Von Xantens Kolumne – Was wofür?

-

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem Hut und einer Unterhose? Das hängt vom Standort des Betrachters ab. In Thailand ist es zum Beispiel verboten, das Haus ohne Unterhose zu verlassen, nicht aber ohne Hut. Die Historie des Hutes ist indes um einiges älter als die der Unterhose. Erst mit der Industrialisierung beginnt die eigentliche Geschichte der Unterhose. Jedenfalls der Volksunterhose:

„Das wichtigste Kleidungsstück war das Hemd.“

Die höheren Stände hatten die Unterhose bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für sich entdeckt. Nicht so jedoch Wilhelm I.:

„Ich habe mein Leben lang Unterhosen für überflüssig gehalten.“

Die Cholera, „die 1866 den Siegeszug in Böhmen stoppte“, sorgte dann für Einsicht beim Monarchen:

„Ich sehe wohl, dass das jetzt anders ist. Ich habe nichts mehr gegen die Einführung.“

Armeebedingt setzte sich die Unterhose zuerst in der Männerwelt durch. Vor allem bei Frauen auf dem Land war unten ohne noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts die Norm. Und in Billy Wilders „Eins, zwei, drei“ findet es die Tochter des Coca-Cola-Chefs „irre aufregend“, dass Horst Buchholz keine Unterhosen trägt.

Die Geschichte des Hutes beginnt dagegen in der Antike. Bei den alten Griechen und Römern:

„[I]n Griechenland bei den einfachen Handwerkern und in Rom sogar bei den in die Freiheit entlassenen Sklaven.“

Der Hut als Symbol der Freiheit. Zunächst verschmäht, findet er nach dem Tod Neros auch in den gehobenen Schichten Träger und Gefallen.

In Deutschland ist er seit dem zehnten Jahrhundert auf den Feldern zunächst als Strohhut unterwegs. Zwei Jahrhunderte später entdecken ihn dann die Edelleute für sich. Als Statussymbol. Im 14. Jahrhundert wird die Hutmacherei zu einem eigenen Handwerk. Wohl zuerst in Nürnberg. Stofflich angesagt sind „Pfauenfedern, Biberhaar oder Seide“, während formal der Kegel dominiert.

Zu Hermann Gesslers Zeiten dominierte in Altdorf der Hut auf der Stange. Der Kurhut. Zeichen der Hausmacht des Kurfürsten und des Königs von Böhmen. Um den Stolz und Widerstand des Schweizer Volkes endgültig zu brechen:

„[M]it gebognem Knie und entblößtem Haupt zu grüßen.“

Wobei sich der Landvogt bekanntlich die Verehrung des Hutes durch Wilhelm Tell an selbigen stecken konnte.

Wilhelm Tell, des Führers „Leib- und Magendrama“. Tell als Helfer in der Not. Tell als mutiger und tatkräftiger Charakter. Tell die Antwort auf die Frage:

„Wann wird der Retter kommen diesem Lande?“

Am 3. Juni 1941 war es dann vorbei mit „Leib- und Magendrama“. Eine streng vertrauliche Anweisung. Von Reichsleiter Martin Bormann unterzeichnet. Was störte plötzlich? Die Verherrlichung eines „Schweizer Heckenschützen“. Tell als Retter und Tell als Heckenschütze – das ließ sich in diesen Zeiten nicht mehr unter einen Hut bringen.

In den 70er Jahren kam die Ölkrise mit Gesslerhut daher. Spannungen in Nahost. Im Herbst 1973 drosselten die arabischen Ölstaaten die Förderung und verhängten ein Embargo. Der Ölpreis vervierfachte sich. Und in Deutschland huldigte man dem Hut mit vier autofreien Sonntagen. Geisterstimmung in der Bundesrepublik. Der Bürger machte mit, überzeugt, etwas Gutes zu tun.

Im 19. Jahrhundert dann ein Evolutionssprung. Zylinder und Melone kommen in Mode. Die Hochzeit des Hutes endet dann mit dem Zweiten Weltkrieg. Auch die Schiebermütze verschwindet von der Bildfläche. Die heute weit verbreitete Schlagball-Kappe darf man mehr als evolutiven Irrtum in der Geschichte des Hutes verstehen.

