Von Xantens Kolumne – Ein Kartenhaus

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„Das […] ist der Gipfel der Verlogenheit, und eine solche Scheinheiligkeit wird vor den Menschen wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen.“

Wer hat das gesagt? Freddy Quinn, Meghan Markle oder …? Genau der hat es nicht gesagt. Die Herzogin von Sussex auch nicht. Und Freddy Quinn heißt eigentlich Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl und hat es auch nicht gesagt.

Allerdings ist von Meghan Markle ein „[b]lamierendes Foto aufgetaucht – es zeigt die Herzogin mit…“ Meghan mit drei Pünktchen.

Wobei Pünktchen bislang nur im Singular bekannt war, wohnhaft in Berlin:

„Pünktchen lebt mit ihren Eltern, dem Spazierstockfabrikanten Fritz Pogge und seiner Frau, die beide kaum Zeit für sie haben, dem Kinderfräulein Fräulein Andacht und der Köchin Berta, genannt ‚die Dicke Berta‘, sowie dem Dackel Piefke in einer großen Wohnung.“

Die „Dicke Bertha“ wiederum war Deutschlands erste Wunderwaffe. Das „M-Gerät“, ein Mörser mit 42-Zentimeter-Kaliber, Reichweite 10 bis 14 Kilometer. Nachfolger des 1912 entwickelten „Gamma-Geräts“. Während das „Gamma Gerät“ noch 150 Tonnen wog und auf zehn Eisenbahnwagen befördert werden musste, hatte man das „M-Gerät“ in zwei Jahren auf 42,6 Tonnen abgespeckt. Etwa das Gewicht von 21 Tesla Model S. Zu Kriegsbeginn 1914 gab es insgesamt sieben „Dicke Berthas“. Pünktchen und Anton waren da vermutlich noch gar nicht angedacht.

Die „Dicke Bertha“ – im Zuge der Eurokrise von Mario Draghi reaktiviert. Und gemeinsam mit der „Draghi-Bazooka“ im Einsatz. Wobei die Bazooka …:

„… nicht nur nach vorne gefährlich [ist], man sollte auch nicht dahinterstehen, wenn sie abgefeuert wird. Sonst drohen schwere Verbrennungen im Raketenstrahl.“

Ramstein steht hinter nahezu jedem amerikanischen Drohneneinsatz. So auch bei Soleimanis Expedierung ins Paradies. Sagt Brandon Bryant, ehemaliger Drohnenpilot:

„Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich.“

Ramstein – auch eine Relaisstation. Für die Umleitung von …:

„… Satellitendaten, mit denen die Drohnen gesteuert werden, […] auf eine Glasfaserverbindung, die dann in die USA führt.“

Andrej Hunko, Bundestagsabgeordneter und europapolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, meint anlässlich des Abgangs des iranischen General-Massenmörders, dass es angezeigt und rechtlich möglich, „den US-Truppen ihr Aufenthaltsrecht in der Bundesrepublik Deutschland zu kündigen.“ Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages sähen das auch so. Es gebe ein Gutachten:

„Der Militärstützpunkt Ramstein – Statusrechtliche Fragen und mögliche Konsequenzen bei Verstößen gegen das Stationierungsrecht,“

Die Experten der Wissenschaftlichen Dienste.

Und die statusrechtliche Frage? Hat Wolfgang Schäuble Ende November anlässlich des ‚European Banking Congress in Frankfurt beantwortet:

„Deutschland sei seit 1945 zu keinem Zeitpunkt souverän gewesen.“

Da muss sich die Bordkapelle erstmal räuspern:

„[E]in Satz von der Wirkung eines Sprengstoffanschlages auf das nationale Selbstverständnis der Deutschen, ausgesprochen von ausgerechnet jenem Mann, der im August 1990 den deutschen Einigungsvertrag unterzeichnete.“

Der Satz müsse noch einmal thematisiert werden, weil er einfach so unglaublich sei. Das nationale Selbstverständnis der Deutschen. Unglaublich.

