die Schweiz hatte einmal 2.600 Tonnen Gold, hat aber die Hälfte davon zwischen 2000 und 2005, als der Markt ganz unten war, verkauft – genau wie das Vereinigte Königreich. Dies hat das schweizer Volk zum gegenwärtigen Goldpreis CHF 27,5 Milliarden gekostet.

Ein „JA“ beim schweizer Referendum zur Gold-Initiative würde bedeuten, dass die Schweiz 1.600 Tonnen Gold zum derzeitigen Wert von $ 63 Billionen (CHF 60 Billionen) kaufen müsste. Dies entspricht 2/3 der jährlichen Goldproduktion. Die SNB hat dann 5 Jahre, um die 1.600 Tonnen zu akquirieren. Wenn sie schlau sind, werden sie es erheblich schneller tun, da Gold in den nächsten 5 Jahren höchstwahrscheinlich auf ein vielfaches des derzeitigen Preises steigen wird. Wenn sie mit dem Kaufen abwarten, werden sie sehr wahrscheinlich weniger als 1.600 Tonnen für ihre CHF 60 Billionen bekommen.

Zusätzlich würde die SNB 300 Tonnen Gold zurückholen müssen, welche sich derzeit im Vereinigten Königreich und in Kanada befinden. Wenn dieses Gold unbelastet ist, sollte es sofort zurückkommen. Allerdings hatte Deutschland zuletzt eine andere Erfahrung gemacht. Sie forderten 674 Tonnen von der FED in den USA zurück, haben aber bisher nur 5 Tonnen erhalten! Der offensichtliche Grund dafür ist natürlich, dass das Gold nicht da ist. Die FED hat es entweder verkauft oder verliehen. Es ist wahrscheinlich, dass die meisten Zentralbanken im Westen, die der FED oder anderen Zentralbanken Gold geliehen haben, Probleme damit haben werden es zurück zu bekommen. Deswegen ist es wichtig für die Schweiz ihr Gold zuhause zu haben.

Das schweizer Gold nachhause zurückzuholen und damit den schweizer Franken teilweise zu decken wird für den langfristigen Erfolg der schweizer Wirtschaft und des Schweizer Franken außerordentlich vorteilhaft sein. Es wird auch dazu führen, dass die Schweiz für die Einführung von gesundem Geld von den Menschen weltweit respektiert werden wird. Es ist auch wahrscheinlich, dass dies die Richtung für andere Länder vorgeben wird, dem Schweizer Beispiel zu folgen.

Demnach wird ein „JA“ am 30. November nicht nur für die Schweiz von Vorteil sein, sondern auch für die Weltwirtschaft, wenn die schweizer Entscheidung andere Länder dazu bewegt dem Beispiel zu folgen. Es ist darüber hinaus wahrscheinlich, dass es einen unmittelbaren Einfluss auf den gedrückten und manipulierten Goldpreis haben wird. Die Halter von Papiergold werden sich Sorgen machen und die Auslieferung von physischem Gold für ihre Papierversprechen fordern. Da es nicht annähernd genug physisches Gold gibt, um die ganzen Papierversprechen abzudecken, werden wir sehr wahrscheinlich einen starken Preisanstieg bei Gold erleben.

Am 30. November hat die Schweiz die einzigartige Gelegenheit, die Welt zu gesundem Geld und gesünderen Volkswirtschaften zurückzuführen. Ich hoffe, dass meine schweizer Landsleute an diesem Tag Geschichte schreiben.

>>> zum Original-Beitrag bei King World News


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Querrechner
Querrechner
12. Okt. 2014 10:18

Schade, ich habe mit dem Lesen aufgehört, nachdem ich auf den ersten Blick feststellen musste, dass der Autor Billionen und Milliarden nicht auseinanderhalten kann oder aber eine unreflektierte Übersetzung aus dem Englischen hier vorliegt. Die Schweiz hat nie, zu keiner Zeit Gold für 27,5 Billionen Schweizer Franken besessen, geschweige, dass dies die Schadensdimension sein kann.