Hat der Führer Hut getragen? Selbstverständlich. Einer ging unlängst zusammen mit des Führers Zigarrenkiste, seiner Schreibmaschine sowie einer Luxusausgabe von Hermann Görings „Mein Kampf“ und einigen anderen Kleinigkeiten für 545.000 Euro an Abdallah Tschatila. Der will die Auktionsstücke allerdings an eine israelische Stiftung weitergeben und die will die Auktionslose in einem Museum platzieren. Görings Unterhose brachte derweil nur 3.000 Euro, während des Führers Uniformjacke für 275.000 Euro nach Argentinien ging. Da ist einem der Rock tatsächlich näher als die Hose.

Und ansonsten? Distanzierte sich der Führer zumeist von der Kleiderordnung „der vor ihm – in der Republik – mächtigen Männer“. Nur „kurz nach seiner Vereidigung als Reichskanzler sieht man ihn auf den Titelseiten der Gazetten im alten Stil: mit Cut und gestreiften Stresemann-Hosen.“

„[Seit] dem 1. September 1939 […] ordnete er dann seinen Kammerdiener an, ihm‚ bis zum Ende des Krieges nur noch die feldgraue Uniform‘ zurecht zu legen. Egal, ob er fortan zum Empfang mit Diplomaten ging oder in die Oper, ob er auf dem Obersalzberg mit Eva und den Hunden Gassi ging oder die Front besuchte: Er tauchte stets in einer grauen Uniform-Jacke auf.“

Da hat sich die Süddeutsche ihre ganz eigene Orthografie zurechtgelegt. Wobei sich die Frage stellt, was der Führer nach seinem Suizid bei seiner Abreise nach Übersee trug. Immer noch Zweifingerbart?

Der Führer und sein Bart. Der Bart, ein Zufall, so die Bordkapelle. Eine Laune der Geschichte. Der Kaiser-Wilhelm-Schnauzer habe aus militärischen Gründen im Ersten Weltkrieg ab gemusst, so Alexander Frey, ein damaliger Mitrekrut. Damit der Führer „eine Gasmaske tragen konnte.“

Nicht aus militärischen, sondern aus zivilen Gründen fährt Otto, Volksdeutscher in Polen, „am 2. September [39] mit dem Fahrrad nach Bromberg in der Hoffnung, mehr Informationen darüber zu erhalten, wie es […] weitergehen wird.“ Weiter ging es in sogenannten Todesmärschen. In Richtung Arbeitslager:

„Es gab tagelang kein Essen, manchmal sogar nicht mal Wasser. Die alten Männer haben das nicht durchgehalten, sind einfach vor Schwäche umgefallen oder wurden, wenn sie am Ende ihrer Kräfte waren und nicht mehr laufen konnten, von einem polnischen Soldaten getötet.“

Aufgepflanztes Bajonett, letzter Halt Chausseegraben.

In Bromberg geht’s derweil auch ohne Marsch:

„Während des häufig so genannten Bromberger Blutsonntags erschlagen aufgebrachte Polen bis zu 1.500 Deutsche auf offener Straße.“

Es dominiert die Farbe Rot.

„Feldgrau [dagegen] im Busch“ 1963. Praktisch Falsifikation der These des Dichterfürsten: Feldgrau ist alle Theorie.

„Aus der Kursmaschine, die in der Hauptstadt des linksneutralen Afrika-Staates Guinea einpassiert war, kletterten fünf Soldaten in feldgrauer Montur. An der Mütze die schwarzrotgoldene Kokarde, auf den Schulterklappen die Rangabzeichen der deutschen Bundeswehr.“

Mit an Bord „fünf Handelsemissäre aus der deutschen Sowjetzone“ und Straßenbaugeräte für Guinea. Militärhilfe für Afrika. Anknüpfend nicht an „Lettow-Vorbecks Schutztruppen-Tradition“, sondern an das, „was deutsche Exerziermeister seit Generationen in aller Welt mit gründlichem Fleiß besorgt haben“. Zum Beispiel:

„Eine deutsche Militärmission […] im September 1940 von Hitler mit Lehrtruppen nach Rumänien entsandt, um das rumänische Heer auf die Erfordernisse eines modernen Krieges umzuschulen. Sie bildete einige Musterdivisionen aus, die ein Jahr später gemeinsam mit der Wehrmacht nach Russland zogen.“

So die Bordkapelle. Fleiß und Tradition. Der Führer inklusive. Erstaunlich. Mehr als erstaunlich.