Gut. Aber wer hat denn nun diese Kartenhaus-Äußerung getan? Diejenige, die „im Aufgalopp zur Bundestagswahl am 22. September 2002“ sich die Regierung zur Brust genommen hatte:

„Sie wissen doch, wie es ist. Die Menschen im Lande wissen, dass Ihre Gesetze eben keine Begrenzung der Zuwanderung bieten. Und die Menschen im Lande wissen, dass der Herr Schily (…) gesagt hat: Das Maß des Zumutbaren ist überschritten. Und sie wissen, dass spätestens nach Pisa doch in Deutschland völlig klar ist: Bevor wir über neue Zuwanderung reden, müssen wir erst einmal die Integration der bei uns lebenden ausländischen Kinder verbessern. (…) Sie haben keine einzige Mark vorgesehen, um das Problem zu beseitigen, dass hier in Berlin-Kreuzberg 40 Prozent der ausländischen Kinder und Jugendlichen weder einen Schulabschluss haben noch einen Berufsabschluss, und trotzdem reden Sie über mehr Zuwanderung!“

Sonst noch etwas? Selbstverständlich:

„Da muss man natürlich darüber sprechen, dass es den Missbrauch des Asylrechts gibt. Da muss man natürlich sagen, die Folge kann nur sein, Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung. Alles andere wird keine Akzeptanz in der Bevölkerung finden.“

Und heute? Kann man warten, bis man braun wird, auf die Nicht-Akzeptanz. Wobei ursprünglich schwarz, aber Bio-Deutscher Ausnahme.

Ausnahmen. Was sagt der Führer?

„Wir Schüler im alten Österreich sind alten Leuten und vor allem Frauen gegenüber zu achtungsvoller Rücksicht erzogen worden, aber der Professor: mit dem haben wir kein Mitleid gehabt! Das war der Klassenfeind! Ein großer Teil der Professoren war absolut geistesgestört, zum Teil sind sie auch verrückt geworden. Für die, welche in Ordnung waren, haben wir eine große Liebe gehabt, das waren aber absolute Ausnahmen.“

Aber woher kommt die Redewendung, also die mit dem Schwarzwerden?

„Diese Frage ist nicht so schwer zu beantworten; manchmal kommt man sogar selbst drauf.“

Sagt die Bordkapelle. Der „Schwarze Tod“, die Pest, habe die entsprechende Leichenfärbung gleich mitgebracht.

Geballtes Experten-Wissen beim SWR. Antworten auf 1001 Fragen. Was man schon immer wissen wollte. Zum Beispiel, ob man noch Mitteldeutschland sagen darf, wenn man den Osten meint? Gábor Paál ist der Experte.

Oder ob Bananenschalen im Wald verrotten oder der Umwelt schaden. Auch das weiß Gábor Paál. Bananenschalen seien ein optisches Problem und ließen sich bei der Verrottung mitunter fünf Jahre Zeit. Also fünf Jahre Problemoptik. Außerdem ist das Wegwerfen einer Bananenschale eine Ordnungswidrigkeit.

Weiß Gábor Paál auch, ob Vulkane mehr CO2 ausstoßen als der Mensch? Selbstverständlich. Vulkane stießen zwar CO2 aus. Aber im Schnitt sei das nur ein Hundertstel dessen, was der Mensch im gleichen Zeitraum produziere. Der Ausbruch des Pinatubo 1991 zum Beispiel: ein kleiner CO2-Schritt für einen Vulkan und überhaupt, aber ein großer Ausbruch für die Menschheit.

Daran kann auch der Ausbruch des Taal auf den Philippinen nichts ändern. Es blitzt und donnert über dem Berg. Sagt die Bordkapelle. Wobei bekanntlich gilt:

„Hast du Tripper, Syphilis und Schanker, bist du lange noch kein Kranker, erst wenn’s da unten dampft und zischt, dann kannst du sagen: Mich hat’s erwischt.“

Noch Fragen? Ja, „[w]arum ist bei Landkarten Norden oben?“ Wer weiß es? Gábor Paál. Eine Konvention. Im Mittelalter sei eine Phase aufgekommen mit dem Osten oben. Man habe sich an Jerusalem orientiert. Und im Tätigkeitswort stecke wiederum der Orient.

Ex oriente lux doppelt gemoppelt. Wegen Sonnenaufgang und Christentum. „Zu Beginn des 20. Jahrhunderts“ sei „das Schlagwort im Sinne der Kulturbringerschaft vor allem in Kreisen der Rassenideologen und so genannten völkischen Bewegung mit dem umgemünzten Schlagwort ex septentrione lux – aus dem Norden (kommt) das Licht – [dann] heftig bekämpft“ worden. So Wikipedia. Gott sei Dank gibt es ja gar kein Volk. Eine braune Fiktion.

