Ökonomischer Totalitarismus und der Krieg gegen Bargeld

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Von Ronald-Peter Stoeferle, Incrementum AG Liechtenstein

Ronald StoeferleIm Zuge der weltweiten Politik der niedrigen Zinsraten sind traditionelle Sparformen, insbesondere Sparkonten, immer unattraktiver geworden. Da sie praktisch keinerlei Zinsen mehr erwirtschaften, gibt es einen zunehmenden Anreiz, Geld aus den Bankkonten abzuziehen und zu horten.

Besonders in den letzten Monaten nimmt eine Facette der finanziellen Repression zunehmend an Fahrt auf: eine Vielzahl (vermeintlicher) Star-Ökonomen, darunter solche wie Paul Krugman und Larry Summers, propagieren derzeit unverhohlen die Ansicht, dass zuviel gespart und nicht ausreichend investiert werde. Um dieses Ungleichgewicht zu kompensieren, sollten die Zinsen in den negativen Bereich gedrückt werden. Nach keynesianischer Logik wird dies angeblich den Konsum ankurbeln und den dringend benötigten Stimulus für die Wirtschaft bringen.

Um die Negativzinsen durchzusetzen, forderte der Harvard-Ökonom und ehemalige US-Finanzminister Larry Summers bei einer IWF-Research-Konferenz ganz unverblümt die weltweite Abschaffung allen Bargelds. Seine Präsentation erweckte den Eindruck einer Kriegserklärung gegen Bargeld.

Für Summers sollte das primäre Ziel darin bestehen, Regierungen und Banken in die Lage zu versetzen, Zinsen unter null drücken zu können. Entsprechend würde dann jeder Sparer eine Gebühr für die Aufbewahrung seines eigenen Geldes bezahlen müssen. Um einen Run auf die Banken zu verhindern, müsste Bargeld komplett abgeschafft werden.

Der deutsche Ökonom und Wirtschaftsberater der deutschen Regierung, Peter Bofinger, empfindet Münzen und Banknoten ebenfalls als Anachronismus. Er wertet Bargeld ebenfalls als potenziell kriminell und weist auf die Möglichkeit hin, dem Drogenmarkt und der Schwarzarbeit Gelder zu entziehen. Allerdings scheint dies nicht das Hauptargument gegen Bargeld zu sein.

Der Journalist Roland Tichy fasst das Hauptziel einer bargeldlosen Gesellschaft wie folgt zusammen:

»Das Hauptziel ist die Manipulation der Zinsen und der Konsumenten, um damit spezifische Ziele einer ökonomischen Politik zu erreichen.«

Herr Bofinger gibt dies ebenfalls zu. Er erklärt: »Gibt es kein Bargeld mehr, entfällt die Nullzinsgrenze und negativen Zinsen steht nichts mehr im Wege.« Für Bofinger wäre es sinnvoll, wenn die Eurozone, das Vereinigte Königreich und die Schweiz das Bargeld zeitgleich abschaffen.

Damit reiht sich Bofinger in eine lange Liste (hauptsächlich keynesianischer) Ökonomen ein, die ähnlich argumentieren. Kenneth Rogoff und Willem Buiter, Chef-Ökonom der Citigroug, plädieren ebenfalls für die Abschaffung von Bargeld. Ohne Bargeld wäre es nicht mehr möglich, den negativen Zinsen zu entkommen und man würde endlich in der Lage sein, die Wirtschaft »anzukurbeln«.

Auch wenn der Gedanken für Buiter kontrovers ist und es eine Reihe Kehrseiten gibt (Widerstand der Bevölkerung, starke Nutzung von Bargeld unter armen und alten Menschen, Verlust des Münzprägegewinns für die Zentralbanken und Regierungen, Verlust der Privatsphäre und Sicherheitsrisiken aufgrund von Cyber-Attacken), so sind diese Nachteile »vernachlässigbar«.

Allerdings hat die Kritik an Bargeld einen weiteren Hintergrund: aufgrund der winzigen Mindstreserve-Anforderungen sind die Banken in einem permanenten Zustand “latenter Illiquidität“. Bankeinlagen sind die Basis der fraktionellen und massiv gehebelten Kreditpyramide. Ein aufgrund von Vertrauensverlust ausgelöster Bank-Run würde schnell zum Zusammenbruch dieser Kreditpyramide führen. Somit ist die Abschaffung von Bargeld das einzige effektive Werkzeug, das die “Papiergeld-Jongleur-Junta“ zur Verfügung hat, um alle Fluchtwege aus dem Papiergeld-System für die Bevölkerung zu blockieren. Die Notausgänge werden somit also verriegelt.

