Von Xantens Kolumne – Der Esel und die Nachtigallen

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Heißt es eigentlich der oder das Verdienst? Beides. Das Genus schwankt. Kommt darauf an, was man meint. Männlich wird’s im Artikel, wenn zum Beispiel der Lohn gemeint ist. „Verdienst im Sinne von ‚anerkennenswerte Leistung‘“ lässt sich dagegen sächlich begleiten.

Anerkennenswert, insbesondere in moralischer Hinsicht, „ohne Rücksicht auf die Folgen für das persönliche Schicksal in redlicher Absicht erbracht“. Indes es manchmal sauer schmeckt, das Verdienst. Wenn der Lohn Undank ist, so Immanuel Kant.

Wobei Undank wiederum eher die Regel, als die Ausnahme. Davon jedenfalls wissen Esel, Katze, Hund und Hahn und Bäckergeselle in Ludwig Bechsteins Märchen ein Lied zu singen: „Undank ist der Welt Lohn“. Zu ehrlich für die Welt. Der Esel ist sogar hochbegabt und kann Gottfried August Bürger zitieren:

Es gibt viel Esel, welche wollen
Daß Nachtigallen tragen sollen,
Des Esels Säcke hin und her;
Ob nun mit Recht, fällt mir zu sagen schwer.
Dies weiß ich: Nachtigallen wollen
Nicht, daß die Esel singen sollen.“

Die Esel und die Nachtigallen. Und die Bremer Stadtmusikanten grüßen auch gleich mit. Und sauer macht lustig. Sagt der Volksmund. Wobei eigentlich nicht ganz richtig. Die Bundeskanzlerin müsste ja, weil sogar mit Sauer verheiratet, dauerlustig sein. Außerdem kommt lustig ursprünglich von gelüstig. Also mehr auf den Appetit bezogen. Und so hieß es früher zunächst: Sauer macht essen. 1817 zum Beispiel bei Valentin Wudrian:

„Darum, gleichwie man einem, der keine Lust zu essen hat, etwas sauers gibt: dahero das Sprüchwort kommen: Sauer macht essen.“

Und es scheint fraglos zu schmecken. Oder doch nicht. Die Bordkapelle hat noch eine Frage:

„Bundeskanzlerin Angela Merkel gönnt sich ein schönes Gläschen Wein, ihr Ehemann Joachim Sauer gibt dem Kellner ein Zeichen. Bestellt er schon die nächste Runde?“

Gut. „Die tagelange Abstinenz der Kanzlerin hat eines gezeigt:“ Es geht nicht ohne Bedürfnisse:

„Viele Deutsche haben ein Bedürfnis danach zu wissen, wo Angela Merkel steckt, auch wenn sie nur ihren privaten Urlaub verbringt. Wir stellen ihre Familie vor.“

Es ist das Verdienst der Bordkapelle, die Bedürfnisse der vielen Deutschen ständig zu befriedigen.

Und für besondere Verdienste, das heißt herausragende Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet gibt es den „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, auch Bundesverdienstkreuz genannt“. Am 7. September 1951 von Theodor Heuss per Erlass gestiftet. Bekommen haben das Bundesverdienstkreuz zum Beispiel Karl Geiler und Udo Lindenberg. Wobei sich die Frage stellt: Wer ist Geiler?

Und nun soll es Mario „Whatever it takes“ Draghi bekommen. Wegen seiner Verdienste um Europa und die Stabilisierung der Eurozone und für seine Verdienste um das deutsche Sparbuch. Und das habe er auch verdient, sagt die Bordkapelle:

„Die Zinsen sind weltweit niedrig, weil so viel gespart wird. Dafür kann Draghi nun wirklich nichts.“

Schön, dass wir das nun auch gelernt haben.