Der „Volksverräter“ brachte es 2016 zum Unwort des Jahres. Weil er „das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft ab[würge]“.

Unwort des Jahres kann es immer nur eines geben. Einen dagegen gibt es gar nicht mehr. Den Highlander. Stan Kirsch ist tot:

„Im Alter von 51 Jahren entschied er sich, seinem Leben ein Ende zu setzen. […] Es war eindeutig ein Selbstmord‘, so die Polizei.“

Apropos – wie heißt eigentlich das Unwort des Jahres 2020? Klimahysterie:

„Mit dem Wort würden ‚Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und Debatten diskreditiert […] Zudem würden ‚wissenschaftsfeindliche Tendenzen‘ gestützt.“

Wissenschaftsfeindlich auch die Tendenz zu behaupten, die australischen Buschfeuer hätten nichts mit dem Klimawandel zu tun:

„[D]ie Wissenschaft ist davon überzeugt, dass der Klimawandel dazu beigetragen hat, weil er Hitze und Dürre verstärkt. Brandstiftungen hingegen spielen demnach kaum eine Rolle.“

Die Durchschnittstemperatur habe sich in den vergangenen 110 Jahren in Australien um mehr als 1 °C Grad erhöht. Gebrannt habe es 2019 auch in der Arktis, in Alaska, in Sibirien und in Brandenburg. Was sagt der Philosoph?

„Ich will jetzt nicht noch zusätzlich Feuer ins Öl gießen.“

Überhaupt Russland. Der Osten – also Russland, die Ukraine, eigentlich der gesamte Bereich der ehemaligen Sowjetunion – scheint ein Faible für Feuer und große Explosionen zu haben. Zum Beispiel unlängst in Dserschinsk. Dort wurde die TNT-Produktion plötzlich runtergefahren, als mit „Kristall“ wieder einmal eine Sprengstoff-Fabrik hochging. Die Explosionen seien so heftig gewesen, dass die Leute sie sogar in Bogorodsk, einer etwa 15 Kilometer entfernten Stadt, hätten hören können. Große Rauchfahnen habe es auch gegeben. Und natürlich Wladiwostok. Immer wieder Wladiwostok. Feuer und Explosionen mit Tradition.

Ein Zeichen für die menschengemachte Erderwärmung. So Correctiv. Und:

„Kirsten Thonicke, Expertin für Feuerökologie und für Wälder am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung […]. Gegenwärtig befinde sich die Welt, so warnt die PIK-Forscherin, auf einem Weg zu möglicherweise 4 °C Erwärmung.“

Mindestens. Klimafakten.

Gut, dass es Correctiv gibt. Und das Landgericht Mannheim hat die „Faktenchecks von CORRECTIV“ nun gestärkt:

„Der rechtsgerichtete Blog ‚Tichys Einblick‘ hatte CORRECTIV verklagt, weil es Faktenchecks seiner Artikel auf Facebook unterbinden wollte.“

Wobei Texte im Internet anderen Grundsätzen folgen als gedruckte Texte. Durchgängige Großschreibung gilt als besonders höflich.

„WELCHER VOLLIDIOT HAT *ERFUNDEN* DASS DIE ORTHOGRAPHIE – SCHRIFTWEISE IN GROSSBUCHSTABEN – MIT *SCHREIEN* GLEICHZUSETZEN IST !! KEINER WEISS DAS UND ALLE SPRINGEN FREIWILLIG DÜMMLICHERWEISE AUCH AUS DEM FENSTER !! RECHTSCHREIBUNG IN GROSSBUCHSTABEN IST #HOCHMODERN #STYLISH #COOL #ANGESAGT #INDIVIDUELL | #GEGENDENSTROM VON DUMMHEIT INTOLERANZ ETC ETC | DANKE !!“

gut genauso vollidioten die die glauben jeden text komplett in kleinbuchstaben und ohne punkt und komma schreiben zu müssen

Wie auch immer, von Klimahysterie könne jedenfalls gar keine Rede sein. Das Unwort pathologisiere „das zunehmende Engagement für den Klimaschutz pauschal ‚als eine Art kollektiver Psychose‘.“ So die Darmstädter Sprachexperten. Gut. Aber seit dem Start der Feuer-Saison 2019 wurden über 180 Brandstifter in Australien verhaftet. Was soll uns das sagen?

