Von Xantens Kolumne – Die Luther-These

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Von Siegfried von Xanten

2017 verausgabte der Bund die Lutherrose in Gold. ¼ Unze Gold. 50 Euro Nennwert. Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des Thesenanschlags.

Was war dem vermeintlichen Thesenanschlag vorausgegangen? Leo X. hatte seine Drückerkolonnen losgeschickt, um Geld für den Petersdom einzutreiben. Bettelmönche verkauften Zertifikate. Für die Vergebung einzelner oder auch aller Sünden. Die Blaupause für die heutigen CO2-Zertifikate.

Das Stillhalten der Fürsten erkaufte sich Leo X., indem er sie am Gewinn beteiligte. Vergessen hatte er dabei Friedrich den Weisen von Sachsen. Der verbot konsequenterweise daraufhin den Zertifikate-Handel in seinem Land. Was Johann Tetzel dazu veranlasste, sich auf die sächsische Grenze zu stellen und dort seine Ablass-Zertifikate zu verkaufen:

„‘Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt‘

oder

‚Wenn ihr mir euer Geld gebt, dann werden eure toten Verwandten auch nicht mehr in der Hölle schmoren, sondern in den Himmel kommen‘.“

Das Ganze also hoch verzinst. Wobei auch damals schon die Regel galt: Je höher die Verzinsung, desto niedriger die Bonität.

Bonität hin oder her, 500 Jahre später, 2017, zauberte die Kirche einen ganz besonderen Ablassbrief aus dem Hut:

„Jetzt ist ein Ablassbrief mit dem Namen des Reformators aufgetaucht – ausgestellt ausgerechnet vom Gegenspieler Luthers.“

Wunderbar.

Die Kirche – eine Bank für Gemeingüter, eine Bank, die Heilsgüter- und Gnadenmittel verwaltet. Christus und die Heiligen hatten reichlich für die Einlagen gesorgt. Die Gebührenordnung für die Heilsgüter sah zum Beispiel einen Gulden für eine Abbitte, zwei Gulden für eine Seelenmesse, fünf Gulden für einen Ablass und ein halbes Bauerngut für ein Generalpardon vor. Am besten standen die Filialen da, die sich die Knochen eines bekannten Märtyrers gesichert hatten. Man konnte Pilgerfahrten anbieten, wovon wiederum ganze Industriezweige lebten. Geld und Glaube.

Einige Käufer hegten Zweifel bezüglich der Verzinsung und wollten sich die Bonität der Zertifikate von Luther bestätigen lassen. Der lehnte ab und präsentierte der Öffentlichkeit am nächsten Tag seine berühmten Thesen.

Der Thesenanschlag – eine Legende. Mit historisch-wissenschaftlicher Wahrscheinlichkeitsoptimierung. Wobei Wissenschaft und Geschichte gerne getrennt unterwegs sind. Zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse. Wissenschaft braucht Revision. Die Geschichte leistet da gerne dogmatischen Verzicht.

Wie auch immer:

„Philipp Melanchthon zufolge soll Luther die Thesen am 31. Oktober am Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben. Der Thesenanschlag wurde lange Zeit als Legende ohne historisches Fundament betrachtet, gilt jedoch nach der Entdeckung einer handschriftlichen Notiz von Georg Rörer, Luthers langjährigem Sekretär, im Jahr 2006 vielen wieder als wahrscheinlicher, wenn auch immer noch strittig.“

Sagt Wikipedia. Der Thesenanschlag wahrscheinlich wahrscheinlicher.

Und Philipp Melanchthon? Neben Martin Luther eine treibende Kraft der Reformation. „Praeceptor Germaniae“. Lehrer Deutschlands. Hochgradfreimaurer des „Freien Maurerordens“.

