Die Sau und das Dorf: Was die Abtreibungsdebatte in Übersee mit der “Mauer“ zu tun hat

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Seit vergangener Woche wird in Übersee die “Sau“ namens “Abtreibung bis zur Geburt“ durchs sprichwörtliche Dorf gejagt. Der Anstoß der Debatte war die Verabschiedung einer neuen Gesetzgebung zur Abtreibung im US-Bundesstaat New York, welche bereits einige hohe Wellen verursachte.

Weiter angeheizt wurde dieses Thema, als eine Filmaufnahme in den Sozialen Medien die Runde machte, auf welcher die demokratische Abgeordnete Kathy Tran im Abgeordnetenhaus des US-Bundesstaates Virginia zu einem Gesetzentwurf befragt wurde, nach welchem Abtreibungen “bis zum Ende des dritten Trimesters“ oder mit anderen Worten unmittelbar bis vor der Geburt, wenn die werdende Mutter “im Begriff ist zu gebären“ ,erlaubt werden sollen.

So traurig, so krank. Der Entwurf zur Gesetzesänderung wurde abgelehnt. Doch wären es nicht die ultra-liberalen Linksaußen, wenn hier nicht noch eine Schüppe nachgelegt werden könnte.

So fand sich der demokratische Gouverneur von Virgina, Ralph Northam (ein ehemaliger Kinderneurologe), bei dem Radiosender WTOP zum Gespräch ein und nahm recht unmissverständlich Stellung zu dem Gesetzentwurf von Kathy Tran:

»Ich kann Ihnen genau sagen, was geschehen würde, wenn eine Mutter in den Wehen liegt. Das Neugeborene würde entbunden. Dem Kind würde es behaglich gemacht. Das Kind würde wiederbelebt, falls dies von der Mutter und der Familie gewünscht ist, und dann würde eine Diskussion zwischen den Ärzten und der Mutter folgen.«

Zwar betonte Herr Northam im Vorfeld, dass es sich bei hierbei um »Fälle [handelt], in welchen es ernsthafte Missbildungen geben könnte« und dass es sich um einen »nicht lebensfähigen« Fötus handeln mag, jedoch ging er mit keinem Wort auf die heute übliche Pränataldiagnostik ein und auch die mehr als angebrachte Frage, wieso erst mit einsetzenden Wehen “Missbildungen“ oder eine mögliche “Nichtlebensfähigkeit“ festgestellt werden würde.

Die im Anschluss an die Veröffentlichung des Gesprächs erfolgte Empörung, oftmals verbunden mit dem Vorwurf des “Kindsmords“, mag durchaus ein Stück übers Ziel hinausgegangen sein, doch machte Herr Northam öffentlich keinen Hehl daraus, dass er den von Kathy Tran eingereichten Gesetzentwurf unterstützt.

Beobachtern nach hatte Frau Tran offenbar angesichts der gegen sie gemachten Stimmung ihr Zwitscherkonto gelöscht, zumindest zeitweilig, denn das Konto ist inzwischen wieder da und sie hat dort in einer kurzen Filmbotschaft nochmals ihren Standpunkt bekräftigt. Dass Frau Tran groteskerweise am selben Tag, als sie die Abreibungsgesetzgebung gerne geändert gesehen hätte, auch einen Gesetzesentwurf zum Schutz einer in Nordamerika heimischen Raupenart eingereicht hatte (» kein Scherz!), ging an den meisten Berichterstattern vorbei.

Die Aussagen von Gouverneur Northam wurden indes von Seiten der Demokraten vollständig ausgeblendet, wie der Reporter Henry Rodgers vom Daily Caller vermeldete und auch die Mehrheitsführerin im US-Kongress, Nancy Pelosi, gab an, nicht zu wissen, was ihr Parteikollege aus Virginia gesagt habe.

Dennoch wurde die Thematik erwartungsgemäß politisiert. US-Präsident Donald Trump zwitscherte am 31. Januar 2019, die Demokraten würden zur “Partei der späten Abtreibung, hoher Steuern, offener Grenzen und Kriminalität“. Insbesondere zum Thema “späte Abtreibung“ hatte Herr Trump sich bereits im Rahmen des “TV-Duells“ mit seiner Gegnerin Hillary Clinton während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 unmissverständlich geäußert:

»Wenn man dem zustimmt, was Hillary sagt, dann können Sie im neunten Monat das Ungeborene aus dem Mutterleib herausreißen – bis kurz vor der Geburt […]. Nun, Sie können sagen, dies sei in Ordnung, und Hillary kann sagen, dies sei in Ordnung, aber für mich ist das nicht in Ordnung.«

In einem Gespräch mit dem Daily Caller nahm der US-Präsident auch Stellung zu dem aktuellen Geschehen. Er sei überrascht, dass Herr Northam derartige Äußerungen von sich gegeben habe und was Frau Tran angeht, sagte Donald Trump:

“Ich dachte, es war schrecklich. Erinnern Sie sich, als ich sagte, Hillary Clinton sei willens das Ungeborene aus dem Mutterleib zu reißen? Das ist, was dies ist. Das ist, was sie tun. Es ist schrecklich.“

Einhergehend mit der Kritik an der von den Demokraten angestrebten Abtreibungspolitik fiel dann auch das Licht auf die Wahlkampf- und Parteispender besagter Akteure. So wurde berichtet, dass Herr Northam annähernd $ 2 Millionen an Spenden von Planned Parenthood erhalten hat – der US-amerikanischen Muttergesellschaft der hiesigen Pro Familia.