Ob bei Blackrock der Hut brennt, ist nicht bekannt, jedenfalls aber brennt ein Brief. Larry Fink, Chef der größten Investmentfirma der Welt, hat einen Brandbrief geschrieben. Unter anderem an die Topmanager aller großen deutschen Konzerne. „Die Firmen sollten sich gefälligst mehr um den Klimaschutz kümmern.“ Ein Umbau hin zu CO2-Armut sei dringend von Nöten. Die Welt stehe „vor einer fundamentalen Umgestaltung der Finanzwelt“. Michael Vassiliadis, Chef der Chemie-Gewerkschaft IG BCE, findet das auch. FFF sei eine prägende Kraft. Die Bewegung erhalte neben der emotionalen auch eine faktische Unterstützung durch Experten. Faktisch eine kollektive Psychose. Mit Experten-Unterstützung.

Gibt es eine Therapie? Selbstverständlich. Aufwachen. Gibt es historische Erfahrungen? Nein, da es sich um ein neues Phänomen handelt. Zu einem anderen Phänomen gibt es allerdings Historisches: „Die Behandlung der Phimose im Wandel der Zeit“. Eine Dissertation.

Zur Behandlung der Facharbeiter gehört der „Führerschein auf Steuerzahlerkosten“. Haben die Anmeldungen in den Fahrschulen zugenommen? Selbstverständlich. Die Fahrschulen registrieren „einen regelrechten Ansturm“ von Facharbeitern. Die Fahrerlaubnis als berufliche Weiterbildungsmaßnahme. Für eine bessere Integration.

Gut. Und wie steht es mit Messer- und Stichwaffen-Straftaten in Nordrhein-Westfalen? „[H]aben diese Zahlen wirklich zugenommen? Fragen, denen Innenminister Herbert Reul (67, CDU) auf den Grund“ hat gehen lassen. Eine erste Bilanz „ist erschreckend“: 2019 gab es …:

„… insgesamt 6736 Tatverdächtige, von denen 2645 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Der Anteil der Zuwanderer an dieser Gruppe beträgt 39,8 Prozent (1052). Zuwanderer sind u.a. Asylbewerber, Schutz- und Asylberechtigte oder Geduldete.

4091 der Tatverdächtigen waren Deutsche. Die nächst größeren Gruppen sind Türken (436), Syrer (364), Polen (132), Rumänen (123), Afghanen (123), Serben (110) und Iraker (105).“

Über 60 Prozent der Messerstecher sind Deutsche. Quod erat demostrandum. Türkisch akesin bir kanıtın sonunda kullanılan ifade.

Was zu beweisen war. Eine Wendung, die auf Euklids „Elemente“ zurückgeht. Ein Werk, mit entscheidendem Einfluss auf das geistige Leben des Abendlandes. Über Euklid selbst oder über Verwandte ist dagegen praktisch nichts bekannt.

Bekannt ist dagegen, dass im Jobcenter in Rottweil Einmann wieder mit einem Messer unterwegs war und eine Mitarbeiterin schwer verletzt hat. Und dass „[h]undert Rottweiler-Besitzer […] in Rottweil gegen Kampfhund-Verordnungen und Einschränkungen in der Hundehaltung protestiert“ haben.

Bekannt sind auch die Gerüchte, dass Justin Trudeau mit Kubas verstorbenem Revolutionsführer verwandt sein soll. Der Sohn von Fidel Castro:

„[Die] Gerüchte über eine mögliche Vaterschaft Castros waren aufgekommen, nachdem dessen ältester Sohn, Fidel Ángel Castro Díaz-Balart, […] Selbstmord beging. In Kommentaren in sozialen Netzwerken hieß es demnach, der ‚Fidelito‘ genannte Sohn habe einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem er erklärte, Trudeau sei sein Halbbruder.“

Was Kanada und die Bordkapelle allerdings konzertiert bestreiten. Und Fidelito lässt sich nicht mehr befragen, weil abgängig.