Die Netzsuche „Whatever it takes“ führt allerdings zuerst zu den „Imagine Dragons“. Drachen vorstellen. Eine US-amerikanische Rock-Band aus Las Vegas, Nevada, die sich gerne auch bei Benefizveranstaltungen einbringt. Unter anderem „veröffentlichten die Imagine Dragons das Lied I Was Me im Zuge des ‚One4 project’s‘, dessen gesamte Einnahmen der Organisation UN Refugee Agency“ zugutekam. Eine Organisation, die Facharbeiter aus dem mittleren Osten unterstützt. Was auch immer es braucht. Drachen vorstellen.

Markus Krall hat dem verdienstvollen Ex-EZB-Präsidenten einen Abschiedsbrief geschrieben:

„Lieber Herr Draghi, geschätzter Präsident, hoch verehrter gröGepolaZ (größter Geldpolitiker aller Zeiten), Mario, altes Haus,

nun ist es also soweit. Nach acht Jahren heißt es Abschied nehmen vom grauen Frankfurt. Arrivederci Germania, buon giorno Toscana oder so ähnlich. Die persönlichen Memorabilia, ihre preußische Pickelhaube zum Beispiel, werden sicher ihren Weg nach Süden finden. Schließlich braucht auch eine italienische Vogelscheuche in den Weinbergen des Chianti eine anständige Kopfbedeckung.

Während Sie also die paar Habseligkeiten eines unterbezahlten Zentralbankpräsidenten unter dem nebligen Kleid, dass die Zinnen des Geßlerturms im Frankfurter Osten an diesem deutschen Oktobertag umwabert, zusammenklauben und sich denken ‚porca miseria, bin ich froh, diese ewig nörgelnden Deutschen in drei Tagen los zu sein und ganz besonders dieses ewig penetrant freundlich grinsende Babyface Weidmann‘ ist es natürlich Zeit, sich auf die monetäre Geschichtsschreibung vorzubereiten.“

Mario Draghis Bundesverdienstkreuz-Geschichte wird am 31. Januar im Schloss Bellevue in Berlin geschrieben. Wobei es ein Sprachproblem gibt:

„Deutsch ist die Sprache der Täter […]. Der Grüßaugust der Bundesregierung spricht [deswegen] jetzt hebräisch und englisch.“

Und „[w]enn er sich die heutige Zeit anschaue, habe er manchmal den Eindruck, ‚dass das Böse noch vorhanden ist‘“. Selbstverständlich. Solange die Sprache der Täter sich noch nicht ganz verabschiedet hat, ist es auch noch da, das Böse.

Finis Germania. „I love Volkstod“. Auch als Ansteckplakette:

„Der Volkstod ist die rechte Idee, dass das Konstrukt der deutschen ‚Volksgemeinschaft‘ bedroht ist und sterben wird. Warum? Weil Menschen einwandern, andere Menschen auswandern […]. Da können wir nur sagen: Her mit dem Volkstod! Je schneller, je besser.“

Gibt es eine Konstante in Rolf Peter Sieferles Finis Germania? Ja, „ein starkes Gegenwartsunbehagen und Misstrauen am (post)modernen Denken“. Eine raunende Klagepredigt durchwehe das ganze Buch, so die Schweizer Bordkapelle. Ein im geistigen Vakuum Verlorener sehne sich nach einem Halt an Dingen, die so nie existiert hätten:

„Etwa nach einer historisch noch nie vorhandenen herrschenden Klasse in Deutschland, die diesen Namen auch verdiene und sich nicht aus Lokalpolitikern rekrutiert, denen der ‚Bratwurstdunst von Feuerwehrfesten‘ entströme. Oder nach dem Menschen im ‚alten Sinn‘, der zusammen mit seinem ‚individuell-familiären‘ Kulturraum verschwunden sei und nur eine postanthropomorphe Wüste hinterlassen habe.“

Was sagt der Schwabe?

„S’geit scho bruddal viel Leit dia fließend Scheißdregg schwätzad!“

Da passt es auch gut, dass die nachpostmoderne Sprache ebenfalls zur Wüste kultiviert wird. Und immer mehr Menschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift immer weniger mächtig sind. Angedacht werden sollte vielleicht, dass bei Nutzung mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen ist. Deutsch, ein Fall für den Staatsschutz.