Auch Frau Tran wurde von verschiedenen Gesellschaften aus dem Abtreibungsdunst unterstützt, wie beispielsweise “NARAL Pro-Choice America“ und “PPA Virginia“ (eine von vielen “Fürsprecher“-Initiativen von Planned Parenthood). Doch die Abgeordnete war recht bald aus dem Rampenlicht, denn es wurde dringend eine neue “Sau“ benötigt und wie der Reiner so spielt …

Nachdem es zunächst ausgeprägte Rückendeckung für Herrn Northam gab, drehte sich das Blatt unmittelbar, als es zur “Entdeckung“ eines alten Jahrbuchs der Eastern Virginia Medical School kam, auf welcher Herr Northam seinen medizinischen Abschluss gemacht hatte. In dem Jahrbuch fand sich unter der Rubrik “Ralph Shearer Northam“ eine Abbildung von einer 80er-Jahre-Feier, auf welcher jemand ein Ku-Klux-Klan-Kostüm trägt und mit einem anderen ein Bier trinkt, welcher schwarz angemalt ist.

Die Spottdrosseln liefen selbstverständlich zur Hochform auf und Herr Northam sah sich zu einer “Entschuldigung“ für sein seinerzeitiges “Fehlverhalten“ genötigt. Stellte sich zunächst noch die Frage, ob der Gouverneur unter dem Klan-Kostüm steckte oder schwarz angemalt war, fanden sich recht bald Hinweise dafür, dass er wohl Letzteres verkörperte.

Und auch seine Parteikollegen ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, “für das Richtige“ einzutreten. So hatte beispielsweise Kamala Harris dem Gouverneur 2017 noch mit den Worten zu seiner Wahl gratuliert:

“Gratulation an Ralph Northam und seine Mannschaft dafür, dass sie zeigen, dass Virginia nicht für Hass und Bigotterie stehen.“

Am 2. Februar 2019 hieß es dann von ihr:

“Führer sind zu einem höheren Standard berufen und der [Schand]Fleck des Rassismus‘ sollte keinen Platz in den Hallen der Regierung haben. Der Gouverneur von Virginia sollte beiseitetreten, damit die Öffentlichkeit heilen und gemeinsam voranschreiten kann.“

Jede Menge weiterer Parteikollegen äußerten sich ähnlich und auch von Seiten seines drittgrößten Unterstützers, Planned Parenthood, wurde nicht lange gefackelt und der sofortige Rücktritt von seinem Amt als Gouverneur gefordert.

Die jüngste Verdrehung dieser keineswegs unbedeutenden Posse fand am vergangenen Samstag, dem 2. Februar 2019, statt, als Herr Northam plötzlich eine Kehrtwende machte und verkündete, er sei “keiner von den beiden auf dem Foto“. Und zu allem Überfluss werden seinem als möglichen Nachfolger im Amt gehandelten Stellvertreter, Justin Fairfax, nun “sexuelle Übergriffe“ vorgeworfen und dieser hat nichts besseres zu tun, als die Vermutung in den Raum zu stellen, Ralph Northam sei der Verursacher einer “Schmierenkampagne“, um von seinem eigenen Fehlverhalten abzulenken.

Beobachtung

Der geneigte Leser sieht hier eine Schmierenposse höchster Qualität und zudem die enorme Geschwindigkeit, mit welcher hier ein neues Narrativ nach dem anderen zu konstruieren versucht wird. Die Zuschauer vor den TV-Bildschirmen in Übersee saugen dieses Schauspiel gebannt auf und nur die wenigsten von ihnen erkennen, wie sehr sie in eine bestimmte Richtung getrieben werden – “Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.“

Der Auslöser war die Abtreibungsdebatte, doch dieses Thema wurde unvermittelt von der “Rassismus“-Debatte abgelöst. Die Spottdrosseln tun artig ihren Dienst und bedienen das jeweils aktuell gewünschte Narrativ und verlieren dabei (durchaus bewusst) wesentliche Aspekte aus den Augen, welche somit auch dem Publikum vorenthalten werden.

Hintergrund

Abtreibungen wurden in den USA durch die Grundsatzentscheidung des Obersten US-Gerichtshofs im Jahre 1973 neu geregelt. Demnach durfte eine Frau in den ersten drei Monaten (erstes Trimester) selbst entscheiden, ob sie ihre Schwangerschaft abbrechen möchte, da es sich um ihre “Privat“-Angelegenheit handele.

