Ron Paul: US-Aussenpolitik “zutiefst mangelhaft“

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Ein Beitrag vom Nachtwächter am 20.10.2014


Ron PaulAm 16. Oktober war der langjährige ehemalige Kongressabgeordnete und dreimalige Präsidentschaftskandidat Dr. Ron Paul bei Larry King in seiner Show “PoliticKing“ auf Russia Today zu Gast. Dort sprach er über die US-Aussenpolitik und bezeichnete sie als “zutiefst mangelhaft“.

Das Gespräch beginnt mit dem Thema Ebola. Als gelernter Mediziner hält er die Berichterstattung über Ebola für Panik-Mache. “Wenn ein zweiter Fall auftritt, werden die Medien melden >Ebola hat um 100 % zugenommen<“, so Paul. Um das Ganze ins Verhältnis zu setzen wies er darauf hin, dass es jährlich immer noch 15.000 HIV-Opfer gebe und er hält es angesichts von jährlich 500 Tuberkulose-Fällen in den USA für vermutlich gefährlicher, sich in einem Flugzeug von einem Mitreisenden Tuberkulose einzufangen. Die Menschen sollten nicht in Panik verfallen; die Panik sei gefährlicher, als die Krankheit selbst.

US-Truppen nach Liberia zu entsenden hält er für Unsinn. Dr. Paul dazu: „Wir sind ein derart militantes Land. Wir bringen uns in allerlei Schwierigkeiten, wirtschaftlich und mit unserer Aussenpolitik, und die Antwort ist immer Militär, Militär, Bomben abwerfen, dies und das. Da gibt es eine medizinische Krise in Liberia und plötzlich schicken wir 3.000 Soldaten dort hin? Ich finde das wirklich bizarr.“. Dies könne höchstens die Chancen einer Verbreitung erhöhen.

Ab Min. 8:40 sprechen Larry King und Dr. Ron Paul über ISIS und die damit verbundene US-Aussenpolitik. „Die US-Aussenpolitik ist zutiefst mangelhaft.“, so Paul. Es sei kein Wunder, dass die ISIS sich derart verbreite, dies würde ohne lokale Unterstützung nicht funktionieren. Der Irak-Krieg sei ein schwerer Fehler gewesen und man habe die falschen Leute als Regierung eingesetzt. Die Truppen sollten schnellstmöglich abgezogen werden.

“Einfach noch mehr Bomben abzuwerfen und damit noch mehr Menschen zu töten macht keinerlei Sinn.“, sagt Ron Paul. Die Kriegspropagandisten hätten jedoch die Macht in den US-Medien und im militärisch-industriellen Komplex gäbe es jede Menge Leute, die sich nicht allzu viele Gedanken machen. “Wir hier haben Angst davor, dass sie die Welt mit einer Gruppe Menschen übernehmen, die keine Navy oder Air Force oder Interkontinentalraketen haben.“, so Paul. ISIS sei nur deshalb eine Bedrohung, weil die USA sie weiter reizen.

Plus500Ab Min. 15:00 geht Ron Paul auf die FED ein. Die Wirtschaft sei „sehr, sehr zerbrechlich“ und die FED drucke soviel Geld wie sie könne. Die dadurch entstandene Blase sei größer denn je und es gäbe kein echtes Wachstum, so Paul. Die Mittelklasse werde immer kleiner und von echter Erholung könne nicht die Rede sein.

Ab Min. 18:00 geht Dr. Paul auf die Frage Larry Kings nach eventuellen Sezessionsbestrebungen in den USA ein: “Das Wichtigste ist nicht die Sezession, sondern das Recht sich abzuspalten. Wenn man jemandes Haus nicht verlassen kann, ist man ein Gefangener. Wenn man die Arbeit nicht aufgeben kann, sei man ein Sklave. Wenn eine kleinere Einheit eines Landes sich nicht abspalten kann, dann hat man eine Diktatur.“

Paul weiter: “Die meisten Amerikaner sind begeistert vom Thema Unabhängigkeit.“. Wie könne man gegen die Unabhängigkeit vom Britischen Empire sein? Wie sei das mit dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion? Dies sei das größte Wunder des 20ten Jahrhunderts gewesen. Das Riesenreich als Diktatur sei deswegen auseinandergebrochen, weil sich Einzelstaaten herausgelöst hatten. Warum sollte man also die Ukraine nicht trennen? Das Problem sei, „…je stärker die Regierung ist, umso stärker ist auch der Widerstand eine große Union aufzubrechen.“, so Dr. Paul.

Ab Min 23:20 geht es um die politische Situation in den USA. Der Wirtschaft gehe das Geld aus, die USA sei ein bankrottes Land. Ron Paul bemängelt, dass die FED beispielsweise nicht auditiert werde und die Parteien sich in den großen Dingen allzu einig seien.

Von den Kongresswahlen im November erwartet er keine große Veränderung. Auch im Fall, dass Hillary Clinten bei der nächsten Präsidentschaftswahl zum Staatsoberhaupt gewählt würde, werde es keine Veränderungen in der Politik geben.

Er sei stets ein Libertär gewesen und vertrete die Idee auch weiterhin. „Ich bin ein sehr konservativer Mensch, aber ich sage den Menschen doch nicht, wie sie zu leben haben.“

Auf die Frage von Larry King bei Min. 28:00, ob er die Zukunft eher optimistisch oder pessimistisch sieht, sagt Dr. Ron Paul: „Ich bin eher optimistisch, aber kurzfristig muss die Wirtschaft durch die Mangel gehen, Schulden müssen liquidiert werden und man muss sich von Fehlinvestitionen trennen. Da das aber aus politischen Gründen verhindert wird, wird es aus wirtschaftlichen Gründen geschehen und wir müssen da durch.“

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