Und ein Fall für sportliche Anglisierung. Bereits seit zehn Jahren wird der Anglizismus des Jahres gekürt, „um den englischen Einfluss auf die deutsche Sprache zu loben“ und um „den positiven Beitrag des Englischen zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes“ zu würdigen. Dieses Mal ist es „…for future“. Gewählt von der Experten-Jury der Freien Universität Berlin.

„Es handle sich um eine sogenannte Phraseoschablone – eine Redewendung mit einer Leerstelle, in die verschiedene Wörter eingesetzt werden, hieß es am Dienstag von der Jury. Überzeugt habe neben der kreativen Verbreitung (Omas for Future, Scientists for Future und so weiter) die zentrale Bedeutung für die Klimaschutzbewegung.“

Die englische Sprache, so der Juryvorsitzende Anatol Stefanowitsch, gehöre wunderbarerweise uns allen.

Und die Sprache des Dichterfürsten, die Sprache Thomas Manns? Die Sprache der Täter.

Was sagt Ernst Moritz Arndt?

„Ein geistigeres und innigeres Element als die Sprache hat ein Volk nicht. Will also ein Volk nicht verlieren, wodurch es Volk ist, will es seine Art mit allen Eigentümlichkeiten bewahren, so hat es auf nichts so sehr zu wachen, als daß ihm seine Sprache nicht verdorben und zerstört werde.“

Noch etwas? Selbstverständlich.

„Wer seine Sprache nicht achtet und liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben.“

Gut. Allerdings ist Ernst Moritz Arndt bekanntlich ein ganz schlechter Zeuge, weil Nationalist und Antisemit. Gerade erst ist die Zehlendorfer Kirchengemeinde dem Greifswalder Beispiel gefolgt und hat sich von ihm losgesagt.

Aber es gibt ja bekanntlich gar kein Volk, sondern nur eine Bevölkerung. Und passend dazu Hans Haackes Kunstwerk der Superlative im Reichstag: „Der Bevölkerung“ im steinernen Hof des Reichstags. Die Bevölkerung im Erdtrog. In weißer Leuchtschrift.

Ob die Verwendung des Begriffs Volk demnächst strafrechtlich verfolgt wird, ist nicht bekannt. Strafrechtliche Konsequenzen soll allerdings eine Verunglimpfung der EU haben:

„Nach geltender Rechtslage sind die Symbole der Europäischen Union, wie die Flagge und die Hymne, nicht ausreichend über das materielle Strafrecht geschützt. Vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung der Europäischen Union für die Bundesrepublik Deutschland besteht gesetzgeberischer Handlungsbedarf. Es ist beabsichtigt, den Strafverfolgungsbehörden ausreichende Mittel an die Hand zu geben, um entschieden und wirksam gegen solche Handlungen vorzugehen, die das Verächtlichmachen der Grundwerte der Europäischen Union zum Ziel haben. […] Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften entsprechend § 11 Absatz 3 die Flagge oder die Hymne der Europäischen Union verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Bestraft wird auch, wer in Hamburg, Berlin, Stuttgart oder Darmstadt Diesel-Durchfahrtsverbote missachtet. Die Behörden haben bislang mehr als 16.000 Verstöße erfasst und „dabei Bußgelder in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro verhängt“. Einsamer Spitzenreiter ist Darmstadt mit 13.000 Verstößen.

Überhaupt Darmstadt. Ein Zehnjähriger, der mit seinem neunjährigen Freund von Darmstadt nach Frankfurt unterwegs war, um dort gemeinsam etwas zu erleben, wurde in Frankfurt von der Polizei aufgegriffen:

„Danach zeigte sich der Zehnjährige von seiner unangenehmen Seite: Auf dem Weg zur Wache schimpfte der Kleine mit Worten, die laut Polizei ‚dem untersten Vokabular entstammten‘, auf die Beamten. Beim Versuch, seine Personalien festzustellen, um seine Eltern zu informieren, drohte der Junge damit, die Beamten zu erschießen. Die Frage nach seinem Namen beantwortete er kurz und knapp mit: ‚Hitler, Adolf Hitler‘.“

Darmstadt – eine Nazi-Hochburg. „50 Prozent für die NSDAP“. So Oberbürgermeister Jochen Partsch von den Grünen. Schon 1931 habe er eine gewaltsame NSDAP-Machtübernahme skizziert:

„Auch wenn Darmstadt heute eine weltoffene Stadt sei und aktuell viele Flüchtlinge aufnehme, müsse man wachsam bleiben“.