Angesichts der derzeitigen (konservativ dominierten) Sitzverteilung im Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten befürchten Abtreibungsbefürworter, dass diese Entscheidung von 1973 möglicherweise einkassiert werden könnte. Einige Bedeutung darf in diesem Zusammenhang auch die lange Abwesenheit der beisitzenden Richterin Ruth Bader Ginsburg beigemessen werden (auch wenn sie angeblich gestern bei einer öffentlichen Veranstaltung gewesen sein soll, wofür jedoch kein Bildbeleg vorliegt).

Ein weiterer Hintergrund ist die Stellung von Planned Parenthood (PP). Es handelt sich dabei um eine von der US-Bundesregierung finanzierte “Non-Profit“-Organisation. Jedoch ist bekannt, dass PP den jeweiligen Unterstützern der Organisationsziele aus der politischen Landschaft finanziell (zum Teil erheblich) unter die Arme greift (und dies aus Steuermitteln).

Weiter ist bekannt, dass PP als Hauptquelle für “fetal tissue“ (also Gewebe von Föten) dient und abgetriebene Föten “zu Forschungszwecken“ vertreibt (in Teilen und auch als Ganzes). Stammzellen werden aus Föten gewonnen und medizinisch “verwertet“ und auch am Blut der Föten dürfte erheblicher Bedarf bestehen, wie Berichte über “Jungbrunnen“-Behandlungen mit Kinderblut aufzeigen. (Auch das Thema “Adrenochrom“ spielt hier hinein.) Und mit derlei gewissenlosen Geschäften lässt sich offenbar eine Menge Geld “verdienen“, wie die Jahresgehälter der Führungsebene von PP veranschaulichen (nochmal: “Non-Profit“-Organisation …).

Die Begründerin der American Birth Control League, aus welcher 1942 Planned Parenthood hervorging, Margaret Sanger, war eine Vertreterin radikaler eugenischer Maßnahmen, darunter Zwangssterilisationen ausgewählter Volksteile und der “Auslöschung der Neger-Population“ in den Vereinigten Staaten. (Hier ihre Geburtenkontroll-Rede vor der New History Society im Jahre 1932 als Abschrift.)

Von Seiten der Demokraten in den USA wird dieser Hintergrund jedoch gerne totgeschwiegen, wie auch die Tatsache, dass unter anderem Hillary Clinton besagte Margaret Sanger “enorm bewundert“.

Seit dem Beginn der Aufzeichnungen durch das CDC (Center for Desease Control and Prevention) im Jahr 1970 bis zum Jahr 2015 wurden offiziell insgesamt annähernd 46 Millionen Abtreibungen durchgeführt (die Dunkelziffer ist unbekannt). Allein im Jahr 2015 wurden “legal“ 638.169 Kinder abgetrieben, davon “91,1 %“ bis zur 13. Schwangerschaftswoche, “7,6 %“ bis zur 20. und “1,3 %“ nach der 21. Woche.

Und die Mauer?

Es ist bekannt, dass die löchrige Grenze zwischen den USA und Mexiko einen regen Menschenhandel zur Folge hat. Kinder und vor allem Frauen werden über die Grenze geschmuggelt, innerhalb der USA als Sexsklaven gehalten und als Gebärmaschinen genutzt. Was mit den hieraus entstandenen Kindern geschieht, darf sich jeder halbwegs wache Beobachter gerne selbst ausmalen.

Die Schließung der Grenze mittels Befestigung, wie sie durch die Trump-Administration vorangetrieben wird (und für welche keinesfalls ein “Nationaler Notstand“ erforderlich ist), steht nicht nur dem Bedarf an Sexsklavinnen, sondern augenscheinlich auch dem an Kindern und Föten maßgeblich im Wege. Insofern sollte es kaum verwundern, dass nach Alternativen für die Absicherung des Bedarfs gesucht wird.

Während sich gescheiterte Film- und TV-Kleinigkeiten dem TDS (“Trump-Derangement-Syndrom“, etwa: “Trump-Geistesgestörtheitssyndrom“) hingeben, dürfte es kaum ein Zufall sein, dass dieser Themenkreis gerade jetzt in die Öffentlichkeit kommt.

Die Mauer, der Menschenhandel, Sexsklaverei und Bandenkriminalität, “Babyfarming“, der Verkauf von abgetriebenen Föten, #Pedogate, #Pedowood (Pädophilie in Hollywood), „Lolita-Express“, NXVIM, Missbrauch in der Katholischen Kirche, … der vorübergehend ausgesetzte “Shutdown“, die unmittelbar anstehende präsidiale Rede zur Lage der Nation (“State of the Union“, kurz: SOTU).

Wie vermeldet wird, plant US-Präsident Donald Trump bei seiner “SOTU“ (um 21 Uhr Ostküstenzeit am 5. Februar, 3 Uhr MEZ am 6. Februar 2019) die Abtreibungen zu thematisieren, wenn auch bezweifelt werden darf, dass in diesem Rahmen die Gesamtzusammenhänge offenbart werden. Dennoch ist dies Teil eines umfassenden, sich schließenden Kreises und die nähere Zukunft dürfte diesbezüglich wohl noch weitere, für den gesunden Verstand hart zu verarbeitende Erkenntnisse bereithalten.

Diese Leute sind krank.
Q

Alles läuft nach Plan …

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