Von Xantens Kolumne – Polnische Wirtschaft

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Von Siegfried von Xanten

„Dann ist Polen offen“, heißt nicht etwa, dass es vorher geschlossen hatte, sondern, dass Aufregung herrscht, dass alles möglich ist, dass die Situation in einem großen Durcheinander außer Kontrolle gerät. Eine Redewendung. Zum Beispiel:

„Nichtsahnend stiefeln wir durch die Landschaft und zack, fliegt uns was um die Ohren. Ein Wort oder eine Reaktion und unser Gegenüber geht hoch. Bei mir ist es zum Beispiel der Satz ‚Mach doch mal Pause.‘ Wenn ich den höre, ist Polen offen.“

Oder:

„Die Virenklone verlassen die Wirtszelle z. B. durch Ausschleusen (Exocytose) aus der Zelle oder durch Auflösen (Lysierung) der Membran der Wirtszelle. In beiden Fällen ist Polen offen, denn dann verbreitet sich die Vireninfektion im ganzen Körper.“

Polen – offen – eine Vireninfektion.

Der Virus oder das Virus?

„Offenbar ist bei einem Virus das Geschlecht ebenso wandelbar wie seine Oberflächenstruktur. Und richtig: Ein Virus ist nicht nur in medizinischer, sondern auch in sprachlicher Hinsicht ein Verwandlungskünstler.“

Ursprünglich sächlich, mutierte das Virus wegen des angehängten –us zu der Virus. Während die Fachsprache eisern an der sächlichen Form festhält, haben sich in der Alltagssprache die männliche und die sächliche Variante gleichberechtigt nebeneinander eingebürgert. Was in der heutigen Zeit mehr als sehr problematisch erscheint, muss man es doch als sehr diskriminierend und sexistisch verstehen, dass es nach wie vor keine weibliche Variante gibt.

Und welches Virus ist überhaupt gemeint? Das Virus der polnischen Wirtschaft?

Die polnische Wirtschaft? Die polnische Wirtschaft ist ein in Deutschland gebräuchliches Stereotyp für die Unorganisiertheit, Ineffizienz und Verlotterung von Polen, dem wohl Georg Forster 1784 erstmals schriftlich in die Welt verholfen hatte. Und 1910 schaffte es die Polnische Wirtschaft dann bei Jean Gilbert sogar in eine Operette.

Durch die Einbeziehung von Wirtschaft wird der Begriff der polnischen Wirtschaft zu einem sprachlichen Vielseitigkeitsvehikel unter dem nahezu alles gefasst werden kann:

„… von einem auf der Straße liegengelassenen Koffer eines Kindes, über einen am Samstag nicht gefegten Fußweg vor dem Haus, bis hin zum Milliardendefizit im Staatsbudget.“

Gut. Aber: „Gemessen mit Rußland ist selbst Polen ein Kulturland gewesen!“ Sagt der Führer.

Die geschriebene Geschichte Polens beginnt 963. Mit dem polnischen Herzog Mieszko, der von Widukind von Corvey in einer lateinischen Chronik erwähnt wird. Mieszko hatte sich zum Christentum bekannt und war 966 getauft worden, was zur Christianisierung Polens führte.

Die vorausliegende ungeschriebene Geschichte Polens ist eine Art polnische Wirtschaft, umfasst sie doch zahlreiche slawische Stämme, Burgen, Siedlungen und Grabstellen, alles ziemlich ungeordnet.

Und ungeordnet und unabsichtlich gäben auch die Reflexionen über die Jugend des Führers das Gleiche wieder, „das die späteren Regenten-Umfelder bewusst und zielgerichtet ausgesprochen haben: Es gibt über Hitlers Heterosexualität nichts zu sagen.“ Sagt Volker Elis Pilgrim.

Und wer über des Führers Sex respektive Nicht-Sex Bescheid wissen wolle, der komme an den Publikationen von Anna Maria Sigmund nicht vorbei, die habe nämlich „der Voraussetzung von Hitlers sogenanntem normalen Sexleben den Boden“ entzogen.

Gut. Wenn schon nicht sechs Leben, vielleicht hat der Führer neun Leben. Immerhin reiste er nach seinem Doppelselbstmord und dem anschließend durch Otto Günsche veranstalteten Purgatorium – „Der Chef brennt! Willst du mal gucken?“ – nach Übersee.