Karl Rudolf Werner Best, „führender Großraumtheoretiker“ und „Organisator und Personalchef der Gestapo“ und „deutscher Statthalter im besetzten Dänemark“, wo er auch als Kriegsverbrecher verurteilt wurde und eine Haftstrafe absaß:

„Nach seiner Entlassung spielte er eine wichtige Rolle bei dem erfolgreichen Versuch, durch verdeckte Einflussnahme auf Prozesse und Gesetzgebung in der Bundesrepublik die Strafverfolgung von NS-Tätern zu erschweren. Einer Ahndung seiner eigenen Verbrechen konnte er sich weitestgehend entziehen.“

Weitestgehender Entzug durch Ableben. Werner Best.

„Best of Harald Schmidt. Hundeaugen und Hitler.“ Mit „‘Nazi Goreng‘ und Hitler-Humor“.

Aber darf man bei Hitler überhaupt lachen? Auf der Suche nach einer Antwort braucht es eine wissenschaftliche Herangehensweise. Am Münchner Institut für Zeitgeschichte wurde deshalb eigens getagt. Eine Expertenrunde. Das Ergebnis ernüchternd.

Gut, aber das ist keine Antwort. Spieglein, Spieglein an der Wand: „Hatte Hitler Humor?“ Was sagt Gerhard Polt? „Die Frage dürfen Sie gar nicht stellen.“ Spieglein, Spieglein:

„Warum nicht? Polt: Wie sollte der sonst Führer der Deutschen werden? […] Glauben Sie, dass ein Mensch, der total humorlos ist, der nur idiotisch vor sich hinplappert, Führer wird? Hitler muss auch ein Erzähler gewesen sein, das kann man vielleicht nicht nachvollziehen, wenn man ihn nicht kannte. Aber der wäre in München nie groß geworden, wenn nicht die Damen der Gesellschaft ihn in den Salons auf den Schoß genommen hätten. […] Wenn er nur eine blöde, stolpernde, vulgäre Kartoffel gewesen wäre, hätte er kein Entree bekommen.“

Nicht um ihr Entree, sondern um ihren Exitus bemüht ist die SPD.

„Hier laufen ganz andere Dinge ab: Die gegenwärtige SPD-Führung ist offenbar teilweise in den Händen fundamental orientierter Muslime, die eine kritische Diskussion des Islam in Deutschland grundsätzlich verhindern wollen.“

Sagt Thilo Sarrazin. Das Motto: offen für alles außer Hirn, Humor und weißer Mann. „Und dann kam genau die passende Gruppe und hat sich eben bedient.“

Geht es noch radikaler? Selbstverständlich. Mit der radikal-islamischen Terrororganisation al-Qaida. Und was ist der Unterschied zu Gunther Gabriel? Das Terrornetzwerk hatte mit der Einwerbung von Spenden nie wirklich Probleme. Gemeinsamkeiten gibt es allerdings mit Sigmar Gabriel. Beide werden …:

„… über Umwege aus Katar bezahlt. Katar gilt unwidersprochen als einer der größten Terrorfinanziers im Nahen Osten. Trotzdem konnten sich die Kataris ungehindert mit ihren Öl-Milliarden in die deutsche Wirtschaft einkaufen. Sigmar Gabriel wurde nun von Katar ausgewählt, um in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einzuziehen.“

Gibt es etwas Neues von Saskia Esken? Selbstverständlich. Sie empfindet den Präsidenten „als ‚erschreckend verantwortungslosen, narzisstischen Menschen‘“. Wobei Narzissmus im Alter abnimmt. Sagt die Bordkapelle. Das Überschäumen von Bierdosen nimmt dagegen auch nicht ab, wenn man dagegen klopft oder schnippt. Sagt die Bordkapelle. Allerdings trinkt der Präsident gar kein Bier:

„Ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich noch nie ein Bier in meinem Leben getrunken habe, okay?“

Okay.