Allerdings „‘ein Haltungsproblem‘ und ‚offensichtlich eine Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen.‘“ Nicht nur bei der Bordkapelle, sondern auch bei der Truppe:

„Wehrmachtsandenken, darunter Wandbilder und Münzen mit Wehrmachtsmotiven, auch aus der NS-Zeit.“

Zum Beispiel „Gedenkmünzen mit fragwürdigen Motiven“ bei einem Logistikbataillon oder „ein Raum mit Wehrmachtshelmen und Landserbildern“ in Illkirch, „ein Wehrmachtsfoto von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD), eine Rotkreuzflagge des Zweiten Weltkriegs von 1945 und Bilder von Wehrmachtssoldaten, die Großväter heutiger Soldaten waren“. Orthopädische Haltungsschulung. Es brauche „von allen Soldaten ‚vom General bis zum Rekruten‘ mutige Unterstützung bei der Aufarbeitung der Vorfälle“. Es gehe um den „Ruf unserer Bundeswehr‘.“ So eine Laiendarstellerin. Hausverbot für die Wehrmacht.

80 Prozent aller Wehrmachtssoldaten an Kriegsverbrechen beteiligt. Das die These der Reemtma-Ausstellung. Eine Neubewertung 50 Jahre nach Kriegsende:

„Die Ausstellung warb auf Plakaten mit Slogans wie ‚die Sünden der Väter‘ und setzte damit ganz auf Emotionen, auf Wut.“

Mit Bildern von „Leichen, Leichenbergen, am Galgen hängenden Toten, schießenden Soldaten“. Quellenangaben Fehlanzeige. Allerdings Rechenfehler. Die Ausstellungsmacher hatten die noch lebenden Zeitzeugen nicht auf der Rechnung gehabt. Die Bordkapelle setzte ihre Brille ab und erkannte zeitverzögert „Zeugnisse eines vagabundierenden Schuldempfindens“. Und fragte:

„Warum hat kein deutscher Historiker die vielen Fehler und Täuschungen aufgedeckt? Die Antwort geben Geschichtsprofessoren nur, wenn unsereiner verspricht, seinen Namen nicht zu nennen: Jeder Historiker hat sofort gesehen, wie schlampig und suggestiv die Ausstellung eingerichtet war, aber wer hat schon Lust sich öffentlich fertigmachen zu lassen?“

Ein Lehrbeispiel für Propaganda.

Und zwanzig Jahre später? Die Sprache der Täter. Es grüßt der Bundesaugust.

Nicht im August, sondern unlängst im Mai hat nun ein Referent Hausverbot im BMI bekommen. Wegen Corona-Papier:

„Das neue Papier rechnet mit der Regierungspolitik ab.“

Corona in Papierform. Wobei die Mathematik in der Größe des Papiers steckt:

„Warum ist das DIN A4 Papier so groß, wie es ist? […] Das Verhältnis der Seitenlängen von Papierblättern wurde speziell so gewählt, dass wenn ein Stück Papier halbiert wird, das Seitenverhältnis genau gleich bleibt. Deshalb sind die Größen alles andere als zufällig. Um diese Eigenschaft zu gewährleisten, muss das Papier ein ganz bestimmtes und ausergewöhnliches Seitenverhältnis haben, es gibt nämlich nur ein Seitenverhältnis, welches das gewährleistet. Dank Mathematik kann man dieses Seitenverhältnis genau bestimmen.“

Das ist tatsächlich außergewöhnlich.

Außergewöhnlich auch, dass es in Deutschland nun seit 75 Jahren Pressefreiheit gebe. Die Pressefreiheit, ein Geschenk der Alliierten. Eine Demokratie brauche Fakten und Informationen, so die Bundeskanzlerin. Pressefreiheit „sei ein Gradmesser, wie es um unsere Demokratie insgesamt“ stehe. In der DDR habe es keine Pressefreiheit gegeben. „[A]us autoritären Regimen“ wisse man, dass, wenn sie an die Macht kommen, „zuallererst die Pressefreiheit unterdrückt“ werde „und der freie Journalismus nicht mehr stattfinden“ könne. Eine Demokratie brauche Öffentlichkeit. Und „[e]s sei notwendig, sich gemeinsam über Gesetze und Werte“ hinweg zu verständigen.