Nicht aus einem Purgatorium, sondern aus dem Herzogtum Mieszkos ging das von Kaiser und Papst anerkannte Königreich Polen hervor. 1386 stieg Polen durch Union mit dem Großfürstentum Litauen zur europäischen Großmacht auf, deren Staatsgebiet von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reichte. 1569 verschmolzen Polen und Litauen zu einem gemeinsamen Staat:

„Das Gebiet umfasste in seiner größten territorialen Ausdehnung um 1618 den größten Teil des Staatsgebietes des heutigen Polen, das heutige Litauen, Lettland und Weißrussland sowie Teile des heutigen Russland, Estland, Moldawien, Rumänien und der Ukraine.“

Kriegerische Aggressionen und Aufstände schwächten Polen entscheidend und führten dazu, dass der Staat in der Folge der drei Teilungen in den Jahren 1772, 1793 und 1795 vollständig von der Landkarte verschwand. Bis 1918. Dann entstand Polen neu.

Und dort hatte man die ehemalige polnisch-litauische Großunion nicht vergessen und verstand das ehemalige Staatsgebiet als urpolnisches Erbe. Der amerikanische Präsident Wilson hatte in seinem 14-Punkte-Plan einen polnischen Staat gefordert, „der die von unbestreitbar polnischer Bevölkerung bewohnten Gebiete umfassen“ und einen freien Zugang zum Meer haben sollte.

Unbestreitbar polnisch könnte zum Beispiel heißen, wenn die Zahl der auf einem Landstrich lebenden Polen größer oder gleich 1 ist. Mögen sich die Polen gedacht haben. Und die von Wilson geforderte Volksbeteiligung zur Regelung von Gebiets-, Wirtschafts- und politischen Fragen wurde auch umgesetzt. Sofern es sich bei den Beteiligten um Polen handelte.

Die übrigen Volksgruppen wurden in dem Durcheinander der polnischen Wirtschaft auch nicht vergessen. Man suchte sie mit allen Mitteln zu vertreiben. Ein beschleunigter Entgermanisierungsprozess. Nicht vergessen wollte man auch den freien Zugang zum Meer. Und nicht vergessen wollte man auch eine polnische Antwort auf die Danzig-Frage. Und auf die ostpreußische Frage.

Man wolle, so Vizepremierminister Grabski 1923, alle …:

„… zur Verfügung stehende Kraft dafür ein[setzen], daß die ostpreußische Frage durch Polen im Sinne Polens entschieden wird.“

Und warum solle man auf irgendwelche Bestandteile verzichten, nur weil sie sich außerhalb der Staatsgrenzen befänden. Und so grabschte man nach allerlei fremdem Staatsgebiet.

Und nicht verzichten sollte man auch auf die Lektüre von „Mein Kampf“ in der Schule. Sagt der Tagesspiegel:

„Dieses Buch ist für das historische Lernen eine Quelle, die interpretiert und analysiert werden kann und muss.“

Aber mit dem Interpretieren ist das so eine Sache. Vor allem, wenn das dem Interpretierten Zugrundeliegende vom Kaiser stammt:

„Es gibt nichts Schöneres, als die alte ‚Woche‘ anzuschauen, ich habe die Jahrgänge. Ich kann nur sagen, das muß man studieren: beim Stapellauf nur Zylinder, auch noch nach der Revolution; das Volk war lediglich Staffage für die Anfahrt der hohen und höchsten Herrschaften.

Der Kaiser hat einmal eine Arbeiter-Delegation empfangen; die hat er so angeschnauzt, er hat sie sofort verwarnt, er würde ihnen die kaiserliche Gnade entziehen. In ihren Bezirksversammlungen brauchten die Delegierten bloß die kaiserliche Rede zu interpretieren. Im Krieg war es dann zu spät, andererseits war man aber auch zu feige und hat nicht gewagt, der Sozialdemokratie den Kopf zu zertreten.“

Sagt der Führer.

1920 besetzte man Wilna und ein litauisches Grenzgebiet von 250 Kilometer Länge und 50 Kilometer Breite. 1921 überschritt Polen die Curzon-Linie und verlegte – nach erfolgreicher Auseinandersetzung mit der roten Armee – seine östliche Staatsgrenze 250 Kilometer weit in den russischen Sprachraum. Und 1938 nahm man sich von der Tschechoslowakei das Teschener Land.