Gibt es auch etwas dazwischen? Selbstverständlich:

„Ein Leben zwischen Hitler und Fidel Castro. Unser Mann in Havanna. Das Leben des Burgenländers Erich Brunner.“

Ein Leben zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein Feature von Ernst Weber. Eine Dokumentarsendung. Unser Mann in Havanna.

Wobei das Original eigentlich Staubsaugerverkäufer ist, James Wormold heißt und mit seiner 17-jährigen Tochter Milly zusammenlebt, in die wiederum der kubanische Polizeicaptain Segura verliebt ist. Ein Roman von Graham Grün. 1959 verfilmt, mit Alec Guinness in der Hauptrolle. Der wiederum in „Hitler – Die letzten zehn Tage“ den Führer spielen durfte. Ein britisch-italienischer Historienfilm aus dem Jahr 1973. Die Tage im Führerbunker. Der zweite Versuch. Den ersten Spielfilm zum Thema hatte Georg Wilhelm Pabst 1955 vorgelegt. „Der letzte Akt“ als erster Akt. „Ein Reißer halb und halb ein Mahnmal“ – „historisch zu früh, ästhetisch zu spät.“ Sagt die Bordkapelle.

Historisch passend erschien der Präsident auf der Bühne. Mit 20 Jahren Vorbereitungszeit. 2000 schon einmal angetreten, entschied er sich schließlich nicht weiterzumachen. Es brauchte den richtigen Zeitpunkt und die richtige Opportunität. 16 Jahre später passten die Chancen auf einen Wahlsieg in die Chronologie.

4 Jahre später passte der Abgang des iranischen Generals Soleimani wunderbar in die Chronologie des präsidialen Präsidentschaftswahlkampfes. Soleimani, vom General zum Märtyrer befördert und von Millionen Iranern per Aufnahmen aus der Konserve postmortal abgefeiert. Das Ganze im amerikanischen Nachgang parodistisch aufgehübscht mit „Nancy Pelosi und Chuck Schumer in islamischer Bekleidung vor einer iranischen Flagge“. Der Präsident sei ausfällig geworden, so die Bordkapelle. Inwiefern?

„[V]iele Menschen hätten infolge der von Soleimani veranlassten Gewalttaten Gliedmaßen verloren. Sie hätten nun ‚keine Beine und keine Arme mehr wegen dieses Hurensohns‘.“

Da war es einfach höchste Eisenbahn und opportun, das iranische Silbertablett samt Hurensohn anzunehmen. Und „Geschenke dürfen grundsätzlich nicht abgelehnt werden.“ Sagen Betül Yaman und der Geschenk-Knigge:

„Adolf Freiherr von Knigge selbst war überzeugter Schenker, doch konnte er nicht oft genug betonen, dass es ein Mitbringsel in Maßen sein müsse. ‚Zu große Geschenke lassen dem Beschenkten kaum eine Chance, sich später zu revanchieren, zumal es auch als ein Zeichen der Prahlerei aufgefasst werden kann.‘“

Die Fed und ihre Schwestern haben sich und ihresgleichen im Rahmen der Dauerfinanzkrise auch reichlich beschenkt. Die Bilanzsumme der Fed stieg gleich mal um mehr als 500 Prozent in den vergangenen 11 Jahren, die Bank of Japan befindet sich im Dauerdruckmodus für den Kauf von Anleihen und Aktien-ETFs, als gäbe es kein Morgen und die EZB dreht so an der Schraube Negativzins, dass sie längst doll ist. Ein „großer Spaß“, für den einige Viele eines Tages einen hohen Preis bezahlen müssen. Sagt Jim Rogers. Der Markt zugemüllt mit Müllpapieren, wie man es sich vor 10, 11 Jahren nicht hätte vorstellen können.