Wunderbar. Presse- und Lehrmittelfreiheit von alliierter Seite Gnaden.

„Schulbücher als staatlich legitimierte Unterrichtsmedien dienen […] als politische Erziehungsinstrumente.“

Nach 45 spendierten die Alliierten die Brille, mit der die Schulbuchverlage hinfort alle möglichen Inhalte zu betrachten und für die Heranwachsenden auszuwählen hatten. Demagokratisch konnotierte Unterrichtsmittel. Das Gestell ist bis heute dasselbe, nur die Dioptrien-Stärke der Gläser hat mit den Jahren zugenommen.

Abnehmen soll nun die …:

„… die totale Kontrolle [der radikalen Linken] über Facebook, Instagram, Twitter und Google. Die Verwaltung arbeitet daran, dieser illegalen Situation abzuhelfen. Bleiben Sie dran und senden Sie Namen und Ereignisse. Vielen Dank, Michelle!“

Sagt der Präsident. Gut. Aber heißt Michelle nicht Michael? Präsidialer Sarkasmus. Was sagt der Philosoph?

„Da gehe ich chloroform“.

Die Natur hat daran gearbeitet, in Nevada tektonische Spannung abzubauen. Das Beben vom 15. Mai …:

„… war eines der stärksten Beben in dem Teil Nevadas in den vergangenen Jahrzehnten. Finale Auswertungen des United States Geological Survey ergaben Momentmagnitude 6.5. Damit ist es zugleich mit dem Idaho-Erdbeben vor einigen Wochen das stärkste Beben, das die USA in diesem Jahr bisher getroffen hat.“

Das „Epizentrum in einer nahezu unbesiedelten Wüstenregion“. Nahezu, sieht man mal von Gebiet 51 ab. Area 51.

Erdbeben. Was sagt der Führer?

„Als kürzlich die Presse über die Erdbeben in Württemberg berichtete, da hatten die Zeitungen nichts Eiligeres zu tun, als ihre Leser zu beruhigen und immer wieder zu versichern, es bestehe gar keine Gefahr, es seien keine Anzeichen dafür eine Ausdehnung der Beben und dergleichen. Es ist doch ganz merkwürdig, daß nur wenige Menschen einer wirklichen oder eingebildeten Gefahr ruhig ins Auge sehen können und dann noch in der Lage sind, weittragende Entschlüsse zu fassen. Die meisten sind eben doch feig, die Angst vor dem Unbekannten steckt zu tief in ihnen.“

Was aber noch nicht die folgende Frage beantwortet: Ist die Space-Force jetzt Star Trek? Logo. Gibt es bei Star Trek auch einen „Darth Vader“? Nee. Nope. Wer ist Nope? Der Familienname Nope findet sich zwischen 1891 und 1920. Vor allem in den Vereinigten Kolonien. In Louisiana lebte 1920 eine Nope-Familie. Etwa 33% aller erfassten Nope-Familien. Gut. Gesucht: Frage, Rechnung und Antwort. Wie auch immer, für Star Trek waren die Nopes bereits zu ausgestorben.

Und Darth Vader? Treibt in Star Wars sein Unwesen:

„[D]ie rechte Hand des Kaisers, ein mächtiger Weltraumzauberer, der sich jenseits der militärischen Struktur befindet und allein daran arbeitet, das zu erreichen, was der Kaiser wünscht. All das, während er versucht, ihn zu stürzen, um sich der Kontrolle der Palatin zu entziehen.“

Und Platin? Kein Philosoph und relativ selten:

„Star Trek ist in den meisten Fällen eine völlig andere Geschichte. Es gibt natürlich Variationen, aber zum größten Teil ist es eine Geschichte der Entdeckung. Die Missionen bestehen darin, neue Welten und neue Zivilisationen zu entdecken. Obwohl sie sich in der ursprünglichen Serie im Krieg mit den Klingonen und in der nächsten Generation sozusagen im Krieg mit den Romulanern befinden, ist dies nicht wirklich der Hauptkonflikt. Es gibt keine wirkliche zentrale Nemesis in Star Trek. Sicherlich tauchen die Borg von Zeit zu Zeit auf, Khan ist ziemlich überzeugend und Q ein bisschen lästig, aber keiner steigt zu dem eines zentralen Feindes auf.“

Q lästig?