Bereits am 25. März 1919 wollte der britische Premier Lloyd George die Ursache eines neuen Krieges darin erkennen, dass man 2,1 Millionen Deutsche „der Aufsicht eines Volkes von anderer Religion“ unterstellt habe, das historisch gesehen noch nie die Fähigkeit „zu stabiler Selbstregierung bewiesen“ habe:

„Wie das? Sprach er mit gespaltener Zunge? Auf der einen Seite war sein Sekretär Philip Kerr (Lord Lothian), internes Mitglied des imperialistischen Milner-Kreises, hinter den Kulissen an der Ausarbeitung des Versailler Vertrages beteiligt, der die Keime zu einem zweiten Weltkrieg legen sollte – von ihm stammte die Formulierung des Paragraphen 231 von der deutschen Alleinschuld – […] und auf der anderen Seite warnte sein Premier parallel in vornehmer Besorgtheit, dass eine Bestimmung des Versailler Vertrages wieder zu einem neuen Krieg führen müsse. Sollten so die Spuren des britischen tödlichen Agierens mit der Maske moralisch integrer Gesinnung verdeckt werden?“

Am 20.11.1920 beschwerte sich die Weimarer Regierung in Polen über willkürliche Verhaftungen und Verschleppungen von Deutschen. Und der volksdeutsche Abgeordnete Spickermann konstatierte am 23.01.1923 im polnischen Parlament:

„Der gesamte Apparat der inneren Verwaltung hat ausgesprochenermaßen unter der Parole gestanden: Kein Mittel ist unversucht zu lassen, die polnischen Bürger deutschen Stammes aus dem Lande zu treiben, das Land zu entdeutschen, zu purifizieren, wie man das so geschmackvoll auszudrücken beliebte. Auch das brutalste Mittel“ sei erlaubt.

Klaus Spickermann war kein volksdeutscher Abgeordneter, sondern Stadtrat. In Kempten. Von den Grünen.

Bereits 1986 hatte er gegen die General-Dietl-Straße protestiert. Und General Dietl zeigte namentlich nicht nur im Straßenbild von Kempten Flagge, sondern auch in Bad Aibling. Und in Füssen. Dort als Namensgeber einer Bundeswehrkaserne. Sehr zum Unmut einiger Bürger und Organisationen.

In Rosenheim wurde die „Projektgruppe Spurensicherung“ des Kreisjugendringes tätig. Man habe zahlreiche Details über Dietls enges Verhältnis zum Führer zutage gefördert. Er sei 1918 in das Freikorps Epp eingetreten. Und in der NSDAP habe er die Mitgliedsnummer 524 gehabt. Und der Führer habe ihn als einen „Geburtshelfer des Dritten Reiches“ gelobt.

Und da könne es nicht angehen, dass der General posthum als Namensgeber von Straßen und Kasernen fungiere. So die Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam und das britische „Defence Commitee for Victims of Nazi Persecution“ in Gillingham/Kent.

„Seine Beliebtheit verdankt Dietl seiner Zeit als Kommandant des Gebirgsjägerregiments 99 in Kempten und seiner anschließenden Kommandeurszeit in Füssen. Sein ‚Bergsteigerhumor‘ und seine Verdienste um den Skisport sorgten dafür, daß sich um ihn zahlreiche Anekdoten rankten.“

Mit Bergsteigerhumor hatte die Gazeta Gdansk dagegen wenig am Hut, als sie am 9. Oktober 1925 schrieb, dass man in Locarno die Liquidierung Ostpreußens fordern müsse. Ansonsten gebe es ein zweites Tannenberg. Henryk Baginski, Generalstabsoffizier hatte 1927 verschriftlicht, dass es „niemals Frieden in Europa geben [werde], bis Preußen ausradiert ist und die deutsche Hauptstadt von Berlin nach Frankfurt am Main verlegt wurde“. Moderate Töne aus Polen.

Und 1930 war sich die Zeitschrift Mocarstwowiec bewusst, dass ein Krieg zwischen Polen und Deutschland nicht vermieden werden könne. Tannenberg werde man in den Vorstädten von Berlin schlagen und sich Preußen vom Pregel bis zur Spree einverleiben. Und Gefangene würden nicht gemacht.

Und außerdem gibt es an der Spree wunderbare Gurken:

„Die humusreichen Böden und das eisenhaltige Wasser lassen im Spreewald Gurken bestens gedeihen. Mit frischen Kräutern und Gewürzen zubereitet sind Spreewälder Gurken eine wahre Delikatesse.“

Und in Burg im Spreewald wurde die Polizei unlängst „zu einem Grundstück in der Waldschlößchenstraße gerufen, weil Personen ‚Heil Hitler‘ gerufen hatten. Zeugen hatten die Rufe gehört.“

Nicht gerufen wurde die Polizei im Oktober 1932, als der bis dahin stellvertretende polnische Außenminister Beck von Marschall Pilsudski den sofortigen Angriff auf Deutschland forderte. Angesichts der deutschen Schwäche sei die Lage günstig. Und in Sichtweite warte Groß-Polen.