Der Eidgenosse
Der Eidgenosse
13. Okt. 2014 22:45

„Dies hat das schweizer Volk zum gegenwärtigen Goldpreis CHF 27,5 Billionen gekostet.“

Es muss heissen: „Dies hat das schweizer Volk zum gegenwärtigen Goldpreis CHF 27,5 Milliarden gekostet.“

Man merke: One billion = eine Milliarde, one trillion = eine Billion

Jedenfalls ist es schon sehr naiv zu glauben, die SNB sei „unabhängig“. Ganz im Gegenteil, die SNB gehört zu einem globalen Kartell von Zentralbanken und erhält ihre Befehle von den gleichen Leuten, die auch die FED kontrollieren. Die Namen der Hauptaktionäre der FED ist streng geheim. Wetten, dass auch die Namen der Aktionäre der SNB geheim sind, einmal abgesehen von den kantonalen Beteiligungen?

Man könnte sagen, dieses Zentralbankenkartell stellt die Grundstruktur zur Schaffung einer globalen Finanzdiktatur dar. Es ist übrigens hoch interessant zu beobachten, dass sich sowohl der Franken, als auch der Dollar, als auch der Euro dem Faktor eins zu eins anzunähern scheinen. Dies scheint kein Zufall zu sein.

Das Ziel wird wohl sein: 1 Euro = 1 Dollar = 1 Franken. Dies würde die beabsichtige Einführung einer Weltwährung sehr erleichtern.

Eine Nation ohne souveräne Geldpolitik kann nie eine souveräne Nation sein, aber souveräne Nationen soll es nach dem Willen der Elite ja auch nicht mehr geben. Über das trojanische Pferd der Geldpolitik hat die Elite einen Weg gefunden, sowohl die Bevölkerung über Inflation zu enteignen, als auch die Regierungen in die Schuldknechtschaft zu treiben, und sie somit zur Aufgabe ihrer Souveränität zu nötigen.

Dazu kommt noch, dass sich diese Elite über das System der Zentralbanken enorm bereichern konnte. Wer schon zum Voraus weiss, wann und in welchem Masse die Leitzinsen verändert werden, der kann mit diesem Wissen ein Vermögen verdienen.

Diese missliche Situation hat sich keineswegs einfach so von alleine ergeben, sondern ist von langer Hand sorgfältig geplant worden, genau wie auch die Gründung der FED im Jahre 1913. siehe: „The Creature from Jekyll Island“ by G. Edward Griffin.

Der Verkauf eines bedeutenden Teils der helvetischen Goldreserven war keinesfalls ein Zufall oder Ausdruck von Inkompetenz, sondern geschah mit voller Absicht. Man hat dies einerseits getan, um den Goldpreis zu drücken, damit sich die Elite billig mit Gold eindecken kann, um dadurch den Franken zu schwächen, und um sowohl den bürgerlichen Mittelstand, als auch den Staat selbst in der Schweiz zu verarmen und in die Schuldknechtschaft zu treiben.

Dass es in den bekannten James Bond Filmen Bösewichte gibt, scheint der Bürger zu begreifen, dass es aber auch in der realen Welt Leute wie Goldfinger, Blofeld und Dr. No gibt, scheinen die Leute immer noch nicht kapiert zu haben. Es gibt tatsächlich teuflische Menschen da draussen mit bösen Absichten. Das Böse auf der Welt hat sich nicht von alleine ergeben, wie man den Menschen immer einreden will, sondern wurde von bösen Menschen mit bösen Absichten so gemacht.

Vielen Dank an den Übersetzer, trotz der kleinen Fehler.

Georges
Georges
17. Okt. 2014 10:15

Danke für den informativen Artikel an den Autor und den Übersetzer. Besonderen Dank an den qualifizierten Kommentar des „Eidgenossen“. Konnte dadurch wieder eine Menge über unser hochgelobtes Finanzsystem lernen.
Wir alle machen Fehler, von daher: Halb so schlimm 😉

G.