Geht es noch doller? Selbstverständlich. Zum Beispiel mit der Hitler-„doll“ in der Ukraine:

„[Die] Hitler-Puppe mit Reservekopf. […] Die 40cm große Action-Figur gibt es komplett für umgerechnet 124 Euro mit Leder-Trench-Coat, Stiefeln, Hakenkreuzbinde und mehreren Teilen Wechselklamotten.“

Führer geht immer. Wer bis weit in den April 2008 …:

„… auf den amerikanischen Seiten des Versandhändlers [Amazon] in der Rubrik ‚Bekleidung‘ (‚Apparel‘) nach ‚Hitler‘ suchte, der bekam nämlich gleich mehrere Angebote angezeigt. Darunter T-Shirts mit dem Aufdruck ‚Hitler was Pro-Choice‘ (‚Hitler war ein Abtreibungsbefürworter‘), ‚I Love Alois Hitler‘ – so hieß Adolf Hitlers Vater. Und eben auch kurz und knapp und mit einem roten Herzen versehen: ‚I Love Hitler‘. Wem das nicht gefiel, der konnte dort übrigens alternativ das ‚Afrika Korps Tour Shirt‘ kaufen, um damit dann durch die Gegend zu rommeln.“

Was sagt Thomas Doll?

„Ich lach mich doch tot, was hier läuft. Das is‘ ‘ne absolute Frechheit, ‘ne absolute Frechheit is‘ das. […] Da lach‘ ich mir doch den Arsch ab. […] Und das is‘ das, was mich so ärgert.“

Ob Saskia Esken den Steuersenkungs-Vorschlag als Frechheit empfunden hat, ist nicht bekannt, auf jeden Fall hält sie es „wirklich für einen gefährlichen Vorschlag, jetzt Steuern zu senken“. Sozial und demokratisch. Und gefährlich.

Julia Klöckner findet die niedrigen Lebensmittelpreise unsozial. Sie wolle nicht, …:

„… dass die Deutschen sich an ‚Dumping-Preise‘ gewöhnen. Besonders gefährdet sei in dieser Hinsicht ausgerechnet das Biosegment.“

Die Preispolitik sei unanständig:

„Für ein ordentliches Motorenöl zahlen Autofahrer bereitwillig 40 Euro pro Liter, beim Salatöl sind zwei Euro schon zu viel. Da stimmt doch etwas nicht.“

Eine Preisanhebung ließe sich vielleicht besser verkaufen, wenn man Motorenöl gleich mit ins Speiseöl-Regal stellt. Ein didaktischer Fingerzeig. Wein mit Frostschutzmittel ließ sich doch auch eine ganze Weile verkaufen. Die Automobilwelt scheint also mit der Lebensmittelbranche enger verzahnt zu sein als man meint. Erinnert sei an den berühmten Glykolwein aus den Achtzigern. Die Mutter aller Lebensmittelaufreger.

Und sollte es aufgrund höherer Preise finanziell mal klemmen, bleibt ja immer noch die Immobilie der Oma. Das Motto: „Wir versaufen unsrer Oma ihr klein Häuschen“. Was durchaus politisch korrekt wäre. Wegen Nazi- und Umweltsau.

Noch etwas? Ja.

„Eskenfilme zeigt mal wieder ganz deutlich wie Rechtsextreme und Antifeminist*innen Hand in Hand gehen. Der koordinierte online Angriff auf @EskenSaskia ist halt ebenso ein antifeministischer Angriff auf den weiblichen Parteivorsitz. Checkt die Zusammenhänge!“

Sagt Hanna Reichhardt. Dem wird nichts hinzugefügt.

Oder doch. Das Sternchen – wie spricht man das eigentlich?

„Das Sternchen und die Lücke werden in der Aussprache durch einen stimmlosen glottalen Verschlusslaut wiedergegeben – ein Laut, den wir produzieren, indem wir die Stimmlippen („Stimmbänder”) kurz vollständig schließen.“

Sehr schön zu sehen bei bestimmten Worten, die mit einem Vokal beginnen. Zum Beispiel bei Eklat:

„Das Wort Eklat, z.B., wird nicht [eklaː] ausgesprochen, sondern [ʔeklaː].“

Wenn also ein großer, Aufsehen erregender Vorfall verbalisiert wird, …:

„… hören wir eine kurze Pause vor Eklat, und das [e] hat einen klaren Ansatz: [aɪ̯n ?eklaː] (das Leerzeichen steht für eine kurze Pause).“

Übertragen auf die Leser also Leser Pause Innen.

Allerdings ist der Begriff Pause dehnbar. Was sagt der Philosoph?

