»Gesegnete Weihnachten« oder »God Jul«

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Das Nachtwächter-Team wünscht allen Lesern ein fröhliches, ungestörtes, friedliches und geruhsames Weihnachtsfest!


Für das mit dem heutigen Heiligabend hier im deutschsprachigen Raum beginnende Weihnachtsfest haben wir uns entschieden, unseren Lesern einen kleinen Denkanstoß mit in die Feierlichkeiten zu geben. Denn die “Christliche Weihnacht“ ist nicht unbedingt das, was die Mehrheit der Bevölkerung meint.

Dass der “Weihnachtsmann“ eine PR-Erfindung von Coca-Cola sein soll und deshalb auch weiß-rote Kleidung trägt, lassen wir hier mal unkommentiert und auf den “Weihnachtsbaum“ gehen wir auch nicht weiter ein. Wir widmen diesen Beitrag der Frage, was es denn eigentlich historisch gesehen mit Weihnachten auf sich hat?

Diese Frage führt uns zurück zu den vor langer Zeit im deutschsprachigen Raum ansässigen germanischen und weiter nördlich beheimateten nordischen Volksstämmen, ihrem Glauben und ihren naturverbundenen Traditionen. Die damit verbundene Geschichte ist heute kaum mehr umstritten, denn bei vielen aufgeschlossenen Historikern findet sich inzwischen der Bezug zu einem der wichtigsten Feste der germanischen und nordischen Stämme: dem “Julfest“.

Das Julfest ist ein Fest des germanischen Jahreskreises zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende. Zum Jahresende wird die Wiedergeburt der Sonne nach dem Tod durch den Winter gefeiert. Gebräuchlich ist es, das Haus mit immergrünen Pflanzen zu schmücken, ein Julfeuer zu entfachen und sich zu beschenken (Julklapp). [Quelle]

Das Julfest wird als eins der höchsten Feste im germanischen Jahreskreis angesehen, was für ein naturverbundenes Volk generell auch durchaus ein Menge Sinn ergibt. So gab es also bereits unter den “Heiden“ – neben dem “Ostara“-Fest im Frühling – ein zur Wintersonnenwende gefeiertes heiliges Fest.

Im Zuge der Christianisierung wurde dann versucht, das germanische “Julfest“ mit der Geburt des christlichen Heilands zu verbinden, denn die Stämme im Norden Europas wehrten sich erfolgreich gegen den Einfluss der christlichen Kirche und blieben einfach ihren eigenen Bräuchen treu. Für die römische Kirche war das Ersetzen des unter den Germanen herrschenden Glaubenssystems also scheinbar nur mit Gewalt möglich.

Dieser Gedanke wurde aber wohl schnell verworfen, denn die Römer hatten im Jahr 9 a.d. gelernt, was es heißt gegen die “wilden germanischen Heiden“ zu kämpfen, als Varus 3 vollständige Legionen (samt Versorgungstross insgesamt rund 20.000 Menschen – und zugleich 1/8 der gesamten militärischen Streitmacht Roms) in einem tagelangen, erbarmungslosen Guerilla-Krieg gegen den Cherusker-Fürsten Arminius bis auf den letzten Mann verlor.

Daher entschloss sich die Kirche, die Geschichte um die Geburt Jesu Christi mit dem heidnischen Brauchtum zu vermischen und selbiges auf diesem Weg über die Zeit auszumerzen. Der 25. Dezember wurde bereits im Jahr 336 als christlicher Feiertag anlässlich der Geburt des Heilands festgelegt. Hintergrund für die Wahl dieses Datums war höchstwahrscheinlich die Nähe zur Wintersonnenwende und dem damit verbundenen Julfest, was eine Verschmelzung beider Glaubenssysteme und die “feindliche Übernahme“ erst möglich machte.

Bereits seit alter Zeit, sehr lange bevor das Weihnachtsfest begangen wurde, wurde von den Germanen die Wintersonnenwende, das Julfest gefeiert. Viele der vorchristlichen Bräuche, auch die passende Bezeichnung „Heilige Nacht“, wurden infolge der Christianisierung für das auf den Zeitpunkt des nichtchristlichen Julfestes terminierte Geburtsfest Christi umgedeutet. [Quelle]

So wurde also das Datum der Geburt Christi einfach den germanischen und nordischen Volks-Bräuchen angepasst, damit auf diesem Weg die Heiden von ihrem Glauben abgebracht werden konnten. Was für ein Aufwand… und was für ein perfider Plan…

Die Wortschöpfung “Weihnachten“ geht übrigens wohl auf den mittelalterlichen Dichter Spervogel zurück, der um 1180/1190 herum in einem seiner Gedichte formulierte:

»Er ist gewaltic unde starc, der ze wihen naht geborn wart: daz ist der heilige krist.«

Aus “zur geweihten Nacht“ entstand die “Weih(e)nacht“.

Noch heute sind jedoch in vielen europäischen Sprachen die wirklichen Ursprünge der “Weihnacht“ zu finden:

In den skandinavischen Sprachen heißt Weihnachten heute »jul« oder »jol«, im Finnischen »joulu«, im Estnischen »jõulud«, im Englischen besteht der Begriff »Yule«, im Niederländischen »Joel« und auf Sölring (Sylter Friesisch) heißt es »Jül« oder »Jööl«.

