Der US-Dollar ‘hat fertig’

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Ein Beitrag vom Nachtwächter am 17.11.2014


Es scheint ein Zeichen der Zeit zu sein, dass sich ernstzunehmende Wirtschaftsnationen vom US-Dollar als Weltreservewährung abwenden. Die BRICS-Staaten haben sich bereits im großen Stil davon verabschiedet, ihren internationalen Handel in US-Dollar abzuwickeln. Nachdem in diesem Jahr bereits in Frankfurt und London ein Renminbi-Hub eingerichtet wurde, folgte nun jüngst Kanada und demnächst kommt selbst Süd-Korea mit vergleichbaren Maßnahmen.

Der US-Dollar hat als Weltreservewährung nun offensichtlich endgültig ausgedient. Angesichts der seit 1990 exponentiell gestiegenen Menge an weltweit umlaufenden US-Dollars (Wiki-EN: 1990 = 1 Billion, 2002 = 2 Billionen, 2008 = 4 Billionen; für die Jahre danach kann nur noch geraten werden, weil die USA keine offiziellen Zahlen mehr herausgegeben hat), ist der Hirntod, des bereits seit Jahren an der Herzlungen-Maschine hängenden Dollars als Leitwährung, rechnerisch ohnehin längst überfällig. Was abzuwarten bleibt ist, wie lange sich eine Währung generell noch halten kann, der der weltweite Handel schnell zunehmend den Rücken zukehrt.


Russland verabschiedet sich vom Dollar, wendet sich chinesischer Währung zu

Wirtschaftsvereinbarungen zwischen China und Russland werden US-Dollar zu Gunsten Rubel oder Renminbi Yuan umgehen

Von Ed Adamczyk

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Freitag gesagt, dass sein Land sich in vollem Bewusstsein von der Nutzung des US-Dollars für internationalen Handel abwendet. Er sagte der russischen Nachrichtenagentur TASS in einem Interview, dass an China verkauftes russisches Öl in Renminbi Yuan, der chinesischen Währung, bezahlt wird. Dies folgt dem Trend russischer Unternehmen, ihre Im- und Exporte in Renminbi Yuan oder Rubel abzuwickeln, nicht in US-Dollar.

“Wir wenden uns ab vom Diktat der Märkte, dass alle kommerziellen Öl-Lieferungen in US-Dollars abgerechnet werden“, sagte Putin. Direkte Transaktionen in russischer und chinesischer Währung beliefen sich im Oktober auf $ 5,2 Milliarden Dollar, verglichen mit $ 307 Millionen Dollar im September, so ein Bericht des China Foreign Exchange Trading System der chinesischen Zentralbank.

“Das Volumen nimmt zu, da beide Länder nichts gegen die Nutzung ihrer eigenen Währungen für gegenseitige Transaktionen an Stelle des Dollars einzuwenden haben. Ich erwarte, dass der Umsatz steigen wird.“, so Evgeny Gavrilenkov, derzeitiger Währungsstratege bei der Moskauer Sberbank Rossii, gegenüber dem Wall Street Journal.

Um den Wert des Rubel ohne die Nutzung des US-Dollars weiter hoch zu halten, hat die russische Zentralbank im dritten Quartal 2014 ganze 55 metrische Tonnen Gold gekauft.

Der Handel in Rubel und chinesischen Renminbi Yuan an der Moskauer Börse begann 2010, es bedurfte jedoch wirtschaftlicher Sanktionen gegen Russland durch die Vereinigten Staaten und die Länder der Europäischen Union zur Schaffung erheblichen Interesses an dieser Form des Handels. Die Börse ist jetzt ein Partner der Bank of China und bietet russischen und chinesischen Investoren neue Leistungen ohne Beteiligung des US-Dollars an.

Süd-Korea hat ebenfalls Interesse an der Verbesserung des Handels mit China bekundet und hat vor, einen Offshore-Knotenpunkt für den Handel in Renminbi Yuan aufzubauen. Einem Wirtschaftsabkommen der vergangenen Woche zwischen China und Kanada nach, wird ein vergleichbarer Handels-Knotenpunkt in Toronto aufgebaut, bei dem ebenfalls der US-Dollar als Mittel zum Ausgleich von Zahlungen umgangen wird.

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