Josef Pilsudski hatte im August 1920 die vor Warschau stehenden zahlenmäßig überlegenen Armeen Trotzkis zurückgeschlagen. Ein Zangenangriff. Das Wunder von der Weichsel. Es bescherte Polen weite Gebiete im Osten. Dann wartete Pilsudski ab. Nicht 7 Minuten, die es für ein gutes Pils braucht, sondern bis 1926. Pilsudski putschte und Polen bekam eine Erziehungsdiktatur.

1934 ließ die Polnische Akademie der Wissenschaften Bildkarten drucken mit dem Text, dass auch noch der „kleinste Staub polnischen Bodens […] wieder zum Mutterland“ zurückkehre.

Da sich die Westmächte jedoch, was den von Pilsudski vorgeschlagenen Präventivkrieg anging, zurückhielten, schloss man mit dem deutschen Reich 1934 vorerst einen Nichtangriffspakt. Ohne Großpolen aus den Augen zu verlieren.

Entspannungspolitik auf Polnisch. Carl Jacob Burckhardt, Völkerbundkommissar für Danzig, meinte im Sommer 1938, dass der polnische Außenminister Beck ein doppeltes Spiel spiele und auf den Gewinn setze, der sich aus einer „schließlichen und unvermeidlichen deutschen Katastrophe“ ergebe. Danzig, ganz Ostpreußen, Schlesien und Pommern. Und man bemühte sich, die Deutschen ganz methodisch in ihren Fehlern zu bestärken.

Am 24. Oktober 1938 bot der Führer Polen für die Angliederung Danzigs an das Reich und für einen exterritorialen Zugangsweg in das abgetrennte Ostpreußen den Verzicht auf die ehemals deutschen Gebiete Oberschlesiens, Westpreußens und Posens und die endgültige Anerkennung der polnischen Westgrenze an. Polen lehnte ab. Immer wieder.

Eine Serie vergeblicher deutscher Versuche das Danzig- und das Korridor-Problem am Verhandlungstisch zu lösen. Die Zugeständnisse auf deutscher Seite waren weitreichend. Der Korridor sollte polnisch bleiben und Danzig sollte nur „politisch zur deutschen Gemeinschaft“ kommen und „wirtschaftlich bei Polen“ bleiben.

Verzichten muss man auch in einer Kleinstadt, was das Kulturleben angeht. Allerdings im besten Fall und bei entsprechender Pflege nur auf die letzten Spitzen. Und zum Singen kommt man in der Provinz auch mehr:

„Wenn man es gut pflegt, kann man in einer Kleinstadt ein fabelhaftes Kulturleben haben, nur auf die letzten Spitzen wird man verzichten müssen. In einer Stadt wie Weimar oder Bayreuth könnte ich leben. Die Großstadt ist sehr undankbar. Sie sind wie die Kinder, zuerst wird alles angezogen und, kaum kommt etwas anderes, wird es abgeschoben und brachgelegt. Wer wirklich singen will, kommt in der Provinz mehr dazu als in Berlin.“

Sagt der Führer.

Ob das Singen in der Provinz die Polen bestärkte, darf bezweifelt werden. Wohl aber fühlte man sich bestärkt und abgesichert durch den Beistandsvertrag mit Frankreich von 1921 und den seit Sommer 1938 sich anbahnenden Beistandspakt mit England. Und von der Kriegsentschlossenheit Amerikas wusste man auch in Polen.

Aber die Westmächte wollten den Krieg auf keinen Fall selbst beginnen. Außerdem brauchte es ein wenig Psychologie für die internationale Öffentlichkeit. Und da kam die Annexion der Tschechoslowakei durch Deutschland gerade recht. Man konnte empört sein.

Und als die deutsche Bevölkerung im Memelland den Anschluss an das Deutsche Reich verlangte und der Führer die drei in Ostpreußen stationierten Wehrmachtsdivisionen nach Norden an die Grenze zum Memelland verlegen ließ, ordnete Polen eine Teilmobilmachung – die Truppenstärke wurde um 330.000 Mann erhöht – an und ließ seine Truppen vor Danzig aufmarschieren. Und Frankreich bestärkte Polen in seiner starren Haltung und sicherte Polen in der Danzig-Frage Frankreichs und Englands volle Rückendeckung zu.