Und Luther? War er Freimaurer? War er Rosenkreuzer? Die Lutherrose mit dem eingefassten Kreuz mag einen solchen Schluss nahelegen:

„Sie ging aus dem Siegel hervor, das Martin Luther ab dem Spätsommer 1530 für seinen Briefverkehr verwendete. Das Vorbild für dieses Siegel findet sich im Löwen- und Papageien-Fenster der Augustinerkirche des Augustinerklosters zu Erfurt, in dem Martin Luther zwischen 1505 und 1512 als Augustinermönch gelebt hat.“

Löwe und Papagei im Fenster. Mit Lutherrose.

Der Löwe. Leo der Große. Papst Leo I. War von 440 bis zu seinem Tode Bischof von Rom. Und griff den römischen Titel des Pontifex Maximus auf. Ein Titel, den zuvor, mit Caesar beginnend, die Kaiser geführt hatten. Pontifex Maximus. Oberster Brückenbauer. Eine Zäsur.

Und wann und wie kam der oberste Brückenbauer Caesar zu Fall? 44 vor Christus. Durch 23 Messerstiche. 44 und 440. Zufall. Die Geschichte gibt sich akkurat.

Was sagt die Numerologie?

„Die 44 ist eine heilige Zahl, eine Meisterschwingung und in Resonanz mit der Reinheit von Atlantis. Die in ihr enthaltene Quersumme 8 steht für Ausgeglichenheit von materieller und geistiger Welt und ist die Zahl der Visionäre.“

Und die 23?

  • Beim Unglück von TWA 800 explodierte die Bombe in der Sitzreihe 23 und 230 Menschen kamen ums Leben.
  • Das Grundgesetz trat an einem 23. in Kraft. Es wurde mit 23 Stimmen angenommen.
  • Die Quersumme des Datums der sogenannten Wiedervereinigung ist 23. Der 3.10.1990.
  • Der schwedische Premierminister Olof Palme wurde um 23:23 Uhr ermordet.
  • Der Auslöser für den 30-jährigen Krieg, der Prager-Fenstersturz, erfolgte an einem 23.
  • Die Kuppel des Reichstages ist 23,5 m hoch und die spiralfrörmigen Rampen sind jeweils 230m lang.
  • Die Erdachse ist um 23,5 Grad geneigt.
  • Willy Brandt trat an einem 23. nach 23 Jahren vom Parteivorsitz der SPD zurück.
  • Die letzte Reichsregierung wurde an einem 23. verhaftet.
  • Der 23. Buchstabe des Alphabetes ist das W – www.
  • Blut benötigt 23 Sekunden, um einmal im Körper zu zirkulieren.
  • Der Mensch hat 23 Bandscheiben.
  • Auf dem Microsoft Campus in Redmond, Washington, stehen 23 Gebäude.
  • Die USA führten 23 Atombombentests im Bikini-Atoll durch. Das Bikini-Atoll besteht aus 23 Inseln.
  • Die erste Sitzung der UNO fand an einem 23. statt.
  • Der Obelisk in Paris ist 23 Meter hoch.
  • Das europäische Parlament hat 23 Generaldirektoren.
  • 23 fand der Marsch auf die Feldherrnhalle statt.
  • Ghandis Salzmarsch, ein Protest gegen Steuern auf Salz, dauerte 23 Tage.
  • Bei einer Fußball-WM darf jeder Trainer 23 Spieler in seinen Kader berufen.
  • Mit Schiedsrichter stehen auf dem Fußballfeld 23 Männer, Frauen oder Diverse.
  • Der Unfall mit Prinzessin Diana ereignete sich um 0:23.
  • Die Netzwechselspannung in Europa sowie in den meisten anderen Gebieten der Erde beträgt 230 Volt.
  • WTC 1 und WTC 2 hatten die Hausnummern 11 und 12.
  • Eine 1 Euro Münze hat einen Durchmesser von 23 mm.
  • Jeder Mensch ist einmal 23, vorausgesetzt er stirbt nicht vorher. Zufälle.

Ein Zufall sicher auch, dass Leo III. Karl den Großen am 25.12. 800 zum Kaiser krönte. Das Fundament für das westliche mittelalterliche Kaisertum. Die Kaiserlinie.

Die Karolingische Renaissance. Was sagt Wikipedia?