„Wenn sich jemand dehnen will, soll er nach Dänemark fahren. Bei mir wird gelaufen, da kann keiner quatschen.“

Pause hin oder her, es gibt ein Problem bei Sehbehinderten. Vorleseprogramme geben den Stern auch als solchen sprachlich wieder. Zum Beispiel Pilot-Stern-Innen:

„Der Genderstern gilt aus diesem Grund als nicht barrierefrei.“

Also nicht behindertengerecht. Indes begrifflich auch wieder problematisch, weil auf Schulhöfen als Schimpfwort gebraucht. Auf jeden Fall aber eine Fehlfunktion im Sehbehinderten-Vorleseprogramm.

Zu einer Fehlfunktion kam es unlängst auch beim Gesichtsbuch. Oder heißt es im Gesichtsbuch? Es wurden …:

„Daten über Administratoren von Seiten zugänglich gemacht, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Obwohl der Bug bis Freitagmorgen behoben war, ist es Nutzern von Portalen wie 4chan, Imgur oder sozialen Medien gelungen, Screenshots anzufertigen, aus denen unter anderem hervorging, welche Nutzer tatsächlich die Beiträge auf den Seiten von Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton, Russlands Präsident Wladimir Putin, dem Hackerkollektiv Anonymous, Künstler Banksy oder auch Klimakult-Ikone Greta Thunberg posten.“

Gretas Beiträge stammen zum Beispiel vom Inder Adarsh Prathap und von Vater Svante. Aber das Problem wurde schnell gelöst. Man sei dem Sicherheitsexperten sehr dankbar. So das Gesichtsbuch. Oder kann man auch auf den Artikel verzichten?

Der Solarenergie Förderverein e.V. möchte das Problem mit den Klimaleugnern lösen.

„Die Überlegungen gelten der Frage, ‚wie eine Sabotage an der entschlossenen Abwehr der Klimakatastrophe‘ verhindert werden könne.“

Es brauche neue gesetzliche Rahmenbedingungen, so Wolf von Fabeck, Vereins-Ehrenvorsitzender:

„Wer in einer Weise, die geeignet ist, die Abwehr der Klimakatastrophe nach dem Pariser Klima-Abkommen und seinen Folgevereinbarungen zu stören, verächtlich zu machen oder gänzlich zu verhindern, die Klimakatastrophe verharmlost oder leugnet, wird mit einer Geldstrafe von bis zu 300 Tagessätzen bestraft. Im Wiederholungsfall ist die Strafe Haft.“

Wer den Klimawandel verharmlose, stelle sich selbst außerhalb der internationalen Wertegemeinschaft.

Wobei auch über Gulag nachzudenken wäre. Ein charmanter Vorschlag den Bernie Sanders-Kampagnenmitarbeiter Kyle „fucking“ Jurek bekanntlich ins Spiel gebracht hat. Gulag oder Genickschuss. Wie effizient man gerade mit letzterem arbeiten kann, zeigte Wassili „Blochin, einer der aktivsten Henker des stalinistischen Regimes“. Dabei hatte Blochin wenig Vertrauen in die sowjetische Tokarew. Er bevorzugte die Walther. Deutsche Wertarbeit. Mit einem Koffer voller Walther Pistolen verrichtete er zuverlässig sein Tag- bzw. Nachtwerk. Dazu „eine braune Lederkappe, eine lange braune Lederschürze, braune Lederhandschuhe mit Stulpen bis über die Ellbogen“.

Allerdings erwies sich sein ehrgeiziger 300er-Plan als zu ambitioniert. Blochin musste sich mit 250 Genickschüssen pro Nacht zufrieden geben. Im April 1940 arbeitete er jedoch im Akkord und brachte es auf etwa 7.000 Leichen. Immer bestrebt, die Nummer 1 zu sein. Das Motto:

„Nichts ist scheißer als Platz 2.“

Einen Rekord hat auch Focus aufgestellt. Einen Minusrekord. Vom Jahresrückblick „Die 100 Menschen des Jahres – Wer 2019 unsere Welt bewegte“ gingen im Dezember 35.166 Exemplare über die Ladentheke. Das Motto:

„Fakten, Fakten, Fakten. Und an den Leser denken!“

Hat der Führer etwas gesagt?

„Ich habe gesagt: Verrückt!“

„[Es] braucht […] nur ein Orkan zu kommen und alles fliegt zusammen wie ein Kartenhaus.“

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