„Das Q-Kontinuum kann zwar von Menschen betreten, jedoch in seiner Form nicht [von allen] begriffen werden. Für diese […] wird es daher in Metaphern und Vergleichen dargestellt.“

Q und Star Trek. Was soll man dazu sagen? „Wahnsinn prallt auf Virus“. Sagt die Bordkapelle.

„Donald Trumps Krisenmanagement ist ein Desaster – und dann wollen die Republikaner auch noch Verschwörungstheoretiker in den Kongress entsenden. […] Dem auf Desinformation in den sozialen Medien spezialisierten US-Projekt ‚Media Matters‘ zufolge bewerben sich mindestens 18 Verschwörungstheoretiker um Sitze im US-Kongress. Die Kandidaten der Republikaner hängen der sogenannten QAnon-Theorie an.“

Was soll uns das sagen?

Und was soll es uns sagen, dass Elend Musk, der Elektromessias, etwas über Pillen gezwitschert hat? „Take the red pill Rose“. Nimm die rote Pille, Rose. Wer ist Rose? Trainer von Borussia Mönchengladbach. Ivanka Trump findet das gut. Lilly Wachowski, „Matrix“-Regisseurin, dagegen gar nicht.

Was sagt Ernst Kuzorra zur Pille?

„Keiner war frei, da hab ich die Pille einfach reingewixt.“

Eine Frage noch? Wie kam es eigentlich bei den Knappen zu den berühmten übergroßen Schalker Hosen? Was sagt Ernst Kuzorra?

„Weil wir so lange Dödel hatten.“

Die Wahrheit in Pillen- bzw. Tablettenform: Hydroxychloroquin.

„Bumm. 💥 [Der] Präsident […] bestätigt, dass der Impfstoff NICHT obligatorisch sein wird, wie es Bill Gates & die Clintons fordern. ‚Er ist für diejenigen verfügbar, die ihn wollen … einige Leute wollen ihn vielleicht nicht nehmen‘.“

Zwitschert Melissa A.

Und was sagt der inzwischen Heuschrecken-dominierte Teil der Bordkapelle:

„Das wäre mal eine richtig gute Nachricht: Der britische Mediziner und Ex-WHO-Direktor Prof. Karol Sikora (Universität Buckingham) glaubt, dass das Coronavirus auf natürliche Weise verschwinden könnte – noch bevor es einen Impfstoff gibt.“

Und die WHO? Der gehen, wenn das so weitergeht, bald die Mitglieder aus:

„Der Präsident von Madagaskar, Andry Rajoelina hat alle afrikanischen Nationen aufgefordert aus der WHO auszutreten.“

Motto: Wenn man weiß, dass man die Pest an Bord hat, ist es hohe Zeit das Schiff zu verlassen.

Weiß jemand Bescheid? Richtige Frage, aber falsche Zeit. Die Geschichte liegt über drei Jahre zurück, deshalb Präteritum. „Obama, Biden, Comey, Clapper, Brennan. Obamagate: Alle wussten Bescheid bei Komplott“ gegen den Präsidenten. Ein Übergriff.

„Übergriff [auch] in Baden-Württemberg. Männer ohne Mundschutz verprügeln Busfahrer“. Wo? Passenderweise in Herrenberg. Wobei Männer eng verwandt sind mit Einmann. Einmann, ein beliebter Dauergast bei der Bordkapelle. „Einmann, das geheimnisvolle Phantom“. Der omnipräsente und altersvariable Einmann. Gern auch als „eine tickende Zeitbombe“. Ein Mann „überschüttete seine Ehefrau mit Benzin und zündete sie an. Das Gericht in Kiel entschied […], dass der Mann dauerhaft in die Psychiatrie muss.“ Wegen einer schweren Wahnerkrankung.

Übergriffig auch die Rechtschreibreform von 1996. Das Eszett fristet nur noch ein Schattendasein. In der Schweiz und in Lichtenstein komplett ausgestorben. Stattdessen dominiert SS. Was soll uns das sagen?