„[Die] Literatur der Antike, selbst der größte Teil der Literatur der christlichen Spätantike, war weitgehend in Vergessenheit geraten. […] Karl versammelte an seinem Hof spätestens seit dem Jahr 777 viele Gelehrte aus ganz Europa (Alkuin, Paulinus II. von Aquileia, Paulus Diaconus, Theodulf von Orléans).“

Man fertigte jede Menge Abschriften antiker Autoren an, die bis dahin verschollen waren. Abschriften? Die Antike – zuvor unbeschriebenes Blatt. Bis die Karolingische Renaissance kam. 777.

Und es kam noch besser. Mit der Konstantinischen Schenkung:

„[Eine] von der Wissenschaft um das Jahr 800 datierte gefälschte Urkunde, die angeblich in den Jahren 315/317 vom römischen Kaiser Konstantin I. ausgestellt wurde. Darin wird Papst Silvester I. (Pontifex von 314–335) und seinen sämtlichen Nachfolgern usque in finem saeculi, d. h. bis ans Ende der Zeit, eine auf geistliche Belange gerichtete, jedoch zugleich politisch wirksame Oberherrschaft über Rom, Italien, die gesamte Westhälfte des Römischen Reichs, aber auch das gesamte Erdenrund mittels Schenkung übertragen.“

Na gut. Die Urkunde ist eine Fälschung. Aber die Schenkung habe es wirklich gegeben, behauptete die Kirche. Wunderbar. Falsch, aber echt. Kreativ.

Die Fiktion der Konstantinischen Schenkung als der saure Apfel, in den man beißen musste, um die antike Obsttorte, genannt Geschichtsschreibung, unbehelligt in die Auslage zu stellen, in der sie heute immer noch steht.

Was wäre die Antike ohne die Karolingische Renaissance? Und was wäre Karl ohne Einhard. Kurios:

„Wie kann eine Person einerseits über eine derart umfassende Bildung verfügen wie Einhart über Karl berichtet, auf der anderen Seite aber nicht in der Lage sein, auch nur eine Zeile eigenhändig zu schreiben? Und wenn nicht einmal der Herrscher, der so viel auf Bildung hielt und sich um das Schulwesen in seinem Land so verdient machte, das Schreiben beherrschte – was sagt das über den allgemeinen Grad der Bildung im Reich der Franken?“

Lesen und Schreiben. Eine Domäne der Kirche:

„Im frühen Mittelalter gab es zunächst gar keine Schulen. Die ersten Schulen wurden im 6. Jahrhundert gegründet. Sie waren Klosterschulen. Dort wurden die jungen Mönche unterrichtet.“

Gelesen und geschrieben, Geschichte geschrieben wurde vor allem in den Klöstern.

Frage an Radio Eriwan: „Kann die Kirche auch einmal irren?“

Antwort: „Im Prinzip ja. Aber praktisch irrt die Kirche nie.“

Frage an Radio Eriwan: „Woher wissen Sie das so genau?“

Antwort: „Wir haben die Kirche gefragt.“

Gott sei Dank weiß die Kirche, was Wahrheit ist:

„Nach dem Kirchenrecht ist das so. Danach hat jeder Katholik die Rechtspflicht, seiner Kirche ‚in Lehre und Leitung‘ zu gehorchen. Im Codex Juris Canonici, Paragraf 212 steht, dass die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi letztlich immer recht haben. Zwar ist es den Gläubigen unbenommen, diesen Hirten‚ Anliegen und Wünsche zu eröffnen‘. Aber die müssen nicht reagieren.“

Was sagt der Führer?

„Die Kirche hat sich auf einen Standpunkt gestellt, indem sie das Rätselhafte mit ganz bestimmten Vorstellungen umgibt und erklärt. Geht sie mit der Zeit mit, dann verliert sie den Boden unter den Füßen. Folglich stellt sie sich entgegen.“

Nicht entgegen stellte sich Karl, als Leo III. ihn um Schutz ersuchte:

„Karl antwortete, Aufgabe des Königs sei der äußere Schutz der Kirche und die innere Sorge um den Glauben“.