Da ist der Bierabsatz in Deutschland gleich auf ein Rekordtief gesunken. Trotz Super-Sommer. Damit bleibt dem Präsidenten auch Corona erspart. Nicht nur Virus, sondern auch eine mexikanische Biermarke. Die „heute in 180 Ländern zu den führenden importierten Premium-Biersorten“ gehört. Was soll uns das sagen?

Gesunken war am 30. Januar 1945 auch die Wilhelm Gustloff. Und mit ihr mehr als 9.000 Menschen. Versenkt durch ein sowjetisches U-Boot. Vor der Küste Pommerns. Die größte Schiffskatastrophe der Menschheitsgeschichte.

Und wer oder was steckt dahinter, hinter dem Virus? Das Bill-Gates-Gerücht. Sagt die Bordkapelle. Gerade weil das Virus keine Visitenkarte bei sich habe, rankten sich die wildesten Gerüchte darum. Und da habe sich auch Microsoft-Hebamme Bill Gates angeschlossen:

„Angeblich habe das von der Bill und Melinda Gates Stiftung unterstützte englische Pirbright-Institut im Jahr 2015 ein Patent auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus angemeldet. Gates würde von dem Ausbruch finanziell profitieren, behauptet ein YouTuber und Anhänger der verschwörungstheoretischen QAnon-Bewegung auf Twitter. Zudem möchte er ‚ein Prozent der Weltbevölkerung sterilisieren‘, heißt es dort.“

Was sagt der Philosoph?

„Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert!“

Allerdings handele es sich bei der Reduktionsmenge um Neger. So Bravin Yuri. Passenderweise im Bin-Laden-Look:

„Why does Bill Gates want to ‚fight‘ #CoronaVirus in Africa when it’s Killing people in Asia & spread in the US? This is just a way of trying to Test their ‚Vaccines‘ on Africans. Soon,more Africans will die than Whites. This is targeted at reducing & sterilizing Africans. Scam!

Bill Gates is spending R75 million to fight the coronavirus in Africa. He has warned about a pandemic for years.“

Warum will Bill Gates das Corona-Virus in Afrika ‚bekämpfen‘, wenn es Menschen in Asien tötet und sich in den USA verbreitet? Dies ist nur eine Möglichkeit, ihre ‚Impfstoffe‘ an Afrikanern zu testen. Bald werden mehr Afrikaner als Weiße sterben. Dies soll die Zahl der Afrikaner reduzieren und sie sterilisieren. Betrug!

Bill Gates gibt R75 Millionen für den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika aus. Er warnt seit Jahren vor einer Pandemie.

Aber was heißt R75? Vielleicht Rupien. Das wären dann gerundet 1.052.125 US-Dollar. Hat die Portokasse etwas gesagt? Keinen Mucks. Wobei Mucks eine „substantivierte Interjektion des halblauten Aufbegehrens bzw. des Ansetzens zum Atemholen“ ist. Ein Empfindungswort. Eine der zehn Wortarten, unveränderlich und ohne richtige Bedeutung, aber mit Gefühl.

Wie auch immer, das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Der Gipfel der Unverschämtheit. „Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch“. „Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt und kann daher nicht angezeigt werden.“

Gott sei Dank gibt es Correctiv. Die Zusammenhänge seien ausgerissen. Aus dem Kontext. Es gebe sehr viele Coronavirus-Patente, weil es sich in Wirklichkeit um eine große Familie handele. Und für ein Familienmitglied halte das von der Bill und Melinda Gates-Stiftung gesponserte Institut tatsächlich ein Patent. Aber das habe mit dem in Wuhan ausgerissenen Familienmitglied „rein gar nichts […] zu tun.“ Wuhan, eine der ersten 5G-Städte.