Und was soll es uns sagen, dass Windmühlen mehr und mehr die Landschaft dominieren? Wobei auch Symptome einer Wahnerkrankung und:

„Wie tickende Zeitbomben […]. Abgeknickte Rotorblätter, über Hunderte Meter am Boden verteilte Flügelfetzen, ganze Anlagen, die in Wäldern in Flammen aufgehen, herabstürzende Trümmerteile.“

Havarierte Windmühlen – Hauptattraktion nachpostmoderner Natur-Abenteuerspielplätze.

Muss man sich das merken? „Montgomery Clift konnte sich keine drei Sätze merken!“ So die „Kamera-Legende Douglas Slocombe im Exklusiv-Interview“.

Ob Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery noch etwas merkt, ist nicht bekannt, allerdings fordert er nun nach dem Rumgeeiere der Bundesregierung …:

„… allgemeine Impfpflicht zum Schutz gegen das Coronavirus […]. Wenn künftig ein Serum gegen das Virus zur Verfügung stehe und sich manche Bürger dann der Impfung verweigerten, stellten sie ein hohes Risiko für ihre Mitbürger dar, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden könnten.“

Man müsse deshalb „möglichst viele Menschen impfen“. Das Impfkonzept. Was sagt der Philosoph?

„Konzepte sind Kokolores.“

Überall Rumgeeiere. „Rummenigge beklagt ‚Rumgeeiere‘ um 50+1“. Und Hermann-Josef Lücker, Gemeindepfarrer in Visbek, hat eine „Predigt gegen das ‚Rumgeeiere‘ der Bischöfe“ gehalten.

Schonzeit für die Füchse und Schluss mit dem Rumgeeiere. Was sagt der Führer?

„Man hat jetzt zwei, drei Jahre die Füchse geschont. Was die für einen Schaden angerichtet haben! Es ist ein Wahnsinn: Auf der einen Seite verdanken wir der Hegung der Füchse einen Verlust von ich weiß nicht wieviel hundert Millionen Eiern, auf der anderen Seite macht man den Vierjahresplan!“

Nicht groß rumgeeiert wird beim Institut für Weltwirtschaft. Dort rechnet man „mit 7,2 Prozent BIP-Wachstum in Deutschland“ im nächsten Jahr. Dafür stürzte das BIP allerdings auch in diesem Jahr um 7,1 Prozent ab. Und „[d]er Aufholprozess vollziehe sich deutlich langsamer als der Einbruch, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Konjunkturprognose“ der Kieler Weltwirtschaftsexperten. Gesucht: Fragen, Rechnung und Antwort.

Erste Frage: In welchem Land erschien der Artikel mit der hier zitierten Prognose nicht? Tipp: Schutzstaffel-Abbreviatur.

Zweite Frage: Ist das BIP nach zunächst minus 7,1% und dann plus 7,2% höher oder niedriger als vor dem Einbruch? Wobei nichts für Rechenlegastheniker.

„Der Absturz“ – ein Roman von Günter Ogger. „Klebrige Insidergeschäfte, trickreiche Banken, und Behörden, die im Tiefschlaf liegen, manipulierte Kurse“, das ganze Programm.

Abgestürzt sein soll in Brasilien ein unbekanntes Flugobjekt. „Mysteriöse Lichter“, blau, rot und gelb, Tausende von Augenzeugen, hochgeladene und gelöschte Videos, ein Magé-Twitter-Trend, Medienrummel, Behauptungen und Google-Maps-Retusche – das volle Programm eben.

Der Aufbau des vollen 5G-Programms für Deutschland wird nun aus Bayern angeheizt. 5 Milliarden sollen, so die CSU, in eine Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes fließen „mit dem Ziel: ultraschneller Mobilfunk in ganz Deutschland“. Elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung. Das Motto: Mehr ist weniger – weniger Lebenszeit.

Der Heilige Vater der Impfwelt hat sich sein Impfindustrie-Investment 10 Milliarden kosten lassen. Und rechnet mit 2.000 Prozent Rendite.

Und wie hoch sind Grundwert und Prozentwert eigentlich beim Klopapier, wenn der Rückgang beim Stuhlgang bei minus 28 Prozent liegt? Und hat das etwas damit zu tun, dass „der Absatz von Teigwaren spürbar um 30 Prozent“ rückläufig ist?