Und so setzte Leo dem Ganzen die Krone auf. Und Karl regierte. Als Kaiser. Und machte Europa groß. Die „Gründerfigur des heutigen Europa“. Sagt die Bordkapelle.

Karl der große Europäer. Eines seiner Vermächtnisse der Karlspreis. Preisträger 2019 António Guterres. Gut, Guterres, UN. Und 2018? Emmanuel Macron. 2016 Papst Franziskus., 2015 Martin Schulz, 2008 Angela Merkel. Der Karlspreis. Aller Ehren wert. Ehrenwert. Das sind sie alle.

Abenteuer des Denkens. „Was wissen wir wirklich? Eine spannende Reise zu den wichtigsten Rätseln der Welt“. Dieter Schulz-Hoos.

Karl der Große. Eine Erfindung. Sagt Herbert Illig. Das erfundene Mittelalter.

Eine Verschwörungstheorie, …:

„… typisch für den großen Wert, den Verschwörungstheorien auf die Zweckrationalität der mutmaßlichen Verschwörer legen, wobei die Rationalität der Zwecke selbst – hier die Erfindung von 300 Jahren Mittelalter – aber nicht hinterfragt werde.“

Sagt Karl Hepfer, Philosoph und Experte.

Leo III. und Karl der Große – eine große, vielleicht die größte Zäsur. Karl der Große, der vielleicht größte schöpferische Einfall.

Leo. Der Löwe:

„Leo Löwe hat nur einen sehnlichen Wunsch: Er möchte einmal so lieb gestreichelt werden wie Katinka, die Katze von Herrn Schmidt! Doch wer traut sich schon, einen ausgewachsenen Löwen zu kraulen? Wo er auch auftaucht, laufen die Menschen vor ihm weg. Ob Leo wohl jemanden finden wird, der ihn richtig lieb hat?“

Und das Wappen Englands? Enthält drei goldene Löwen auf rotem Grund. Three Lions. Und die englische Krone? Besitzt der Vatikan.

Leo IX. leitete 1054 das Große Schisma zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche ein. Und Papst Leo IX. und Patriarch Michael I. exkommunizierten sich gegenseitig. Eine Zäsur.

Leo X. exkommunizierte Luther am 3. Januar 1521. Mit der Bulle Decet Romanum Pontificem. Zuvor hatte er für den Neubau des Petersdoms den Ablasshandel gefördert, was Luther auf den Plan gerufen hatte und Anstoß für seine 95 Thesen gewesen war. Eine Zäsur.

Leo XIII. gab den „Globalisierungsschub bei den kirchlichen Strukturen: 48 Apostolische Vikariate und 248 Diözesen wurden neu eingerichtet.“ Leo XIII. war der erste Enzyklikenpapst und verfasste 86 päpstliche Rundschreiben. Sein Pontifikat fällt in die Bismarck-Ära. Leo XIII. steht für das drittlängste Pontifikat der Geschichte. 25 Jahre und 5 Monate. Nach seinem Tod wurden ihm als bisher letztem Papst sämtliche Organe entnommen.

Was sagt gloria.tv? Papst Leo XIII. habe am 13. Oktober 1884 eine bemerkenswerte Vision gehabt, während er eine Messe zelebrierte. Genau 33 Jahre vor dem Sonnenwunder von Fatima. Auf den Tag genau. Er sei in Trance gefallen und habe gehört, wie der Herr und Satan miteinander gesprochen hätten. Da sei von 75 bis 100 Jahren die Rede gewesen, die Satan brauche. Und danach habe er das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael verfasst. Papst Leo XIII.