Weitere Fragen bitte an den RTL-Medizinexperten Dr. Christoph Specht. „Unser Lehrer Doktor Specht“. Eine Familienserie in 70 Folgen. Dr. Specht, der Lehrer, dem nicht nur die Frauen vertrauen.

Und gut, dass es Politifact gibt, „ein amerikanisches journalistisches Recherche- und Überprüfungs-Projekt im Bereich der US-Politik“. Faktencheck auf Amerikanisch.

Nein, Kobe Bryant habe vor dem Absturz seines Hubschraubers gezwitschert, dass er Schmutz über Hillary Clinton habe.

Man habe schon viele Behauptungen entkräftet, dass die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton politische Feinde ins Jenseits befördert hätte. Eine typische Formel für diese Verschwörungen laute: Jemand aus dem Clinton-Umfeld sterbe bei einem Unfall oder begehe Selbstmord, was auch offiziell bestätigt werde. Und dann kämen Aluhutträger daher und behaupteten, dass die wahre Geschichte darin bestehe, dass die im Jenseits befindliche Person in eben jenes ausgewandert sei, bevor sie schädliche Informationen über die Clintons habe preisgeben können.

Es überrasche also nicht, dass nach dem Absturz der NBA-Legende Kobe Bryant die Formel wieder benutzt werde. Ein Gesichtsbuch-Eintrag vom 26. Januar folge streng dem Aluhut-Fahrplan. Ein Gezwitscher-Bildschirmfoto des Basketballers von 9:30 Uhr sage: „Ich habe Informationen, die zur Verhaftung von Hillary Clinton führen werden.“ Und kurz vor 10 Uhr morgens sei der Hubschrauber dann in Calabasas abgestürzt.

Das Gesichtsbuch habe im Rahmen seiner Bemühungen, falsche Nachrichten und Fehlinformationen zu bekämpfen, sich des Beitrags angenommen und ihn gelöscht. Überhaupt pflege man bei Politifacts eine innige Partnerschaft mit dem Gesichtsbuch. Und Kobe Bryant habe am 26. Januar gar nicht gezwitschert.

Aber im Januar 2013 habe er gezwitschert. Ein Foto von sich selbst mit dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton. „Großartige Veranstaltung mit Präsident Clinton und @KVBFF zur Renovierung von Step Up on Vine!“, habe er geschrieben. Großartig. Man kann von Glück sagen, dass es überall Faktenwächter gibt. Die den Dreck unter dem Teppich halten.

Nicht unter dem Teppich gehalten wurde Corona. Der Siegerkranz. Eine Erfolgsgeschichte. Aber was ist eigentlich so alles in Corona drin?

„Neben Wasser, Hopfen, Hefe und Gerstenmalz enthält Corona-Bier Mais, Reis, Papain und Ascorbinsäure.“

Und Papain gehört zur Enzym-Diät. Eine Blitz-Abnehmkur. Erlaubt sind Ananas, Papayas, Mangos, Bananen, Äpfel, Kiwis, Melonen und Weintrauben, die allesamt viele Enzyme enthalten:

„Da Enzyme, sobald sie über 50 Grad erhitzt werden, ihre Wirkung verlieren, ist es wichtig, das Obst roh oder kaum erhitzt zu verzehren.“

Und gesundheitstechnisch ist eine Enzym- und Rohkost-Kur eh von Vorteil.

Was sagt der Führer?