Darüber hinaus könnten Wertanlagen in einer bargeldlosen Gesellschaft viel einfacher verfolgt, kontrolliert und besteuert und, wenn die Notwendigkeit es erfordert, enteignet werden. Dieser letzte Faktor wird für die Regierungen, die bis zu ihren Augenbrauen in Schulden stecken, als immer essentieller angesehen. Somit repräsentiert die Einschränkung Bargeld zu besitzen einen wichtigen Stützpfeiler finanzieller Repression und zudem die letzte Hürde vor der möglichen Einführung von Negativzinsen.

Eine Vielzahl von Beispielen zeigt, dass der Weg zur Abschaffung von Bargeld bereits gegangen wird:

  • In Italien, Spanien und Griechenland wurde der Besitz und die Nutzung bereits signifikant eingeschränkt. Seit 2011 ist es in Griechenland illegal, Zahlungen über € 1.500 in bar durchzuführen. In Italien liegt dieses Limit bei € 1.000 und in Spanien bei € 2.500.
  • Dänemark will die legale Verpflichtung Bargeld zu akzeptieren abschaffen.
  • In Schweden, welches zufälligerweise das erste europäische Land war, das Banknoten herausgab, ist Bargeld aus dem täglichen Leben fast verschwunden. Im Jahr 2012 wurden nur noch 2,7 % aller Transaktionen in Schweden mit Bargeld durchgeführt – im Vergleich dazu 9,8 % in der Eurozone und 7,2 % in den USA. Die Nutzung von Bargeld ist inzwischen so verpönt, dass die folgende Daumenregel gilt: »Wenn man in Bar zahlen muss, dann stimmt etwas nicht.«
  • In Frankreich werden legale Bargeldzahlungen ab September 2015 auf € 1.000 limitiert. Darüber hinaus sind Wechselstuben verpflichtet, die persönlichen Daten von jedem zu speichern, der Devisen-Transaktionen oberhalb von € 1.000 durchführt. Goldkäufe müssen ab sofort ebenfalls an die Behörden gemeldet werden, wie auch Goldlieferungen innerhalb des Landes, welche kurioserweise an den Zoll gemeldet werden müssen. Wie man vermuten würde, werden die Maßnahmen unter Berufung auf den »Krieg gegen den Terror« gerechtfertigt.
  • In Deutschland steht der Bundesbank-Chef Thiele in Sachen Einschränkung der Bargeldnutzung immer noch ein bisschen abseits: »Die Wahlfreiheit des Verbrauchers wird die Bundesbank nicht einschränken. Das müsste dann schon der Gesetzgeber tun.«

Unabhängig von Ökonomen und Regierungen sind sich die Akteure in der Finanzindustrie natürlich ebenfalls einig. Es ist keine besonders große Überraschung, dass das Kreditkarten-Unternehmen MasterCard im Rahmen einer Studie für die Universität von Oxford herausgefunden hat, dass Bargeld schmutzig und ungesund ist. Seit 2011 gibt es sogar einen »No Cash Day« (erfunden in Italien), der jedes Jahr im Juni gefeiert wird.

Fazit: Ökonomischer Totalitarismus

Die Abschaffung von Bargeld und die damit verbundene Implementierung von Negativzinsen repräsentiert eine »konsequente Fortsetzung fehlgeleiteter Geldpolitik«. Sie würde den Weg bereiten für einen ökonomischen Totalitarismus orwell’schen Charakters. Alternativen wie Gold und Krypto-Währungen könnten natürlich hiervon profitieren, so lange sie es schaffen, er “Regulierung“ oder einem Verbot im Rahmen der Finanz-Repressionen zu entkommen.

>>> zum englischsprachigen Original (incl. Quellen-Verweisen des Autors)

Aus dem Englischen übersetzt vom Nachtwächter

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Hingucker
Hingucker
25. Jul. 2015 6:49

„… dass Bargeld schmutzig und ungesund ist…“ rauchen, Alkohol trinken, zu gutes Essen und – jetzt auch Bargeld. Alles was spaß macht ist ungesund, also alles abschaffen !!
Was für eine Verdummung der Menschen.

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