75 Jahre später, also 1959, habe Papst Johannes XXIII. dann …:

„… vor 17 Kardinälen im Kapitelsaal der Patriarchalbasilika St. Paul vor den Mauern völlig überraschend bekannt [gegeben], dass er ein Konzil für die Weltkirche einzuberufen beabsichtige, dessen Ziel die ‚Erneuerung‘, ‚größere Klarheit im Denken‘ und ‚Stärkung des Bandes der Einheit‘ sein solle.“

Und 1963 sei dann der Vatikan dem Club Satans beigetreten. So der Jesuitenpater Malachi Martin. Am 29. Juni 1963 sei Luzifer im Vatikan ins Amt gekommen, „ausgerechnet am Namenstag von Peter und Paul, den beiden echten Kirchengründern“. Zeitgleich seien in Amerika entsprechende Rituale durchgeführt worden. Kindsopfer inklusive.

Die Jesuiten:

„Andere Leute lügen aus Leichtsinn oder Schwachheit, und wissen wenigstens zu erröthen, wenn man sie einer Unwahrheit überführet. Aber die Jesuiten lügen aus Grundsatz.“

Der Jesuit in der Apokalypsis oder die Plage der ausserordentlichen Gattung von Heuschrecken in der Offenbarung Johannis IX. Kapitel. Verlegt auf Kosten der Gesellschaft. 1773.

Und 1964 habe man dann – eine der ersten Konsequenzen aus dem Vatikanischen Konzil – das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael gestrichen. Wunderbar. Bis zu Leo XIII. war alles prima und dann habe sich der Teufel an der Kirche versucht, nachdem er mit einem gewissen Herrn gesprochen hatte. Leo XIII. Die Zäsur schlechthin aus Sicht der Kirche. Auf Kosten der Gesellschaft. Da wird man noch ganz verdreht. Die „Kriminalgeschichte des Christentums“. Karlheinz Deschner.

Was sagt gloria.tv sonst noch so?

„Der Teufel verdreht und verzerrt“.

Und zu Luther? Dass Luther ein okkulter Rosenkreuzer gewesen sein soll. Überhaupt habe er es mit dem Gehorsam nicht so genau genommen. Ein Rebell. So habe er zum Beispiel die aus dem Kloster Nimbschen entlaufene Nonne Katharina von Bora geehelicht. Der Geist der Rebellion und des Ungehorsams. Und der könne besonders gut mit dem Geist des Okkultismus.

Und weiter? Belege? Ein russischer Kommilitone, zwei wissenschaftliche Aufsätze, leider bei einem der Umzüge verloren gegangen.

Was sagt die Bordkapelle?

„Die Zeit der Unschuld ist vorbei.“

Eine russische Hacking- und Desinformationskampagne. Verlorene Aufsätze. Verlorene Unschuld.

Was sagen die Rosenkreuzer?

„ […] dass tatsächlich auch Martin Luther Rosenkreuzer gewesen ist!“

Das zeige ja schon das Familienwappen.

Und David Icke? Was sagt er über Luther? Ein Strohmann der Bruderschaft.

Strohmann:

„[Ein] Rechtssubjekt, das bei Geschäften oder sonstigen Rechtshandlungen für eine andere Person (Hintermann) auftritt, die selbst nicht in Erscheinung treten will, kann oder darf.“

Zurückgehend auf ein römisches Ritual. An den Iden des Mai. Statt eines Griechen und einer Griechin wurde eine Strohpuppe in den Tiber gestürzt.

Martin Luther sei dagegen nicht gestürzt, sondern von der Bruderschaft gestützt worden. So David Icke. Ein Produkt der deutschen Geheimgesellschaften. Er habe die Bulle des Papstes zusammen mit Kopien des katholischen Kirchengesetzes verbrannt. Er habe mit seinen Thesen die Kirche gespalten. Das Fanal für den 30-jährigen Krieg. 101 Jahre später.

Icke. Berlinisch für Anfänger:

„Icke, dette, kieke mal, Oogen, Fleesch und Beene.“

Ja, ick weeß: Oojen.

Die Berliner Klopsgeschichte:

„Ick sitz’ am Tisch und esse Klops,

uff eenmal klopp’s.

Ick kieke, staune, wunda mir,

uff eenmal jeht se uff, de Tier!