Und Weltpolitik lässt sich nur machen, wenn man den Rücken frei und die Donau hat:

„… die Donau ist die Donau, wir können sie nie ersetzen. An das Eiserne Tor muß man sich hinsetzen, damit es nicht abgesperrt werden kann. Leider ist das ein sehr schlechtes Gebiet, gute Deutsche kriegt man da nicht hin. Aber mit dem Kupferbohren wird man das Gebiet bevölkern, es ist eine der größten Möglichkeiten zu Kupfer zu kommen, zumal wenn wir mit den Jugoslawen nicht in guter Freundschaft leben. Das Mangan, das ich da unten nicht verhütten will, kann ich donauaufwärts geben. Die Donau gibt die Verbindung mit der Türkei. Weltpolitik kann erst der machen, der den Rücken ganz frei hat!“

Sagt der Führer.

Als Konstantinopel 1453 an die osmanischen Türken fiel, begann die Glanzzeit Danzigs. Was zur Sperrung des Bosporus führte. Noch mehr Getreide aus den südöstlichen Kornkammern wurde nun weichselabwärts transportiert und musste durch die Danziger Speicher. Qua Stapelprivileg. Vor dem Export nach Skandinavien, England und die Niederlande.

Ein Glanzstück polnischer Propaganda lieferte 1939 die Wochenzeitschrift Narod W Walce – Volk im Krieg. Danzig müsse polnisch bleiben und Deutschland müsse gezwungen werden, Ostpreußen ohne Bevölkerung an Polen abzutreten.

Und zwei Beamte des Londoner Außenministeriums erfuhren im Mai und Juni 1939 von einem Vertreter des polnischen Generalstabes, dass man gedenke, Ostpreußen zu Beginn des Krieges anzugreifen, da es für Deutschland schwierig würde, die Provinz zu verteidigen. Und Berlin ließ man wissen, „daß jede Intervention der deutschen Regierung für eine Änderung des bestehenden Status quo in Danzig als ein Angriff gegen Polen betrachtet wird.“ Und machte mobil. Drei Monate vor Deutschland.

Moderate Töne aus Polen. Und aus England hörte man, dass man die Unabhängigkeit Polens, die bislang nicht bezweifelt worden war, verteidigen würde. Eine „säbelrasselnde offiziöse Propaganda“, wie der deutsche Botschafter aus Warschau bemerkte. Der Verhandlungsweg war zugestellt. Ein Spiel auf Zeit, in dem es für die Alliierten nur abzuwarten galt.

„England hat – zusammen mit Frankreich – das deutsch-polnische Problem geschaffen und 1939 verhindert, dass es ohne Krieg bereinigt wird.“

Der geplante Umbruch. Eine Umbruchzeit.

Und hier bekommt die Frau ein veritables Problem:

„In der Umbruchzeit kommt für die Frau das Problem des Mannes; bekommt sie ihn nicht oder verliert sie ihn, so will sie nichts mehr vom Leben, lieber geht sie da in ein Kloster. Es kommt auch vor, daß Eltern ihre Kinder versprechen. Wenn so ein Wesen erst einmal zehn Jahre drinnen ist, hört damit der freie Blick auf. Das Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören, die für sie sorgt, spielt auch eine Rolle. Wo der Mann fehlt, schließt sich die Frau einer anderen Gemeinschaft an.“

Sagt der Führer. Eine befriedigende Lösung ist das nicht.

Mit Befriedigung konnte der britische Außenminister Lord Halifax feststellen:

„Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, so dass er nicht mehr auf friedlichem Wege ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen aufheben kann.“

Es ging England nicht darum, Polen zu retten, sondern Deutschland in den Orkus zu stoßen.

Für eine metaphysische Befriedigung des kleinen Menschen braucht es allerdings die Ehrfurcht vor dem Unerkennbaren:

„Die Verinnerlichung kann stattfinden bewußt im Wege der Versenkung in die Natur oder durch Studium der Geschichte; dazu ist indes immer nur ein Teil befähigt, welcher darüber von Ehrfurcht erfaßt wird vor dem Unerkennbaren und darin seine metaphysische Befriedigung erfährt.