„Dadurch, daß der Mensch die Substanz seiner Ernährung erst einem chemischen Prozeß unterwirft, entstehen die Kulturkrankheiten, Krankheiten, die vom getöteten Leben kommen. Jetzt nimmt trotz unserer Kultur das Lebensdurchschnittsalter wieder zu. Wir haben die Rohkost wieder eingeführt. Die Rohkost war eine Revolution! Daß ein aus Kohle gewonnenes Fett gleich gut ist wie eines aus Olivenöl, glaube ich nicht; besser wird sein, das künstlich gewonnene für unsere Schönheitspflege zu verwenden, als Seife und so fort.“

Allerdings ist Rohkost schwer verdaulich. Unverdaute Nahrungsbestandteile lagern im Darm und …:

„… werden dann von den Mikroorganismen vergoren. Die Folgen: Verdauungsstörungen, schmerzhafte Blähungen und Durchfälle. Außerdem greifen die Gärungsprodukte auf Dauer auch die Darmschleimhaut stark an. Hin und wieder gekochtes Gemüse kann also nicht schaden.“

Gut. Aber noch schwerer verdaulich ist, dass die Bundeskanzlerin bei einer Preisverleihung Lenin gelobt hat. „Lenin – Die Mumie vom Roten Platz“. Aber es bestehe „kein Grund zur Besorgnis“. Deutschland sei sicher. Und „[a]uch um die Funktionsfähigkeit der Bundesregierung müsse sich die Bevölkerung keine Sorgen machen. „Wir befinden uns an einem sicheren Ort und haben die Lage im Blick“. So die Bundeskanzlerin. Wunderbar.

SPD-Familienministerin Franziska Giffey hat für die Zukunft die Lage in Berlin im Blick. Sie strebt den Bürgermeister*innen-Posten – gesprochen mit Glottisschlag – in der Hauptstadt an. Was macht eine Familienministerin eigentlich so? Zum Beispiel das Geleitwort zu einer Handreichung der Amadeu-Antonio-Stiftung schreiben:

„Ene, mene, muh – und raus bist du. Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik […]. Kindertagesbetreuung in Zeiten rechtspopulistischer Mobilisierungen“.

Gibt es Fallstudien? Selbstverständlich. „Fall I.3: ‚Kinder aus völkischen Elternhäusern‘“. Gut. Woran erkennt man denn völkische Kinder? Sie sind zurückhaltend, erzählen wenig von zu Hause und verhalten sich im Morgenkreis schweigsam und passiv.:

„Gleichzeitig gibt es keine sogenannten Disziplinprobleme, diese Kinder scheinen besonders ‚gut zu spuren‘. Außerdem sind traditionelle Geschlechterrollen in den Erziehungsstilen erkennbar: Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt.“

Soweit, so schlecht. Aber nun kommt es auch noch zum Kindergeburtstag:

„Eltern, deren Kinder eingeladen sind, wissen um die Zugehörigkeit der Eltern in einer rechtsextremen Kameradschaft und machen sich Sorgen, was auf dem Kindergeburtstag passieren könnte.“

Und hier kommen nun die Erzieher*innen – gesprochen mit Glottisschlag – und die Amadeu-Antonio-Giffey-Handreichung ins Spiel.

„Im Kontext der pädagogischen Arbeit mit Kindern, die in rechtsextrem organisierten Familien aufwachsen, geht es auch um die Diskussion einer möglichen Kindeswohlgefährdung. Oft geraten Kinder in einen Loyalitätskonflikt zwischen den Ansprüchen der Herkunftsfamilie und den dazu diskrepanten Anforderungen im Außen. Viele werden in Freund-Feind-Bilder einsozialisiert. Das schränkt letztlich den möglichen Erfahrungsraum Heranwachsender ein. Beide Themen können den Straftatbestand der Kindeswohlgefährdung berühren.“

Und das ist kein Kindergeburtstag mehr. Kindesentzug.

Ob es sich bei dem 34-jährigen syrischen Facharbeiter, der jetzt in Koblenz vor Gericht steht, um einen Straftatbestand handelt, soll jetzt verhandelt werden. Der Facharbeiter soll „2012 in sein Heimatland ausgereist sein, um sich dort islamistischen Kämpfern anzuschließen“. Dort habe er nach eigener Aussage den Kopf eines syrischen Soldaten gefunden. Ob des fotogenen Motivs habe der Facharbeiter sich dann ablichten lassen. Den vom Rumpf abgetrennten Kopf habe er, äußerst zufrieden dreinblickend, am Ohr so in Richtung der Kamera gehalten, dass das Gesicht des Rumpflosen in selbige geguckt habe. Zur Debatte stehe nicht, ob er bei der Separierung des Kopfes auch selbst Hand angelegt habe.