‚Nanu!‘, denk’ ick, ick denk’: ‚Nanu?

Jetz isse uff, erst war se zu?!‘

Ick jehe raus und kieke

und wer steht draußen? … Icke.“

Draußen befanden sich auch die kaiserlichen Stellvertreter Jaroslav Borsita von Martinic und Wilhelm Slavata sowie der Kanzleisekretär Philipp Fabricius, nachdem sie am 23. Mai 1618 in Prag aus dem Fenster geworfen worden waren. Der zweite Prager Fenstersturz. Auslöser des 30-jährigen Krieges. Ein symbolischer Angriff auf den Kaiser. Eine Kriegserklärung.

Am Ende des Krieges stand eine um 40 % dezimierte Landbevölkerung. In den Städten war der Blutzoll etwas geringer. Die Gesamteinwohnerzahl wurde von etwa 18 Millionen Menschen im Jahre 1618 auf etwa 12 Millionen bis zum Ende des Krieges dezimiert:

„Zu den großen Kriegsverlierern lassen sich die Pfalz, Mecklenburg, Pommern, sowie Teile Württembergs und Thüringens zählen. Hier wurden etwa 50 – 70 % der Bevölkerung dahingerafft. Einen traurigen Platz nimmt auch Magdeburg ein, das in Folge seiner Zerstörung (Magdeburger Hochzeit) praktisch fast alle Einwohner verlor.

Ganz anders sah es hingegen in Hamburg aus. Die Stadt wurde vom Krieg kaum berührt und blühte in Folge dessen als große Handelsstadt auf.“

Und ansonsten?

„Ansonsten änderte sich im Reich vergleichsweise wenig: Das Machtsystem zwischen Kaiser und Reichsständen wurde neu austariert, ohne die Gewichte im Vergleich zur Situation vor dem Krieg stark zu verschieben.“

Sagt Wikipedia. Die Experten.

Wie sah es 1648 im Reich und um das Reich wirklich aus? Die Viehbestände waren beinahe vollständig vernichtet. Viele Bauern mussten ihren Besitz an den Adel abtreten. Wichtige Flussmündungen befanden sich in ausländischer Hand. Wichtige Küstenregionen und Ostseehäfen waren an Schweden gegangen, was der darniederliegenden Wirtschaft nicht wirklich half.

Einige Länder trugen nun einen kolossalen Schuldenberg mit sich herum. Auch kulturell hatte das Reich stark gelitten. Die Bibliotheken von Mainz und Würzburg gingen nach Schweden, die Bibliothek von Heidelberg ging an den Vatikan.

Statt der habsburgischen Universalmonarchie gab es nun eine Fürstenrepublik, bestehend aus vielen Einzelstaaten, im politischen Rahmen des Reiches.

Wertvolle Gebiete waren verloren. Das Elsaß und wichtige Reichsstädte gingen an Frankreich:

„Komplizierte, absichtlich unklar gelassene Rechtsverhältnisse führen bald zu neuen Annexionen ursprünglich deutscher Gebiete durch Frankreich (Straßburg).“

Frankreich wurde die größte Macht in Europa und Garantiemacht. Die Niederlande und die eidgenössischen Kantone mussten in die Selbstständigkeit entlassen werden. Schweden bekam Vorpommern, Wismar, das Erzbistum Bremen, das Bistum Verden mit Elbe- und Wesermündung, Stettin und die Odermündung. Und wurde ebenfalls Garantiemacht. Und der Kaiser war verfassungsrechtlich entmachtet. „Ansonsten änderte sich im Reich vergleichsweise wenig“. Die Experten.

Die Gewinner waren Schweden, protestantisch, und Frankreich, katholisch. Die protestantisch-katholischen Alliierten. Der 30-jährige Krieg. „Deutschlands großer Konfessionskrieg“. Die Experten. Von der Bundeszentrale für politische Bildung. Geschichte: Schicht für Schicht ganz akkurat geschichtet.