Gibt es eine Studie? Selbstverständlich. Forscher haben an Hamstern die Wirksamkeit von OP-Masken nachgewiesen:

„Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der Universität Hongkong hervorgeht. Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche.“

Gerade, wenn die Hamster erregt seien, aber …:

„… keine Symptome zeigten, sei die Maske ‚sehr viel wichtiger ist als alles andere‘, sagte Studienleiter Yuen Kwok-yung, einer der weltweit führenden Coronavirus-Experten.“

Nicht untersucht wurde, ob die Studien-Hamster jetzt einen psychischen Knacks haben. Den gibt es nun aber garantiert bei einigen Schulkindern:

„Mit der Maske zur Schule. Einzeln verschiedene Eingänge benutzen. Nicht laufen, nicht singen, nicht lachen. Rituelles Händewaschen. Die Freunde nicht umarmen. Nicht miteinander spielen. Abstand halten. Die Gesichter der Freunde nicht sehen dürfen. Sich auf markierte Plätze stellen müssen. All das und viel mehr.“

Knacksverdächtig.

In der Gemeinde Lippetal hat man sich für die Abiturienten etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie bekommen „ihre Zeugnisse im Autokino überreicht […] – ein würdeveolles Erlebnis für alle Beteiligten“. Wunderbar.

Noch wunderbarer ist die Idee, die Schulleiter Henry Tesch, „seines Zeichens 2011 mecklenburgischer Bildungsminister“, am städtischen Gymnasium Carolinum in Neustrelitz umgesetzt hat:

„[D]as Rostocker Biotech-Unternehmen Centogene [testet] jeden Schüler zweimal pro Woche auf Corona […]: Wer nicht infiziert ist, den kennzeichnet ein grüner Punkt – und für den gelten fortan andere Regeln als für nicht getestete Schüler […]. Nicht-Infizierte dürfen sich demnach frei auf dem Schulgelände bewegen sowie eine ‚Fast Lane‘ nutzen, um schneller als der Rest in ihr Klassenzimmer zu gelangen. Der Rest darf anstehen und muss warten.“

Henry Tesch auf der Überholspur.

Sonst noch was? Ja. In Berlin-Tegel sind drei Lagerhallen abgebrannt. „Monster-Feuer in der Hauptstadt“: „Die ersten Einsatzkräfte waren laut Feuerwehr um 15.17 Uhr ausgerückt.“ Macht 32. Was soll uns das sagen?

Der Flughafen Berlin-Tegel hat sich solidarisch erklärt und beschlossen, dass er „am 15. Juni – vielleicht für immer“ schließt.

Joe Biden hätte sich besser geschlossen gehalten. Nun jedenfalls liegt sein Plausch mit Poroschenko offen. Quid pro quo?

Was? Wofür?

„[I]n Russland stürzen [Ärzte] unter mysteriösen Umständen aus dem Fenster – ‚Habe keine Erklärung‘.“

Fehlt noch der Kinotempel-Ticker:

  • „06:26 Uhr Trump trägt bei Fabrik-Besuch schon wieder keine Maske“.
  • „10:32 Uhr Anhauch-Attacke: Mann ohne Mundschutz greift Verkäuferin an“.
  • „13:24 Uhr Israelis entwickeln Maske, die sich beim Essen öffnen lässt“.
  • „14:49 Uhr Schichtwechsel“.
  • „16:34 Indonesien befürchtet Babyboom wegen Ausgangsbeschränkungen“.
  • „17:13 Mediziner warnt: Covid-19 kann ‚grässliche Folgen‘ haben“. Grässlich.
  • 18:18 Wieder kein Nackter geplatzt.

Hat der Führer etwas gesagt?

„Ich habe gesagt: Verrückt!“

„[Es] braucht […] nur ein Orkan zu kommen und alles fliegt zusammen wie ein Kartenhaus.“

Und nun ist er halt da, der Orkan.

„[Und] am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“

***

[Titelbild in erhöhter Auflösung]

Aufrichtigen Dank an alle Unterstützer und Förderer dieser Netzseite!

Unterstütze den Nachtwächter

Werde ein Förderer des Nachtwächters

Zuschrift eines Lesers und treuen Unterstützers:

Was ist uns unsere Gemeinschaft wert?


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
168 Kommentare
Älteste
Neueste Meiste Bewertungen
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen