Größter Staudamm in den USA droht zu brechen!

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VORERST LETZTE AKTUALISIERUNG DIESES BEITRAGS, 14.02.2017:

Vorab die Übersichtsgrafik zum besseren Verständnis:

Nach den teils dramatischen Meldungen über die Situation am Oroville-Damm hat sich die Lage inzwischen etwas beruhigt. Hier die Zusammenfassung des letzten Standes:

Der Wasserpegel im Stausee sinkt. Weiterhin wird das Wasser über den regulären Ablauf mit 2.800 Kubikmeter pro Sekunde abgeleitet. Der Kanal unterhalb des Ablaufs weist, aufgrund der großen Mengen dauerhaft hinabstürzenden Wassers, mittlerweile erhebliche Beschädigungen auf und der Bereich unterhalb des Ablaufs ist massiv erodiert, was jedoch den Behörden nach kein Grund zur Sorge sei.


Bedenken gibt es dagegen wegen der erheblichen Ausspülungen und Erosionen unterhalb des Not-Überlaufs. Diese gefährden die strukturelle Integrität der 10 Meter hohen Betonmauer, weshalb aktuell hektische Notmaßnahmen laufen, um den Boden an dieser Stelle zu befestigen. Kipper und Hubschrauber bringen jede Menge Material zum Füllen der erodierten Bereiche heran.


Hätte die Mauer des Not-Überlaufs aufgrund der Bodenerosion nachgegeben, dann wäre der Stausee auf bis zu 10 Meter Tiefe ausgelaufen und hätte eine massive Flutwelle in Richtung Tal geschickt. Hier die von der Überflutung bedrohten Gebiete:

Diese Gefahr ist für den Moment offenbar gebannt, da durch das massive Senken des Seepegels der Druck von der Mauer genommen wurde. Letzten Informationen nach steht das Wasser noch rund einen Meter hoch an der Mauer und der Pegel wird weiterhin um 3-4 Zoll (rund 8-10 cm) pro Stunde gesenkt. Die Behörden zielen darauf ab, den Seepegel auf 50 Fuß (rund 15 Meter) unterhalb der Oberkante des Not-Überlaufs zu bringen, da für Donnerstag und Freitag erneute Niederschläge angesagt sind.

Derweil wird inzwischen Kritik an der Evakuierung von 188.000 Menschen in der Region laut. Manche sind der Ansicht, die Behörden hätten überreagiert und wollen schnellstmöglich in ihre Häuser zurück. Die Evakuierungsorder steht jedoch bis auf weiteres und 23.000 Nationalgardisten stehen auf Abruf bereit. Evakuierte Anwohner sind entsprechend frustriert, denn es könnte sein, dass sie auf ihre Rückkehr warten müssen, bis die Erosionen unterhalb des Not-Überlaufs bestmöglich instand gesetzt worden sind. Die Angst freilich, dass ihre Sicherheit auf Dauer nicht gewährleistet ist, sie bleibt.

Der Nachtwächter

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Quelle für diese aktuelle Zusammenfassung hier.


AKTUALISIERUNG 13.02.2017 18:10 Uhr:

Nach Aussagen im aktuellen Live-Stream besteht nach wie vor erhebliche Gefahr am regulären Ablauf des Damms. Die vollständige Öffnung des Ablaufs hat den Pegel inzwischen weit genug gesenkt, dass am Not-Überlauf des Damms kein Wasser mehr über den Rand fließt. Dennoch muss Behördenaussagen nach der Ablauf weiter geöffnet bleiben, um den Pegel auf möglichst bis zu 50 Fuß (rund 15 Meter) unterhalb der Kante des Not-Überlaufs zu bekommen, weil ab Donnerstag/Freitag erneut starke Niederschläge für die Region oberhalb des Damms vorhergesagt sind und mit einem erneuten Ansteigen des Pegels gerechnet wird.

Die Beschädigungen am Not-Überlauf auf der Außenseite des Damms rufen nach wie vor Bedenken hervor. Die Führungsmauer am Not-Überlauf hat sich zum Teil in Wohlgefallen aufgelöst und die größte Bedrohung ist die rund 10 Meter hohe Betonmauer des Not-Überlaufs selbst – sollte diese brechen, würden entsprechende Wassermassen in Form einer Flutwelle zu Tal stürzen. Hier eine bildliche Darstellung zum einfacheren Verständnis:

Aktuell wird im Live-Stream beruhigt, dennoch ist davon auszugehen, dass die Situation für die Behörden vor Ort angespannt bleibt.

Erosion unterhalb des Not-Überlaufs, aufgrund der erheblichen dort hinabstürzenden Wassermassen. Die weggespülte Straße ist auf dem Bild aus der Vogelperspektive oben noch vorhanden:

Weitere Aktualisierung bei Bedarf.

Der Nachtwächter


Hier beginnt die ursprüngliche Meldung vom 13.02.2017 um 10:25 Uhr:

Der höchste Staudamm der Vereinigten Staaten läuft über und scheint aktuell kurz vor einem Dammbruch zu stehen. Der Oroville-Staudamm befindet sich in der Sierra Nevada in Kalifornien und »ist noch vor dem Hoover-Staudamm die höchste Talsperre in den Vereinigten Staaten«. Die Talsperre ist 235 Meter hoch und 2.317 Meter breit. Der Damm hält über 4.300 Milliarden Kubikmeter Wasser zurück.

Laut aktuellen Meldungen von AP sind 188.000 Menschen dazu aufgerufen worden, ihre Häuser zu verlassen und sich aus dem Gebiet zu entfernen; die Evakuierung läuft auf Hochtouren. Der Not-Überlauf des Damms unterliege nach Behördenaussagen »ernsthaften Erosionen, welche zum Versagen des Überlaufs führen könnten«. Der Durchfluss am regulären Ablauf wurde auf 100.000 Kubikfuß (über 2.800 Kubikmeter) pro Sekunde (!) erhöht und damit annähernd verdoppelt.

Zu gut Deutsch: Der Wasserdruck ist derart hoch geworden, dass der reguläre Ablauf des Damms vollkommen überfordert ist und das Wasser zusätzlich über den Not-Überlauf ausläuft. Die Wassermassen reißen dabei Geröll und Schlamm unterhalb des Damms mit sich. Anwohner der betroffenen Gebiete werden aufgefordert sich auf hochliegendes Gelände zu begeben. Wettervoraussagen kündigen weitere Niederschläge an. Die Situation ist absolut dramatisch!

Sollte dieser Damm tatsächlich brechen, würden sich die Wassermassen unkontrolliert über mindestens 3 betroffene Counties ergießen und wohl alles mitreißen, was sich auf dem Weg befindet.

AKTUALISIERUNG: Bildschirmfoto aus der gestrigen Berichterstattung, welches die von Überschwemmungen bedrohten Gebiete zeigt:

Der Nachtwächter

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