Was folgte auf den Friedensschluss vom 24. Oktober 1648 in Münster? Der Nürnberger Exekutionstag. „Behandelt wurden insbesondere Probleme der Demobilisierung und des Truppenabzuges aus den besetzten Gebieten“, aber auch Finanzierungsfragen. „Die Ergebnisse der Beratungen wurden in zwei Rezessen zusammengefasst“. Die Nürnberger Rezesse. Gehängt wurde niemand, da es noch keine Nazis gab.

Luther wurde nicht gehängt, sondern starb am 18. Februar 1546 in Eisleben. Aufgebrochen war er in Wittenberg am 23. Januar.

Bleibt noch die Frage, ob er nun Rosenkreuzer war oder nicht. Was sagt Autarkes-Rattelsdorf? Dass die Geschichte in Wahrheit eine ganz andere sei. Der Ur-Protestantismus sei ein ganz anderer gewesen. Und das uns bekannte Luther-Siegel sei nicht das Original-Siegel. Luther habe selbst immer gegen Geheimgesellschaften gepredigt:

„Nach dem Tod Luthers übergab seine Frau das Siegel an den Reformator Philipp Melanchthon, der nachgewiesenermaßen Mitglied des Rosenkreuzerordens war. Untersucht man die Historie etwas genauer, dann wird einem schnell klar, dass Melanchthon ein eingeschleuster Verräter der protestantischen Reformation war. So kämpfte Luther energisch gegen die Lateinische Sprache, weshalb er ja auch die Bibel ins Deutsche übersetzte. Am Grabe Luthers hielt Melanchthon die Predigt und zum sicherlichen Erstaunen der Zuhörer hielt Melanchthon die Rede in Latein!“

Außerdem habe er sich auf die adamitische Abstammungslinie und das Alte Testament bezogen, „was ein Luther niemals zugelassen hätte. So begann von der Kanzel wieder die Zusammenführung des AT und des NT, die Luther bekämpft hatte.“

Und das Siegel sei, nachdem es 50 Jahre in Händen Melanchthons gewesen sei, dann plötzlich bei den Rosenkreuzern aufgetaucht.

Wie auch immer – wenn etwas nicht passte, die Maurerbrüder haben es passend gemacht.

Und im Übrigen galt schon lange vor Franklin D. Roosevelt, dass Zufälle überschätzt werden:

„In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war.“

Nicht unterschätzt werden darf dagegen Luthers überragende Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Sprache:

„Niemand hat die deutsche Sprache so nachhaltig geprägt wie Martin Luther […]. Vor allem mit der Übersetzung der Bibel aus dem griechischen Grundtext ins Deutsche gelang ihm der große Coup. Er wollte, dass jeder die Bibel auf Deutsch lesen und verstehen kann. Deshalb wählte er eine leicht verständliche und bildhafte Sprache. Sogar neue Wörter schuf er, wenn es keine passenden gab.

Mehr als 300 Begriffe, umgangssprachliche Redewendungen und Sprichwörter werden noch heute verwendet. Zum Beispiel Morgenland, Lückenbüßer, Machtwort, Lästermaul, Feuereifer, der Stein des Anstoßes sein, Perlen vor die Säue werfen, sein Licht unter einen Scheffel stellen, Hochmut kommt vor dem Fall, wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis und tanzt.“

Was sagt der Führer?

„[…] mit der Bibel-Übersetzung hat er an die Stelle unserer Dialekte die deutsche Sprache gesetzt!“

Und was hat Luther sonst noch so gesagt?

„Eine Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.“

Gut.

„Und was ist im Grunde die Lüge? Doch nur die maskierte Wahrheit.“

Und:

„Der Teufel spricht die Wahrheit öfter, als man glaubt. Nur ist sein Publikum oft dumm und taub.“

Gut. Aber was ist, wenn das Publikum einmal schlau wird, wenn es hört?

Was sagt der Führer?

„Um so größer wird einmal die Überraschung sein. Die Erschütterung wird ungeheuer, wenn dieses ganze Kartenhaus einstürzt!“

***


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