„Ein Gutachter soll nun hinzugezogen werden, um Aufklärung über die Psyche des [drogenabhängigen] Mannes“ zu erhalten. Auf der einen Seite.

„Auf der anderen Seite müssen wir auch die Bedürfnisse, die Belange der Menschen mit Migrationsgeschichte ernst nehmen. Denn auch die haben Wünsche, die haben Sorgen.“

Sagt Serap Güler.

Noch etwas? Ja, die Bordkapelle hat eine Frage. Ob Michael Obama Vizepräsident von Joe Biden werden soll. „Die Bromance zwischen Joe Biden und Barack Obama“ sei kein Geheimnis. Eine besonders innige Männerfreundschaft.:

„Eine Männerfreundschaft, die weit über das bloße gemeinsame Feierabendbier hinausgeht.“

Was bei Frauen in bestem Abbreviatur-Deutsch die BBF („Best Friends Forever“), ist bei Männern der „Bro“. Diese beste Freundschaft wird auch als „Bromance“ bezeichnet:

„Das an eine schwarze US-Leserschaft gerichtete Online-Magazin ‚The Root‘, bezeichnete den Vorstoß am Mittwoch (Ortszeit) als ‚Wunschdenken‘ und Biden selbst als einen ‚armen, einfältigen Trottel‘. Twitternutzer spotteten, es handle sich um einen verzweifelten Versuch Bidens, seine Wahlkampagne zu retten.“

Von einer Bromance wird man dagegen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft und Alexander Gauland nicht sprechen können. Der Bundestag hat die Immunität des AfD-Fraktionschefs aufgehoben. Wegen eines „privaten Steuerfehlers“. Die Wohnräume der Potsdamer Meldeadresse seien bereits durchsucht worden, so die Bordkapelle.

Nicht mit einem Steuer-, sondern mit einem Hautfehler hat der Spielzeughersteller Mattel ein neues Barbie-Modell auf den Markt gebracht. Für mehr Vielfalt im Kinderzimmer. Barbie mit Vitiligo, einer Pigmentstörung. Neu im Programm sind auch „eine Puppe ganz ohne Haare und eine dunkelhäutige mit goldener Beinprothese.“ Und Ken hat nun lange Haare und trägt ein Batik-Shirt.

Greta gibt es zwar noch nicht als Barbie-Puppe, aber schon als Wachsfigur. Im Panoptikum auf der Hamburger Reeperbahn. Es sei nach Recherche weltweit die erste Wachs-Greta. Sie solle unmittelbar im Zentrum des Eingangsbereiches stehen. Ihre Kleidung werde je nach Jahreszeit wechseln.

Allerdings sollen Greta und FFF bald eine Marke werden. Ein entsprechender Antrag ist beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum eingegangen. Gretas Mitstreiterin Janine O’Keeffe gibt es nicht in Wachs, aber auch sie möchte sich das Markenrecht für bestimmte FFF-Produkte sichern. Zum Beispiel Rucksäcke und Mützen. Es gebe aber keine Absicht, damit Geld zu machen. Selbstverständlich.

Gibt es Paul von Hindenburg eigentlich als Puppe oder Wachsfigur? Selbstverständlich.

„[M]it beweglichen Armen, handmodelliertem Kopf (mit Glasaugen) und Händen aus Wachs.“

Aber es gibt ihn nicht mehr als Ehrenbürger Berlins. Die Hauptstadt hat ihn von der Ehrenbürgerliste gestrichen. Er habe, so Regina Kittler von der Linken, „zur Zerstörung der deutschen Demokratie beigetragen und der Diktatur den Weg geebnet“. Der Generalfeldmarschall.

Hat der Führer etwas gesagt?

„Ich habe gesagt: Verrückt!“

„[Es] braucht […] nur ein Orkan zu kommen und alles fliegt zusammen wie ein Kartenhaus.“

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