Der kleine Mensch hat das Bedürfnis nach dem Metaphysischen auch, doch kann es bei ihm nur befriedigt werden durch eine Verinnerlichung, die sich abhebt von diesem Weg. Das gilt gemeinhin für die Frau; und das gilt auch für den Bauern, dem der Hagel zusammenhaut, was er mit Mühe endlich so weit gebracht hat. Der einfache Mensch klammert sich empfindungsmäßig an eine überirdische Hilfe.“

Sagt der Führer.

Und der war von der Polenpolitik seiner Vorgänger abgerückt und hielt Polen die Hand zum Frieden hin, obwohl die bei seinem Amtsantritt ihre Truppen auf der Danziger Westerplatte hatten aufmarschieren lassen und obwohl Polen Frankreich zu einem Angriffskrieg gegen Deutschland hatte bewegen wollen. Und so verlor Polen „Krieg und Freiheit trotz seiner England-Garantien für ganze 50 Jahre.“

Um 5:45 Uhr wurde zurückgeschossen. „Ein grauer Morgen mit tiefhängenden Wolken.“ Wie US-Auslandskorrespondent William Shirer in seinem Tagebuch notierte.

Und grau ist bekanntlich auch alle Theorie. Wohingegen es in der Praxis mitunter ziemlich bunt zugeht. Und davon weiß der Jurist wiederum nichts, aber der Verbrecher umso mehr:

„Die praktische Auswirkung der Gesetzesanwendung faßt der Jurist nicht ins Auge! Aber der Verbrecher kennt die Praxis der Justiz, auf seine Sachkenntnis baut er seine Handlungen auf. Wenn die darauf kommen, daß man bei Beraubung von Zügen allenfalls ein paar Jahre Zuchthaus kriegt!

Man bekommt ein geregeltes Leben, sagen die sich, wenn es schlecht geht; Soldat braucht man nicht zu werden; alles ist schön, hygienisch, kein Mensch wird einem etwas tun, dafür bürgt der Justizminister; geht der Krieg verloren, so hat man Aussichten auf die höchsten Staatsstellen; wird er gewonnen, so kann man mit Amnestierung rechnen.“

Sagt der Führer.

Und Gleiwitz? Ist eine der ältesten Städte des Oberschlesischen Industriegebiets. Und dort befanden sich – kein Witz – „ein Gaswerk, eine Ofenfabrik, eine Abfüllanlage für Bier, vier Druckereien sowie eine Asphalt- und Pappfabrik.“ Und ein Sendeturm aus Lärchenholz. Nicht 120, sondern 100 und 18 Meter hoch. Und Shakespeare liegt auch falsch. Es war Lärche und nicht die Nachtigall.

Und der Führer? Erwähnte „den Vorfall von Gleiwitz nicht genau, sondern sprach allgemein von 14 Grenzzwischenfällen, die sich in der Nacht ereignet hätten.“ Nicht genau. Gut, dass es Experten gibt, die es genau wissen.

Gut, dass es Experten gibt, die es mit der polnischen Wirtschaft sehr genau nehmen. Organisierte Unorganisiertheit, bei der dann auch schon mal das eine oder andere Dokument verloren geht. Oder das ein oder andere Dokument auftaucht, was vorher gar nicht da war. Getreu nach Eli Wiesel:

„Manche Ereignisse geschehen, sind aber nicht wahr. Andere sind wahr, finden aber nie statt.“

Manche Dokumente sind echt, aber nicht mehr da. Andere sind plötzlich da, aber das Dokumentierte hat nie stattgefunden. Plötzlich da waren zum Beispiel einige Protokolle zu des Führers Obersalzberg-Rede vom 22.08.1939. Die Rede sei so gut gewesen, dass Göring sogar auf dem Tisch getanzt habe. Wie ein Wilder.

Und verschwinden ließ man alle Dokumente, die hätten belegen können, dass Dr. Hesse am 2. September 39 Horace Wilson ein Rückzugsangebot des Führers unterbreitet hatte, in dem dieser sogar versichert hatte, für alle angerichteten Schäden aufzukommen. Das passte nicht in den englischen Kram. Und so wurde das, was nicht passte, durch Exklusion passend gemacht. Doch dazu mehr in einer anderen Kolumne.

Und was sagt der Führer?

„Glaubt man, daß, auf die Ferne gesehen, mit Unwahrheit und Lüge ein Erfolg erzielt wird? Nein, es kann nicht wahr sein, daß man auf die Dauer durch eine Lüge eine Welt halten kann.“

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+++ Band 1 +++ Band 2 +++ Band 3 +++ Band 4 +++ Band 5 +++


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