Ron Paul: »Ich wünschte niemand würde Syrien bombardieren«

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Von Ron Paul

Ron Paul Weekly ColumnDie Regime-Change-Politik der USA für Syrien war eine Katastrophe. Mehr als 200.000 Menschen wurden getötet und ein ganzes Land in Schutt und Asche gelegt und das zum Teil deswegen, weil Präsident Obama entschieden hat, dass »Assad seine Legitimität verloren hat«.

Wie kann es sein, dass der Präsident eines 6.000 Meilen entfernten Landes die Autorität hat, zu entscheiden ob dort ein anderer Führer ins Amt gehört oder nicht? Was wenn Rouhani im Iran entscheiden würde, dass Obama aufgrund der Tötung einer Reihe amerikanischer Bürger durch Drohnen ohne Anklage oder Gerichtsverhandlung seine Legitimität verloren hätte? Würden wir das akzeptieren?

Wie General Lloyd Austin, Kommandeur von US-Central-Command, vergangenen Monat ausgesagt hat, haben die mindestens drei Jahre andauernden Bemühungen der USA, Rebellen für den Sturz der syrischen Regierung auszubilden, »vier oder fünf« trainierte und sicherheitsüberprüfte »Moderate« in Syrien hervorgebracht. Die $ 500 Millionen, die dafür ausgegeben wurden, sind verschwunden.

Die neokonservative Lösung für diesen Fehlschlag beim Sturz von Assad und der »Degradierung und Zerstörung« von ISIS lautet, die Bombardierung zu verstärken und eine Bodeninvasion Syriens anzuführen. Die verwirrende Politik, Assad und gleichzeitig seine Feinde zu bekämpfen, scheint die Neokons nicht weiter zu stören. Sie wollen, dass wir all ihre Fehlschläge in Libyen und im Irak vergessen und die selbe Fehlschlag-Politik noch einmal ausprobieren.

Letzte Woche geschah aber etwas dramatisches. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach vor den Vereinten Nationen und kritisierte die US-Politik der Partnerschaft mit einer der Extremistengruppen – Al-Kaida samt seiner Alliierten -, um sowohl ISIS als auch Assad anzugreifen. »Ist Euch klar, was Ihr angerichtet habt?«, fragte Putin.

Kurz nach Putins Rede vor der UN erbat er die Genehmigung der russischen Regierung, als Reaktion auf die Bitte der syrischen Regierung um Beistand beim Kampf gegen die Rebellen, Streitkräfte in Syrien einzusetzen und bekam sie auch. Russische Kampfflugzeuge und Bomber begannen fast unmittelbar damit, Einsätze über Syrien zu fliegen. In weniger als einer Woche russischer Bombardements scheint es zu erheblichen Schäden bei ISIS und Al-Kaida-Verbündeten gekommen zu sein – von denen einige von den USA als Alliierte angesehen werden und tatsächlich von der CIA ausgebildet wurden.

Man mag versucht sein, die russischen Militärschläge in Syrien zu bejubeln, da es den Anschein hat, dass ISIS endlich entscheidende Verluste zugefügt worden sind. Presseberichte besagen, dass nach den russischen Angriffen große Mengen an Kämpfern desertiert haben. Plötzlich erscheint die unausweichliche Übernahme Syriens durch die ISIS, sobald Assad gestürzt ist, mit den Russen vor Ort erheblich weniger wahrscheinlich.

Ich kann die Bomben aber nicht bejubeln, ob es nun russische Bomben, US-Bomben, französische oder britische Bomben sind. Ich glaube nicht daran, dass eine Terroristen-Gruppe, die durch externe Einmischung in der Region erst entstanden ist, durch noch mehr externe Interventionen in der Region aus der Welt zu schaffen ist. Bomben repräsentieren ein Totalversagen der Politik. Sie zerstören die Wirtschaft und die Infrastruktur eines Landes.

Ich würde mir wünschen, dass das amerikanische Volk endlich von ihrer Regierung fordert, seine destruktive Politik der Absetzung von Regimes, die sich Washingtons Forderungen nicht beugen wollen, zu beenden. Ich wünschte der Kongress würde unsere Verfassung hinreichend respektieren, dass vom Präsidenten eine Kriegserklärung gefordert würde, bevor ein anderes Land angegriffen wird.

Ich wünschte Präsident Bush und seine neokonservativen Berater hätten niemals entschieden die syrische Regierung zu stürzen. Ich wünschte Präsident Obama hätte die Neokons rausgeschmissen, die ihn von einer törichten Intervention in die andere geführt haben.

Ich wünschte die CIA hätte keine Rebellen ausgebildet, damit sie Seite an Seite mit Al-Kaida in Syrien kämpfen. Ich wünschte wir könnten das schrille Gekreische der Kriegstreiber zurückweisen. Ich wünschte die US-Medien wären mehr, als nur ein Propaganda-Arm der US-Regierung.

Ich bin überhaupt nicht begeistert darüber, dass Russland Syrien bombardiert. Ich wünschte niemand würde Syrien bombardieren.

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>>> zum englischsprachigen Original

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter


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