Auch wenn das Weihnachtsfest heutzutage leider weitestgehend dem Konsum gewidmet ist, so ist es doch nach wie vor ein Fest, zu dem sich die Familien treffen und Zeit miteinander verbringen.

Wenn Sie also Ihre Lieben an Weihnachten sehen, dann erinnern Sie sich daran, dass die Ursprünge der christlichen Weihnacht bei den alten germanischen Stämmen zu finden sind, die bereits vor über 2000 Jahren hier heimisch waren und die Wintersonnenwende feierten.

In diesem Sinne: »God Jul!«

Der Nachtwächter

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MoshPit
24. Dez. 2015 17:10

Dir und den Deinen ebenfalls ein schönes Fest und ein einen ruhigen Start (das meine ich ernst *g*) in das neue Jahr!

beste Grüße,

MoshPit

joah
joah
24. Dez. 2015 18:58

Ebenfalls ein gesegnetes Jul (wie ich ja jetzt lernen durfte – Danke) und vor allem vielen herzlichen Dank für die entsprechende Arbeit hier.

Was ich noch anmerken mag: „Weihnachten“ ist das Fest der Besinnlichkeit (Besinnung; Nachdenkens; Erinnern) – wie korrekt angemerkt, hat darin (fehlgeleiteter) Konsumismus nicht wirklich etwas zu suchen, wie man vielerseits einem einbläuen mag.

manfred:bautz
manfred:bautz
24. Dez. 2015 21:08

Allseits eine gesegnete Jul [geheiligte Nacht], unser aller Ahnen mögen mit Euch sein und Euch begleiten auch die übrigen Tage des Jahres.

Dank Dir mein guter N8Wächter, hab auf Deinen Seiten viel gelernt und dafür sollst Du reich beschenkt werden.

Kurz Zu Deinem Beitrag

Damit ist die christliche Religion wohl eine Besatzerreligion, um es mal sehr deutlich zu sagen. Nun denn, ein jeder trägt die Verantwortung für sein Handeln und auch für seine Unterlassungen. Schuld gibt es nicht, die ist eine Erfindung derer, die die Menschen in Abhängigkeiten stürzen und dort anketten wollten, denn Schuld zwingt zum Warten auf Vergebung. Verantwortung zwingt zum Lernen und Weitergehen und zum Schadenausgleich. So kann einjeder lernen aus allem was geschieht, Schuld und Vergebung sind wie Versprechen, sie verleiten zum Wiederholen dessen, was vermieden werden soll, zu aller Wohl.

Besinnliche geweihte Nacht im tiefsten Sinne dieser Worte.

Jule
Jule
25. Dez. 2015 1:15

Ja, es gab in der Tat ein wahrhaft naturverbundenes Leben vor den Römern hier – wie auch im damaligen Jerusalem.
Dort sorgten die „Streitkräfte“ Roms ja auch für Frieden und Demokratie … wie im Heute auch- mit Gewalt und Krieg, eben wie eh und je.
Lediglich ihre Basis verlegten sie nach Übersee.

Es freut mich das es mehr und mehr Sonnwend-Feuer-Feiern zu sehen gibt und es nicht gelang – trotz grauslichster Gewalt – die alten Kräfte und Werte unserer nordisch/germanisch/keltischen Ahnen/Kultur in die Vergessenheit zu verdrängen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Mit-Wächtern der Nacht – und im besonderen dem Nachtwächter – alles Liebe, Gute, Gesundheit und weiterhin genug Licht zum Erkennen.

rokro
27. Dez. 2015 12:59

Das Christliche Weihnachtsfest auf Mitte Dezember zulegen und damit auf das Julfest war ein kluger Schachzug der Römischen Kirche,war(ist) doch der 21 Dez. einer der vier grossen (Mabon,Yul,Ostara,Litha)Heidnischen Feiertage,nähmlich der kürzeste Tag und die Längste Nacht,der gegenüber das Lithafest im Sommer(der Längste Tag-die kürzeste Nacht) steht.
Sogar die Geburt Jesus fügte die Kirche geschickt ein und bediente sich dabei des Heidnischen Weltbildes.In der Offenbarung des Johannes (22,16 ),spricht Christus von sich als dem „strahlenden Morgenstern“,und so wird der Morgenstern (Erklährt übrigens auch den Stern zu Bethlehem) in der Längsten Nacht geboren um den Weg zu bereiten für seinen Vater die Sonne und seine Mutter die Erde.
Ob vertuscht oder geschickt gedreht ist mir dieses Fest trotz allem Konsumrausches und der Bigotterie lieber als das Feiern eines geglückten Putsches über eine missliebige Regierung die eine andere Form des gleichen Glaubens bevorzugte. https://de.wikipedia.org/wiki/1._Buch_der_Makkab%C3%A4er

Ich finde,egal wer was glaubt,wir Menschen sind die Kinder der Erde,geküsst an jedem Tag durch die Strahlen der Sonne,die Natur dessen Teil wir sind sollte an jedem Tag und besonders an diesen Feiertagen geehrt und gewürdigt werden.

Allen ein gesegnetes Fest und ein glückliches neues Jahr!